Steuerfahndung nimmt Bischöfen in Griechenland die Beichte ab

4. Dezember 2012 / Aktualisiert: 04. Juli 2013 / Aufrufe: 1.214
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“Schwarze” Provisionen aus Hochzeiten und Beerdigungen

In den von der SDOE untersuchten Meldungen wird von “leidgeplagten” Geistlichen eine düstere Lage beschrieben, mit den völlig übertriebenen und absurden finanziellen Forderungen des konkreten Bischofs. Das von den Geistlichen des Bistums Nikea beschriebene Klima ist speziell, dass von Seite des Generalvikars und anderer direkter Mitarbeiter des Bischofs der Druck verstärkt wird, ihnen immer mehr Gelder zu schicken. Hauptsächlich verlangen sie diese von Friedhofsgeistlichen, aber auch von den Gemeinden als “Beteiligungen” an Vergütungen für Taufen, Hochzeiten und Beisetzungen, aus den Opferstöcken, aber auch von vielen Paten. Insgesamt werden jeden Monat zehntausende Euro steuerfreie Einkommen ohne Belege gesammelt!

“Blinde” Geldflüsse in die Kassen des Bistums

Aufzeigend wird angeführt, dass für einen Betrag von beispielsweise 800 Euro offiziell ein Betrag von 200 Euro in die Bücher eingetragen wird und die 600 Euro “blind” an das Wohltätigkeitswerk des Bischofs gehen. Es werden sogar Fälle angeführt, in denen Geistliche nicht in der Lage waren, die von den Mitarbeitern des Bischofs geforderten Beträge zu zahlen, und gezwungen wurden, diese zu decken, in dem sie Verbraucherdarlehen bei Banken aufnahmen! In ihrer Beschwerde führen sie unter anderem an:

In der Vergangenheit hatten wir die uns beschäftigenden Probleme vor den Erzbischof gebracht, der sie jedoch nicht berücksichtigte, obwohl er öffentlich eingesteht, dass im Körper der Hierarchie Personen existieren, welche provozieren.

Nach dem kontinuierlichen Druck und den Drohungen gegen uns von Seite des Bischofs Alexios sowie auch seine Generalvikars Chrysostomos Panagopoulos beschlossen wir, Ihnen unsere Beunruhigung und Enttäuschung über deren beider inakzeptabler Verhaltensweisen auszudrücken.

Die Lebensmittel, welche aus den Spenden der Supermärkte des Gebiets für die Kampagne “Alle zusammen schaffen wir es” herrühren und für unsere Bedürftigen Mitmenschen bestimmt sind, landen als Speisen bei Empfängen und Mahlzeiten für Seelenmessen in den superluxuriösen Lokalitäten des Klosters der Heiligen Väter in Schisto! Ein erheblicher Teil aus diesen Einnahmen geht den Bischof.

Plünderung der Kirchen durch den Bischof

Für die Errichtung des konkreten Klosters, die mit dem Obolus der Gläubigen erfolgte, bediente der Bischof sich sogar “eigener” Handwerker, von denen er verlangte, einen Teil ihrer Vergütungen “für die Gläubigen” an das Bistum abzuführen …

Der Bischof Alexios Vryonis plündert mit verschiedenen Methoden seit 17 Jahren buchstäblich unsere Kirchen, um sein Vermögen und seine Bankguthaben zu steigern. Bei all dem, was wir alltäglich mittels kontinuierlichem Druck, Einschüchterungen und Drohungen durchleben, stützt uns Gott und sind Geistliche und Gläubige noch nicht zusammengebrochen.

Wann wird wohl Alexios aufhören, die Kirchen und Geistlichen zu dem Zweck zu melken, sich zu bereichern und seine Kontoguthaben im In- und Ausland zu erhöhen und seine Brüder und Nichten und Neffen mit Residenzen auszustaffieren, über welche nur wenige verfügen?” enden fragend die Anzeigenden.

“Eigene” Handwerker und Lieferanten

Wie in der Beschwerde weiter angeführt wird, empfiehlt das Bistum “seine” Handwerker und Heiligenbildmaler und erzwingt deren fast exklusive Inanspruchnahme durch die Gemeinden.

So, wie das Bistum ebenfalls die Durchführung von Empfängen und Seelenmessen in einer konkreten Räumlichkeit nahelegt. Es erlegt den Geistlichen auf, ihre Bestellungen für Brotbrechungen, Neujahrskuchen usw. bei dem … Andreas aufzugeben “und überdimensionale Preise im Vergleich zu anderen Geschäften zu zahlen, die uns auch Spenden geben“.

Ebenfalls ist bei den üblichen Besuchen des Bischofs bei Gemeinden, Kirchweihfesten usw. die jeweilige Gemeinde aufgefordert, sich ab 500 bis 6.000 Euro bewegende Beträge ohne Belege bar auf die Hand zu zahlen!

(Quelle: Ethnos)

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  1. Bavaria
    4. Dezember 2012, 13:52 | #1

    Heiliger Strohsack – wenn das stimmt, müsste man als Grieche eigentlich sofort Atheist werden. Bezahlt man in Griechenland eigentlich Kirchensteuer?

  2. V99 %
    4. Dezember 2012, 20:23 | #2

    Soweit mir bekannt ist, bekommen die Priester ihr “Gehalt” vom griechischem Staat und nicht vom Himmel :-D Dann muesste das doch bei den Bischoefen aehnlich sein, oder? Wie hoch sind diese “Gehaelter” eigentlich? Anscheinend ja zu wenig, um sich ein wenig weltlichen Luxus zu leisten. Dass die (Schein~) heilige Kirche solch irdischen habgierigen erpresserischen Verlangen nachgeht, ist ja nichts neues. Schlimm ist die Verstaatlichung des ganzen. Stichwort Saekularisierung: Das mag die orthoxe Kirche gar nicht hoeren, denn es bedeutet den institutionellen und mentalen Prozess der Trennung von Kirche und Staat. Stattdessen setzt sie den Glaeubigen, z.B. eine Ikone oder Reliquie zum Kuessen vor und verhindert diesen unabdingbaren Prozess. Die SYRIZA forderte zu Recht eine genaue Analyse des Vermoegens der Kirche um die daraus resultierende Besteuerungsfaehigheit zu ueberpruefen, was besonders deren Imobilienbesitz angeht, der keinesfalls steuerfrei ist. Hoffentlich wird von Seiten der SDOE mal ordenlich abkassiert! Diese Kirche ist ein Staat im Staate und verhindert einen Erneuerungsprozess zum Wohle der Menschen! Wie sagte Jesus schon zu der Geistlichkeit seiner Tage: “Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr seid wie die übertünchten Gräber, die von außen hübsch aussehen, aber innen sind sie voller Totengebeine und lauter Unrat! So auch ihr: von außen scheint ihr vor den Menschen fromm, aber innen seid ihr voller Heuchelei und Unrecht.”

  3. michail polat apo askos
    4. Dezember 2012, 21:36 | #3

    @Bavaria
    …und so sprach weinend Isokratis. “unsere Demokratie wird zerstört, weil das Recht zusammengebrochen ist, der Freiheit und der Gleichheit, da die Bürger die Frechheit als Recht, die Ungesetzlichkeit als Freiheit, die Unverschämtheit des Wortes als Gleichheit und die Anarchie als Glückseligkeit empfinden…..

  4. Willi F. Gerbode
    5. Dezember 2012, 10:45 | #4

    @Bavaria Die Griechen zahlen keine Kirchensteuer. Der Staat und die Kirche haben Verträge abgeschlossen. Der Staat zahlt die kirchlichen Gehälter. Der Staat hat dafür einen Großteil der kirchlichen Immobilien erhalten, und er erhält nach Auskunft der Kirche 30 % der Gelder, die durch sogenannte “Kerzenspenden” hereinkommen. In der Öffentlichkeit wird darüber gestritten, wer dabei das bessere Geschäft gemacht hat und macht. Die Kirche ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts (Νομικό Πρόσωπο Δημοσίου Δικαίου). Staat und Kirche sind also eng miteinander verknüpft.

  1. 21. September 2013, 14:28 | #1

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