4 von 10 Ärzten in Griechenland sind arbeitslos

8. Februar 2013 / Aktualisiert: 31. März 2018 / Aufrufe: 797

Fast vier von zehn Ärzten in Griechenland sind arbeitslos oder unterbeschäftigt.

37,5% der Ärzte in Griechenland sind arbeitslos oder unterbeschäftigt, wobei die Jünger des Hippokrates im Großraum Attika den Löwenanteil bei den … Arbeitslosenausweisen oder der Unterbeschäftigung inne haben.

Die Daten der Ärztekammer Athen (ISA) über die jungen Ärzte in Athen sind bezeichnend: innerhalb der letzten fünf Jahre hat sich die Anzahl der arbeitslosen Athener Fachärzte verdoppelt. 2007 waren im Register der ISA 592 Ärzte verzeichnet, welche ihre Fachqualifikation erworben hatten, während 2012 die Fachärzte 1.191 erreichten. Parallel verfünffachte sich der Anteil des in das Ausland abgewanderten höchst qualifizierten Ärztepotentials: 2007 waren 292 Fachärzte „ausgewandert“, während 2012 ihre Anzahl 1.166 erreichte.

Bei der Präsentation der Daten führte der Präsident der ISA, Herr Giorgos Patoulis,  an: „Nach so vielen Jahren treibt unser Staat im Land des Hippokrates sein am höchsten qualifiziertes wissenschaftliches Menschenpotential in die Auswanderung. Ein ungeheures Verbrechen, die Verantwortlichen tragen schwerste Verantwortung und schulden Rechenschaft abzulegen. Mit einer Gesundheits-Charta, die noch in den Kinderschuhen steckt, mit Inseln, Gesundheitszentren, Krankenhäusern im betrieblichen Zusammenbruch und ohne Ärzte, mit einem Potenzial tausender junger Ärzte im Nirgendwo, mit einer niemanden interessierenden Gesundheitsvorsorge wird buchstäblich alles eingeebnet, was von dem Gesundheitssystem übrig geblieben ist.

Im Rahmen der Unterstützung der jungen Ärzte beabsichtigt die Ärztekammer Athen, ein Arbeitsvermittlungsbüro zu schaffen, wo die Stellenangebote verzeichnet und die interessierten Ärzte der ISA Informationen erhalten werden. Ebenfalls wird die Möglichkeit der Kooperation zwischen Ärzten zur Schaffung von Multi-Praxen erneut untersucht werden.

(Quelle: ProtoThema.gr)

Relevanter Beitrag:

  1. GR-Block
    8. Februar 2013, 12:57 | #1

    Kein Problem, das ist nur vorübergehend. Die EU (oder besser DEU) hat alles im Griff. Um die Arbeitslosigkeit aufzufangen, hat D ein gewaltiges Abwerbeprogramm für Ärzte und Pflegepersonal aber auch Wissenschaftler gestartet. Es beteiligen sich staatliche Einrichtungen, die dafür zusätzliche Stellen zur Verfügung gestellt bekommen.
    Das wird in Zukunft helfen, das Bildungsungleichgewicht in der EU auszugleichen. Für das Waschen von Hotelhandtüchern braucht GR seine „zu vielen“ Akademiker nicht. Diese werden stattdessen in den „gesunden“ Volkswirtschaften gebraucht, wo man sich die Ausbildung schon seit Jahrzehnten „gut einteilt“. Schließlich ist es günstiger Studenten und Akademiker aus dem Ausland mit billigen Stipendien zu versorgen, als sie selbst heranzuziehen.

  2. Willi F. Gerbode
    9. Februar 2013, 11:37 | #2

    @GR-Block „Schließlich ist es günstiger Studenten und Akademiker aus dem Ausland mit billigen Stipendien zu versorgen, als sie selbst heranzuziehen.“

    – Zahlreiche in D ausgebildeten Ärzte wandern in die skandinavischen Länder bzw. nach England aus, weil Sie dort ein höheres Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen finden. Wohlgemerkt: Es handelt sich um in D ausgebildete Deutsche.
    – Das erst ermöglicht es, Medizinern aus GR sich um einen Job in D zu bewerben.
    – GR braucht in der Tat keine gr. Akademiker zum „Waschen von Hotelhandtüchern“. Die Hoteliers bedienen sich lieber und gern bei den spottbilligen Arbeitsmigranten aus Russland, der Ukraine, Rumänien, Bulgarien u.a. Wenn es denn besonders billig sein soll, kann man sich noch an die Illegalen aus Nordafrika und Bangladesh halten. Zahlreiche – sehr konkrete und detaillierte Beispiele – finden sich dazu in meinem letzten Buch „Der freie Fall des Ikaros“.
    – Solange man wirtschaftliche und soziale Probleme allein aus der ideologischen Brille heraus betrachtet, übersieht man leicht die Feinheiten in der Realität.
    – Wenn D den zahlreichen Jobsuchenden aus SP, P und GR keinen Arbeitsplatz bieten würden, käme reflexartig die Reaktion: Die Deutschen wollen nichts mit Ausländern zu tun haben.

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