Minderwertige Dialysefilter in Griechenland gefährden Patienten

13. Juni 2013 / Aufrufe: 1.272

Der Verband der Nierenpatienten in Griechenland beklagt die Verwendung minderwertiger Dialysefilter und die Gefahren, die sich daraus für die Patienten ergeben.

Auf Beschluss des griechischen Gesundheitsministeriums bestellen die Krankenhäuser aus wirtschaftlichen Gründen fortan die billigsten Dialyse-Filter. Laut dem Panhellenischen Verband der Nierenpatienten annulliert der Ausschuss für Bestellungen im Gesundheitswesen des Ministeriums „die Pflicht der Auswahl des Dialysefilters durch den behandelnden Arzt, so wie es die medizinische Praxis international forciert, und ermächtigt die Verwaltungsdienststellen der Krankenhäuser, mittels monatlicher telefonischer Minderbieter-Ausschreibungen Filter ohne jegliche Spezifikationen zu bestellen„.

Die Dialyse ist ein spezialisierter Vorgang, betrifft jeden Patienten separat, und es kommen Filter analog zu den Charakteristika eines jeden einzelnen zum Einsatz. Ein einfaches Beispiel ist, dass für Kinder und Volljährige verschiedene Filter verwendet werden. Andere für einen Menschen mit einer Größe von 1,60 m und andere für jemanden mit einer Größe von 1,90 m.

Ergebnis des Beschlusses des Ministeriums ist, „dass die Patienten bei fast jeder Sitzung mit verschiedenen Filtern der Dialyse unterzogen werden, womit sich ihre Therapie ändert und sie praktisch jederzeit in Gefahr laufen, entweder durch einen allergischen Schock oder durch die Abwertung der therapeutischen Ergebnisse ihr Leben zu verlieren„.

Offener Brief der Nierenpatienten an den Regierungspräsidenten, den Gesundheitsminister und den Finanzminister

Herren,

Wegen der Fortsetzungsserie mit den Preisen der Filter, des Modus der Bestellung, der Geschichten mit den Kartellen und allem, was von Zeit zu Zeit von Wissenden und Unwissenden, von Menschen zu Gehör kommt, die ein Filter nicht einmal auf einem Foto gesehen haben und bezüglich der Dialyse nur Halbwissen oder überhaupt keine Ahnung haben oder noch nicht einmal die Preise der Filter gemäß der Beobachtungsstelle des Gesundheitsministeriums kennen, möchte der Panhellenische Verband der Nierenpatienten seine Position bezüglich dieses sensiblen Themas klarstellen, das sich auf die Gesundheit und das Leben der Nierenpatienten bezieht.

Wir haben keinerlei Lust, uns damit zu beschäftigen, wer und für wie viel die Filter an die Krankenhäuser verkaufen wird. Wir sind jedoch entschlossen und halten daran fest, uns mit der Qualität der Filter zu beschäftigen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Dialyse und unserer Lebenserwartung steht. Alle jene, die glauben, die Krankenhäuser für 5 und 10 Euro mit Filtern mit Spezifikationen und Eigenschaften zu versorgen, die in der gesamten zivilisierten Welt zum Einsatz kommen, können sich hier ruhmreich hervortun.

Wir verlangen einzig und allein, dass die bisher verwendeten Filter und jedes zukünftig herauskommende nennenswerte Filter unseren Ärzten zu Verfügung stehen, damit wir ungehindert unsere Blutwäsche fortsetzen. Die Filter sind keine Kissenbezüge oder Harnkollektoren. Es sind Therapiemittel, und ihre Auswahl für jeden Patienten obliegt und muss den Ärzten und nicht den Verwaltungsangestellten obliegen.

Wir bringen unseren Ärger über all jene Retter der nationalen Wirtschaft zum Ausdruck, die ohne jegliche Berücksichtigung des menschlichen Lebens bereit sind, uns den Wölfen zum Fraß vorzuwerfen und glauben, ein paar Euro einzusparen und wie neulich versucht die Krankenhäuser mit aus Drittländern (Ägypten, Indien, China) stammenden Filtern zweifelhafter Qualität zu überschwemmen.

Üblicherweise sind es Menschen, die nicht einmal die mit ihren Handlungen verursachten ausweglosen Situationen in der Verwaltung zu lösen vermögen und mit dem Vorschlaghammer auf die Rücken der Dialysepatienten einschlagen, oder gewollt oder ungewollt den Interessen derjenigen dienen, die ein weiteres Mal die griechischen Kassen plündern wollen. All die Krähen also, die an den Grenzen warten, jede Art von Filtern von den unglaublichsten Herstellern zu importieren, ohne jegliche Kontrolle und Spezifikationen, außer dem Etikett „CE“. Originale Imitate also, welche den Eingeborenen mit Spiegelchen und Schnickschnack imponieren.

Die Herren, die – wahrscheinlich zwecks ihrer eigenen Promotion und Sicherstellung ihres Pöstchens im öffentlichen Leben – dermaßen leichtfertig in den (TV-) Sendungen auftreten, wagten natürlich nicht, sich über die problematischen Filter zu beschweren, die in den griechischen Krankenhäusern in Umlauf sind, und natürlich trauten sie sich auch nicht, zu zählen oder gar anzuzeigen, wie viele Dialysepatienten wegen unbrauchbarer oder qualitativ minderwertiger Filtern oder wegen des Mangels an Filtern sowie auch des erforderlichen Pflegepersonals sterben. Weil sie nicht über ihre Nase hinausschauen.

(Quelle: Avgi)

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