Steuerfahndung nimmt Bischöfen in Griechenland die Beichte ab

4. Dezember 2012 / Aktualisiert: 24. August 2018 / Aufrufe: 1.602

Alexios von Nikea – Der Bischof, der seine Familie aussteuerte

Unter dem Mikroskop der SDOE befindet sich inzwischen ein weiterer Metropolit. Es geht um den – wie charakteristisch in den der Einheit zur Verfügung stehenden Unterlagen angeführt- „wohlhabenden“ Bischof Alexios (Gerasimos Vryonis) von Nikea, über den bereits eine Untersuchung im Gang ist, da er sich auf der Liste der Millionärs-Prälaten befindet.

Laut exklusiven Informationen der Zeitung „Ethnos tis Kyriakis“ untersuchen die Prüfer, ob und auf welche Weise Bischof Alexios und Mitglieder seiner Familie teure Immobilien erwarben, ob mit Einstellungen von Personen aus seinem engen verwandtschaftlichen Umfeld in Lohnpositionen der Metropolis die einschlägigen Verfahren verletzt wurden und ob es „graue Zonen“ in der Art der Verwaltung der Finanzen des Bistums gibt. Eine besonders ernsthafte Facette der Beschwerden, die sich in den Händen der SDOE befinden, ist die Meldung von „Guthaben des Bischofs Alexios in Griechenland und im Ausland„!

Die Untersuchung sowohl im Fall des Heiligen von Nikea als auch den anderen Fällen der überprüften Bischöfe wird auch die Öffnung von Bankkonten sowohl der überprüften Personen als auch jener ihres engen verwandtschaftlichen Umfeld umfassen. Laut den von den Kontrolleuren des Dezernats für Wirtschaftskriminalität untersuchten Daten sollen Bischof Alexios und seine Familie über wenigstens acht Immobilien verfügen, von denen festzustellen bleibt, ob sie durch ihre Einkommen gerechtfertigt sind.

Außer den Immobilien seiner Verwandten soll der Bischof persönlich über eine Immobilie an der Lampraki-Allee in Piräus, drei Immobilien am Themistiokleous-Strand bei Piräus und eine Immobilie an der Straße Iroon Polytechniou in Piräus verfügen. Herr Alexios hat als seine Hauptwohnung eine Immobilie am Themistikleous-Strand oberhalb der Lage „Makra Tichi“ auf den Piräus-Felsen, mit einem wunderbaren Ausblick auf den Golf, wo in der einen Etage seine Mutter mit ihrer Haushaltshilfe lebt und genau darüber der Bischof eine Wohnung unterhält.

Residenz mit Swimmingpool

Sein Bruder Dimitrios, der sogar auch Generalbuchhalter des Bistums ist, soll eine „Residenz mit Swimmingpool“ in der Lage „Tzotzika“ bei Gravia in der Präfektur Fokida erworben haben, wo er laut Aussagen der Anwohner als … erfolgreicher Unternehmer auftritt, und wann immer er das Dorf besucht versäumt er nicht, die Kirche zu besuchen, wo er auch an die Stelle des Kirchensängers tritt! Der Generalbuchhalter des Bistums Nikea soll ebenfalls eine zweite Residenz in Anixi / Attika haben, der laut den Beschreibungen einer Festung gleicht, und er soll auch in Erscheinung treten, teure Autos zu fahren.

Aber auch der Neffe Alexios des Bischofs Alexios, Sohn seines Bruders Dimitris, soll zwei Residenzen in Dionysos an der Straße Stratigou Makrygianni und an dem gleichnamigen Platz erworben haben. Anwohner des Gebietes führen an, dass in der Nachbarschaft auch die Anwesenheit des Bischofs Alexios persönlich diskutiert wurde, offensichtlich als Besucher seiner Verwandten.

Der Neffe des Bischofs ist sogar bei der SDOE von Klerikern gemeldet worden, auch als Buchprüfer bei den 40 Kirchengemeinden (im Gebiet Nikea, Korydallos, Ägales, Chaidari, Agia Varvara, Keratsini und Perama) bestimmt worden zu sein, von denen er jeden Monat insgesamt rund 4.000 Euro für Prüfungsausgaben einbehält, und zwar ohne Quittung!

Mittels … ASEP – Einstellung von Verwandten des Bischofs

Eine weitere ernsthafte Facette dieser Geschichte, die bei der Gemeinde in der weiteren Region von Nikea Anstoß erregt, ist – wie Geistliche in ihrer „Ethnos tis Kyriakis“ vorliegenden Beschwerde an die SDOE anführen -, dass Bischof Alexios Verwandte von ihm in bezahlte Schlüssel-Position im Bistum eingestellt hat!

Konkreter beziehen sich die Einstellungen auf seinen Bruder Dimitris als Generalbuchhalter, seinen Neffen Alexios als Buchhaltungsgehilfen, seine Nichte Elpida als Sekretärin des Bistums, seine Nichte Christina in der Fürsorgestelle des Bistums und seinen Neffen Thanasis als Chauffeur.

Das Paradoxe ist, dass die (einwandfreien?) Einstellungen … mittels ASEP erfolgten. Wie unser Gesprächspartner bedeutungsvoll kommentiert, ist dies durch die menschliche Logik nicht interpretierbar, sondern es handelt sich wahrscheinlich um ein … Wunder. Es springt die Tatsache ins Auge, dass mit den – wenigstens – fünf Einstellungen Verwandter des Bischofs das Bistum Nikea einem „Familienunternehmen“ gleicht.

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  1. Bavaria
    4. Dezember 2012, 13:52 | #1

    Heiliger Strohsack – wenn das stimmt, müsste man als Grieche eigentlich sofort Atheist werden. Bezahlt man in Griechenland eigentlich Kirchensteuer?

  2. V99 %
    4. Dezember 2012, 20:23 | #2

    Soweit mir bekannt ist, bekommen die Priester ihr „Gehalt“ vom griechischem Staat und nicht vom Himmel 😀 Dann muesste das doch bei den Bischoefen aehnlich sein, oder? Wie hoch sind diese „Gehaelter“ eigentlich? Anscheinend ja zu wenig, um sich ein wenig weltlichen Luxus zu leisten. Dass die (Schein~) heilige Kirche solch irdischen habgierigen erpresserischen Verlangen nachgeht, ist ja nichts neues. Schlimm ist die Verstaatlichung des ganzen. Stichwort Saekularisierung: Das mag die orthoxe Kirche gar nicht hoeren, denn es bedeutet den institutionellen und mentalen Prozess der Trennung von Kirche und Staat. Stattdessen setzt sie den Glaeubigen, z.B. eine Ikone oder Reliquie zum Kuessen vor und verhindert diesen unabdingbaren Prozess. Die SYRIZA forderte zu Recht eine genaue Analyse des Vermoegens der Kirche um die daraus resultierende Besteuerungsfaehigheit zu ueberpruefen, was besonders deren Imobilienbesitz angeht, der keinesfalls steuerfrei ist. Hoffentlich wird von Seiten der SDOE mal ordenlich abkassiert! Diese Kirche ist ein Staat im Staate und verhindert einen Erneuerungsprozess zum Wohle der Menschen! Wie sagte Jesus schon zu der Geistlichkeit seiner Tage: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! So auch ihr: von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.“

  3. michail polat apo askos
    4. Dezember 2012, 21:36 | #3

    @Bavaria
    …und so sprach weinend Isokratis. „unsere Demokratie wird zerstört, weil das Recht zusammengebrochen ist, der Freiheit und der Gleichheit, da die Bürger die Frechheit als Recht, die Ungesetzlichkeit als Freiheit, die Unverschämtheit des Wortes als Gleichheit und die Anarchie als Glückseligkeit empfinden…..

  4. Willi F. Gerbode
    5. Dezember 2012, 10:45 | #4

    @Bavaria Die Griechen zahlen keine Kirchensteuer. Der Staat und die Kirche haben Verträge abgeschlossen. Der Staat zahlt die kirchlichen Gehälter. Der Staat hat dafür einen Großteil der kirchlichen Immobilien erhalten, und er erhält nach Auskunft der Kirche 30 % der Gelder, die durch sogenannte „Kerzenspenden“ hereinkommen. In der Öffentlichkeit wird darüber gestritten, wer dabei das bessere Geschäft gemacht hat und macht. Die Kirche ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts (Νομικό Πρόσωπο Δημοσίου Δικαίου). Staat und Kirche sind also eng miteinander verknüpft.

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