500000 Geister-Steuerverweigerer in Griechenland

15. November 2012 / Aktualisiert: 04. Juli 2013 / Aufrufe: 1.227

Dem Finanzministerium in Griechenland ist bekannt, dass 500.000 Immobilieneigentümer die Sonderabgabe nicht entrichtet haben – jedoch nicht, welche.

Dem griechischen Finanzministerium ist (immer noch) die Identität der Immobilieneigentümer unbekannt, welche die sogenannte „Immobilien-Abzocke“ bezahlt haben … oder auch nicht.  Das Eingeständnis kam aus dem Finanzministerium, das nicht in der Lage ist zu wissen, wer die 500.000 Immobilieneigentümer sind, welche die mittels der Stromrechnung eingezogene außerordentliche Immobilien-Sonderabgabe des Jahres 2011 nicht entrichteten.

Die einer Immobilie entsprechende Sondersteuer ist an die Nummer der Stromanschlusses der DEI oder der alternativen Versorger gekoppelt, die nicht obligatorisch auf den Namen des Eigentümers oder des Nutznießers der Immobilie eingetragen ist„, führte im Parlament in seiner Beantwortung einer einschlägigen Anfrage der Staatssekretär im Finanzministerium Giorgos Mavraganis an, der im Prinzip eingestand, dass dem Ministerium unbekannt ist, wer diejenigen sind, die nicht zahlten. Der Grund ist, dass der Stromanschluss auf einen anderen Namen als den des Eigentümers der jeweiligen Immobilie lauten kann … .

Finanzministerium vermag Identität der Steuerschuldner nicht zuzuordnen

Das konkrete Thema erhob sich nach einer parlamentarischen Anfrage, welche Adonis Georgiadis darüber einreichte, ob Alexis Tsipras die außerordentliche Immobilienabgabe gezahlt habe. Der Abgeordnete der Nea Dimokratia (ND) wollte erfahren, ob der SYRIZA-Vorsitzende – seine Solidarität mit der Bewegung „Ich kann nicht zahlen“ zum Ausdruck bringend – seinen Zusagen treu blieb, er werde die „Abzocke“ nicht entrichten, sondern dagegen an das Therapiezentrum für Süchtige (KETHEA) zahlen.

Unsere Behörde ist nicht in der Lage, den Betrag zu kennen, welcher der Immobilien-Sonderabgabe des Herrn Tsipras entspricht, und kann folglich auch nicht wissen, ob der entsprechende Betrag nicht entrichtet, sondern an das KETHEA gezahlt wurde„, erklärte der Staatssekretär des Finanzministeriums, Giorgos Mavraganis.

Es sei angemerkt, dass diese Abgabe von der DEI und den alternativen Stromversorgern zusammen mit der Stromrechnung eingezogen wird. Falls die Abgabe innerhalb von vier Monaten ab der Fälligkeit der ersten Rate (= Fälligkeitsdatum er entsprechenden Stromrechnung) nicht gezahlt wird, wird eine Aufstellung an die Zentrale für Informationssysteme des Finanzministeriums übermittelt, die wiederum die geschuldete Abgabe amtlich feststellt, für deren Einziehung im weiteren Verlauf dann die zuständigen Finanzämter (DOY) Sorge zu tragen haben.

Die Sonderabgabe, die jeder Immobilie entspricht, ist an die Nummer des Stromanschlusses der DEI oder der alternativen Versorger gekoppelt, die nicht obligatorisch dem Namen des Eigentümers oder Nutznießers der Immobilie zugeordnet sein muss, sondern auf den Namen eines früheren Eigentümers, Mieters, Verstorbenen usw. eingetragen sein kann„, erklärte Staatsekretär Mavraganis.

(Quelle: Marketbeast.gr)

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  1. Heinz
    15. November 2012, 15:03 | #1

    Hoffentlich weiß man dann irgendwann wenigstens, wem Griechenland gehört.

  2. nik
    16. November 2012, 20:45 | #2

    ich hätte das xaratsi in der form auch nicht bezahlt. steuern sollten ausschliesslich von der doy eingetrieben werden. wenn ich mich recht entsinne soll es auch fälle gegeben haben wo einfache angestellte von energieversorgern diese gelder geklaut bzw veruntreut haben.

  3. Moppel
    16. November 2012, 22:02 | #3

    nik :soll es auch fälle gegeben haben wo einfache angestellte … diese gelder geklaut bzw veruntreut haben.

    Es soll auch Zeitgenossen geben, die vorsätzlich unwahre Behauptungen in Umlauf bringen.
    Kunden der Energa und Hellas Power in Griechenland kehren zur DEI zurück
    Die „Verbindlichkeiten“ umfassen natürlich auch die fallweise eingezogene EETIDE, die jedoch keinesfalls gezielt und schon gar nicht von „einfachen Angestellten“ zurückgehalten wurde.

  4. GR-Block
    17. November 2012, 01:21 | #4

    @ nik
    Das Xaratsi über die DEI einzutreiben war eine ganz clevere Lösung. DEI wird alle 2 Monate einbezahlt deshalb ist die DEI ständig mit dem Bürger in Kontakt. Der Aufwand für die Steuerbehörden wäre vermutlich größer. Sie hätten eher am Jahresende erst kassieren können.

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