Immer mehr Griechen ohne Krankenversicherung

6. November 2012 / Aufrufe: 1.131

Das Gesundheitsministerium in Griechenland verzeichnet eine beunruhigende Zunahme der Anzahl der Bürger, die keinen Krankenversicherungsschutz haben.

Den steilen Anstieg der Anzahl nicht krankenversicherter Bürger bestätigen die Daten, welche der Gesundheitsminister Andreas Lykourentzos in Beantwortung einer Anfrage des unabhängigen Abgeordneten Nikos Nikolopoulos an das Parlament übermittelte.

Spezieller beliefen sich im Jahr 2010 die Aufwendungen für Patienten mit einem speziellen Krankenheft für Unversicherte auf 72.350.012 Euro für die griechischen Bürger und auf 16.365.952,75 Euro für die Ausländer. Im Jahr 2011 erreichte die selbe Aufwendung für die griechischen Bürger den Betrag von 79.750.836 Euro und für die Ausländer den Betrag von 4.969.610 Euro, während die entsprechende Aufwendung für das Jahr 2012 beunruhigende Ausmaße anzunehmen scheint, da sich allein für das erste Halbjahr die Aufwendung für die griechischen Bürger auf 45.413.417 Euro und für die Ausländer auf 2.856.233,80 Euro beläuft.

Zu dem ab 2011 verzeichneten signifikanten „Knick“ bei den Aufwendungen für nicht krankenversicherte Ausländer ist anzumerken, dass diesen durch einschlägige Regelungen (die im übrigen gleichermaßen die griechischen Bürger betreffen) wie speziell auch den nachstehend angeführten Runderlass der Zugang zu Leistungen des öffentlichen Gesundheitssystems erschwert bzw. verwehrt wird.

Ausschluss illegaler Immigranten von Gesundheitsleistungen

Der Gesundheitsminister bezieht sich in seiner Antwort auch auf den im vergangenen Mai (2012) ergangenen Runderlass, mit dem bestimmt wurde, dass die Staatsangehörigen dritter Länder ohne legalisierende Papiere kein Recht auf Zugang zu den Gesundheitsdiensten haben.

Von der Regelung ausgenommen sind – begleitete oder unbegleitete – minderjährige Kinder, für welche im Fall einer (außerordentlichen oder nicht) ärztlichen Behandlung unabhängig von ihrem rechtlichen Status der ungehinderte Zugang zu den Gesundheitsleistungen zu gewährleisten ist, sowie auch die Fälle, die als Notfälle eingeliefert werden, sich auf lebensbedrohliche Situationen beziehen und von den jeweiligen Notfallaufnahmen der Krankenhäuser eingewiesen werden, sowie auch Personen, die mit HIV oder anderen Infektionskrankheiten infiziert sind und einer Therapie bedürfen.

Herr Lykourentzos stellte ebenfalls klar, dass die griechischen Bürger, welche wegen Verbindlichkeiten an den für sie zuständigen Versicherungsträger in den Zustand finanzieller Leistungsunfähigkeit gerieten und von dem Träger nicht gedeckt werden, hinsichtlich der ärztlichen, pharmazeutischen und Krankenhausbehandlung eine Bescheinigung über sozialen Schutz zur Ausstellung eines Krankenhefts für Unversicherte erhalten, sofern sich ergibt, dass sie keine gewerbliche Aktivität ausüben und die übrigen Voraussetzungen einhergehen, welche von dem gesetzlichen Erlass ND 57/1973 vorgesehen sind.

Die in Rede stehende Bestimmung bezieht sich allerdings nur auf die Fälle, in denen diese Bürger ernsthaften Gesundheitsproblemen begegnen und eines Krankenhausaufenthalts oder kontinuierlicher ärztlicher / pharmazeutischer Behandlung bedürfen.

Es sei angemerkt, dass die in Rede stehende Entwicklung auch von diversen Initiativen und Organisationen (wie u. a. speziell den „Ärzten für die Welt“) bestätigt wird, bei denen immer mehr Griechen um Hilfe suchen, die in Ermangelung einer Krankenversicherung keinen Zugang zu Gesundheitsleistungen mehr haben.

(Quelle: in.gr)

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