Heizöl in Griechenland 40 Prozent teurer

11. Oktober 2012 / Aufrufe: 1.348

Infolge der von der Troika erzwungenen Erhöhung der Heizölsteuer wird in Griechenland der Heizölpreis um rund 40% höher als in der vorherigen Vertriebsperiode liegen.

Angesichts des Beginns der Verkaufsperiode für Heizöl am 15 Oktober 2012 wird erwartet, dass der Heizölpreis auf über 1,35 Euro pro Liter gestalten wird. Damit wird das Heizöl in Griechenland bis zu 40% teurer sein als beim Auslaufen der vorherigen Verkaufsperiode Ende April 2012 (in der vergangenen Winterperiode lag der durchschnittliche Endverbraucherpreis unter 1 Euro / Liter und stieg gegen Ende der Verkaufsperiode auf 1,04 Euro / Liter an).

Marktfaktoren schätzen ein, dass die Heizölbestellungen in diesem Jahr 50% niedriger als im Vorjahr ausfallen werden, weil sich entweder die Konsumenten alternativen Heizquellen (Ofen, Kamin, Klimaanlage usw.) zugewendet haben oder in vielen Wohnhäusern beschlossen wurde, die Zentralheizung nicht zu benutzen.

Damit die Steuerangleichung erfolgt (womit der Schwarzhandel auf dem Treibstoffmarkt bzw. die Nutzung von Heizöl anstatt Dieselkraftstoff eingeschränkt werden soll), wird die Sonderverbrauchssteuer für Heizöl von 60 auf 330 Euro pro 1.000 Liter erhöht werden, während die Dieselsteuer entsprechend von 412 auf 330 Euro pro 1.000 Liter gesenkt wird.

Wenn auch die auf die Sonderverbrauchssteuer erhobene Mehrwertsteuer berücksichtigt wird, ergibt sich, dass sich auf Basis der derzeitigen internationalen Preise der durchschnittliche Heizölpreis zwischen 1,35 und 1,40 Euro / Liter bewegen wird, während der durchschnittliche Preis für Dieselkraftstoff von derzeit 1,57 auf 1,47 Euro / Liter sinkt.

Von dem erwarteten Heizölpreis von 1,35 – 1,40 Euro pro Liter wird es analog zur Bestellmenge, bei Lieferung in entlegenen Gegenden usw. Abweichungen geben. Der Staatsekretär für Informationssysteme, Charis Theocharis, hatte außerdem neulich erklärt, dass im Fall der Vereinheitlichung der Qualitätsvorschriften für die beiden Dieselsorten (Heizöl und Treibstoff) mit weiteren zusätzlichen Kosten für die Verbraucher in einer Größenordnung von 6 Cent pro Liter zu rechnen ist.

Die Tankstellenbesitzer wiederum erachten, dass durch den rapiden Rückgang des Heizölverkaufs, der durch die hohen Preise bedingt ist, rund 2.000 Tankstellen von der Schließung bedroht sind.

(Quelle: in.gr)

  1. Detlef
    12. Oktober 2012, 10:48 | #1

    Ich glaub das einfach alles nicht. Wie willfährig gibt sich die politische Führung eigentlich diesen wahnsinnigen Vorschlägen der Troika hin?
    Die Preise für fast alle Gegenstände des täglichen Lebens wie Lebensmittel und Treibstoffe liegen sowieso schon auf einem Niveau das kaum zu rechtfertigen ist – und jetzt auch noch eine derart drastische Erhöhung der Heizölpreise?
    Schmeißt die Wi….. raus und sagt der Troika, sie soll mit konstruktiven aber nicht mit solch wahnsinnigen Vorschlägen versuchen das Defizit zu beheben.

  2. Gogler
    12. Oktober 2012, 11:34 | #2

    Die Vorgabe der Troika war und ist den immensen Schwarzhandel mit Treibstoffen zu unterbinden. Dazu fehlen in Griechenland leider wieder Mittel und Wege. Also werden die Steuern fuer Heizoel auf das Niveau des PKW/LKW Diesel angehoben, um so den Betrug unattraktiv zu machen. N.b. Heizoel wird von 15/04 bis 15/10 nicht verkauft, da sonst noch mehr davon als Diesel in Umlauf kommen wuerde. Wenn mit dieser Massnahme der Schwarzmarkt ausgetrocknet wird, dann waere das erst einmal positiv zu sehen. Die Verbraucher wurden bislang betrogen. Jetzt waere es auch an der Zeit, eine gute Regelung fuer die Erstattung von Steuer auf Heizoel einzufuehren. Das dauert sicherlich laenger.

  3. Tiflopontikas
    12. Oktober 2012, 13:37 | #3

    Es handelt sich um eine Maßnahme des Mittelfristigen Volkswirtschaftlichen Rahmenprogramms 2011 – 2015. Siehe den ersten Link rechts oben unter Relevante Artikel, von 2011-10-23 !

  4. Marika
    12. Oktober 2012, 14:14 | #4

    @Gogler
    Bequeme Rechtfertigung, die aber so nicht zutrifft.

    Die Troika forderte definitiv die Angleichung der Heizölsteuer an die Dieselsteuer, damit schnelles Geld für den Schuldendienst hereinkommt, und war stinksauer, als die Regierung aus sozialpolitischen Erwägung zu Beginn der vorherigen Heiz- bzw. Vertriebsperiode nur zu einer gemäßigteren Erhöhung der Heizölsteuer schritt, die als solche eine Preissteigerung in einer Größenordnung bei 20% zur Folge hatte.

    Der Schwarzmarkt wird durch diese Maßnahme jedenfalls nicht „austrocknen“, da das große Geld im Kraftstoffschwarzhandel über die Schiene fiktiver Exporte und Schiebereien mit steuerfreiem Schiffsdiesel gemacht wird. Hier kommen allerdings die Heiligen Kühe mit ins Spiel, von denen bekannt ist, dass sie praktisch unantastbar sind und sogar ihre Kacke den Troikanern heilig ist.

    Weiter ist anzumerken, dass die scheinheiligen Milchmädchen-Rechnungen der Troika bisher niemals aufgingen. Vielmehr hatten die wiederholten Erhöhungen der Sonder- und Verbrauchssteuern bisher immer genau das Gegenteil zur Folge: einbezüglich aller „Kollateralschäden“ erzielte der Staat unter dem Strich anstatt der veranschlagten Mehreinnahmen jedes Mal noch geringere Einnahmen als so wie so schon, was dann wiederum der Troika den – von Anfang an angestrebten – Anlass lieferte, noch radikalere Maßnahmen zu erzwingen.

    Was schließlich die Erstattung der Heizölsteuer an die Haushalte betrifft, steht inzwischen fest, dass es nur eine Feigenblatt-Regelung geben wird, die von vornherein möglichst viele Berechtigte durch formalbürokratische Hürden von einer wie auch immer ausfallenden Rückzahlung ausschließt.

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