Die Mafia-Inseln in Griechenland

20. Februar 2013 / Aktualisiert: 27. April 2013 / Aufrufe: 4.473

Eidbrüchige Polizisten, korrupte Beamten und gemeine Kriminelle scheinen auf mondänen Inseln in Griechenland nach wie vor eine merkwürdige Immunität zu genießen.

Gesetze des Schweigens regeln die Beziehungen eidbrüchiger Polizisten zu korrupten Beamten der Bauämter, Bauunternehmern und Leitern lokaler öffentlicher Behörden, wobei Mykonos und Korfu das Zepter der Korruption inne haben.

Hochrangige Polizeibeamte, die eine merkwürdige Immunität genießen, erpressen und werden von Bürgern geschmiert, damit sie zu ihren Lasten keine Vergehen feststellen, speziell in Bezug auf Bauprojekte. Die Aktivität der kriminellen Gruppen auf den mondänen Inseln stellt ein offenes Geheimnis dar.

„Verschwundene“ Beschwerden, „verlorengegangene“ Anzeigen und vergrabene Prozessakten bilden die Szenerie der Deckung, welche die Korrupten von bedeutenden Funktionären der Kontrollbehörden genießen.

Wir wollen Ruhe vor der Erpressung haben

Zougla.gr erhielt per E-Mail eine Mitteilung verzweifelter Bürger – Opfer der eidbrüchigen Beamten, mit der sie ein auf Mykonos agierendes „Zwillingspaar“ von Erpressern melden (von denen einer Rentner der griechischen Polizei / EL.AS. ist).

Zu unserem großen Bedauern sehen wir, wie zugelassen wird, dass auf dem Polizeirevier Mykonos in Dienst stehende Personen uns erpressen und wegen Bauarbeiten Geld von uns verlangen. Wir möchten, dass sie wissen, dass dies aus deren eigener Initiative geschieht und sie sich uns entweder von allein – wenn sie den persönlichen Kontakt haben – oder mittels der Bauunternehmer nähern und auf diese Weise Geld von uns verlangen, damit wir unsere Bauarbeiten fortsetzen, und drohen, dem Bauamt Meldung zu erstatten.

Wir sind Bürger, die legal eine Baugenehmigung erwerben und den griechischen Fiskus bezahlen, und niemand von uns hat Geld über um die Bande der Polizisten zu bezahlen„, führen sie bedeutungsvoll an. Die meisten behalten in der Furcht vor neuen Erpressungen sogar ihre Anonymität bei und beugen sich den Wünschen der Eidbrüchigen.

Obwohl bisher auf den Kykladen und hauptsächlich auf den Inseln Mykonos, Paros, Tinos und natürlich Syros, wo sich der Sitz der Staatsanwaltschaft und des Bauamts befindet, eine Säuberungsaktion begonnen hat, geht es den Korrupten blendend. Drogen, Bordelle für dicke Portmonees, illegale Villen direkt am Meer, Provisionen aus Nachtclubs, Erpressungen – alles mit der Duldung der Behörden.

Über die Mafia von Korfu wussten sie seit 2011 Bescheid

Dimensionen einer Flutwelle nehmen die Enthüllungen rund um die Aktivität des Zinswucherkreises an, der über mehr als zehn Jahre Korfu verseuchte. Aus Zeugenaussagen, aber auch zougla.gr vorliegenden geheimen Dokumenten geht hervor, dass die Aktivität der kriminellen Organisation auf der ionischen Insel bekannt war.

Die von dem Kreis befolgten Taktiken waren jedoch dermaßen unverhüllt und provokant, dass sie sogar in dem Hauptquartier der griechischen Polizei bediensteten Offizieren zu Ohren kamen, und etwa so begann sich das Knäuel der Sache abzuwickeln.

Der geheime Bericht des Hauptquartiers der ELAS

Ein zougla.gr vorliegendes Schreiben – Dokument des Hauptquartiers der EL.AS. enthüllt, dass die Funktionäre des Polizeihauptquartiers an der Katechaki-Straße in Athen ihre Kollegen in Korfu in Zusammenhang mit den kriminellen Zinswucherern spätestens seit November 2011 informiert hatten!

Die Offiziere des Hauptquartiers wussten zumindest seit November 2011, was ihren Kollegen auf der ionischen Insel unbekannt war (?), obwohl die Meldungen der lokalen Presse über die kriminelle Gruppe fast alltäglich waren. Konkret wurde das Schreiben am 14 November 2011 nach Korfu geschickt, hat als Betreff „Informationen“ und führt die Kennzeichnung „GEHEIM“. Mit diesem Schreiben informieren die Funktionäre der Dienststelle Katechaki ihre Kollegen auf der Insel, dass Informationen zu Folge der angebliche Anführer des Kreises namens Th. A. große Geldbeträge besitzt und in Umlauf bringt, die aus illegalen Handlungen – hauptsächlich Zinswucher und Drogenhandel – herrühren.

Wie sogar angeführt wird, „ergab sich nach einer bezüglich der in Rede stehenden Person durchgeführten Ermittlung, dass der A. TH. als Eigentümer eines Unternehmens für Lebensmittelgeschäftsartikel auftritt, während er seit dem Jahr 2003 keine Steuererklärung eingereicht hat, und wie hervorgeht, hängen gegen ihn bei den Finanzämtern Arta, Amfilochia und Korfu Verbindlichkeiten in Höhe von 923.000 Euro an. Er ist in der Vergangenheit wegen Körperverletzung und Beschimpfung verurteilt worden, während festgestellt wurde, dass er seit dem Jahr 2003 bis heute unter Berufung auf die Änderung seines Wohnortes sechsmal seinen polizeilichen Personalausweis gewechselt hat.

Im weiteren Verlauf erklären die Offiziere, Informationen zufolge führe die Person ein luxuriöses Leben und bewege in der Region Korfu – wo er auch wohnt – große Geldbeträge, ohne dass dies aus seiner sichtbaren gewerblichen Aktivität gerechtfertigt werde, und ist von den lokalen Behörden nicht überprüft worden. Letzteres ist ein Punkt von signifikanter Bedeutung, da – wie aus den Aussagen hervorgeht, die in der Prozessakte enthalten sind – die lokalen Behörden „den Schlaf des Gerechten schlafend“ niemals zu einer Kontrolle geschritten waren, obwohl von Zeit zu Zeit und jedenfalls vor 2011 von Bürgern der Insel Beschwerden und Anzeigen in Zusammenhang mit der Bande erstattet worden waren.

Der Polizeibeamte mit dem luxuriösen Fahrzeugpark

Die Behörden „schlafen“ sogar so tief, dass nicht einmal die Tatsache ihre Aufmerksamkeit erregte, dass ein pensionierter Polizeibeamter – der laut der Polizeizentrale Katechaki Kontakte zu dem angeblichen Anführer des Kreises zu pflegen scheint – acht (!) Fahrzeuge in seinem Besitz hatte, von denen fünf besonders luxuriös sind.

Konkret besaß er einen AUDI Q7, einen BMW der 3er-Serie, einen BMW der 5er-Serie, einen AUDI A4, einen AUDI A6, einen AUDI TT und zwei Krafträder.

(Quelle: Zougla.gr)

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