Zusammenstöße wegen Goldmine auf Chalkidiki in Griechenland

22. Oktober 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 879

In Griechenland kam es auf Chalkidiki bei Skouries erneut zu Zusammenstößen zwischen gegen die dortige Goldmine protestierenden Bürgern und starken Polizeikräften.

Am Sonntagnachmittag (21 Oktober 2012) kam es auf der Halbinsel Chalkidiki bei dem Ort Skouries (Σκουριές) zum wiederholten Mal zu Zusammenstößen zwischen Bürgern, die gegen den Ausbau der Goldminen in dem Gebiet protestieren, und Kräften der Polizei. Laut den Versammelten brachte die Polizei im Verlauf der Protestkundgebung zu deren Auflösung Tränengas und Schockgranaten zum Einsatz.

Von der Polizei-Generaldirektion Zentralmakedoniens wurde bekannt gegeben, dass ein Polizeibeamter durch einen geworfenen Stein leicht verletzt wurde und die Verletzung eines Bürgers untersucht werde. Die Polizei schritt zu insgesamt 21 Vorführungen. Nach dem Einsatz chemischer Reizstoffe durch die Polizei begannen die Demonstranten sich aus dem Wald bei Skouries zu entfernen.

Vorher hatten die Demonstranten eine Protestkundgebung im Ort Ierissos (Ιερισσός) abgehalten und gelangten von dort aus – unter Präsenz starker Polizeikräfte – mit einem Autokorso bis nach Skouries. Dort teilten sie sich in zwei Gruppen, von denen die eine zu einer Sitzblockade in der Lage „Chontro Dentro“ (Χοντρό Δεντρο) schritt und die andere sich zum Wald von Skouries begab.

Ausgelöst wurden die Protestaktionen diesmal durch ein Schreibens des Umweltministeriums an das Forstamt Arnea (Αρναία), laut dem ein Protokoll über die Niederlassung der Schürfgesellschaft HELLAS GOLD SA und die Abholzung eines Waldes bei Skouries zu unterzeichnen ist.

(Quelle: in.gr)

Relevanter Beitrag:

  1. Marika
    22. Oktober 2012, 14:48 | #1

    Der „weichgespülte“ Bericht auf in.gr vermittelt den Eindruck, ein munteres Völkchen habe sich zum Ringelpiez mit Anfassen eingefunden. In Wirklichkeit ging es aber überhaupt nicht gemütlich zu, zumal sich bei Skouries schließlich Einwohner (welche die Minen in der Hoffnung auf Arbeitsplätze wollen) und ungefähr 1.000 (angereiste) Demonstranten gegenüber standen, dazwischen die Polizei.

    Die Polizei hatte bereits im Vorfeld die Busse und Fahrzeuge der angereisten Demonstranten durchsucht und unter anderem Latten, Knüppel, Molotow-Cocktails und sonstigen „Demonstrationsbedarf“ sichergestellt. Bei den Zusammenstößen bei Skouries sollen 8 Polizisten verletzt worden sein, von denen sich 4 in ambulante Behandlung begaben. Zu der Anzahl der Verletzten auf Seite der Demonstranten wurden keine konkreten Angaben bekannt. Die SYRIZA-Abgeordnete Katerina Inglezi zeigte an, von einem Polizeibeamten angegriffen worden zu sein.

    Gegen 14 verhaftete Demonstranten wurden Strafverfahren wegen „Aufruhrs“ (!) eingeleitet, einer wurde außerdem wegen „versuchter schwerer Körperverletzung“ angeklagt, weil er mit seinem Wagen Polizisten anzufahren versucht haben soll. Die Verhandlung vor einem dreisitzugen (!) Schnellgericht wurde inzwischen auf kommenden Donnerstag vertagt.

    Hellenic Mining Watch

  2. γιαούρτι γιαουρτάκι
    22. Oktober 2012, 21:18 | #2

    Aus dem Link geht hervor, daß die Leute sich vor Ort solidarisch zu den Inhaftierten verhalten. Wie soll das bitte zeitlich mit „Angereisten“ funktionieren? Wie in Keratea oder früher in Wackersdorf und an der Startbahn West haben Auswärtige kaum Chancen ohne Verankerung im Widerstand vor Ort, hängen dadurch sinnlos in der Luft und sind leicht zu kriminalisieren. Militante Kämpfe auf dem Lande sind etwas völlig anderes als in den Städten. Diese angeblich „Auswärtigen“ fühlen sich vielleicht davon angezogen, wenn die Dorfbevölkerung den Wagen des Bürgermeisters abfackelt, weil er sie wegen 100 „Arbeitsplätzen“ verarscht hat, und erstaunlicherweise gab es dort zur selben Zeit Rambazamba, als es in Saloniki zur Messe gescheppert hat; die militante Szene scheint ja echt riesengroß zu sein. Wobei natürlich dann noch die Frage bleibt, was denn daran so verwerflich ist, im Großraum von Saloniki gegen dieselben Verbrecher zu demonstrieren, die halb Alberta mittels Teersand verseucht haben.

  3. Moppel
    22. Oktober 2012, 23:35 | #3
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