Niveau der Immobilien-Besteuerung in Griechenland ist nicht tragfähig

11. Mai 2013 / Aktualisiert: 30. September 2017 / Aufrufe: 3.706

Laut einer Studie der Alpha Bank hat die Besteuerung der Immobilien in Griechenland ein Niveau erreicht, das nicht überlebensfähig und für die gesamte Wirtschaft schädlich ist.

Die Direktion für Wirtschaftsstudien der Alpha Bank sagt in einer einschlägigen Studie „Nein“ zur Nutzung der Immobilienbesteuerung als Mittel zur Umverteilung der Einkommen in der Gesellschaft und charakterisiert sie sogar als „ineffizient, unerwünscht, nicht realisierbar„.

Wie betont wird, „stagniert die Aktivität auf dem Immobilienmarkt nach einem nie dagewesenen Rückgang in der Periode 2008 – 2012 heute auf einem unverhältnismäßig niedrigen Niveau, geht weiterhin zurück und reißt dabei wichtige Zweige der Wirtschaft mit sich.

Überbesteuerung der Immobilien trifft die ehrlichen Steuerzahler

Ebenfalls ging trotz des signifikanten Rückgangs der Immobilienpreise die Anzahl der Verträge über Immobilientransaktionen 2012 im Verhältnis zu 2005 um 83,3% zurück, während die Neubelebung des Immobilienmarkts von dem Durcheinander verhindert wird, das bei der Besteuerung des Immobilienvermögens herrscht. Die verschiedenen neuen Steuermaßnahmen werden beschlossen, ohne dass die Möglichkeit zu ihrer Durchsetzung gewährleistet und ihre Relation zu den schon seit früher bestehenden Maßnahmen untersucht wird, welche die Immobilien bereits für den selben Zweck belasten und so zu einer Überbesteuerung speziell jener Steuerzahler führen, die ihren steuerlichen Verpflichtungen konsequent nachkommen (oder es zumindest versuchen).

Die effiziente Besteuerung des tatsächlichen Wertes und Wertzuwachses der Immobilien ist in dem Maß gerecht und notwendig, in dem dieser Wert auf von dem Staat erbrachten Infrastrukturen und Leistungen beruht. Wenn jedoch die Steuerbelastung der Immobilien unkontrolliert auf nicht überlebensfähige Niveaus aufgebläht wird, wie es 2013 geschieht, wird der Besitz von Immobilien für deren Eigentümer fortan zu einem Verlustgeschäft, und zwar ohne dass ein Markt für die Verflüssigung eines Teils dieser Immobilien existiert.

Ohne die Neubelebung der Transaktionen auf dem Immobilienmarkt wiederum ist die effiziente Durchsetzung einer wie auch immer gearteten Besteuerung der Immobilien und sogar auch der selbigen Einkommensbesteuerung unmöglich. Die geplante „Einheitliche Immobilien-Vermögenssteuer“ darf deshalb nicht als Mittel zur Einkommensumverteilung benutzt werden, sondern hat eine auf Leistung und Gegenleistung basierende Steuer auf eine konkrete Immobilie zu sein.

Die angezeigte Besteuerung der Immobilien auf Basis der internationalen Erfahrung ist eine Steuer wie die Steuer, die mittels der DEI (EETIDE = Sonderabgabe auf elektrifizierte Flächen) erhoben wird, mit einem sich für die Mehrheit der Immobilien auf ungefähr 0,5% gestaltenden Steuersatz (gegenüber 0,3% – 0,4% der EETIDE), damit es möglich ist, steuerliche Entlastungen für die kleinen Immobilien in Gebieten mit niedrigem Sachwert zu gewähren und der Fiskus in der Lage ist, die jährlich rund 3 Mrd. € aus der Immobilienbesteuerung einzunehmen.

1% – 2% erreichende Steuersätze auf das Immobilienvermögen (anstatt auf jede Immobilie separat) sind dagegen ineffizient, unerwünscht und meistens nicht machbar. Ebenso sind solche Steuersätze nicht nur für den Immobilienmarkt, sondern auch für die Wirtschaft in ihrer Gesamtheit katastrophal.

(Quelle: Imerisia.gr)

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  1. BravoZulu
    11. Mai 2013, 01:12 | #1

    Die griechische Bevölkerung muss sich gegen diese finanzielle Enteignung wehren und alle Politiker und die Verwaltung aus den Ämten jagen. Aber Vorsicht, die Regierung hat für ihren Schutz bereits amerikanische Sölder angeheuert.
    Armes Griechenland – ein Land ohne Rechte für seine Bevölkerung.

  2. xenya
    8. Juli 2013, 11:13 | #2

    Mittlerweilen gibt es Mieter, die besser leben als ihre Vermieter!!
    Grundsteuer ist Bestandteil der Betriebskosten in Deutschland, warum nicht auch in Griechenland, wenn wir doch der EU angehören?

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