33 Prozent Arbeitslosigkeit auf Privatsektor in Griechenland

29. November 2012 / Aktualisiert: 22. Juli 2013 / Aufrufe: 607

Laut einer aktuellen Studie der griechischen Nationalbank liegt auf dem Privaten Sektor in Griechenland die Arbeitslosigkeit bei 33 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit auf dem privaten Sektor in Griechenland wird in einer Studie der Nationalbank auf 33% veranschlagt. In der Studie wird ebenfalls betont, dass die gesamte Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unter dem Aspekt der Preise in den beiden Jahren 2013 – 14 höchstwahrscheinlich 10% übersteigen und der griechischen Wirtschaft gestatten wird, fast ihre gesamten Verluste des vorherigen Jahrzehnts wettzumachen.

Allerdings wird in dem Bericht auch festgestellt, dass die enormen Lohnkürzungen und die damit einhergehende zügige Senkung der Arbeitskosten sich nicht allgemein bei den Verbraucherpreisen wiederspiegeln, da bisher nur auf dem Sektor der Dienstleistungen und in konkreten Branchen wie in der Bildung und bei touristischen und ärztlichen Dienstleistungen erste Anzeichen eines Preisrückgangs in Erscheinung traten.

Spezieller wird in der Studie der Nationalbank angeführt:

  1. Die Wirtschaft begegnet einer ungekannten Herausforderung eilige volkswirtschaftlicher Angleichung, bei paralleler Zurückgewinnung der kumulierten Wettbewerbsfähigkeitsverluste des letzten Jahrzehnts. Die hohe Ungewissheit in Kombination mit der außerordentlich unmittelbar ausgerichteten Strategie volkswirtschaftlicher Maßnahmen (welche 7,0% BIP im Jahr 2010, 6,3% im Jahr 2011 und 6,1% im Jahr 2012 entsprechen) schufen ein intensiv rezessives Gemisch, was sich in dem kumulativen Rückgang des BIP reflektiert, der bis Ende 2012 mehr als 21% erreichen wird) -2,9% im Jahr 2009, -4,8% im Jahr 2010, -7,1% im Jahr 2011 und -6,7% im Jahr 2012).
  2. Unter Berücksichtigung des niedrigen Niveaus der Arbeitslosigkeit bei den Selbständigen (welche in einem signifikanten Grad ihre Arbeitszeit der laufenden Nachfrage anpassen) und des fast inexistenten Arbeitslosigkeitsniveaus auf dem öffentlichen Sektor beläuft sich das indizienbasierte Niveau der Arbeitslosigkeit der Arbeitnehmer auf 33%.
  3. Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt zusammen mit der Rezession trugen zu der raschen Senkung der Löhne bei, die von 2010 bis Ende 2012 vermutlich insgesamt 22% übersteigen wird, mit der größten Senkung im Jahr 2012 (-13% auf Jahresbasis), gegenüber zu -4,%% im Jahr 2011 und -5,3% im Jahr 2010), während sie 2013 um fast weitere 6% sinken werden. Diese Entwicklung kommt der völligen Umkehr des übermäßigen Anstiegs der Lohnkosten in dem Jahrzehnt gleich, welches auf unseren Beitritt zur WWU folgte, und praktisch bei der internen Abwertung hilft.
  4. Die marginale Erholung der Produktivität im Jahr 2012 in Kombination mit der kontinuierlichen Senkung der Löhne haben die Schrumpfung der Lohnstückkosten mit dem Ergebnis beschleunigt, dass erachtet wird, das Ziel der Verbesserung der Lohnstückkosten um 15% in der Periode 2012 – 2015 zwei Jahre früher, also 2013 zu erreichen.
  5. Der Deflationsprozess hat begonnen, eine Dynamik zu bekommen. Die Preise werden in den beiden nächsten Jahren um kumulativ 5% sinken. Unter Berücksichtigung, dass sich in der selben Periode der erwartete Gesamtanstieg der Preise in der E.U. auf ungefähr 4,5% gestalten wird, wird die Gesamtverbesserung der Wettbewerbsfähigkeit unter dem Aspekt der Preise in den beiden Jahren 2013 – 14 höchstwahrscheinlich 10% übersteigen und der Wirtschaft gestatten wird, die Verluste des vorherigen Jahrzehnts wettzumachen.

Die Auswirkungen der Tranche auf die Wirtschaft

Die Schrumpfung der Wirtschaftsaktivität wird sich im Jahr 2012 bei -6,7% und im Jahr 2013 bei -4,7% bewegen. Die Auswirkungen aus der erwarteten Auszahlung der anhängigen Tranche(n) der Hilfskredite werden signifikant sein.

Die erwartete Begleichung von über 4 Mrd. Euro aufgelaufener fälliger Verbindlichkeiten des Staates an den privaten Sektor und die mögliche Freigabe von 5 Mrd. Euro, mittels Beschränkung des durchschnittlichen Niveaus der Anleiheemissionen in Kombination mit den erhöhten Kapitalflüssen aus der E.U. und der Rückführung von Guthaben in das Banksystem, werden vermutlich die Rezession im Jahr 2013 um 2 Prozentpunkte gegenüber dem Niveau reduzieren, auf welches sie sich auf Basis der Rezessionsdynamik ab 2012 und der neuen volkswirtschaftlichen Maßnahmen für das Jahr 2013 gestaltet hätte. Die Schrumpfung der Wirtschaftsaktivität (in konstanten Preisen) wird sich daher im Jahr 2012 auf -6,7% und im Jahr 2013 auf -4,7% gestalten.

(Quelle: Imerisia, To Pontiki)

  1. Willi F. Gerbode
    29. November 2012, 11:19 | #1

    Wenn allerdings vom niedrigen Niveau der Arbeitslosigkeit bei den Selbständigen die Rede ist, sollte man vielleicht auch anmerken, dass die Mehrzahl der Selbstständigen Klein- und Kleinstgewerbler sind und dass hier in zunehmendem Maße eine Selbstausbeutung der Familien stattfindet. Die offiziellen Zahlen sagen hier wenig aus, ähnlich wie der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Deutschland angesichts einer Zahl von 8 Mio. Menschen in prekären oder Mini- Jobs ein Zeichen von Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt darstellt.

    EinHinweis zur Deflation: Wenn man – wie die gr. Nationalbank – die Deflation unter der Perspektive der Wettbewerbsfähigkeit (nicht nur) in der EU betrachtet, wird leicht übersehen, dass Deflation (= niedrigere Preise) paradoxerweise auch zu einer Kaufzurückhaltung der Konsumenten führen kann, weil man noch niedrigere Preise in der Zukunft erwartet. Ein Einbruch der Inlandsnachfrage also, der in GR ja schon (hier allerdings positiv zu bewerten) bei der Nachfrage nach Importgütern festzustellen ist, weil die Kaufkraft drastisch abgenommen hat.
    Zudem sollte man die zu erwartenden Pleiten von verschuldeten Unternehmen (Folge: Arbeitslosigkeit) in Rechnung stellen, da die über Kredite finanzierten Sachgüter an Wert verlieren.
    Eine solche Situation hatten wir schon mal in der Folge der Weltwirtschaftskrise in den späten 20er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Kommentare sind geschlossen