Kindergeld in Griechenland mit Hindernissen

8. Dezember 2012 / Aktualisiert: 05. Juli 2013 / Aufrufe: 1.233

Das neue System der Gewährung von Familienleistungen in Griechenland bürdet den Berechtigten einen enormen bürokratischen Aufwand auf.

Mit einem gemeinsamen Ministerialbeschluss der Minister für Finanzen und Arbeit wurden die Kriterien für die Gewährung der einheitlichen Kinderbeihilfe bestimmt, die ab dem 01 Januar 2013 unter anderem die Familienleistungen für Eltern mit drei Kindern und Kinderreiche substituieren wird.

Die fortan unter noch strengeren Einkommens- und familiären Kriterien gewährte Beihilfe wird quartalsweise per Überweisung auf ein Bankkonto des Berechtigten am letzten Werktag eines jeden kalendarischen Quartals gezahlt. Die Zahlung der Beihilfe des ersten Quartals eines jeden Jahres wird allerdings zusammen mit der Beihilfe des zweiten Quartals erst an dessen letztem Werktag erfolgen.

2013 also, welches das erste Jahr der Anwendung des neuen Systems für die Gewährung des Kindergeld sein wird, werden die Berechtigten die Beihilfe erst nach Abschluss der Überprüfung der von ihnen eingereichten Steuerdaten, also nicht vor Ende Juni 2013 erhalten. Die beiden ersten Raten der einheitlichen Kinderbeihilfe werden somit Ende des zweiten Quartals eines jeden Jahres den Berechtigten zusammen gezahlt werden.

Die vorgesehenen Beträge und Kriterien für das Kindergeld

Notwendige Voraussetzung für die Zahlung des Kindergelds stellt die elektronische Abgabe der Einkommensteuererklärung dar, damit unmittelbar die Überprüfung der Einkommenskriterien durch die Zentrale für Datenverarbeitungssysteme und das Register des fortan zuständigen Trägers für landwirtschaftliche Versicherungen (OGA) erfolgen kann. Alle Steuerpflichtigen, die ihre Steuererklärung später als im Juni 2013 einreichen, werden somit alle drei ersten Raten der Beihilfe am letzten Werktag des Septembers 2013 erhalten.

Die Beträge der neuen einheitlichen Beihilfe sollen nach dem derzeitigen Stand der Dinge (!!) 40 Euro pro Monat für ein Kind, 80 Euro pro Monat für zwei Kinder, 130 Euro pro Monat für drei Kinder und 180 Euro pro Monat für vier Kinder betragen. Für jedes weitere nach dem vierten Kind wird eine Beihilfe von monatlich 60 Euro gewährt. Berechtigte mit einem jährlichen Basiseinkommen bis 6.000 Euro werden die gesamte Familienleistung erhalten, Berechtigte mit einem Einkommen ab 6.001 Euro bis 12.000 Euro erhalten 2/3 der Beihilfe, während Berechtigte mit einem Einkommen ab 12.000,01 Euro bis 18.000 Euro 1/3 der jeweiligen Beihilfe erhalten werden.

Alle – theoretisch – Berechtigten mit einem Jahreseinkommen von über 18.000 Euro erhalten dagegen fortan überhaupt kein Kindergeld mehr. Weiter ist die Bewilligung der Familienleistung von dem ständigen und kontinuierlichen Aufenthalt des Berechtigten und seiner Kinder in Griechenland erforderlich, was gegebenenfalls für die letzten 10 Jahre vor der Antragstellung nachzuweisen ist.

Das Verfahren, welches erforderlich ist, damit ein Berechtigter die Beihilfe erhält, ist eher komplex und reichlich bürokratisch, da ein wahrer Berg von Unterlagen beizubringen ist. Bezüglich der Voraussetzungen wird in dem in Rede stehenden Ministerialbeschluss angeführt:

  1. Erforderliche Voraussetzung für die Zahlung der Beihilfe stellt die elektronische Abgabe der Einkommensteuererklärung (E1) des Berechtigten mittels der Umgebung Taxisnet der Zentrale für Datenverarbeitungssysteme dar.
  2. Nach der Abgabe der Einkommensteuererklärung und sofern sie die Voraussetzungen erfüllen, die in Unterparagraph IA.2 des Gesetzes N.4093/2012 bestimmt werden, füllen die Berechtigten das Datenverarbeitungsformular E 20 – Antrag / Erklärung für die Gewährung der einheitlichen Kinderunterstützungsbeihilfe aus und reichen es mittels der Umgebung Taxisnet der Zentrale für Datenverarbeitungssysteme ein.
  3. Bei jeder Änderung seines Familienstands schuldet der Berechtigte, innerhalb eines Monats per Taxisnet elektronisch einen Antrag / eine Änderungserklärung an die Zentrale für Datenverarbeitungssysteme und parallel alle erforderlichen Unterlagen bei den ermächtigten Organen des O.G.A. einzureichen.
  4. Im Fall von Tod, Verschollenheit, gerichtlicher Vormundschaft, Verurteilung durch unwiderruflichen Gerichtsbeschluss oder schuldhaftem Verlassen der Kinder und endgültiger Unterbrechung der Wohngemeinschaft mit diesen des Berechtigten / Einkommensteuererklärungspflichtigen oder der gerichtlich beschlossenen Übertragung der Vormundschaft an eine natürliche Person wird die Beihilfe an denjenigen gezahlt, der die ausschließliche oder primäre Verantwortung für den Unterhalt der Kinder trägt.

(Quelle: in.gr)

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