Opfer rassistischer Gewalt in Griechenland werden abgeschoben

28. Januar 2013 / Aktualisiert: 20. November 2013 / Aufrufe: 2.623

Rassistischer Gewalt zum Opfer gefallene illegale Immigranten in Griechenland werden im Fall einer Anzeige kurzerhand abgeschoben.

Nach einem jüngst verübten rassistischen Verbrechen (sprich der Ermordung eines  jungen Pakistaners im Athener Stadtteil Petralona auf offener Straße) beschloss die griechische Polizei (ELAS) „Hals über Kopf“, spezielle Abteilungen und Bürostellen in Betrieb zu nehmen, die mit 200 – bisher allerdings noch nicht ausgebildeten – Polizeibeamten besetz werden sollen, um der rassistischen Gewalt zu begegnen.

Inzwischen wurde auch die telefonische Rufnummer 11414 in Betrieb genommen, an die sich jeder griechische Bürger oder Ausländer wenden kann, um Angriffe mit rassistischen Motiven zu melden, während klargestellt wurde, dass rassistischer Gewalt zum Opfer gefallene illegale Immigranten umgehend abgeschoben werden, die Voruntersuchung über den Angriff gegen sie jedoch fortgesetzt werden wird.

„Feigenblatt“ für rassistische Gewalt in Griechenland

Der Leiter der ELAS, Nikos Papagiannopoulos, gab die Aufnahme des Betriebs der Abteilungen und Büros zur Begegnung rassistischer Gewalt bekannt, die auf Basis des Präsidialdekrets Nr. 132 des Ministeriums für öffentliche Ordnung und Bürgerschutz gegründet worden sind. Es ist allerdings fragwürdig, wie ein – mit Abschiebung bedrohter – illegaler Immigrant anzeigen wird, von Rassisten angegriffen worden zu sein. Der Plan der ELAS richtet sich folglich praktisch nur an die legalen Immigranten.

Was die Ermordung des 27-jährigen Pakistani (der sich im übrigen legal in Griechenland aufhielt!) am 17 Januar 2013 in Petralona betrifft, wird betont, dass die ELAS die Daten der beiden griechischen Täter (bei denen es sich um zwei Männer im Alter von 25 und 29 Jahren handelt) nicht veröffentlichen könne, um möglicherweise die Ermittlungen erleichternde Fakten zu sammeln, da ihnen in der Anklageschrift keine rassistischen Motive angelastet worden sind – obwohl bei den Hausdurchsuchungen neben Dolchen, Schlagstöcken und Munition in der Wohnung des 25-Jährigen auch Propaganda-Material der rechtsradikalen Chrysi Avgi sichergestellt wurde!

Jedenfalls wurden die beiden griechischen Täter nach ihrer Aussage vor dem zuständigen Untersuchungsrichter am vergangenen Sonntag (20 Januar 2013) in Untersuchungshaft genommen. Der ermordete Pakistani wurde am Samstag (19 Januar 2013) unter beachtlicher Anteilnahme beigesetzt.

Es sei angemerkt, dass in der Vergangenheit wiederholt speziell auch in Fällen, in denen Polizeibeamte sogar schwerster Verbrechen zu Lasten von Immigranten beschuldigt worden waren, die Opfer in „Blitzaktionen“ abgeschoben wurden um sie daran zu hindern, im weiteren Verlauf der jeweiligen Verfahren der Justiz zur Verfügung stehen zu können.

(Quelle: Vradyni, S. 8)

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  1. Karlie
    28. Januar 2013, 14:07 | #1

    Das ist ja eine Sauerei !

  2. Ingrid
    28. Januar 2013, 19:02 | #2

    Das ist keine Sauerei, das schreit zum Himmel und widerspricht allen Regeln der Europaeischen Union – und – ist typisch griechisch!
    Alles was nicht passt, wird unter den Teppich gekehrt, oder eben abgeschoben. Oder verlegt, oder irgendwie korrigiert.
    Es macht mir zunehmend Angst in die Zukunft von Griechenland zu schauen.
    Man hoert Nachrichten aus Syrien, Aegypten … und denkt, die Menschen kaempfen um ihre Freiheit, um Demokratie.
    Wir in Europa haben die Demokratie – auch in Griechenland, dachte ich zumindest.

  3. leti
    28. Januar 2013, 21:51 | #3

    Leider muß ich jedes Jahr wieder feststellen das Griechenland weit von einer Demokratie entfernt ist, solange die Statdsangestellten denken sie seien die Götter, und das Volk muß zukreutze kriechen, um einen Antrag bearbeitet zu bekommen, da wird einfach nur gesagt, wir bearbeiten ihren Antrag nicht. Wenn man sich zu verteidigen versucht, wird auch schon mal Hand angelegt, ich habe es selber erlebt. Ich bin selber Grieche 74 Jahre und lebe in Deutschland, aber ich liebe meine Heimat sehr, dennnoch muß ich sagen, das ist für mich Diktatur und menschenunwürdig

  4. Wildkatze
    28. Januar 2013, 22:18 | #4

    Und dieses Land rühmt sich immer wieder, die Demokratie erfunden zu haben. Eine Schande ist das!

  5. thrakiotis
    28. Januar 2013, 23:37 | #5

    eine schande ist es, wenn diese immigranten, nach griechenland kommen, noch nie vorher im sommer eine leichtbekleidete frau gesehen haben und sie dann vergewaltigen und töten. so wie es in griechenland passiert!
    ich lebe auch in deutschland und passe mich an. sollen die das gefälligst auch tun!

  6. GR-Gast
    29. Januar 2013, 11:54 | #6

    Sicher ist es ein großes Problem wenn Gewalt, Heuchelei und was so alles dazugehört unter den Tisch gekehrt wird und dann womöglich den Opfern unterschoben wird, wie sehr sie sich „danebenbenommen“ haben, was sicher auch nicht immer stimmt und einfach unmenschlich ist.
    Wir dürfen aber nicht vergessen, daß es eben einen Teil von Ausländern gibt, die sich im Gastland nicht an die geltenden Regeln halten, die meinen das Gastland bekehren zu müssen und ihren Lebensstandard als „geltendes Recht“ durchsetzen wollen. Die meinen sie können alle Annehmlichkeiten in Anspruch nehmen und als Dankeschön versuchen,die einheimische Bevölkerung – wo sie selbst Gast sind – zu betrügen, bestehlen und zu benutzen wie es ihnen gefällt. Da müssen sich diejenigen schämen und werden mit solchen Ausländern in einen Topf geschmissen, die versuchen sich anzupassen und bekommen wegen solchen egoistisch denkenden Ausländern Probleme, was menschlich tatsächlich sogar ein wenig verständlich ist.
    Gerechtigkeit und Respekt sollte für alle gelten und nicht nach dem Gesichtspunkt wie es für den Einzelnen angenehm und bequem ist.

  7. Willi F. Gerbode
    29. Januar 2013, 12:26 | #7

    @thrakiotis Es gibt auch Griechen, die vergewaltigen; es gibt auch Deutsche, die vergewaltigen; es gibt auch Migranten, die vergewaltigen. Sind deshalb alle Griechen, Deutsche und Migranten Vergewaltiger? – Rassismus beginnt da, wo verallgemeinert wird, und setzt sich dort fort, wo das Verhalten von Chríssi Avgí quasi als Notwehr erklärt wird. Er findet seinen Höhepunkt, wo ein Unterschied in den Menschenrechten legaler und illegaler Migranten gemacht wird, wie das dem Artikel zufolge die ELAS tut. („Der Plan der ELAS richtet sich folglich praktisch nur an die l e g a l e n Immigranten.“)
    Allerdings: Es ist leicht, das Verhalten der Griechen zu verdammen. Die Untätigkeit der EU, welche die Südländer mit dem Migrationsproblem allein lässt bzw.meint, mit der Zahlung einiger Millionen seien sie aus dem Schneider, ist auch unerträglich und beschämend.

  8. Grenzgaenger
    29. Januar 2013, 13:41 | #8

    eine Schande ist es, wenn rechte Dumpfbacken den Vergewaltigungsvorwurf für ihre Morde gebrauchen. Auch deutsche rechte Mörder und Mordbanden machen das so .

    Ergo ist die Bezeichnung ‚Dumpfbacke‘ noch viel zu harmlos.
    Faschist, Nazi, Unmensch – das sind die richtigen Bezeichnungen, nicht wahr, thrakiotis

  9. V99 %
    29. Januar 2013, 18:23 | #9

    Die Empfehlungen zum Ueberarbeiten des Asylrechtes und Einfuehrung einer funktionierenden Auslaender Behoerde, von Organisationen wie Human Rights Watch, werden seit jahrzehnten von der griechischen Regierung ignoriert. Vor der Krise hatten sehr viele griechische Unternehmen/Geschaefte, die ich betreten habe, Migranten als billige Arbeitssklaven. Die in dem Artikel beschriebene Praxis der ELAS passt gut in das Bild der Anhaenger der Chrysi Avgi. Unfassbar, dass solche offensichtlichen Moerder so geschuetzt werden.
    Ich wuerde gerne mal ein paar Zahlen sehen, die die These, dass alle Migranten Vergewaltiger UND Moerder sind, stuetzt. Wenn ich nach „Beweisen“ suche stosse ich, seltsamer Weise immer auf das Gegenteil. Die Zahl der seit 6-7 Jahren, in GR willkuerlich ermordeten Migranten spricht da eine andere Sprache. Wem kann man die „Schuld“ geben? Zum einen dem Desinteresse des griechischen Staates etwas zu unternehmen, ausser z.B. Zäune zu bauen und Minen nicht zu rauemen und Konzentrationslager zu errichten. Voelliges fehlen eines „Asylsystems“, trotz hunderter Millionen Hilfsgelder. Zum Anderen einer Desolaten EU Auslaenderpolitik, dank Dublin II. Also wird sich nichts aendern. Es wird jeder mit dem Zeigefinger weiter auf den anderen zeigen. Es sei noch angemerkt, dass ein Migrant, der ueber GR nach Belgien kam und wieder zurueck nach GR abgeschoben werden sollte, vor dem europaeischem Gerichtshof, Recht bekommen hat, als er gegen seine Abschiebung klagte.

  10. cashca
    31. Januar 2013, 14:50 | #10

    @thrakiotis
    So ist es !
    Ausserdem, wer soll die Massen an Imigranten denn versorgen?
    Mal darüber nachgedacht?
    Ach die sollten mal das Hirn einschalten und überlegen, wo es für sie Existenzgrundlagen gibt.
    Was soll den ein Staat machen, wenn er übschwemmt wird?
    Was .. könnten…die Migranten machen? Vielleicht ihr eigenes Land aufbauen. statt davonzulaufen und die Alten ,Kranken und Kinder zurückzulassen.
    Keiner hat das uneingeschränkte Recht, von anderen Staaten bedingungslos versorgt zu werden und dabei noch nicht mal bereit sein, sich den Regeln des Gastlandes anzupassen.
    Mittlerweile ist es doch so, dass die Gastländer bedingungslos zu buckeln haben und gefälligst ein ordentliches Leben zur Verfügung zu stellen haben.
    So kann es auch nicht gehen, denn das Geld fällt nicht vom Himmel und die Quartiere , die Unterkünfte ebenfalls nicht.
    Von der gesammten Weltbevölkerung kann halt nicht die Hälfte in Europa leben, das ist schlicht unmöglich und d dann auch noch nach ihren Vorstellungen, d. h. denen der Herkunftsländer.
    Was wir derzeit treiben, ist Träumerei, auch die migranten werden in die Irre geführt, weil sie hier nicht das vorfinden, was sie erwarten. damit beginnen die unendlichen Konflikte.

    Falls jetzt von einigen die berühmte Keule kommt, , die bekannten Totschlagargumente kommen, dann nur zu.
    Damit kann ich leben.
    Wir werden bald ganz andere Probleme haben.

  11. Thomas
    31. Januar 2013, 15:01 | #11

    Willi Gerbode, nur zu! Nehmen Sie bei sich Flüchtlinge auf! Fahren Sie nach Griechenland und zeigen Sie mal, wie ein strammer deutscher Gutling, ein dialektischer Kritiker die Sache anpackt! Und die Erfahrungen können Sie dann gleich literarisch (huuuuuuh, da steckt ja „arisch“ drin … pfui Rassismus-Geier!) verwerten!

    Was wollen Sie eigentlich sagen? Daß ein ausländischer Vergewaltiger nicht abgeschoben werden darf, weil es auch deutsche oder griechische Vergewaltiger gibt? Daß jeder reindarf, weil hier schon jemand lebt? Gilt das auch andersrum, wenn Weiße nach Afrika gehen und dort einen eigenen Staat gründen wollen, oder ist das da Kolonialismus?

    Und Menschenrechte – ich bitte Sie. Sie tun ja geradeso, als wären die universell und nicht weltliches Konstitut.

  12. Juls
    31. Januar 2013, 16:58 | #12

    @Ingrid

    und dann ist alles wieder typisch griechisch …. also ich verstehe echt nicht, wie sich einige Deutsche anmassen, etwas als typisch griechisch zu bezeichnen. Ich tue es auch nicht und ich lebe in Griechenland schon viele Jahre.

    Lebt doch mal in Griechenland und schaut Euch doch mal das Elend an, was dort herscht, der nicht zu ueberblickende Strom von Menschen die versorgt sein wollen … die Angst der Griechen die in ihren Wohnungen nicht mehr sicher sind, die sich abends nicht mehr auf die Strasse trauen … was sie ja in zurueckliegenden Zeiten konnten. Wir konnten bei offenen Fenstern schlafen und wie es heute … rechtzeitig alles dicht machen. Die Angst geht um.

    Also bevor hier jemand von Demokratie und Co. spricht, macht Euch auf nach Griechenland und schaut Euch mal um … helft mal in den Essensausgaben die ueberall vorhanden sind, natuerlich sind es Helfer (Griechen) die diese Arbeiten unentgeltlich machen … vielleicht bekommt ihr dann mal einen Einblick was da in Griechenland los ist …

    aus der Ferne sieht man doch alles etwas verschwommen …

  13. cashca
    31. Januar 2013, 19:05 | #13

    @Wildkatze

    jetzt würde ich gerne erklärt bekommen, was die Migration, die Einwanderung mit Demokratie zu tun hat.
    Demokratie ist doch zunächst mal die Ordnung, das System, wie sich ein Staat organisiert und regiert.
    Die Zuwanderung , die Flüchtlinsströme, das ist ein anderer Teil der Politik.
    Jedes Land hat gerade in einer Demokratie die eigene Befugnis darüber, wieviele Zuwanderer es verkraften kann. Gilt hier das demokratische Prinzip der Mehrheitsentscheidung nicht mehr?
    Kann der Rest der Welt diktatorisch bestimmen, was ein souveränes Land zu tun hat, dass es alle aufnehmen muß, die täglich nachts illegal ankommen, wo Schleuserbanden sich eine goldenen Nase verdienen, wo das eigene Volk schon hungert, die verfügbare Nahrung schon für die Einheimischen nicht reicht?
    Hören sie doch auf, den Griechen sagen zu wollen, wen sie hereinlassen und wen nicht. Das wissen die selber. Die Existenz der eigenen Bevölkerung, der Selbsterhaltungstrieb, kommt zuerst. So einfach ist das. Alles andere ist eine Illusion. Dieses Recht nehmen sich andere Staaten ausserhalb der EU genauso, das mit Recht.
    Stellen sie ihre Wohnung zur Verfügung, teilen sie ihre verfügbare Nahrung mit den Assylanten, erst dann kommt ihre eigene Familie dran, sofern sie noch was haben.
    Dann sind sie glaubwürdig.

  14. giaoýrti giaoyrtáki
    1. Februar 2013, 16:33 | #14

    @cashca
    Dumm nur, daß der überwiegende Teil der „Illegalen“ beim Versuch der Ausreise in Westgriechenland festgenommen wird. Die wollen also gar nicht in Griechenland oder Italien bleiben und als Hungerlohnsklaven dafür sorgen, daß die europäische Herrenrasse für die Kiwis ganzjährig nur 19 Cent bezahlen muß. Wann gibt’s keine billigen Dosentomaten? Wenn sie streiken.

  15. giaoýrti giaoyrtáki
    1. Februar 2013, 16:38 | #15

    @cashca
    Bleibt nur zu hoffen, daß in den tollen Demokratien, die die Welt ausbeuten, indem sie Diktaturen schmieren, mal der Rohstoffhahn zu gedreht wird.

  16. Ingrid
    1. Februar 2013, 19:19 | #16

    @Juls
    Nach 21 Jahren in Griechenland, erlaube ich mir, das zu sagen. Und wenn Sie meinen Kommentar genauer gelesen haetten, wuessten Sie, wovon ich spreche. Nicht von den Menschen, sondern von den typisch griechischen Gesetzen, die nach Bedarf ignoriert, bzw. ausgelegt werden. Selbst wenn man von der Staatsanwaltschaft Rueckendeckung hat, kommt man nicht zu seinem Recht, weil Schreiben verschwinden, weil der Betroffene mit dem Buergermeister befreundet ist……usw, usw. *nur ein Beispiel.
    Fuer viele Menschen im Land ist das Leben sehr schwer geworden, das gibt aber keinem das Recht Auslaender anzugreifen, zu verfolgen oder sogar zu toeten. Und wenn die Klaeger dann einfach abgeschoben werden…..wie geht es dann weiter????? Die Schuldigen werden nicht bestraft! Oder wollen Sie mir da etwa widersprechen??

  17. Ingrid
    1. Februar 2013, 20:36 | #17

    @ V99
    Sehr schoen, Sie bringen es auf den Punkt. Endlich mal Jemand, der die Wahrheit sagt!

  18. cashca
    1. Februar 2013, 20:47 | #18

    @giaoýrti giaoyrtáki
    hallo,
    da haben sie zwar recht, ich bin grundsätzlich gegen jede Art von Dampinglöhnen.
    wer arbeitet, soll dafür gerecht entlohnt werden, das fordere ich für mich, genauso für andere.
    Dass das seit Jahren voll aus dem Ruder läuft, einige Feudalherren glauben, man könnte wieder in die Sklavenzeit zurück, das ist ein Skandal sondersgleichen.
    Nur … Griechenland hat ja schon soviele Arbeitslose,fast die hälfte der jUgendlichen ist ohne arbeit, das kann kein Land auf Dauer verkraften. Diese sollten dann doch zuerst dran kommen und nocht auswandern müssen, weil andere einwandern .
    Da kann man nicht noch Tausende Einwanderer verkraften, die ja auch vorwiegend vom Staat leben. wer soll denn das noch bezahlen?

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