Kollateralschäden der Schließung des Staatsfernsehens in Griechenland

15. Juni 2013 / Aufrufe: 793

Die am 11 Juni 2013 verfügte Schließung der öffentlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt ERT in Griechenland zog auch etliche andere Programme und Dienste in Mitleidenschaft.

Die – sei es gemäß der offiziellen Lesart auch nur vorläufige – Einstellung des Betriebs der öffentlichen Fernseh- und Rundfunkanstalt ERT hat Konsequenzen, die weit über die auf einen ersten Blick erscheinenden Probleme, die sich auf den Verlust von Arbeitsplätzen und die Einstellung von Sportnachrichten und auf anderen Frequenzen selten anzutreffenden Programmen beziehen, weit hinausgehen.

Dazu zählt, dass in etlichen Regionen in Griechenland, in denen allein das erste Programm (ET1) empfangen werden konnte, nun auch dieser teleoptische Kontakt verloren ging. Im übrigen initiierte die Schließung des öffentlichen griechischen Rundfunks und Fernsehens ein Domino von Problemen, die sich bis hin auf das Kino-Spiel des OPAP und die Durchführung der panhellenischen schulischen Abschluss- / Aufnahmeprüfungen auswirken.

Kollaterale Verluste der Abschaltung der öffentlichen Frequenzen

Der erste kollaterale Verlust infolge der Einstellung des Betriebs der ERT war der TV-Kanal des griechischen Parlaments. Aufgrund der Tatsache, dass die Übertragung zusammen mit den übrigen über die Frequenzen des öffentlichen Fernsehens ausgestrahlten Programmen erfolgte, wurde mit der Einstellung des Sendetriebs der ERT auch die Übertragung aus dem Parlament gekappt.

Ein Problem stellte sich ebenfalls bei der Übertragung der Gottesdienste in Athen und Thessaloniki ein, die mithilfe von Vans der ET1 und ET3 erfolgte, die sich für die teleoptische Übertragung der Messen zu den jeweiligen Kirchen begaben. Bisher ist keine Lösung für die Übertragungen gefunden worden, jedoch wird das Thema angesichts der Tatsache als besonders ernst betrachtet, dass diese Sonntagsprogramme auf dem gesamten griechischen Staatsgebiet und im Ausland ausgestrahlt wurden.

Schwierigkeiten ergaben sich auch bei der Übertragung der Ergebnisse des Glückspiels „Kino“ des OPAP. Die Gewinnzahlen wurden über TV-Frequenzen der ERT an den speziellen Decoder übermittelt, mit dem jede Agentur / Annahmestelle ausgestattet ist, und so auf den speziellen Monitoren angezeigt. Alle Agenturen, die nicht über eine Satellitenanlage verfügten (also die überwältigende Mehrheit von 4.000 der insgesamt 5.000 Annahmestellen im ganzen Land) nutzten die Frequenzen der NET. Nach der Schließung der ERT hatten sie folglich keine Möglichkeit mehr, die Datenpakete zu empfangen.

Eine signifikante Auswirkung hat Einstellung des öffentlichen Fernsehens auch auf die Durchführung der panhellenischen Prüfungen. Damit die Geheimhaltung der Prüfungsthemen sichergestellt wird, werden diese mittels der öffentlichen TV-Sender bzw. -Frequenzen an die Prüfungszentren übermittelt. Nach der Schließung der ERT ging der zentrale Prüfungsausschuss jedoch zu dem Ersatzplan über, der die Entsendung der Themen unter Nutzung des Signals des VBI-Systems vorsah. Das konkrete System existierte allerdings auch schon vorher, als die ERT noch regulär in Betrieb war, damit die sichere Übertragung der Aufgaben allgemein im Fall eines technischen Problems gewährleistet ist.

Zusammen mit den Programmen der ERT verschwanden in Griechenland schließlich auch per Satellit / digital verbreitete Programme ausländischer Netzwerke wie BBC, RIK (RIKSAT), TV5 und Deutsche Welle aufgrund des Umstands von den Bildschirmen, dass sie zum Teil im „Bündel“ über die öffentlichen Frequenzen übertragen wurden.

(Quelle: news247.gr)

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