Griechenland korrigiert ungerechte Besteuerung von Auslandsgriechen

11. Juni 2013 / Aufrufe: 1.562

Das Finanzministerium in Griechenland bügelte den Lapsus der ungerechten Besteuerung von Auslandsansässigen durch eine gesetzliche Regelung klammheimlich aus.

Im letzten Entwurf zum Steuergesetz schloss das griechische Finanzministerium stillschweigend eine gesetzliche „Lücke“ bei dem Modus der Besteuerung des Einkommens von Auslandsansässigen.

Vor der gesetzgeberischen Intervention wurden bestimmte Griechen, die sich für einen Zeitraum einiger Jahre im Ausland befanden, mit der unangenehmen Überraschung konfrontiert, aufgefordert zu werden, in Griechenland auch für die während ihrer Abwesenheit im Ausland erworbenen Einkommen Steuern zu entrichten.

Formfehler führte zur Annahme des Steuerwohnsitzes in Griechenland

Ein Steuerpflichtiger beispielsweise, der drei Jahre lang in den USA lebte und dem Finanzamt für Auslandsansässige nicht den Umstand meldete, fortan dauerhaft in einem anderen Land zu leben, hätte im Fall der Rückführung von Einkommen für diese Einkommen (die er im Ausland erwarb) auch in Griechenland Steuern entrichten müssen. Dies geschieht, weil mangels der einschlägigen Erklärung formal angenommen wird, dass er seinen Steuerwohnsitz in Griechenland hat – was bedeutet, für sein Welteinkommen in Griechenland besteuert zu werden.

Somit wurden nach Griechenland zurückgekehrte Auslandsgriechen aufgefordert, Steuern von bis zu 45% (ggf. plus Strafsteuern und Zuschläge) auf die Einkommen zu entrichten, die sie ins Land brachten, jedoch im Ausland erworben hatten. Das Thema wurde allerdings nach den Reaktionen gewisser Auslandsgriechen durch eine mit dem neulich vorgelegten Gesetzentwurf zum Steuergesetz erfolgte Intervention gelöst.

Konkret sieht die gesetzliche Regelung, dass die Steuerpflichtigen in Griechenland von der Steuer befreit werden, sofern sie dokumentieren können, während des strittigen Zeitraums, in dem sie das Einkommen im Ausland erwarben, tatsächlich außerhalb der griechischen Grenzen ansässig gewesen zu sein. Fakten, mit denen die dauerhafte Ansässigkeit im Ausland nachgewiesen werden kann, sind die Abgabe einer Steuererklärung im Ausland, Rechnungen öffentlicher kommunaler Unternehmen usw.

Das Thema betraf eine begrenzte Anzahl von Steuerpflichtigen, die mit Überweisungen aus dem Ausland Gelder nach Griechenland brachten und diese in Griechenland auch in ihrer Steuererklärung angaben.

(Quelle: Capital.gr)

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