Premierminister Griechenlands auf Staatsbesuch in China

16. Mai 2013 / Aufrufe: 574

Auf Einladung seines Amtskollegen Li Keqiang trat der Premierminister Griechenlands Antonis Samaras einen fünftägigen Staatsbesuch in China an.

Als Leiter einer vielköpfigen Delegation brach am frühen Mittwochmorgen (15 Mai 2013) der griechische Premierminister Antonis Samaras zu einem offiziellen Staatsbesuch in China auf, der auf die weitere Stärkung der bilateralen politischen Beziehungen, aber auch die Anziehung chinesischen Kapitals und die Förderung der unternehmerischen und Handelsbeziehungen abzielt.

Bezeichnend für die Bedeutsamkeit der Reise ist das von griechischen Unternehmen bekundete große Interesse, sich der offiziellen Delegation anzuschließen. Mehr als 200 Unternehmer vieler Sektoren der Wirtschaftsaktivität bewarben sich für ungefähr 60 Plätze.

Handel, Tourismus und Seefahrt

Es wird erwartet, das während der Dauer des Besuchs zwischenstaatliche und unternehmerische Vereinbarungen unterzeichnet werden, mit Mittelpunkt die weitere Nutzung des Hafens von Piräus als Basisportal für den Zugang der chinesischen Produkte nach Europa. Parallel scheint die chinesische Seite Interesse an den peripheren Häfen und Flughäfen in Griechenland und dem Import griechischer Produkte wie Olivenöl, Wein, Pelzwaren und Marmor bekundet zu haben.

Ein spezieller Sektor ist der Tourismus Für die Chinesen ist Griechenland das erste Ziel in Europa, und es wird geschätzt, dass die Anzahl der Touristen ansteigen kann, zumal wegen des wirtschaftlichen Wachstums auch der Mittelstand des Landes anwächst.

Ein anderer weiter ausbaufähiger Sektor ist jener der Seefahrt. Die griechischen Reeder haben in den letzten Jahren Millionen Dollar in die chinesische Wirtschaft investiert, indem sie bei den dortigen Reedereien ihre Schiffe bestellten, während ein signifikanter Teil der Verbringung der chinesischen Produkte mit Schiffen in griechischem Eigentum erfolgt.

Das Programm des Premiers Antonis Samaras

Antonis Samaras ist nach dem französischen Präsidenten Francois Hollande der zweite Führer eines westlichen Landes, der sich mit dem Präsidenten Xi Jinping und dem Premier Li Keqiang der Volksrepublik Chinas treffen wird. In Einzelheiten stellt das Programm seines Besuchs sich folgendermaßen dar:

  • Am Donnerstag, dem 16 Mai 2013, wird der Premierminister sich in Peking befinden, wo er unter anderem vor der chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften sprechen, sich mit dem Premierminister der Volksrepublik Chinas Li Keqiang treffen und an einem zu seinen Ehren gegebenen Dinner beiwohnen wird.
  • Am Freitag (17 Mai 2013) wird der Premierminister vor dem Griechisch-chinesischen Business Forum sprechen, sich mit dem Präsidenten des chinesischen Volkskongresses Zhang Dejiang treffen und von dem Präsidenten der Volksrepublik Chinas Xi Jinping empfangen werden.
  • Am Samstag (18 Mai 2013) wird der Premierminister sich in Changzhou befinden, wo er sich unter anderem mit dem Bezirksgouverneur treffen und vor dem World Cultural Forum sprechen wird, und danach wird er sich nach Shanghai begeben, wo er sich mit dem Bürgermeister der Stadt treffen und vor einem Business Forum sprechen wird.

Während der Dauer seiner Reise wird der Premierminister eine große Anzahl persönlicher Treffen mit staatlichen Funktionären und Leitern chinesischer Unternehmenskonzerne haben.

Am 19 Mai 2013 wird Antonis Samaras schließlich zu einem Arbeitstreffen in Baku nach Azerbaijan aufbrechen, wo er der politischen Führung des Landes begegnen wird. Am späten Sonntagabend wird er dann die Rückreise nach Athen antreten.

Von Seite der Regierung werden den Premierminister die Minister Dimitris Avramopoulos (Außenminister), Kostis Chatzidakis (Entwicklungsminister), Kostis Mousouroulis (Seefahrtsminister) und Olga Kefalogianni (Ministerin für Tourismus), die Staatssekretäre Notis Mitarakis (Entwicklungsministerium) und Dimitris Kourkoulas (Außenministerium) sowie auch der Abgeordnete ohne Wahlkreis Christos Lazaridis, der diplomatische Berater Stavros Papastavrou und der Leiter der Pressestelle Giorgos Mouroutis begleiten.

(Quelle: in.gr)

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  1. Götterbote
    16. Mai 2013, 16:15 | #1

    Einen besonderen Makel hat die Meldung: das Interesse an Pelzwaren verheißt nichts gutes für Griechenland.

  2. 241
    17. Mai 2013, 09:49 | #2

    wenn ich nachrichten im griechischen fernsehen sehe wird mir schlecht, der samara in china will verkaufen und keine investoren. der halbe hafen in athen ist schon weg, anstatt ihn selber gewinnbringend zu bewirtschaften verkaufen wir lieber. und genauso wollen die nun auch den flughafen in athen verscherbeln.
    und ploetzlich wird griechenland wieder hochgestuft von den amerikanern. mit welchen kriterien?

  3. Petroulla
    17. Mai 2013, 21:18 | #3

    Für den Moment ist verkaufen eben günstiger für die Führungsriege. Und auf lange Sicht plant man nunmal nicht. Das sollen doch dann die nächsten auslöffeln. Und ratet mal, wo ein großer Teil der eingenommenen Gelder hinfließen wird?

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