Trauriger Rekord bei HIV-Infektionen in Griechenland

30. Mai 2013 / Aktualisiert: 11. Juli 2013 / Aufrufe: 2.080

Die EU-Drogenbeobachtungsstelle verzeichnet eine beunruhigenden Anstieg synthetischer Drogen, aber auch den traurigen Rekord Griechenlands bei HIV-Neuinfektionen.

Der in Lissabon präsentierte Jahresbericht 2013 der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA) über die „Drogenlandschaft“ in Europa ruft Nachdenklichkeit und Beunruhigung hervor. Wenigstens 73 „neue“ Drogen, die aus frei im Handel erhältlichen Substanzen hergestellt und per Internet als legale Anregungsmittel beworben werden, wurden innerhalb des Jahres 2013 ausfindig gemacht und stellen den neuen Kopfschmerz der Verfolgungsbehörden dar.

Zur selben Stunde hält Griechenland zusammen mit Rumänien weiterhin den traurigen Rekord bei neuen HIV-Infektionen unter den Konsumenten injizierter Drogen, während der Bericht die Alarmglocke bezüglich der unkontrollierten Übertragung der Hepatitis C schlägt, deren Folgen bei der Gesundheit der Konsumenten erst nach etlichen Jahren in Erscheinung treten werden.

Balkan wird zur neuen Zugangspforte für Kokain nach Europa

Cannabis wird weiterhin von 1% der volljährigen Europäer vorgezogen, die ihn alltäglich konsumieren, und zwar – wie der Bericht aufzeigt – mit signifikanten Folgen für ihre psychische Gesundheit. Der Konsum, aber auch das Angebot von Heroin sinkt in den meisten Ländern wegen der Gesundheitsprobleme, die es für die Konsumenten mit sich bringt, aber auch wegen der Programme zu seiner Substitution.

Griechenland wird zusammen mit anderen Balkanländern zum neuen Eingangstor des Kokains nach Europa, da in der Region die Beschlagnahmungen der Substanz in den letzten Jahren zugenommen haben. Interessant erscheint auch das Element der Untersuchung, laut dem synthetische Drogen (wie Metamphetamin) auch in Ländern – darunter auch Griechenland – angetroffen werden, in denen sie traditionell nicht existierten.

Drogenkonsum bleibt in Europa diachronisch auf hohem Niveau

Ermutigend sind die Feststellungen des Berichts über die Prävention konsumbedingter Todesfälle durch die Verabreichung eines Gegenmittels und die korrekte Informierung über die erste Hilfe, die jemand einem in Gefahr schwebenden Drogenkonsumenten erbringen kann. Ebenfalls zuversichtlich stimmt die Tatsache, dass immer mehr Konsumenten in ganz Europa nach Hilfe für einen Entzug suchen. Allerdings tun sie dies in einem schwierigen Moment für die Wirtschaften der meisten Kürzungen planenden und vornehmenden Länder, die – wie die für Drogen zuständigen Organismen der EU einschätzen – in unmittelbarer Zukunft aufgefordert sein werden, auf gesellschaftlichem Niveau, aber auch mittels ihrer Gesundheitssysteme sehr viel mehr zu zahlen.

Mich freut die Tatsache, dass dank der entschlossenen Politiken gegen die Drogen und des ungekannt hohen Niveaus der Entzugstherapien der Konsum von Heroin, Kokain und Cannabis in einigen Ländern zurückzugehen scheint. Mich beunruhigt jedoch der Umstand, dass ein Viertel der europäischen Erwachsenen – 85 Millionen Menschen – illegale Substanzen zu sich genommen hat und der Konsum von Substanzen in Europa diachronisch hoch bleibt. Ebenfalls zu denken gibt mir der Aufputschmittelmarkt, der von einem unbarmherzigen Angebot neuer Substanzen gekennzeichnet ist, die kontinuierlich modifiziert werden. Die Tatsache, dass im letzten Jahr 70 neue Substanzen ausfindig gemacht wurden, beweist, dass die Politiken gegen die Drogen an die sich ändernden Märkte angeglichen werden müssen„, betonte die EU-Kommissarin für Innenpolitik Cecillia Malmström.

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  1. Petroulla
    30. Mai 2013, 20:58 | #1

    Ich hoffe, es hört sich nicht arrogant an, aber ich werde nie begreifen, warum Menschen überhaupt Drogen nehmen. (mal abgesehen von den Fällen, die mit Gewalt dazu gebracht werden) Alle wissen doch um die Gefahren. Und keinem geht es dadurch besser. Im Gegenteil: die Leute verkommen doch regelrecht, bis sie in irgendeiner Bahnhofstoilette elendiglich verrecken (Verzeihung). Aus Not? Wer das Geld hat, sich Drogen zu kaufen, könnte damit doch besser sein Leben in Ordnung bringen. Und wenn ich mich umbringen will, kann ich das auch einfacher (und billiger) haben. Da kann man nur sagen: Um Gottes Willen, werdet wach! Außer den Drogenbaronen und ihren Handlangern bringt dieses Zeug niemandem Nutzen.

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