Griechenland hat 2012 bei bei Medikamenten 1 Milliarde Euro eingespart

28. Dezember 2012 / Aktualisiert: 07. Juli 2013 / Aufrufe: 623

Griechenland hat 2012 im Rahmen der aufgezwungen Sparmaßnahmen im öffentlichen Gesundheitswesen 1,05 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr ausgegeben.

Wie am Donnerstag (27 Dezember 2012) der stellvertretende Gesundheitsminister Marios Salmas bekannt gab, schlossen die öffentlichen Aufwendungen für die pharmazeutische Versorgung in Griechenland innerhalb der Zielvorgabe von 2,88 Mrd. Euro ab.

Die einschlägigen Ausgaben präsentieren damit eine Senkung um 1,05 Mrd. Euro oder 25% im Vergleich zu den entsprechenden Aufwendungen des Jahres 2011, die sich auf 3,92 Mrd. Euro gestalteten. Laut dem Gesundheitsministeriums handelt es sich bei der neuen jährlichen Senkung sogar um die größte Kostensenkung, die jemals in Griechenland erzielt worden ist.

Die Bemühungen zeigen Früchte. Der jüngste Bericht der Europäischen Kommission über den Verlauf der griechischen Wirtschaft erkennt die Ergebnisse der politischen Interventionen im Gesundheitswesen an […] Diese Senkung (der Kosten) erfolgte speziell im letzten Quartal„, betonte Marios Salmas.

(Quelle: in.gr)

Der Vollständigkeit halber sollte allerdings nicht verschwiegen werden, dass ein beachtlicher Teil der Einsparungen im öffentlichen Gesundheitswesen durch brutale Leistungskürzungen oder sogar auch -verweigerungen zustande kam. Diese Praktiken haben beispielsweise  zur Folge, dass Kassenpatienten ihre medizinische Versorgung letztendlich aus eigener Tasche zahlen müssen oder in Krankenhäusern gegebenenfalls einen Zettel mit einer Liste der Medikamente und Verbrauchsmaterialien in die gedrückt Hand bekommen, die sie – natürlich auf eigene Kosten – für ihre Behandlung zu besorgen haben.

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  1. Heinz
    28. Dezember 2012, 14:12 | #1

    Diese Meldung eines Ministers ist wieder einmal ein Beweis dafür, dass von untätigen Ministern fremde Leistung (Selbstzahler) als eigene Leistung verkauft wird.

    Und was sagt das Volk dazu?

  2. Roditisa
    28. Dezember 2012, 23:47 | #2

    Das Volk ist damit beschäftigt, nicht zu erfrieren, zu verhungern oder an einer behandelbaren Krankheit zu sterben. Wir organisieren Flohmärkte für Kinderheime oder ein neues Schuldach, reparieren unsere Bushaltestellen selbst, säubern unsere Parks und Strände selbst, sammeln Essen, Kleidung und Zeitungspapier für Bedürftige (letzteres für den Toilettengang), verbringen Stunden auf Ämtern oder beim Steuerberater, versorgen zu Hause selbst unsere Alten und Kranken, streiten mit unseren Arbeitgebern um unseren Lohn,mit den Mietern, die nicht bezahlen (können),mit dem Finanzamt um Rückzahlungen.
    Wir haben wenig Luft,um etwas zu sagen,es gibt zu viel zu tun. Und wir haben auch nicht den Eindruck, alswürde uns irgend jemand zuhören. Weder in unserem Parlament, noch in einem der anderen Parlamente der EU.

  3. Götterbote2012
    31. Dezember 2012, 12:34 | #3

    @Roditisa

    Ihre Kommentare lesen sich oft „schön“, auch wenn die Gründe dafür nicht schön sind. Man könnte den Eindruck bekommen, die Krise schweißt die Griechen zusammen, was grundsätzlich zu begrüßen wäre. Meine Beobachtungen im Land sind aber leider eher die, dass die Krise zu einer negativen Entwicklung in der Bevölkerung (Mentalität, Lebensweise) führt. All denen, die glauben, die Griechen hätten sich dank Euro ein schönes Leben gemacht, soll noch einmal gesagt werden, dass es den Griechen VOR dem Euro wesentlich besser ging, was sich alleine schon dadurch auszeichnete, dass fast tagtäglich ALLE Cafés, ALLE Tavernen und ALLE Clubs gut besucht waren.

  4. Roditisa
    4. Januar 2013, 21:08 | #4

    @Götterbote2012
    Ich lebe in der Provinz, die von den Mächtigen und den Medien gerne ignoriert wird, da ist sicher vieles anders als in Athen. Wenn wir uns hier vor das Rathaus stellen und gegen strukturelle Mängel protestieren, lacht man in Athen darüber. Aber ich erlebe hier sehr wohl ein Umdenken und Solidarität. Wie das in anderen Teilen des Landes ist, weiß ich nicht.

    Eigentlich wollte ich aber mit meinem Beitrag sagen, dass die meisten Menschen so mit den Schwierigkeiten kämpfen, die ein sehr schlecht organisierter Staat mit sich bringt, dass sie weder die Kraft, noch die Zeit haben, um auf die Straße zu gehen. Abgesehen davon, dass viele nicht glauben, dass das etwas ändern würde.

  5. Argidis
    7. Januar 2013, 21:44 | #5

    @Götterbote2012
    Wem außer der Oberschicht ging es nicht besser vor dem Euro, in Deutschland bin ich bis zu dreimal in der Woche zum Italiener oder Griechen gegangen inzwischen leiste ich mir den Besuch beim Griechen etwa einmal pro Monat.
    In Griechenland habe ich mir vor dem Euro nie überlegt wieviele Kaffes, Vorspeisen usw. ich mir leiste. Ein griechischer Salat für 1 bis 2 Mark war auch zu jeder Tageszeit drin.
    Den Wechsel von Drachme zu Euro habe ich auf Agathonissi erlebt, damals war dann alles dreimal so teuer !!!. Aber ich hatte jetzt ja den unschätzbaren Vorteil nicht mehr umrechnen zu müssen.
    So ähnlich habe ich auch bei Gesprächen mit Griechen gejammert, die schön zugehört haben und mir erklärt haben wie sie durch diese Preiserhöhungen getroffen werden.
    Seit solchen Gesprächen ist es nicht mehr mein (inzwischen ‚unser‘) Ziel, den niedrigsten Zimmerpreis zu zahlen.
    Sicher gab‘ es auch Profiteure, aber dem einfachen Volk ging es auch meiner Meinung nach vor dem Euro besser.

  6. Götterbote2012
    8. Januar 2013, 11:13 | #6

    @Argidis
    Das Problem ist aber nicht der Euro, sondern die Umsetzung. Der Euro ist in meinen Augen eine gute Idee und ich finde tatsächlich, dass er das Potential hätte, die Menschen in Europa sich näher zu bringen. Die Umstellung wurde aber leider mißbraucht.

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