Griechenland: Es reicht!

20. Oktober 2012 / Aktualisiert: 03. Juli 2013 / Aufrufe: 878

Autor: Jorgos Ch. Papasotiriou

Thema: Troika erpresst Griechenland

Verelendung. Die Kinder gehen hungrig zur Schule. Diesmal gesteht es der Bildungsminister persönlich ein. Einer von zwei jungen Menschen hat keine Arbeit. 30% der Griechen leben unterhalb der Armutsgrenze, erhalten also weniger als 6.000 Euro im Jahr. Betrag und Anteil werden in einer einschlägigen Untersuchung angeführt. Gleichfalls leben 450.000 Familien von Beihilfen und Unterstützung der Kirche und anderer sozialer Organisationen, einer von drei Griechen hat keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Und wenn wir von den Arbeitslosen und Obdachlosen sowie auch den 100.000 Kleinunternehmern sprechen, die ihre Betriebe schlossen, dann ist die humanitäre Krise in Griechenland da und ist allgemein.

Trotzdem fährt die Troika darin fort, von Austerität zu sprechen, während sogar auch die eingefleischten Neoliberalen den großen Schaden sehen, den ihre Umsetzung der griechischen Wirtschaft und Gesellschaft zugefügt hat, dass die Medizin sich offenkundig als Gift erwiesen hat, wie einige von uns warnten. Obwohl die Troika, also IWF, EZB und Deutschland jetzt ihren Fehler sehen, versuchen sie ihn durch ein Spiel der Verzögerungen zu verbergen, welches auf die Gestaltung der Szenerie für eine politische Lösung des Problems abzielt. Und dies, weil weder die griechische Verschuldung überlebensfähig ist noch das volkswirtschaftliche Programm aufgeht.

Die „Rechenmaschinen“, welche die Gläubiger repräsentieren, scheinen jedoch kein Empfinden und Prinzipien und folglich nichts zu haben, was ihnen heilig ist. Und sie verlangen noch mehr Blut. Natürlich behaupten manche, außer der Kollision der Giganten, die sich in den Verhandlungen widerspiegelt, existiere auch die inländische Opportunität.

Konkret wird gesagt, es gebe einen Kontakt der Troikaner mit griechischen Großunternehmern. Anstatt ihre Forderungen der griechischen Regierung zu übergeben, geben letztere diese der Troika und agieren wie die „Kapuzenträger“ der Besatzungszeit. Weil hier – mit den Senkungen der Löhne und Renten, der Streichung von Beihilfen, der Abschaffung der Lohnbeförderungen – symbolisch und real Massenhinrichtungen der Arbeitnehmer und Rentner stattfinden.

Lasst endlich auch die Reichen etwas zahlen. Es sollen auch die zahlen, welche halb London gekauft haben. Es kann nicht angehen, dass die übrigen Griechen, die überwältigende Mehrheit, wie Lasttiere, wie Ersatzteile von Produktionsmaschinen behandelt werden. Weil historisch der Aufschwung einer Gesellschaft, das Wachstum einer Wirtschaft niemals auf den Tod von Millionen Menschen gestützt werden konnte. Nur die ägyptischen Pyramiden, die Paläste des Zaren und andere pharaonische Projekte blutbefleckter Mächte basierten auf der Sklaverei und dem Tod. Dies kann im 21. Jahrhundert nicht erneut geschehen. Und falls es geschieht, wird es nur von kurzer Dauer sein.

Die griechische Gesellschaft, Griechenland als Staat, das griechische Volk wird entweder ein lautstarker „Es reicht!“ ausrufen oder in dem unerträglichen Arbeitsdschungel verloren gehen, den die Troikaner und die inländischen Herren gestalten.

Quelle: Giorgos Ch. Papasotiriou – Es reicht!
Deutsche Übersetzung: Griechenland-Blog

  1. 20. Oktober 2012, 11:34 | #1

    Das läuft heute simpel nach dem Machtprinzip. Solange die Folterer der europäischen Länder keine persönlichen Konsequenzen zu befürchten haben werden sie weiter die Menschen bis in den Tod quälen. Das sei übertrieben? Schaut in die Vergangenheit. Dort sind diese kriminellen Psychopathen über Millionen Leichen gegangen. Denn sie hatten nie persönliche Konsequenzen zu befürchten. Was wären das für persönliche Konsequenzen? Da wären massive Einschränkungen and Geld, Leib und Leben. Das heisst, solange diese Politiker und Bankster ihre Reichtum gniessen können wird sich nichts ändern. Ich rufe hier nicht öffentlich zur Gewalt auf, aber freiwillig geben diese „Menschen“ ihre Pfründe nie auf. Warum auch.

  2. Konstantin
    20. Oktober 2012, 20:11 | #2

    @ Euro Tanik

    genauso ist es. Unfähige Politiker haben das Griechenland eingebrockt. Das Volk hungert und die Politiker, sowie die Reichen, genießen weiterhin ihre Feudalherrschaft.
    Dank Troika verdienen sie noch am Elend der Bevölkerung.

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