Griechenland 2016 größter Goldproduzent Europas

13. Oktober 2012 / Aktualisiert: 26. September 2017 / Aufrufe: 3.161

Die Eldorado Gold Corporation strebt für ihre beiden Minen auf Chalkidiki und ein weiteres Projekt bei Perama für 2016 eine Produktion von ungefähr 345.000 Unzen Gold an.

Laut der Agentur Bloomberg kann Griechenland innerhalb von vier Jahren Finnland als größten Goldproduzenten Europas überholen, da die zuständigen griechischen Behörden Vereinbarungen „deblockieren“, die wegen der Bürokratie und der Umweltbestimmungen für mehr als zehn Jahre „auf Eis“ blieben. Mit einer Fördermenge von 220.000 Unzen Gold im vergangenen Jahr (2011) liegt Finnland auf Platz 40 der internationalen Rangliste der Goldproduzenten. Die Eldorado Gold Corp und die Glory Resources Ltd bauen jedoch vier Minen aus, die Griechenland bis 2016 zum größten Goldproduzenten Europas machen können.

Die Goldförderung beginnt „Gas zu geben“, seitdem Griechenland das sogenannte Fast Track Programm zur Genehmigung von Projekten begonnen hat. Die beiden kanadischen und australischen Gesellschaften erklärten, dass ihre Projekte die 16.000 Unzen Gold, welche das Land im Jahr 2011 produzierte, bis 2016 um ungefähr 425.000 Unzen Gold im Wert von 757 Mio. Dollar (Spot-Preis des 05 Oktober) aufstocken werden.

Laut dem Präsidenten der Glory Resources, Jeremy Warthall, „gibt es klare Beweise, dass Griechenland die Möglichkeiten seiner Erzindustrie wahrgenommen hat. Den Politikern wird immer mehr bewusst, dass eine Haltung zu Gunsten der Förderung wegen der Aussichten auf Schaffung von Arbeitsplätzen angebracht ist.

Laut der U.S. Geological Survey war Griechenland im Jahr 2010 der größte Produzent von Bauxit in Europa und weltweit der größte Lieferant von Perlit. Das Gold ist derzeit das einzige Metall, welches in die Fast Track Programme eingegliedert wird.

Position der Eldorado Gold Corporation in Griechenland

Durch den Aufkauf der European Goldfields erwarb die Eldorado Gold Corporation im vergangenen Jahr drei Minen. Die Gesellschaft entwickelt die Minen der European Goldfields bei Skouries und Olympia (beide auf der Halbinsel Chalkidiki) sowie auch das Projekt bei Perama (Thrakien). Diese drei Minen werden bis 2016 ungefähr 345.000 Unzen Gold produzieren, während die Glory Resources Limited einschätzt, dass die Mine bei Sappes (bei Alexandroupoli) eine Produktion von ungefähr 80.000 Unzen jährlich haben wird.

Laut einer Untersuchung der BMO Capital Markets werden auf Griechenland im Jahr 2016 ungefähr 21% der Goldproduktion von 1,7 Mio. Unzen der El Dorado entfallen. In diesem Jahr (2012) strebt die Gesellschaft eine Produktion von 660.000 Unzen an. Auf Basis der Prognose Bloombergs werden die griechischen Aktivitäten der Eldorado im Jahr 2016 um 500 Mio. Dollar höhere Jahreseinnahmen abwerfen (mit der Unze bei 1.500 Dollar).

Seit der Realisierung des Aufkaufs hat die Eldorado ihre Belegschaft in Griechenland auf 800 Beschäftigte verdoppelt und plant, sie mit dem völligen Ausbau ihrer Produktion auf 1.500 Personen aufzustocken. Die Glory Resources erklärt ihrerseits, mit Aufnahme der Produktion ungefähr 200 Arbeitnehmer beschäftigen zu werden.

Die Gesellschaft erklärt, 20% Steuern an Griechenland zahlen zu werden, wo es derzeit noch keine Nutzungsrechte gibt. Weiter führt die Firma an, sie habe vor, ungefähr 1% ihrer Einnahmen an die lokalen Kommunen zu zahlen, bis die Nutzungsrechte in Kraft gesetzt werden. Die Glory prognostiziert, auf Basis eines Goldpreises von 1.200 Dollar pro Unze während der aktuell geschätzten Lebensdauer des Projekts ungefähr 80 Mio. Dollar an Steuern und 22 Mio. Dollar an Nutzungsrechten zahlen zu werden. Die Entdeckung weiterer Vorkommen würde zu einer Verlängerung der Lebensdauer der Mine und der Bezahlung der Steuern und Nutzungsrechte führen.

Die Minen bei Skouries und Olympia auf Chalkidiki liegen in Zentralmakedonien, einem Gebiet mit 25,1% Arbeitslosigkeit Ende des 2. Quartals 2012. Ostmakedonien und Thrakien, wo die Mienen bei Perama und Sappes liegen, verzeichneten eine Arbeitslosigkeit von 24%. Beide Raten liegen über dem nationalen Durchschnitt. In Griechenland, welches das fünfte aufeinanderfolgende Jahr der Rezession durchschreitet, wurden 2012 auf dem Erz- und Fördersektor im 2. Quartal 10.500 Arbeitsplätze verzeichnet.

Ungeheurer Wandel wegen der Wirtschaftskrise

Laut dem Vizepräsidenten und Generalspräsident der Eldorado in Griechenland, Eduardo Moura, und Herrn Sharpe, der heute geschäftsführender Vorstand der Euromax Resources ist, hat die gestiegene Arbeitslosigkeit zur regierungsseitigen Unterstützung der Erzförderung geführt. 2011 setzte Griechenland das Programm „Fast Track“ um, damit die Investitionen in Projekte von nationaler Bedeutung – einschließlich auch der Goldminen – stimuliert werden. Das Ministerium für Umwelt, Energie und Klimawandel (YPEKA) hat die Erteilung von Genehmigungen beschleunigt.

Als wir in Griechenland waren, beobachteten wir dort einen ungeheuren Wandel wegen der Wirtschaftskrise„, merkte Sharpe an. „Mit dem zurückgehenden Tourismus und der Eurokrise hatten sie in Wirklichkeit keine andere Wahl.

Die European Goldfields versuchte über mehr als fünf Jahre, die Umweltgenehmigungen für die Goldförderung in den Minen bei Skouries und Olympia zu erhalten. Die Aktie der Gesellschaft verzeichnete zweitweise einen Fall oder Anstieg von jeweils über 10%, wenn in die Hände der Investoren Berichte oder Gerüchte über Verzögerungen oder anstehende Genehmigungen der Genehmigungen gelangten.

Die TVX Gold war wiederholt mit den lokalen Behörden kollidiert und hatte sich vor Gericht wiedergefunden, und als ihre Genehmigungen für Olympia für rechtswidrig befunden und annulliert wurden, zog sie sich 2003 aus Griechenland zurück. Die TVX hatte für die Entwicklung von Gold-Projekten im Land mehr als 250 Mio. Dollar aufgebracht.

Die TVX verwaltete ebenfalls die Mine bei Stratoni, die geschlossen wurde, als die griechischen Behörden der Gesellschaft die Einstellung ihrer Aktivitäten befahl, weil einer der Stollen unter einem in der Nähe gelegenen Dorf verlief. Die Anwohner befürchteten, die Gesellschaft werde die Förderung unter ihren Häusern beginnen.

Umweltorganisationen und lokale Opposition verhindern Goldförderung

Laut Sharpe stellen die Umweltorganisationen und die lokale Opposition weiterhin das größte Hindernis für die Förderung von Gold in Griechenland dar. Herr Moura, Generaldirektor der Eldorado in Griechenland, „wettete“ jedenfalls mehr als 3 Mrd. Dollar darauf, dass die Einwände bezüglich der Ausweitung der Forschungen nach Gold in Griechenland nachlassen werden. Die Gesellschaft plant, in den nächsten fünf Jahren ungefähr 1 Mrd. Dollar zu investieren.

Ich denke, die Menschen werden begreifen, dass wir Teil der Lösung sind, dass ein Teil des wirtschaftlichen Aufschwungs auf den Minen beruhen wird„, merkte er an. „Ich bin überzeugt, dass diejenigen, die gegen unsere Projekte sind, verstehen werden, dass die Erzförderung eine positive Kraft des Wechsels darstellen kann.

Die Gesellschaft des Steve Sharpe versuchte drei Jahre lang, die griechischen Behörden zu überzeugen, ihr eine Genehmigung zur Goldförderung zu erteilen. Und bevor die Genehmigung schließlich in diesem Jahr erteilt wurde, gab es für den außerordentlich niedrigen Preis der Aktie der European Goldfields ein Aufkaufangebot. „Ich würde nie wieder nach Griechenland gehen„, erklärt der ehemalige Leiter der Abteilung für Unternehmensentwicklung der kanadischen Gesellschaft, der ausschied, um die Leitung einer anderen Abbaugesellschaft in der benachbarten FYROM zu übernehmen.

Wie Bloomberg vertritt, sind Verzögerungen wie jene, denen Sharpe begegnete, jetzt, wo der wirtschaftliche Zusammenbruch Griechenlands die Regierung dazu treibt, schleunigst die Schaffung von Arbeitsplätzen zu verfolgen, weniger üblich.

(Quelle: Imerisia)

  1. Karlie
    13. Oktober 2012, 23:11 | #1

    Solange Griechenland seine Resourcen an ausländische Gewinnmaximierungsgesellschaften verscherbelt wird es auch nicht auf einen grünen Zweig kommen. Das gilt ebenso für die Ölvorkommen.
    Solange die mafiösen Seilschaften in der Politik und Wirtschaft bestehen wird das Volk leer ausgehen. Die Bevölkerung sollte endlich aus ihrer Resignation erwachen.

  2. kokkinos vrachos
    15. Oktober 2012, 23:42 | #2

    Gegen den geplanten Goldabbau im Dorf Skouries durch den kanadischen Konzern Eldorado Gold gab am 9. September diese Jahres Proteste. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein, mindestens 15 Menschen wurden festgenommen.

    In dem Dorf und der Umgebung gibt es schon seit Jahren Widerstand gegen den Bau einer Goldmine, da dafür eine große Fläche an Wald zerstört werden soll.

    Berichte, Fotos und Videos von den Protesten vom 9.9. hier:
    http://blog.occupiedlondon.org/2012/09/10/thousands-clash-with-police-resisting-gold-extraction-in-the-village-of-skouries-in-chalkidiki-northern-greece/

    https://athens.indymedia.org/front.php3?lang=el&article_id=1420786

    Am 12.10. dem demonstrierten erneut 50 Frauen. Bis jetzt wurden 3.300 Hektar Wald zerstört.


    Hier die HP der Hellenic Mining Watch – Widerstand gegen zerstörerische Bergbau in Griechenland:
    http://antigoldgreece.wordpress.com/

    und bei Facebook:
    http://www.facebook.com/antigold

  3. Roditisa
    16. Oktober 2012, 08:08 | #3

    Nicht nur soll Wald zerstört werden, der Abbau des Metalls macht den Einsatz von hochgiftigen Chemikalien nötig. Die Menschen vor Ort fürchten, dass diese Gifte ins Grundwasser gelangen könnten.
    Außerdem würden durch die Mine nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, es würden in Landwirtschaft und Tourismus welche verloren gehen. Jedenfalls wurde das so gestern in den Nachrichten des Fernsehsenders „Sky“ dargestellt.

  4. Götterbote
    16. Oktober 2012, 14:50 | #4

    Spätestens hier gilt es sich mit aller Macht dagegen zu wehren.

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