Griechenland kann neues El Dorado werden

18. Oktober 2012 / Aktualisiert: 28. März 2018 / Aufrufe: 5.184

Kohlenwasserstoffe bei Kreta als Ausweg aus der Wirtschaftskrise?

Es ist jedoch nicht nur das Gold, welches Griechenland in ein neues El Dorado verwandeln kann. Es gibt auch die Kohlenwasserstoffe bei Kreta, von denen geschätzt wird, dass sie dem Staat bis zu 1,3 Billionen Dollar einbringen können.

Der Forscher Herr Ilias Konofagos enthüllt gegenüber protothema.gr, was er in seiner Studie über die Nutzung der möglichen Erdöl- und Erdgasvorkommen im Seegebiet der Insel anführt, und betont, dass allein die Bestätigung der Existenz von Erdgas oder Erdöl bei Kreta das für Griechenland ungünstige Klima andern würde. Im Gespräch mit protothema.gr merkt Herr Konofagos an, dass mit dem pessimistischsten der Szenarien, mit denen er sich befasste, Griechenland in einem Zeitraum von 25 bis 30 Jahren 135 Mrd. Dollar aus der Verwertung der Kohlenwasserstoffe einnehmen könnte, deren Existenz angenommen wird und die im Seegebiet bei Kreta ungenutzt bleiben.

Drei griechische Wissenschaftler, die sich mit den Lagern mineralischen Reichtums südlich von Kreta befassten, vertreten, dass es die reichsten Vorkommen im Vergleich zu den entsprechenden im Ionischen Meer und der Ägäis sind und sie bei geeigneter Nutzung den Energiebedarf Griechenlands decken oder sogar auch das wirtschaftliche Problem des Landes zumindest auf sekundärer Ebene lösen könnten. Die Untersuchung der Herren Ilias Konofagos, Antonis Foskolos und Nikos Lygeros veranschlagt, dass die staatlichen Einnahmen innerhalb der nächsten 25 Jahre die Höhe von 599 Mrd. Dollar erreichen könnten. In Beantwortung klärender Fragen spricht Herr Konofagos jedoch von einer übertrieben optimistischen Prognose, die auf der Einschätzung erwarteter Einnahmen mit einer Wahrscheinlichkeit von 10% basiert.

Unsere Einschätzungen für Südkreta auf realistischeren Ebenen sind bei 90%iger Wahrscheinlichkeit 10 Mrd. Barrels und bei 50%iger Wahrscheinlichkeit 20 Mrd. Barrels. Mit der zweiten Version, die sich nur auf das Erdgas bezieht, wird veranschlagt, dass die Einnahmen des Fiskus in den nächsten 25 bis 30 Jahren 270 Mrd. Euro erreichen werden. Wenn sich in der Praxis jedoch erweist, dass ¼ der obigen Vorkommen Erdöl sind, könnten die Einnahmen der nächsten 30 Jahre sogar auch 1,3 Billionen Dollar erreichen„, erklärt er charakteristisch. Dennoch werden aus einem solchen Zug und unter Annahme der idealsten Aussichten auf die Proklamation einer Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) bei Kreta die ersten warmen Gelder erst nach acht Jahren in die Kassen des griechischen Fiskus fließen.

Die Lösung, aus der Krise herauszukommen, ist die Förderung, weil sie an der Börse diskontiert wird. Sie wissen, wie die Gläubiger sind. Regulär müssten wir die Gläubiger sein, wenn wir mineralischen Reichtum hervor gebracht hätten. Weil wir nicht daran gedacht haben, sind wir hier angelangt, wo wir angelangt sind. Für wenigstens zwanzig Jahre werden wir leider abhängig sein, aber den größten Anteil aus der Förderung wird der griechische Fiskus erhalten. Ungefähr 65% – 70% wird von Griechenland genutzt werden„, betont Herr Konofagos.

Proklamation der AWZ und Bohrungen werden positive Resultate haben

Herr Konofagos vertritt, dass es mit der Proklamation einer Ausschließlichen Wirtschaftszone und dem Beginn der Erforschungen und im weiteren Verlauf der Bohrungen im Gebiet südlich von Kreta positive Resultate geben und die Arbeitslosigkeit sinken wird, und fügt an. „Die einzige Hoffnung für die wirtschaftliche Krise ist, unseren eigenen Reichtum zu schaffen. Es ist nicht nötig, auf den ersten Euro zu warten, den wir aus der Förderung verdienen werden, was frühestens in acht Jahren erfolgen wird, weil je Vorkommen 100.000 bis 200.000 Arbeitsplätze aus der Tiefbohrung entstehen werden. Dies würde das Bild unseres Landes im Ausland ändern.

Die Studie wurde an der Akademie von Athen präsentiert und der Regierung eingereicht, während formlos auch der Premierminister Antonis Samaras informiert wurde. „Er ist ein optimistischer Politiker. Ich glaube, dass wir über eigenen mineralischen Reichtum verfügen. Wohin er auch ging, wurde ihm gesagt ‚Ihr habt keine Ahnung, wie viel Reichtum ihr habt‘„, äußerte Herr Konofagos über Herrn Samaras.

Erneut die Verschwörungsszenarien bestärkend bezieht sich Herr Konofagos auf die Tatsache, dass den Ausländern nunmehr bekannt ist, dass Griechenland über Kohlenwasserstoff-Vorkommen verfügt, die potentiell nutzbar sind und die öffentlichen Kassen mit warmen Geldern stützen werden.

Dies ist ein Problem. Die Tatsache, dass es auch die Ausländer sagen, beeindruckt mich sehr. Ich frage mich, warum in Griechenland immer noch nicht daran gedacht wurde, dass wir über natürlichen mineralischen Reichtum verfügen, und falls sie es getan haben, dafür immer noch nichts unternommen worden ist. Unser Problem sind die Förderkosten und die Tatsache, dass der Erdölpreis in die Höhe geschossen ist. Ein weiteres Thema ist, dass die Vorkommen sehr tief liegen, jedoch existiert ohne Zweifel Reichtum„, erklärt uns der Chemie-Ingenieur, der bei den letzten Wahlen von der ND als Kandidat ohne Wahlbezirk aufgestellt worden war.

(Quelle: Proto Thema)

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  1. danalytix
    18. Oktober 2012, 05:33 | #1

    Guten Morgen, Frühaufsteher!
    deutet das hier zu lesende nicht ganz stark darauf hin, daß Deutschlands (und anderer!) Geld gern genommen wird, den Griechen „pro forma“ zu helfen, und dabei längst etwas ganz Anderes im Blick zu haben? – Daß in GR exploriert und bald auch „abgesaugt“, „abgepumpt“ und sonstwas wird, erscheint klar – Wer aber wird der WAHRE Nutznießer sein? – Wohl wie üblich, z.B. in Afrika, wo vom ausgebaggerten Gold vielleicht 1% im Lande verbleibt?

  2. V99 %
    18. Oktober 2012, 14:29 | #2

    Die Ueberschrift klingt irgendwie zynisch, in Anbetracht dessen, dass ein kanadischer Abbaukonzern, der in Nordgriechenland Verwuestungen Verursacht, und das Geld aus dem Land saugt, sich auch so nennt (Eldorado Gold/Hellas Gold) 🙁
    Die sollen 100 Arbeitslose aus der Region mit 1600€ Gehalt angelockt haben, deren erster „Job“ die Verteibung von Einheimischen war, die gegen die Zerstoerung von 26.000 Hektar Land, davon 410 Hektar Waldflaeche, demonstriert haben. Der Konzern versichert, dass nach Beendigung der Arbeit wieder „aufgeforstet“ wird. 😀
    Was den Goldabbau betrifft, kann jeder gerne mal nach dem Stichwort „Zyanid“ + „Goldabbau“ googeln. Momentan spaltet die Hellas Gold ganze Familien in der Region. Der eine Arbeitet fuer sie, der Andere streitet fuer die Natur, toll! Ich glaube nicht, dass das ganze gut fuer die Umwelt und das griechische Volk ausgeht, reine Erfahrungssache. Da waeren dann echte „Patrioten“ gefordert… wie Tsipras 😀

  3. Heinz
    19. Oktober 2012, 00:18 | #3

    Die Probleme lassen sich ja nicht weit von Griechenland aus beobachten, in Rumänien.
    Dort werden auch aus Freunden mehr oder weniger Feinde, weil der Eine sein Land verkauft der Andere nicht.
    Die Menschen müssen natürlich schon wissen, was auf die Umwelt zukommt. Das ist nicht gerade wenig, vor allem, weil bei diesem Abbau Zyanid im Spiel ist. Hochgiftig und sehr, sehr lange gefährlich.
    Die Landschaft ist anschließend nicht mehr zu erkennen, auch wenn wieder aufgeforstet wird.

  4. Vangelis
    19. Oktober 2012, 13:50 | #4

    Ich bin auch ein Grieche der scheinbar „rechtzeitig“ in ein anderes Land ausgewandert ist.
    Es tut mir aber sehr weh was ich täglich von Griechenland höre und vor allem wie manche die immer noch nicht verstanden haben worum es wirklich bei dieser Sache geht, für Aussagen machen (Massenmediengesteuert).
    Die Kommentare bei diesem Thema sind alle sehr interessant und beide m.m.n. richtig.
    Bei den meisten Länder dieser Erde die reich an Bodenschätzen sind, hungert 65% der Bevölkerung weil den Abbau immer andere Länder steeurn die wahrscheinlich vorher mit
    enorme Kredite das Land in einer schlechten und unstabilen Lage gebracht haben.
    In Griechenland scheint der Plan der gleiche gewesen zu sein.

    Die Bodenschätze werden sicher abgebaut da niemand Interesse an Mensch oder Umwelt hat. Ohne „Fremde Hilfe“ werden es aber die Griechen nicht schaffen. Die Frage ist nur wer wird es machen? Die US-EU „hilft“ ja Griechenland damit die als Schuldenerlass denen das Land um ein Stück Brot überlassen. Die Russen würden es vielleicht für mehr Brot machen das passt aber vor allem den Amis gar nicht.

    Natürlich bleibt die Umwelt auf der Strecke bei solchen Bergbauarbeiten aber ich bin mir nicht sicher ob es mir nicht lieber wäre, eine veränderte vielleicht auch schlechtere Umwelt
    bei einem griechischen und richtigen Abbau damit das Land endlich reich und unabhängig wird als ein neues Stück Deutschland mit weitere 11 Mio Roboter.

    Meine Meinung!

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