EU warnt vor Ausbreitung von Krankheiten in Griechenland

7. Dezember 2012 / Aufrufe: 1.055

Die EU warnt vor der Gefahr der Ausbreitung von Infektionskrankheiten in Griechenland, das sich im Kampf gegen die resistenten Infektionen bei „fünf vor zwölf“ befinde.

Nachdem die Krankenhäuser in Griechenland mit einem Mangel an Grundbedarfsartikeln wie sogar Handschuhen konfrontiert sind, ist das Niveau der krankenhäuslichen Versorgung erheblich gesunken und das Land mit der ernsthaften Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten konfrontiert, erklärte nach seinem Besuch in Athen Mark Sprenger, Leiter des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC).

Ich sah Orte […] wo die wirtschaftliche Situation nicht einmal den Kauf sogar grundlegender Artikel wie Handschuhe, Schürzen und Sterilisationstücher gestattet„, äußerte Mark Sprenger gegenüber Reuters. Seine Erklärungen erfolgen bezeichnenderweise wenige Tage nach der Warnung des ECDC vor einer Verschlimmerung der HIV-Epidemie in Griechenland.

Nosokomiale Infektionen und multiresistente Erreger

Außer der erhöhten Gefahr von Krankenhausinfektionen infolge des Versorgungsmangels bezog der Leiter des ECDC sich ebenfalls auf die Ausbreitung multiresistenter Erreger. Das Problem war bereits vor der wirtschaftlichen Krise akut, da Griechenland Champion in der Verwendung von Antibiotika ist, deren Missbrauch die Verbreitung resistenter Erreger begünstigt. Nun nimmt die Lage jedoch bedrohende Dimensionen an: „Uns war schon vorher bekannt, dass Griechenland sich bezüglich der resistenten Infektionen in einer sehr schlimmen Lage befindet, nach unseren Besuchen in den Krankenhäusern bin ich jedoch überzeugt, dass wir uns in diesem Kampf fünf Minuten vor zwölf befinden.

Auf die Bedrohung der nosokomialen Infektionen bezog sich auch Dr. Roberto Bertolini, wissenschaftlicher Verantwortlicher der Weltgesundheitsorganisation und Repräsentant der Organisation in Europa. Wie er gegenüber Reuters äußerte, machen die Kürzungen bei Personal und Mitteln der Krankenhäuser die Umsetzung der Regeln für Hygiene und Kontrolle der Krankheiten noch schwerer. „Die Länder müssen sehr vorsichtig […] bei ihren Entscheidungen sein, was zu kürzen ist und was zu bleiben hat. Es ist ein sehr ernstes Problem, welches möglicherweise die Gesundheit der Bevölkerung auf mittelfristiger Basis beeinflusst, was die Kosten steigern anstatt einschränken wird.

Laut Reuters beklagen die Ärzte in den 133 öffentlichen Krankenhäusern Griechenlands Defizite bei Personal und Grundbedarf, angefangen von Watte und Kathedern bis hin zu Laken für die Betten. Panos Papanikolaou, Neurochirurg im Allgemeinen Krankenhaus von Nikea, erklärte, dass wegen der Reduzierung des Personals neunzig bis hundert Patienten am Tag gezwungen sind, auf den Gängen zu warten, in vielen Fällen vergeblich. „Wenn eine Krankenschwester zehn Patienten anstatt fünf und dann noch ohne Handschuhe versorgen muss, ist sicher, dass der Rhythmus der Weitergabe von Infektionen mit hoher Geschwindigkeit ansteigen wird.

(Quelle: in.gr)

  1. Maria P.
    7. Dezember 2012, 18:17 | #1

    Das ist, in Griechenland, kein Wunder…
    Selbst in Deutschland, das sich als „Meister der Hygiene“ nennt, sind die Multiresistente Keime auf vormarsch. Leider hat das medizinisch Personal (Ärzte und Pfleger) noch nicht begriffen dass, die Handschuhe allein, verhindern nicht die Kontamination, man muss nach jeder Tätigkeit, mit oder ohne Handschuhe, die Hände DESINFIZIEREN!!!!!
    Ich weis,dass das kein Trost für Griechenland ist aber lasst uns in Deutschland nicht päpstlicher als der Papst sein…

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