Einsparungen durch ambulante Operationen in Griechenland

7. Juni 2013 / Aufrufe: 543

In Griechenland könnten im staatlichen Gesundheitssystem über 200 Millionen Euro durch ambulante Operationen eingespart werden.

Laut einer Studie, die von der Wirtschaftsabteilung der Nationalen Schule für öffentliche Gesundheit (ESDY) durchgeführt wurde, könnte der Staat die Einsparung von bis zu 225 Millionen Euro erzielen, wenn in dem Nationalen Gesundheitssystem (ESY) das System der ambulanten Operation zur Anwendung käme.

Und während die signifikanten Vorteile aus dem neuen System sowohl für den staatlichen Haushaltsplan als auch für die Versicherungskassen, aber hauptsächlich auch für die selbigen Patienten sicher sind, betonen die Forscher der ESDY, dass das griechische Gesundheitssystem eine speziellere Hysterese bei der Integration der ambulanten Operation in die strategische Bewältigung etlicher Fälle aufweist, was zum Ergebnis hat, dass sich die Anzahl der Tage der stationären Behandlung und folglich auch die Aufwendungen der Krankenhauseinrichtungen erhöhen.

Fragen ruft außerdem auch die Tatsache hervor, dass das Präsidialdekret zur Umsetzung des Systems hinsichtlich seines Erlasses bis heute behindert wird, obwohl dem Staat ein Mittel zur Einsparung von Mitteln bei paralleler Verbesserung der Lebensqualität der Patienten zur Verfügung steht und der gesetzgeberische Rahmen seit eineinhalb Jahren fertig ist.

Einsparung und Effizienz

Detaillierter zeigt die im April 2013 vollendete Studie der ESDY, dass die jährliche Einsparung bei den Aufwendungen sowohl für den Nationalen Träger für Gesundheitsleistungen (EOPYY) als auch den staatlichen Haushaltsplan bis zu 225 Millionen Euro erreichen kann, da laut dem wissenschaftlichen Forschungsleiter Giannis Kyriopoulos, „die Fallstudien zur Bewertung der ambulanten Operation beweisen, dass die Einführung des Systems die Kosten senken kann, bei gleichzeitiger Erhöhung der Effizienz der erbrachten Leistungen sowie auch der Zufriedenheit des Patienten„.

Laut dem Professor für Wirtschaft und Gesundheit kann sich laut der internationalen Literatur die Kostendifferenz analog zu dem Eingriff zwischen 17% und 70% bewegen, ohne dass dabei die Kosten der krankenhausinternen Infektionen und die indirekten Kosten des Produktivitätsverlust berücksichtigt sind. Angesichts der sich aus der Adoption der ambulanten Operation ergebenden Vorteile überstieg 2003 der Anteil der in Kliniken für ambulante Operationen gehandhabten Eingriffe hinsichtlich der Gesamtheit der Eingriffe in Ländern wie Australien, Dänemark, Holland, Schweden, Norwegen und Großbritannien 40% und tangierte in Kanada sogar 88%.

Die Wissenschaftler berichten, dass die größte Quelle der Einsparung sich aus der Verlagerung der opthalmologischen Eingriffe zu ambulanten Operationen ergibt und auf 21,2% der gesamten Einsparungen veranschlagt wird. Es folgen die Eingriffe in Zusammenhang mit dem Verdauungssystems (11,8%), den Neoplasmen (9,8%), dem weiblichen Fortpflanzungssystem (9,6%), der Schwangerschafts- und Wochenbetthandhabung (9,3%), die Eingriffe bei Leber, Galle und Pankreas (8,2%) sowie im Hals-Nase-Ohren-System (6,7%).

9% der Kostennormierten Behandlungen (KEN) können mittels ambulanter Operationen gehandhabt werden. 2011 entfiel auf diese KEN mehr als 17% der Gesamtheit der Einweisungen, von denen wenigstens 65% (262.000 Einweisungen) zu ambulanten Operationen verlagert werden hätten können. Angesichts der Tatsache, dass 96% der Bandbreite der Krankenhausaufwendungen sich aus den Behandlungstagen ergibt und die sich aus jeder Erhöhung der Dauer der Krankenhausbehandlung ergebenden extremen Kosten auf 563 Euro veranschlagt wurde, wird deutlich, dass die Einsparung, die sich für den EOPYY ergeben kann, besonders signifikant ist, da sie 167.000 Euro täglich tangiert„, betont der mit der Koordination der Studie beauftragte Anastasios Skroumpelos.

Vorteile aus der Einführung ambulanter Operationen

Zusammenfassend ergibt sich mit der Einführung des Systems der ambulanten Operation für das ESY:

  • Die Kosteneinsparung für den EOPYY übersteigt jährlich 93 Millionen Euro (bei einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von sechs Stunden) und 71 Millionen Euro (bei einem durchschnittlichen Aufenthalt von 12 Stunden des Patienten innerhalb der Einrichtung).
  • Für den staatlichen Haushaltsplan führt die sich ergebende Einsparung (einschließlich der anfallenden Personalkosten) zu einer auf 225 Millionen veranschlagten mehr als doppelt so hohen jährlichen Einsparung, wenn die durchschnittliche Behandlungsdauer 6 Stunden beträgt, und zu einer auf 171 veranschlagten Einsparung, wenn die Behandlungsdauer im Durchschnitt 12 Stunden beträgt.
  • Minimierung des Auftretens krankenhausinterner Infektionen infolge der Vermeidung des langfristigen Aufenthalts der Patienten im Krankenhaus.
  • Reduzierung des Bedarfs der Krankenhäuser an Betten, die ebenfalls einen signifikanten Faktor bei der Bewertung der Kosten eines Eingriffs darstellen.
  • Die Patienten kehren unmittelbar in ihre Wohnung und zu ihren alltäglichen Aktivitäten zurück. Aus einer älteren in Großbritannien durchgeführten Studie über die Zufriedenheit der Patienten nach einem ambulanten Eingriff gegen den Grauen Star ergab sich, dass 87% der Patienten für den selben Eingriff wieder die ambulante Operation wählen würde. Eine andere bei Eltern durchgeführte Studie zeigte, dass 97% der Befragten für ihr Kind – sofern notwendig und möglich – erneut die ambulante Operation wählen würden.

Schließlich folgern die Autoren der Studie ebenfalls, dass die Verlagerung von Patienten mit einem höheren Risiko zu eigenständigen Einheiten für ambulante Operationen weder eine Erhöhung der nachteiligen Folgen für ihre Gesundheit noch die Möglichkeit ihrer Einweisung in ein Krankenhaus erhöht.

Ärztekammer spricht sich für ambulante Operationen aus

Die Ergebnisse der Studie kommentierend sprach Giogos Patoulis, Präsident der Ärztekammer Athen (ISA), sich gegen die horizontalen Kürzungen mit logistischen Kriterien und für die Einsparung von Mitteln mit – immer zu Gunsten des Patienten – wissenschaftlichen Kriterien aus.

Sich spezieller auf die Einführung der ambulanten Behandlung bei opthalmologischen Eingriffen beziehend erklärte er, dass diese vielfache Vorteile habe, weil sie einerseits die Versicherungskassen und den selbigen Patienten wirtschaftlich entlastet, aber gleichzeitig auch das Procedere der opthalmologischen Eingriffe vereinfacht und den zeitlichen Aufenthalt des Patienten im Krankenhaus und die Möglichkeit des Auftretens krankenhausinterner Infektionen minimiert.

Es ist dringend notwendig, dass dies – wie auch in ganz Europa – auf die selbe Weise auch in Griechenland geschieht: nämlich dass der Staat zu den erforderlichen gesetzlichen Regelungen schreitet, welche die ambulanten Operationen in ambulanten Behandlungseinrichtungen mit Vorschriften – wie gewisse Zentren für opthalmologische Eingriffe – gestatten, damit die Vorteile der ambulanten Behandlung bestmöglich genutzt werden„, betonte Herr Patoulis.

(Quelle: in.gr)

  1. 7. Juni 2013, 10:07 | #1

    Solange wirklich sicher gestellt werden kann, dass die Gesundheit der Patienten bei einer ambulanten Behandlung nicht gefährdet wird, klingt das nach einem guten Plan. Nur manchmal ist es eben auch wichtig, zumindest bei kritischen Fällen, jemanden nach einer Operation unter Beobachtung zu haben. Da sollten auch Ausnahmen problemlos möglich sein.
    Leider ist die grichische Verwaltung wohl im Moment gegen jegwede Veränderung.

  2. Petroulla
    7. Juni 2013, 17:34 | #2

    @Ralf
    Weniger die Verwaltung. Die Menschen haben ihre Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem gemacht, und das waren nicht immer die Besten. So bestehen auch jetzt natürlich wieder Bedenken, das diese neuen Pläne ganz und garnicht im Interesse der Patienten, sondern ausschließlich zum Zwecke weiterer Sparmaßnahmen eingeführt werden sollen. Daß im schlimmsten Falle vielleicht sogar frischoperierte Patienten, die sich in akuter Gefahr befinden, oder wo zumindest Komplikationen zu befürchten sind, nach Hause geschickt werden. Und nur gegen die Zahlung von „Fakelaki“ dürfen sie bleiben. Wo in Krankenhäusern die Menschen in Behelfsbetten auf dem Gang liegen (was der Gesundheit sicherlich auch nicht zuträglich ist), obwohl in den Zimmern Betten frei sind. Die kosten dann allerdings. Das habe ich übrigens selbst erlebt. Das Vertrauen in das Wohlwollen und die Rechtschaffenheit sowohl der Krankenhausleitungen als auch der Ärzte ist leider schon etwas erschüttert. Und von der Politik reden wir garnicht erst. Also diese Pläne sind an und für sich schon nicht so verkehrt, aber wer garantiert, daß damit kein Mißbrauch getrieben wird?

  3. Ingrid
    7. Juni 2013, 17:58 | #3

    Dazu sollte man als Kassenpatient zuerst mal einen Termin zu den erforderlichen Untersuchungen bekommen. Z. B. fuer eine Magenspiegelung gibt es fuer 2013 keine Termine, man ist gezwungen in eine privaten Praxis zu gehen und natuerlich dafuer zu bezahlen. Genauso bei einem kleinen Gynaekologischen Eingriff. Das heißt, sofern man das Geld nicht hat ist man gezwungen, mit seinen Beschwerden zu leben und damit seine Gesundheit und sein Leben aufs Spiel zu setzen.

  4. Xenya Xenaki
    12. Juni 2013, 06:53 | #4

    Seitdem es Tourismus und Ausländer in Griechenland gibt wurde auch nicht ein Pfennig von ausländischen Krankenkassen an die griechischen bezahlt.
    Ich persönlich wurde über dreißig Jahre lang umsonst und ohne Einreichen meiner deutschen Krankenkassen-Karte behandelt.Dies galt für alle Touristen und Ausländer, die sich in Griechenland aufhielten.Sie wurden umsonst operiert, genäht und durften sich über längere Zeit im Krankenhaus aufhalten, ohne daß z.B. die deutschen Krankenkassen dafür belangt wurden, da die Griechen keine technischen Möglichkeiten hatten, Abrechnungen durchzuführen. Dies hat nun endlich seit ein paar Monaten ein Ende!
    Somit werden die Griechen nun endlich wesentliche Mehreinnahmen in ihrem Gesundheitssystem haben und vielleicht auch ihr Personal besser bezahlen können. Vielleicht hat dann das Thema Fakelaki dann auch endlich ein Ende. In Deutschland wird kein Tourist umsonst behandelt, dort gibt es nichts umsonst. Jahrzentelange Mißwirtschaft und bestraft werden wie immer die Einheimischen!

Kommentare sind geschlossen