Griechenland kann neues El Dorado werden

18. Oktober 2012 / Aktualisiert: 28. März 2018 / Aufrufe: 5.184

Griechenland verfügt laut einer Studie des IGME über einige der reichsten Lagerstätten von Bodenschätzen in Europa und könnte durchaus zu einem neuen El Dorado werden.

Die Geschichte der beiden Landsleute mit den 600 Milliarden Dollar, die angeblich Griechenland retten wollten, mag sich als „Blase“ erwiesen haben, die geplatzt ist, jedoch geschieht das selbe nicht mit all jenen, die vertreten, das Land könne gerettet werden, wenn es seinen mineralischen Reichtum nutzt. Vor einigen Tagen führte sogar eine Publikation bei Bloomberg mit Titel „Griechenland heißt die Goldgräber willkommen, um Erster in Europa zu werden“ an: „Griechenland kann sich 2016 als erstes Gold produzierendes Land in Europa erweisen.

Gold und natürlich Gas sind – außer dem Erdöl – die beiden Quellen, welche Griechenland verwerten kann, um aus der wirtschaftlichen Sackgasse zu gelangen.

Griechische Professoren und Forscher sprachen zu „Proto Thema“ über die Möglichkeiten Griechenlands, den mineralischen Reichtum zu nutzen und Arbeitsplätze zu schaffen und die leeren Kassen des Staates mit „warmen“ Geldern zu füllen. Bloomberg präsentierte jedoch auch ausführlich die Probleme, die sich während all der Jahre zeigen, wie Bürokratie und Umweltauflagen, welche die Entwicklung des Sektors verhinderten.

Erzvorkommen in Griechenland zählen zu den größten in Europa

Laut einer Studie des IGME befindet sich in Griechenland ein kleines El Dorado unter dem Boden. Auf Basis der Vorkommen an Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zink zählt Nordgriechenland zu den reichsten Fundstellenbereichen Europas und kann laut dem Institut für Geologie und Mineralforschung (IGME) eine stabile Mineralquelle für die überlebensfähige Entwicklung des Landes darstellen.

Es ist klar, dass die Förderungsaktivität ohne Zugang zu neuen Lagerstätten nicht existieren kann. Der Förderungswert beispielsweise der bestätigten Vorkommen an Gold, Nickel, Silber und anderen Metalle in Makedonien und Thrakien beläuft sich auf Basis der aktuellen Metallpreise auf ungefähr 40 Milliarden Euro. Jedoch wird heute nur ein sehr kleiner Teil dieses Wertes produktiv genutzt„, führte der Generaldirektor des IGME, Herr Konstantinos Papavasiliou an.

Laut der Studie des IGME liegt Griechenland in einem weitläufigeren, an Lagerstätten reichen geologischen Rahmen, dem sogenannten balkanischen geographischen Bogen, der sich von Rumänien bis zur Türkei mit reichen Vorkommen erstreckt, die von diesen Ländern bereits verwertet werden. Laut der Studie belaufen sich die bestätigten Goldvorkommen in Griechenland auf 420 Tonnen mit einem Gesamtwert von 25 Milliarden Euro. Die Regionen, in denen sich die bestätigten gefundenen Vorkommen befinden, liegen auf Chalkidiki (Stratoni, Olympiada, Fterouda, Varvara und Skouries), in Kilkis (Pontokerasia, Gerakario, Gallikos-Fluss), in Rodopi (Sappes, Filiouris-Fluss), in Evros (Perama), bei Kavala (Gkarizo-Lofos in Alt-kavala, Gkiola in Alt-Kavala, Thymaria, Kokkinochoma), bei Serres (Potoka Angistrou, Nigrita) und bei Drama (Lagos – Kouri).

Laut dem Investitionsplan des IGME ist die Förderung von 240 Tonnen polymetallischem und Purpurgold, 1984 Tonnen Silber, 1.500.000 Tonnen Blei und Zink und 800.000 Tonnen Kupfer geplant, die in den bestätigten Lagerstätten bei Olympiada, Stratoni, Skouries und in Thrakien bei Perama und Sappes liegen. Der finanzielle Zweig der Investition beläuft sich auf insgesamt 2,8 Milliarden Euro, von denen 1 Milliarde Euro für die konstruktiven Bedürfnisse und 800.000 für Löhne aufgewendet werden sollen.

Der Jahresumsatz wird in einer Größenordnung von 300 – 400 Millionen Euro veranschlagt. Bei vollem Ausbau des Plans werden 2.000 Arbeitnehmer in den Minen, in den Anreicherungsfabriken und in der Goldgießereieinheit beschäftigt sein, während 8.000 Arbeitsplätze auf dem sekundären und tertiären Wirtschaftssektor (Aufträge, Belieferungen, Transporte usw.) entstehen werden.

Was die Rolle der lokalen Kommunen betrifft, führt die Studie an: „In Griechenland sind die meisten lokalen Kommunen in den engen Interessen, kleinpolitischen Zweckmäßigkeiten und sterilen Ansichten, Entscheidungen und Reaktionen von Minderheitsgruppen eingeschlossen, die Ansichten und Verfahren auf eine alles andere als demokratische Weise aufzwingen und häufig auch politische Faktoren einschüchtern. Die Verzögerung in der Verwertung überlebensfähiger Reichtum produzierender Quellen entziehen die Möglichkeit des Landes, die heutigen Gegebenheiten unter Ausnutzung seiner vergleichsweisen Vorteile radikal zu ändern.

Artikel weiterlesen: Seite 1 Seite 2

  1. danalytix
    18. Oktober 2012, 05:33 | #1

    Guten Morgen, Frühaufsteher!
    deutet das hier zu lesende nicht ganz stark darauf hin, daß Deutschlands (und anderer!) Geld gern genommen wird, den Griechen „pro forma“ zu helfen, und dabei längst etwas ganz Anderes im Blick zu haben? – Daß in GR exploriert und bald auch „abgesaugt“, „abgepumpt“ und sonstwas wird, erscheint klar – Wer aber wird der WAHRE Nutznießer sein? – Wohl wie üblich, z.B. in Afrika, wo vom ausgebaggerten Gold vielleicht 1% im Lande verbleibt?

  2. V99 %
    18. Oktober 2012, 14:29 | #2

    Die Ueberschrift klingt irgendwie zynisch, in Anbetracht dessen, dass ein kanadischer Abbaukonzern, der in Nordgriechenland Verwuestungen Verursacht, und das Geld aus dem Land saugt, sich auch so nennt (Eldorado Gold/Hellas Gold) 🙁
    Die sollen 100 Arbeitslose aus der Region mit 1600€ Gehalt angelockt haben, deren erster „Job“ die Verteibung von Einheimischen war, die gegen die Zerstoerung von 26.000 Hektar Land, davon 410 Hektar Waldflaeche, demonstriert haben. Der Konzern versichert, dass nach Beendigung der Arbeit wieder „aufgeforstet“ wird. 😀
    Was den Goldabbau betrifft, kann jeder gerne mal nach dem Stichwort „Zyanid“ + „Goldabbau“ googeln. Momentan spaltet die Hellas Gold ganze Familien in der Region. Der eine Arbeitet fuer sie, der Andere streitet fuer die Natur, toll! Ich glaube nicht, dass das ganze gut fuer die Umwelt und das griechische Volk ausgeht, reine Erfahrungssache. Da waeren dann echte „Patrioten“ gefordert… wie Tsipras 😀

  3. Heinz
    19. Oktober 2012, 00:18 | #3

    Die Probleme lassen sich ja nicht weit von Griechenland aus beobachten, in Rumänien.
    Dort werden auch aus Freunden mehr oder weniger Feinde, weil der Eine sein Land verkauft der Andere nicht.
    Die Menschen müssen natürlich schon wissen, was auf die Umwelt zukommt. Das ist nicht gerade wenig, vor allem, weil bei diesem Abbau Zyanid im Spiel ist. Hochgiftig und sehr, sehr lange gefährlich.
    Die Landschaft ist anschließend nicht mehr zu erkennen, auch wenn wieder aufgeforstet wird.

  4. Vangelis
    19. Oktober 2012, 13:50 | #4

    Ich bin auch ein Grieche der scheinbar „rechtzeitig“ in ein anderes Land ausgewandert ist.
    Es tut mir aber sehr weh was ich täglich von Griechenland höre und vor allem wie manche die immer noch nicht verstanden haben worum es wirklich bei dieser Sache geht, für Aussagen machen (Massenmediengesteuert).
    Die Kommentare bei diesem Thema sind alle sehr interessant und beide m.m.n. richtig.
    Bei den meisten Länder dieser Erde die reich an Bodenschätzen sind, hungert 65% der Bevölkerung weil den Abbau immer andere Länder steeurn die wahrscheinlich vorher mit
    enorme Kredite das Land in einer schlechten und unstabilen Lage gebracht haben.
    In Griechenland scheint der Plan der gleiche gewesen zu sein.

    Die Bodenschätze werden sicher abgebaut da niemand Interesse an Mensch oder Umwelt hat. Ohne „Fremde Hilfe“ werden es aber die Griechen nicht schaffen. Die Frage ist nur wer wird es machen? Die US-EU „hilft“ ja Griechenland damit die als Schuldenerlass denen das Land um ein Stück Brot überlassen. Die Russen würden es vielleicht für mehr Brot machen das passt aber vor allem den Amis gar nicht.

    Natürlich bleibt die Umwelt auf der Strecke bei solchen Bergbauarbeiten aber ich bin mir nicht sicher ob es mir nicht lieber wäre, eine veränderte vielleicht auch schlechtere Umwelt
    bei einem griechischen und richtigen Abbau damit das Land endlich reich und unabhängig wird als ein neues Stück Deutschland mit weitere 11 Mio Roboter.

    Meine Meinung!

Kommentare sind geschlossen