3 von 10 Kindern in Griechenland an der Armutsgrenze

18. Februar 2013 / Aktualisiert: 23. Mai 2013 / Aufrufe: 1.122

Laut der Caritas leben in Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien rund 30 Prozent der Kinder an der Grenze zu Armut und sozialer Ausgrenzung.

Die Kinder der Krise laufen in Gefahr, sich zur „verlorenen Generation“ Europas zu entwickeln, da sie wegen der Arbeitslosigkeit und der auf dem Kontinent umgesetzten harten Austeritäts-Maßnahmen Verhältnissen der Armut begegnen werden.

Die internationale humanitäre Organisation Caritas gab am Donnerstag (14 Februar 2013) bekannt, dass in Griechenland, Irland, Portugal, Italien und Spanien ungefähr drei von zehn Kindern unter die Grenzen der Armut gefallen sind oder sich nahe daran befinden.

In Griechenland ist die Jugendarbeitslosigkeit auf über 60% gestiegen. In Spanien wiederum liegt sie bei über 50%, während sie in Portugal 40% überstiegen hat.

Armut und Arbeitslosigkeit gefährden den Aufschwung

Laut dem Think Tank Bruegel beschränkt sich das Problem nicht nur auf die überschuldeten Länder der Peripherie der Eurozone, sondern könnte den Aufschwung zum Stillstand bringen, der langsam in Europa begonnen hat. In den Ländern der Eurozone, in denen Memoranden umgesetzt werden, sowie auch in Italien entsteht eine große Klasse unterernährter junger Menschen mit niedriger Bildung, gesunkenem Selbstvertrauen und geringen Aussichten auf Arbeit, führte die Caritas an.

Dies könnte nicht nur eine, aber viele verlorene Generationen in Europa schaffen„, erklärte die Organisation in Berufung auf Daten der EU, während in Athen noch nach den Folgen des Fehlers des IWF geforscht wird.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist ein europäisches Problem

Qualifizierte junge Leute wandern auf der Suche nach Arbeit bereits massenweise ins Ausland aus, speziell nach Deutschland. Die Anzahl der Griechen und Spanier, die in Deutschland Arbeit suchen, hat sich im ersten Halbjahr 2012 fast verdoppelt.

Der Bruegel-Wirtschaftswissenschaftler Zsolt Darvas äußerte, der kontinuierliche Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den jungen Leuten habe nicht nur ihr Selbstvertrauen in einer der signifikantesten Phase ihres Lebens zunichte gemacht, sondern droht auch die wirtschaftliche Krise in einem Moment neu anzufachen, in dem sich Anzeichen eines Aufschwungs zeigen, und erklärte: „Es ist nicht nur ein Problem der konkreten Länder (der Peripherie). Es ist ein europäisches Problem.

In 13 der 27 Länder der Europäischen Union übersteigt die Jugendarbeitslosigkeit 25%, wobei Griechenland mit einer Arbeitslosenquote in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen von über 60% den traurigen Rekord in der EU inne hat.

Galoppierende Kinderarmut wegen Austerität

Griechenland, Irland und Portugal sind in Programme zur wirtschaftlichen Rettung gekommen, mit drastischen Kürzungen und der Erhebung neuer Steuern als Gegenleistung. Spanien wiederum hat die Rettung seiner Banken erzielt. In allen vier Ländern sowie in Italien begann die Anzahl der Kinder, die sich nahe der Armutsgrenzen befinden, in dem selben Moment zu steigen, in dem 2008 die Krise begann.

Laut der Caritas trifft die Armut immer mehr Kinder wegen Kürzungen bei Sozialleistungen, der Erhöhung der MwSt. und der Energiekosten. „Es hat sich inzwischen etabliert, dass die Kinder mehr als jede andere Gruppe der Bevölkerung in Gefahr laufen, von der Armut getroffen zu werden„, führte Deirdre de Burca der Caritas an.

Daten der Kommission zeigen, dass sich 2011 mehr als 30% der Minderjährigen in Spanien und Griechenland nahe der Grenze zur Armut oder sozialen Ausgrenzung befanden. Im Vergleich zu 2005 ist dieser Anteil um vier Prozentpunkte höher. 2010 befanden sich in Irland 37,6% der Kinder sehr nah an der Grenze zur Armut oder sozialen Ausgrenzung. Der entsprechende Anteil in Italien war 28,9%. Für 2011 sind keine Daten verfügbar.

Kinder gelten als nahe an der Grenze zur Armut oder sozialen Ausgrenzung befindlich, wenn ihre Familie ein verfügbares Einkommen hat, das höchstens 60% des Durchschnitts entspricht, wenn ihre Eltern arbeitslos sind oder wenn sie selbst elementarer Güter wie proteinreicher Nahrung, Heizung und Kleidung entbehren.

Caritas erklärt, die selbigen Regierungen müssen die langfristigen Auswirkungen dieser Tendenzen auf die Kinder bedenken. Die Untersuchungen zeigen, dass die aus armen Familien stammenden Kinder höhere Wahrscheinlichkeiten haben, eine niedrige Leistung auf der Schule zu verzeichnen und es schwer haben werden, Arbeit zu finden. „Vor ihnen breitet sich die Gefahr der Arbeitslosigkeit aus„, sagte Deirde de Burca.

(Quelle: in.gr)

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