Monatlich 30000 Stromabschaltungen in Griechenland

16. November 2012 / Aktualisiert: 04. Juli 2013 / Aufrufe: 856

Laut der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft DEI in Griechenland schreitet sie jeden Monat zu ungefähr 30.000 Stromabschaltungen wegen fälliger Verbindlichkeiten.

Wie aus einem an das Parlament übermittelten Schreiben des Präsidenten und geschäftsführenden Vorstands der DEI, Arthouros Zervos, hervorgeht, werden jeden Monat ungefähr 30.000 Stromabschaltungen wegen unbeglichener Verbindlichkeiten durchgeführt.

Das Schreiben wurde zur Beantwortung einer Anfrage des DIMAR-Abgeordneten Vasilis Ikonoumou in Zusammenhang mit der Strenge übermittelt, mit der die DEI die Stromversorgung im Gebiet der Thriasio-Ebene bei sozial schwachen Bevölkerungsgruppen abschaltet.

Herr Zervos gibt bekannt, dass „im weitläufigeren Gebiet von Elevsina, in welches auch die Thriasio-Ebene eingegliedert ist, die bei der Gesamtheit der Haushalts- und Gewerbekunden vorgenommenen Stromabschalten im Monat nicht 280 Fälle übersteigen, während in ganz Griechenland pro Monat rund 30.000 Stromabschaltungen wegen Schulden erfolgen.“ Weiter merkt er an, dass trotz der aktuellen misslichen wirtschaftlichen Umstände die überwältigende Mehrheit der Kunden der DEI ihren Verpflichtungen nachkommt.

Dem Abgeordneten hatte auch der Staatsekretär im Umweltministerium, Asimakis Papageorgiou, geantwortet und mitgeteilt, „die RAE befindet sich bereits in dem Verfahren der Ausarbeitung einer neuen Stromversorgungsordnung, worin Vorschläge für eine günstige Behandlung der wie in Artikel 52 des Gesetzes N. 4001/2011 definierten schutzbedürftigen Konsumenten enthalten sind„. Die Bestimmung bezieht sich auf Kunden, welche krank sind, das 70. Lebensjahr vollendet haben, ernsthafte Gesundheitsprobleme haben usw.

(Quellen: in.gr)

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  1. Götterbote2012
    16. November 2012, 12:51 | #1

    Ich hoffe, dass dieser Zustand einige dazu bewegen wird, sich Solar/PV-Anlagen zu installieren. Und das nicht, um damit Stromkonzerne zu füttern, sondern den gewonnenen Strom für den Eigenbedarf zu nutzen, um nicht mehr oder nicht mehr in diesem Maße von den verbrecherischen Strom-Großkonzernen abhängig zu sein.

  2. GR-Block
    16. November 2012, 13:52 | #2

    Wirklich 30.000 Haushalte pro Monat? Das glaube ich nicht. Herr Zervos will damit andeuten, dass die DEI den Staat unterstützt, indem sie effizient Strom einspart.

    Man stelle sich mal vor…

    30.000 Haushalte, das bedeudet ca. 100.000 Griechen. Mal 12 Monate… Folglich verbrauchen 1.2 Millionen Griechen bis Ende 2013 keinen Strom mehr. Bis zum Ende der EU-Hilfsmassnahmen hat ganz GR das Licht ausgemacht… wow.

    Dann wird gespart…

  3. Lapalulli
    16. November 2012, 18:43 | #3

    @ GR-Block 30000? – Nette Satire. Wahrscheinlich sind nur die Vorgänge gemeint. Manch einer wird seine Steuern gezahlt, wenn es in der Steckdose nicht mehr kribbelt.

  4. GR-Block
    16. November 2012, 20:11 | #4

    @ Götterbote2012
    Die PV-Anlagen nützen den Herstellern und denen, die sie aufstellen. Für beide wird aber der griechische Staat den Profit bezahlen, nämlich über Subventionen und EEG. Die Menge an gewonnenen Stromes wird aber nie nennenswert sein. Denn große Investitionen in PV schafft GR nicht in den nächsten 20 Jahren. Jeder PV-Park, der in GR installiert wird, egal ob von Griechen oder Ausländern, saugt an der Finanzkraft des Staates.

    GR hat seit 40 Jahren erfolgreich Sonnenenergie, bei viel höheren Energie-Effizienzen genutzt, als PV. Dort sollte man ausländische Herstellen aus dem Markt drängen; das lohnt.

  5. Xanthippe
    16. November 2012, 22:58 | #5

    @ Götterbote2012
    Neee, klar, all die Hungerleider, denen wegen ein paar hundert Euro zwangsweise der Strom abgeklemmt wird, werden jetzt umgehend ein paar zehntausend Euro hinblättern um sich autark zu machen … .

  6. Mithi
    17. November 2012, 11:17 | #6

    Recht hat er , der Goetterbote !!!
    Mir ist das hier auf Crete gerade passiert. Obwohl ich schon im August eine Rechnung bezahlt hatte, kam schon wieder im Oktober eine, diesmal wieder mit Immosteuer. Habe eigentlich gedacht ich hätte bis 28.11, Zeit zum bezahlen, aber nichts da. Am 12.11. kam einer und stellte den Strom ab. Ganz schoen rüde Methoden, wenn ich denke , dass ich keinerlei Vorwarnung hatte. Auch die Aufteilung auf 2 Monatsraten wurde nicht berücksichtigt.
    Wenn die verfluchten PV Geschäftemacher (egal ob klein oder groß) mit ihren uebetriebenen Preisen, für diese schlechte Effizienz, und ihren dubiosen Rentabilitaetsrechnungen, nicht wären, koennte man prima umsteigen und er DEI u.a. in D den Stromversorgern ein für allemal das betruegen abgewoehnen.
    Hat man erstmal solch eine kleinstanlage, werden sie sich etwas anderes einfallen lassen (die Regierungen) um neue Steuern zu generieren. Das geht schon los ab nächstes Jahr, wonach auch auf PV Anlagen Immosteuern zu zahlen sind.

  7. GR-Block
    17. November 2012, 15:32 | #7

    @ Mithi
    Nochmal, PV ist eine umweltpolitisch wichtige Sache aber nur in reichen Staaten durchführbar. Aber gerade D verabschiedet sich daraus. Stattdessen empfiehlt die (deutsche) Troika, Die Einspeisetarife in GR relativ hoch zu belassen und gleichzeit Solarmodule aus D einzukaufen, anstatt die ansehnliche griechische Produktion auszubauen (Zitat Rösler). Alternativ könnte man erstklassige chinesische Ware kaufen, wie etwa inzwischen 80% der Deutschen. Der Zweck ist vermutlich den überteuerten PV-Herstellern in D rechtzeitig zum Konkurs noch schnell die Lager leerzuräumen, bevor diese vollständig nach China umziehen. So ein Umzug ist nämlich teuer.

  8. GR-Block
    17. November 2012, 21:02 | #8

    @ Xanthippe
    Nein, die Sache ist noch besser durchdacht. Gutlaufende landwirtschaftliche Betriebe werden durch lukrative Subventionen „überredet“ ihre Äcker aus der Produktion herauszunehmen und PV-Parks einzurichten. Die Bauern erhalten bei den knappen Staatsfinanzen sogar erste Priorität, gegenüber Häuslesbauer.

    Das bringt uns (D) zwei Vorteile. Marode deutsche PV-Hersteller bekommen aus GR über EU-„Hilfs-„Kredite nochmal einen Schub, bevor sie nach China abwandern. Außerdem wir die erstklassige Landwirtschaft am Mittelmehr überredet, in Nischenmärkte (PV-Strom) abzuwandern.
    Der Nahrungsmittelmarkt wird ja seit Jahrzenten unter den EWG9-Staaten aufgeteilt. Deren qualitätsarme Massenprodukte sollen keine Konkurrenz vom Club Med erhalten.

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