Ärzte in Griechenland verloren bis zu 64 Prozent ihrer Bezüge

16. Februar 2013 / Aktualisiert: 28. September 2017 / Aufrufe: 1.894

Im Rahmen der drastischen Kürzungen auf dem Gesundheitssektor in Griechenland haben die Ärzte in zwei Jahren bis zu 64 Prozent ihrer Bezüge verloren.

Die Krankenhausärzte des öffentlichen Gesundheitssystem (ESY) in Griechenland haben in den beiden letzten Jahren bei ihren Gesamtbezügen einen „Schnitt“ von 26% bis zu 64% erlitten. Ein Beleg ist, dass sich „am Ende der Fahnenstange“ Gehälter in Höhe von jährlich 36.825 Euro (brutto) befinden, während das niedrigste Ärztegehalt inzwischen nur noch gerade einmal jährlich 16.275 Euro (brutto) erreicht.

Laut einer Studie des Verbands der Krankenhausärzte von Athen – Piräus (EINAP) ist heute das Jahreseinkommen aus Gehältern für die Ärzte des ESY im Vergleich zu 2010 analog zum Rang von 26% bis 34,2% gesunken, während die Bruttovergütungen des aktiven Bereitschaftsdienstes sogar von 40% bis zu 64% gesenkt worden sind.

Assistenzarzt verdient unter 1.400 Euro brutto

Detaillierter betrug 2010 das jährliche Bruttogehalt des Chefarztes im ESY 55.997 Euro, während es heute gerade einmal 36.825 Euro erreicht, und das Bruttogehalt des Abteilungsleiters im ESY betrug 2010 jährlich 54.305 Euro, während es heute nur noch 34.152 Euro erreicht. Entsprechend betrug 2010 das jährliche Bruttogehalt des Oberarztes A‘ 42.660 Euro und erreicht heute gerade noch 29.376 Euro, des Oberarztes B‘ 32.372 Euro und heute nur noch 23.004 Euro und des Assistenzarztes 22.008 Euro und heute nur noch gerade einmal 16.275 Euro.

„Gekappt“ sind auch die zusätzlichen Vergütungen für Bereitschaftsdienste. Spezieller belief sich 2010 Bruttovergütung des durchschnittlichen Bereitschaftsdienstes für den Chefarzt der Zone A‘ auf 903 Euro, während sie heute nur noch 320 beträgt, für den Chefarzt der Zonen B‘ und C‘ betrug sie 251 Euro und erreicht heute gerade einmal noch 108 Euro. Für den Abteilungsleiter belief sie sich 2010 auf 251 Euro und erreicht heute nur noch 108 Euro, für den Oberarzt A‘ sank sie von 198 Euro 2010 auf heute nur noch 104 Euro, für den Oberarzt B‘ von 169 Euro 2010 auf heute nur noch 93 Euro und für den Assistenzarzt von 125 Euro 2010 auf heute gerade einmal 75 Euro!

Es sei angemerkt, dass die EINAP Studie über die Gehaltsordnung und die Versicherungsthemen der Ärzte des öffentlichen Gesundheitssystems am Montag (11 Februar 2013) in einem Athener Hotel präsentierte.

Gehälter der Ärzte im griechischen Gesundheitssystem im Überblick

  • Chefarzt im ESY: 2010 erhielt er 55.997 Euro im Jahr. Heute erhält er 36.825 Euro.
  • Abteilungsleiter im ESY: 2010 jährliche Bezüge von 54.305 Euro, heute 34.152 Euro.
  • Oberarzt A‘: 2010 jährliche Bezüge von 42.660 Euro, heute 29.376 Euro.
  • Oberarzt B‘: 2010 jährliche Bezüge von 32.372 Euro, heute 23.004 Euro.
  • Assistenzarzt: Von 22.008 Euro 2010 erhält er jetzt 16.275 Euro.

(Quelle: Imerisia)

  1. Ingrid
    16. Februar 2013, 16:39 | #1

    Aerzte in der Krise. Vor der Krise haben sie sehr gut verdient, trotzdem praktizierten viele Aerzte privat – meist ohne Rechnung. Ein 2008 verstorbener Freund war Herzkrank. Um viele Jahre vorher operiert zu werden, musste seine Frau 30.000 DM an den Arzt zahlen. Die Jahre danach musste oft ein Arzt ins Haus kommen – sehr oft. Eine Rechnung gab es nie.
    Wie passt das zusammen?
    Ein Kinderarzt der im ISY angestellt ist, behandelte seine Patienten danach in seiner Privatpraxis. Dem, der es sich nicht leisten konnte, wurde gesagt, dass im Notfall kein Hausbesuch moeglich waere.
    Uebrigens, ein normaler Arbeiter bekommt nun gerade mal 400 – 550 Euro!

  2. Griechenlandfanin
    16. Februar 2013, 19:42 | #2

    @Ingrid
    Ein normaler Arbeiter hat aber auch nicht so viele Jahre studiert und traegt so viel Verantwortung wie ein Arzt.

  3. Ingrid
    16. Februar 2013, 21:34 | #3

    @Griechenlandfanin
    Deshalb duerfen Aerzte gerne mehr als das Doppelte verdienen. Sagt ja keiner was.
    Nur ist es wenig verstaendlich, wenn diese Aerzte ihren Hippokratischen Eid missbrauchen, um kranke Menschen zu erpressen.

  4. GR-Block
    16. Februar 2013, 23:05 | #4

    Nach 42 Dienstjahren kurz vor der Rente 1500 € Netto für den Chefarzt einer und Professor an der Universität unserer Co-Hauptstadt. Wie schlecht muss ein Mensch gewesen sein, um so etwas erleiden zu müssen? Sein Sohn, gerade Facharzt geworden, schaut sich schon mal in der Welt um.
    Leider verdienen unsere Eliten (denen wir unser Leben anvertrauen) inzwischen weniger als ein cleverer Gyrosverkäufer.

  5. p.k.
    17. Februar 2013, 12:25 | #5

    klar aber der normale Artz verangt sein normales Geld vom normalen Arbeiter der etwa 400-600 Euro monatlich verdient und es ist dem normalen Artzt egal wie der normale Arbeiter es besorgt. Denn bekommt der Artzt nicht sein Geld giebt es keine behandlung egal mit welchen Konsequenzen für den Patienten. Ein hoch auf Hippokrates.
    Besorgt der Patient das Geld für die Behandlung so werden ihm gleich noch ein par zusätzliche unötig nötige Extrabehandlungen verkauft. Ziemlich geschäftstüchtig unsere Ärtzte wenn es ums Geld normaler Arbeiter geht. Nicht zu vergessen alles Steuerfrei. In Griechenland vedienen Ärtzte zwieschen 30.000 und 100.000 wohl bemerkt monatlich an der Steuer vorbei. Da lohnt es sich doch etwas länger zu Studieren übriegens Anwälte kommen gleich danach.

  6. Andreas Teschner
    17. Februar 2013, 21:58 | #6

    Ja, ich habe auch so einen entrechteten Facharzt persönlich kennen gelernt. In der Tauchschule eines Freundes. Etwa eine Stunde hat er mir sein fürchterliches Leid geklagt, und aus lauter Frust hat er sich danach eine komplette Ausrüstung gekauft, im Wert von 2000 Euro.
    Die zweite Geschichte war sogar noch tragischer. Eine tauchende Anästesieassistentin ist letzen Sommer nach London ausgewandert, aber in dem Krankenhaus in dem sie angefangen hatte, gab es nur Fachkräfte aus Indien und Pakistan. Die zwei Bosse, ein Spanier und ein Holländer. Als dann noch eine Ausländische Putzkraft die Frechheit besaß, eine interne Beschwerde gegen Sie wegen mangelnder Höflichkeit zu lancieren, hat es Ihr endgültig gereicht und sie ist reumütig zurückgekehrt.

  7. Gast
    23. Februar 2013, 13:45 | #7

    @Griechenlandfanin
    Ein normaler Arbeiter bekommt auch nicht aus „Dankbarkeit“ von seinen Patienten fuer 15 Minuten Arbeit 20 Euro „geschenkt“, damit diese beim naechsten Termin nicht 3 Std. warten muessen, waehrend er in der Cafeteria sitzt…

  8. LiFe
    23. Februar 2013, 15:09 | #8

    Der Hippokratische Eid ist mehrmals revidiert worden. Faktisch existiert er nicht mehr.
    Hier ein Auszug von Lessing: ….Lieber Tod ich möcht auf Erden gern ein Mediziner werden, laß mich ich verspreche dir meine Kranken halb dafür.

  9. Evangelia Chalkida
    23. Februar 2013, 15:48 | #9

    Es sind nicht nur die Ärzte die hier ohne Rechnungen arbeiten.Ich habe ein Grundstück von meine Eltern geerbt bekommen ,was noch nicht im Grundbuch eingetragen war.Habe auf empfelungen einen Rechtsanwalt beauftragt der bereit war das zu tun.2300.-€hat er von mir verlangt ,es hat drei Jahre gedauert bis er fertig wurde,und nur weil ich mich an die Rechtsanwltkammer beschwert habe (sie waren alle sehr nett ).Ich habe noch keine Quitung gesehen,also habe ich ihn angezeigt an das zuständige Finanzamt und an die zuständige Staatsanwaltschaft ,mal sehen was passiert.Jezt fragt man sich, wieso ich so lange wartete ,weil ich gehofft habe und weil ich sicher war dass andere nicht besser sind.

  10. Markos
    27. März 2013, 20:24 | #10

    Die alten Ärtzte die vor der Krise tätig waren, so sei es die des öffentlichen sektors oder des privatem, die tun mir gar nicht Leid denn die haben (zwar nicht alle natürlich jedoch ein großer Teil) ihre Patienten ziehmlich ausgebeutet, betrogen und teilweise ausgenutzt, ausserdem haben sie immer nur sehr wenige steuern bezahlt.
    Die Ärtze die mir aber schon etwas Leid tun sind diejenigen die ab der Krise und danach vom Staat eingestellt werden oder privat eine Praxis aufmachen denn die werden für das was sie tun wirklich schlecht bezahlt, zwar besser als viele andere Arbeiter und Staatsbeamte doch nicht das was sie wirklich verdienen. Die neue Generation von Ärtzten verlangt eher wenig Schmiergeld und nutzen ihre Patienten auch viel weniger aus, sind sich der Lage bewusst und wollen den Menschen helfen, im Gegensatz zu ihren Vorgängern die genau das Gegenteil gemacht haben und für den schlechten Ruf des Berufs schuldig sind.

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