Troika stellt neue absurde Forderungen an Griechenland

4. Oktober 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 1.861

Die Troika konfrontiert Griechenland mit neuen absurden Forderungen, die offensichtlich einzig und allein darauf abzielen, den zerstrittenen Gläubigern Zeit zu verschaffen.

Die neue Forderung der Troika besteht darin, in den Jahreshaushalt 2013 zusätzlich zu den bereits vorgesehenen 7,8 Mrd. Euro Maßnahmen über weitere 2 Mrd. Euro aufzunehmen. Dies bedeutet, dass die Bürger in Griechenland gefordert sein werden, innerhalb eines Jahres Maßnahmen in Höhe von weiteren 10 Mrd. Euro über sich ergehen zu lassen – und zwar zu einem Zeitpunkt, wo das gesamte Paket Maßnahmen in Höhe von 13,5 Mrd. Euro für die beiden Jahre 2013 – 2014 umfasst und die griechische Regierung beabsichtigt, das Thema der Verlängerung der Umsetzung des Memorandum-Programms um zwei weitere Jahre, also bis 2016 zu stellen. Es handele sich um „absurde Forderungen„, kommentierte bezeichnend das griechische Finanzministerium.

Laut der Zeitung „Ta Nea“, die sich auf eine hochrangige Quelle des griechischen Finanzministeriums beruft, handelt es sich um eine Forderung, der nicht stattgegeben werden wird, da sie völlig aus dem Rahmen der Vereinbarung der politischen Führer fällt.

Zusätzlich glaubt der Wirtschaftsstab der Regierung nicht, dass eine Austerität einer solchen Härte zum Vorteil der Wirtschaft gereicht, sondern erachtet dagegen, dass sie Griechenland in eine noch tiefere Rezession stürzen wird.

Finanzminister wird das Thema möglicherweise vor die Eurogruppe bringen

Finanzminister Giannis Stournaras soll entschlossen sein, einen Kompromiss bezüglich eines niedrigeren Betrags anzustreben. Falls dies jedoch nicht möglich wird, ist laut Informationen aus zuständigen Quellen nicht auszuschließen, dass er das Thema am Montag (08 Oktober 2012) vor die Eurogruppe bringen wird.

Die Troika, mit Protagonisten in dem Thema Poul Thomsen des IWF, plädiert dagegen für die kurzfristig ausgerichtete Verstärkung des Pakets, damit – wie sie argumentiert – die Effizienz seiner Umsetzung sichergestellt wird. Die Maßnahmen, bezüglich die welcher die Troika Vorbehalte ausdrückt, erreichen insgesamt 4 Mrd. Euro.

Der Wirtschaftsstab der Regierung glaubt, dass die konkrete Forderung der Troika sowie auch ihr kontinuierlicher Druck zur Substituierung der „gemäßigteren“ Maßnahmen des Pakets durch andere Maßnahmen in Zusammenhang mit Entlassungen, Einkommen und Renten in den Rahmen des „harten Pokers“ einzuordnen sind, der derzeit anlässlich der Verhandlungen gespielt wird.

Interner Krieg im Lager der Gläubiger Griechenlands

Wie außerdem bekannt wurde, beabsichtigt die Troika ihren Aufenthalt in Athen bis zum 15 Oktober 2012 zu verlängern, was bedeutet, dass ihr Bericht angesichts der Eurogruppe am kommenden Montag (08 Oktober 2012) nicht fertig sein wird..

Publikationen der internationalen Presse führen die verzeichnete Verzögerung hinsichtlich der Erzielung einer Einigung zwischen der Troika und der griechischen Regierung auf einen internen „Krieg“ zwischen den Gläubigern zurück, die sich noch nicht darüber geeinigt haben, wie sie das griechische Thema handhaben werden.

Wie alles zeigt, wird sich das Bild auf der EU-Gipfelkonferenz am 18 und 19 Oktober 2012 klären. Laut den Einschätzungen wiederum hat sich auch ein Rahmen einer Gesamtlösung für Griechenland, Spanien und Zypern zu gestalten begonnen, der bei der Gipfelkonferenz im Oktober 2012 präsentiert werden wird.

(Quelle: in.gr)

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  1. Catalina
    4. Oktober 2012, 01:26 | #1

    Mein Gott, lasst uns diese verfluchte Troika endlich rausschmeißen!!

  2. Heinz
    4. Oktober 2012, 13:12 | #2

    @Catalina

    Wie wärs denn damit: Den griechischen Ministerpräsidenten raus schmeißen? Der pokert doch am laufenden Band, allerdings mit einem sehr bescheidenen Blatt.
    Glauben denn manche Politiker tatsächlich noch, den Rest der Welt immer noch am Nasenring durch die Gegend führen zu können?
    Das meiste was Samaras macht ist doch nur für die Kulisse und die einheimische Presse. Was wirklich Innovatives hat er bisher nicht zustande gebracht.
    Wann werden die Griechen das kapieren?

  3. Stipsi Fan
    4. Oktober 2012, 15:58 | #3

    Was kann man bloß tun??? Und hier denken die Deutschen immer noch die Griechen wären faul und korrupt. Niemand interessiert sich für das Elend dort wie zum Beispiel für hungernde Kinder in der dritten Welt. Da haben die Medien einen großen Job gemacht.
    In Frontal 21 konnte man wenigstens mal sehen, wie diese Seidenanzugträger in gepanzerten und klimatisierten Limousinen und mit jeder Menge Body Guards durch Hintereingänge verschwinden. Niemand von denen war jemals in einem normalen griechischen Dorf. Die sitzen nur in Luxushotels und ich glaube, das müssen wirklich Psychopathen sein. Ich glaube jedenfalls nicht, dass die nicht wissen, was sie da anrichten. Eine solche Eiseskälte wegen des Wohlergehens der Finanzindustrie ist nicht normal. Oder ist das tatsächlich der Krieg Dollar gegen Euro?

  4. muss sowas sein
    4. Oktober 2012, 18:55 | #4

    @Stipsi Fan

    „Gier frißt Hirn“

    da gibts wohl keine Spielregeln mehr, was Menschlichkeit betrifft……
    Heutzutage sind wir doch schon so weit, daß Reichtum (Gier = Macht) alles entschuldigt, auch wenns noch so wiederlich ist!

  5. Peter
    4. Oktober 2012, 19:12 | #5

    Wer sind eigentlich die Gläubiger Griechenlands? Ich habe noch niergendwo davon gelesen. Weiss das vieleicht Jemand?

  6. Babbelnett
    7. Oktober 2012, 01:20 | #6

    @Peter

    Die Gläubiger sind jetzt zum Großteil nur noch öffentliche Geldgeber wie die EZB, der IWF und einige Staatsbanken. Die Privatanleger wurden durch den PSI im Februar 2012 bekanntlich großteils durch Griechenland zwangsenteignet und halten insgesamt nur noch wenige Milliarden der griechischen Gesamtschulden.

    Geht Griechenland bankrott und die öffentlichen Geldgeber erhalten ihr Kapital nicht oder nur zum Teil zurück, bleiben die Verluste definitiv an den bekanntlich bürgenden europäischen Steuerzahlern hängen.

  7. Stipsi Fan
    8. Oktober 2012, 15:43 | #7

    @ Babbelnett
    ….die sich bis dahin ungeheuer an den sowieso am Boden Liegenden bereichert haben mit hohen Zinsen für fast kostenloses Geld.

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