Wie viel kostet ein menschenleben in Griechenland

27. Juni 2013 / Aufrufe: 644

Die angeblich billige Stromerzeugung aus Braunkohle in Griechenland ist in Wirklichkeit alles andere als billig, da sie ungeheure gesundheitliche Auswirkungen verursacht.

Die „Handhabung der Kosten“ und die erforderlichen Maßnahmen sind in unseren Tagen das Hauptmenu vieler heißer Diskussionen: Kürzung von Ausgaben, Umstrukturierung der ERT, wahrscheinlicher – oder eintretender – wirtschaftlicher Zusammenbruch des EOPYY. Und all dies bestreut mit den entsprechenden politischen und wirtschaftlichen Kosten (die Schließung der ERT wurde in einem wirtschaftlichen Vorteil von jährlich 50 Euro pro Haushalt ausgedrückt).

Es gibt jedoch auch eine „Kostenfrage“, die nicht in die Arena der politischen Diskussion eingedrungen zu sein scheint: Mit wie viel wird in Griechenland ein Menschenlaben veranschlagt?

Kohlekraftwerke verursachen jährlich 1.200 vorzeitige Todesfälle

Damit der Dialog beginnt, die nachstehenden Daten stammen aus dem letzten wissenschaftlichen Greenpeace-Bericht, der sich auf eine Untersuchung der Universität Stuttgart stützt: 1.200 vorzeitige Todesfälle, 260.000 verlorene Arbeitsstunden wegen einschlägiger Gesundheitsprobleme, 1.000 Euro Belastung für jeden Haushalt. Jedes Jahr. Aus der Verschmutzung, welche die Verbrennung von Braunkohle zur Elektrizitätserzeugung in Griechenland verursacht.

Unter den kritischen Entscheidungen der derzeitigen Regierung steht bald auch eine weitere an, die sich auf die Liberalisierung des Energiemarkts und die Zukunft der DEI bezieht. Des bis heute öffentlichen Unternehmens, mit Braunkohlekraftwerken, die als „stille Mörder“ fungieren und die von uns eingeatmete Luft mit toxischen Teilchen, Ozon und Schwermetallen verschmutzen. Die von ihnen freigesetzten zigtausend Tonnen toxischer Emissionen dringen in unsere Lungen und den Blutkreislauf ein und verursachen ernsthafte gesundheitliche Probleme. Und das hat Kosten.

Die Verschmutzung aus den Schornsteinen der Dampfkraftwerke der DEI betrifft nicht nur die Menschen, die in der Nähe dieser Anlagen leben. Sie breitet sich über eine große geographische Fläche aus und überzieht auch die Gebiete zwischen den Kraftwerken. Mit der Genehmigung der Errichtung eines weiteren Braunkohlekraftwerks, des „Ptolemaida 5“, opfert die Regierung weitere tausende Leben. Dies ist in Wirklichkeit der Preis, den wir für die „billige“ Braunkohle zahlen, die natürlich alles andere als billig ist. Ein weiteres Beispiel für die verzerrte Ansicht über Kosten … .

Probleme lassen sich nicht zu Lösungen umtaufen!

Die Wahrheit sieht uns in die Augen, während wir unsere Gegenwart und unsere Zukunft mit Kohle planen. Die Regierung, die daran „interessiert“ ist, die staatlichen Ausgaben zu senken, sollte für einen Beginn damit aufhören, auf jede Weise die Energieeinsparungen und die erneuerbaren Energiequellen zu blockieren. Sie sollte aufhören, als Ausweg aus der Krise eine schwarze Entwicklung zu forcieren, die aus der Vergangenheit stammt (die uns bis hierher gebracht hat). Die nationale Wirtschaft hat aus ihrer Modernisierung mit sauberen und energetisch effizienten Technologien nur zu gewinnen. Wie schön auch immer man sie schminkt, Probleme lassen sich nicht zu Lösungen umtaufen!

Die Luft, die wir atmen, hat – noch? – keinen Eigentümer und kann kein „Produkt“ für Verhandlungen für welche Regierung auch immer darstellen. Die Entwicklung der sauberen Energie kann der energetischen Armut einen Schluss setzen, die sich in unserem Land zügig ausbreitet und die wir – wie sich erweist – mit Menschenleben bezahlen.

(Quellen: Protagon.gr, Autor: Nikos Charalampidis, Leiter der Greenpeace Hellas)

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