Griechenland führt Kurs- und Verweilabgabe für Freizeitboote ein

16. Januar 2013 / Aktualisiert: 10. Juli 2013 / Aufrufe: 2.154

Griechenland führt für Fahrt und Aufenthalt aller Freizeitboote in griechischen Gewässern eine neue Abgabe ein, die an Stelle der bisherigen Luxussteuer treten soll.

Nachdem die im Rahmen der neu eingeführten permanenten Besteuerung einer „luxuriösen Lebensführung“ augenscheinlich völlig überhastet und unkoordiniert angekündigte zusätzliche Besteuerung privater Freizeitboote umgehend wieder zurückgenommen wurde, machte das Finanzministerium in einer Bekanntmachung nun sowohl erläuternde Erklärungen als auch die Einführung einer neuen Abgabe auf alle Freizeitboote publik, die griechische Gewässer durchqueren oder sich darin aufhalten.

Wie angemerkt wird, soll der Besteuerung dieser Boote mit einer neuen Bestimmung begegnet werden, die unmittelbar demnächst die Ministerien für Finanzen und Handelsschifffahrt dem griechischen Parlament vorlegen werden. (Nicht angemerkt wird, dass mit der in Rede stehenden Bekanntmachung außerdem augenscheinlich sowohl dem prompt geflissentlich geschürten populistischen Aufschrei als nicht zuletzt auch dem Eindruck begegnet werden sollte, das Land werde von Idioten regiert … .)

Spezieller wird eine sogenannte „Kurs- und Verweilabgabe“ eingeführt werden, die ergänzend zu den Bestimmungen der in Bearbeitung befindlichen Gesetzesvorlage über den Meerestourismus fungieren und sich allein auf den Kurs und das Verweilen aller privaten Vergnügungsboote in Griechenland und unabhängig von deren Flagge beziehen wird.

Ein alter Flop wird durch einen neuen ersetzt

Bei der geplanten neuen Abgabe handelt sich um eine derzeit von niemandem entrichtete – da von der Gesetzgebung nicht vorgesehene – „Kursabgabe“, die parallel auch eine Abgeltung für das bisher kostenlose Verweilen dieser Boote in nicht privaten Yachthäfen darstellt.

Die Abgabe wird gleichzeitig zu der Abschaffung der – praktisch niemals eingenommenen – Luxus- und Sondersteuer eingeführt und bezweckt die Zusammenlegung der steuerlichen Regelungen und die Abschaffung nutzloser Bestimmungen, die bisher so wie so absolut nichts eingebracht, dagegen jedoch signifikante Verluste bei den öffentlichen Einnahmen verursacht haben.

Von der Einführung der sogenannten „Kurs- und Verweilabgabe“ wird erwartet, dass ein Strom der Rückkehr der Boote in die griechischen Gewässer und Yachthäfen geschaffen und die Wirtschaft der Inseln und der Küstengebiete stimuliert wird und tausende neue Arbeitsplätze entstehen werden, da die Unsicherheit hinsichtlich der steuerlichen Behandlung der Freizeitboote aufhören wird.

Luxussteuer führte zu Verlust von Einnahmen und Arbeitsplätzen

Laut dem Finanzministerium (YPOIK) verursachte die Umsetzung der bisher geltenden Luxussteuer den Verlust von Arbeitsplätzen und Einnahmen bei der Mehrwert- und Einkommensteuer in allen Sparten der Berufe und Gewerbetreibenden, die sich mit dem konkreten Zweig befassen (z. B. bewachte Bootsaufbewahrung, Crews, Mechaniker, Wartungs- und Reparaturkräfte, Handelsfirmen für Ausrüstung und Ersatzteile usw.), während die Luxussteuer auf Jahresbasis finanziell so gut wie nichts einbrachte.

Wie das Finanzministerium betont, erwies sich die verhängte Steuer zusätzlich auch für die griechischen Import- und Handelsfirmen für kleine und große Freizeitboote als katastrophal, da sich ihre Umsätze – bei gleichzeitigem Verlust tausender Arbeitsplätze – im wahrsten Sinne des Wortes „verflüchtigten“. Kein Grieche oder Ausländer führt noch Schiffe nach Griechenland ein, da die Einfuhrkosten unerschwinglich geworden sind (23% MwSt. + 19% Luxussteuer auf den Wert des Bootes).

Unter dem Strich erlitt der Fiskus einen höchst signifikanten Einnahmeverlust, da angesichts der Tatsache, dass anhängige Importe storniert wurden, weder die erhoffte Luxussteuer (10%) noch die veranschlagte MwSt. (23%) eingenommen wurde. Obendrein addiert sich zu all diesem wegen der gesunkenen Umsätze und Gewinne der griechischen Handelsvertretungen auch noch der Verlust aus der Nichteinnahme von Einkommensteuern.

(Quelle: Berichte diverser griechischer Medien)

(Quelle: Voria.gr)

Relevanter Beitrag:

  1. Stavros
    16. Januar 2013, 18:02 | #1

    NEUE LUXUSSTEUER AUCH AUF ZAHNBÜRSTEN!!!!

    Die nächste Steuer wird auf Zahnbürsten erhoben: Du musst eine Buchhaltung führen an welchen Tagen Du die Zähne putzen tust und ob morgens, mittags oder abends ???!!!

    Die griechische Regierung ist so voller falschem Elan, dass sie übersieht, dass das griechische Volk diese vielen Steuern GAR nicht bezahlen kann!

    Wie auch: kleines Einkommen (wenn überhaupt), keine Arbeit, hoch verschuldet(Haus/Bank) hohe Arztkosten und immer mehr Steuern und Steuern.

    Die Regierung meint womögllich: wir können alle verlorenen Euros in kurzer Zeit reinholen, so wie es von der „EU-BESATZUNG“ befohlen wird!

    Es ist ein NATURGESETZ: „Druck erzeugt GEGEN-DRUCK“ !
    Ich wünsche dem griechischen Volk viel Kraft in dieser schweren Zeit und vergesst bei den Wahlen nicht diese Gauner abzustrafen.

  2. mx-5
    17. Januar 2013, 10:35 | #2

    Wer ein ‚FREIZEITBOOT‘ besitzt, ist alles nur nicht arm!

  3. Ariadne
    17. Januar 2013, 15:42 | #3

    Ob eine solche „Verweilabgabe“ wirklich förderlich ist für den Tourismus, wage ich zu bezweifeln. Jobs werden damit garantiert keine geschaffen. Und wo es keine Jobs gibt, gibts auch keine Einkommenssteuer. Die sommerlichen „Segeltörner“ werden die griechischen Gewässer wohl einfach grossräumig umschiffen.

  4. maldek
    17. Januar 2013, 23:05 | #4

    Der Eindruck soll also widerlegt werden, das Land werde von Vollidioten regiert.“

    Hm. Naja. Einstein hat gesagt, wer immer das gleiche macht und dabei auf ein anderes Ergebnis hofft, der sei wahnsinnig. In diesem Sinne wurde also der Eindruck „Vollidiot“ durch „Wahnsinnige“ ersetzt. Ist das jetzt eine Verbesserung?

    Aber zur Sache an sich. Die USA hatten über die letzten 90 Jahre die unterschiedlichsten Steuersätze. Mal sehr niedrig, mal sehr hoch. Es kam dabei heraus, das die durchschnittliche Abgabenquote von etwa 17% die BIP das maximal erreichbare Ziel ist.
    Höhere Besteuerung darüber hinaus, verringert die Einnahmen. Ich frage mich deswegen – Dummheit oder Absicht?

  5. Lucy Sky
    18. Januar 2013, 10:44 | #5

    @maldek
    ABSICHT

  6. serigor
    18. Januar 2013, 12:56 | #6

    Das Problem der Setuerhinterziehung in GR waren die Selbständigen, mit dem neuen Steuertarif werden sie erfasst, wenn sie auch 10.000 € als Jahreseinkommen melden!
    Mit den Mieten ist es noch nicht gerecht, weil die Kosten nicht abgesetzt werden können.
    Was die Investoren angeht, die nach Gr kommen sollen, gilt:
    wer so blöd ist und sein Geld in Bürokratie uns Bakschisch verpulvern möchte kommt.
    Ich spreche aus jüngeren Erfahrung

  7. Götterbote2012
    18. Januar 2013, 20:27 | #7

    @serigor
    Das Problem der Steuerhinterziehung sind überall auf der Welt, nicht nur in GR, zu 95% die Selbständigen oder die Arbeitnehmer, die sich in ihrer Freizeit „selbständig“ machen. Das Problem in GR sind aber in erster Linie nicht die Steuerverweigerer (ich benutzte extra den Begriff Verweigerer und nicht -betrüger, weil ich Verständnis dafür habe), sondern sind die Regierungen, die zum einen mehr und mehr Geld ausgegeben haben, als ihnen zur Verfügung stand und zum anderen trotzdem immer mehr Menschen zu Beamte gemacht hat, obwohl klar sein musste, dass diese Blase irgendwann einmal platzt.

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