Zinswucher in Kfz-Pfandhäusern in Griechenland

27. September 2012 / Aktualisiert: 26. September 2017 / Aufrufe: 541

Das Entwicklungsministeriums in Griechenland warnt die Verbraucher vor Praktiken der Kfz-Pfandhäuser und empfiehlt, sich an die staatliche Pfandbeleihung zu wenden.

Die Behörde des Verbraucher-Ombudsmanns in Griechenland stellte in Kfz-Pfandhäusern Praktiken des Zinswuchers fest und übermittelte nach den Ermittlungen die einschlägige Akte an die Staatsanwaltschaft, das Sonderdezernat für Wirtschaftsverbrechen (SDOE) und die Schwarzgeld-Behörde.

Bei einer Pressekonferenz des Staatsekretärs des Entwicklungsministeriums Thanasis Skordas und des Verbraucher-Ombudsmanns Evangelos Zerveas wurden enthüllende Einzelheiten über die Arbeitsweise dieser Unternehmen gegeben. Laut Herrn Zerveas kann der jährliche Zinssatz bis zu 150% erreichen, während der Eigentümer, der sein Fahrzeug verpfändet, Erpressungen und Belastungen zum Opfer fallen kann, von denen er vorab keine Kenntnis hatte.

„Nebenkosten“ treiben effektive Belastung auf bis zu 150% jährlich

Die Arbeitsweise der Kfz-Pfandleihen stellt sich laut den Beschreibungen folgendermaßen dar:

  1. Die Firmen werben mit der Vergabe von Krediten zu einem monatlichen Zinssatz von 0,75% und mit einziger Sicherheit das Fahrzeug des Interessenten.
  2. Der Interessent nimmt Kontakt zu dem Pfandleiher auf und bringt sein Auto mit.
  3. Der Pfandleiher schätzt den Handelswert des Wagens. Die beständige Taktik ist, einen Kredit in Höhe des halben Fahrzeugwertes zu gewähren. Hat also beispielsweise das Fahrzeug einen Wert von 5.000 Euro, beträgt der Kredit, den er dem Fahrzeugbesitzer gewährt, 2.500 Euro. Dann erfährt der Besitzer, dass er außer dem Betrag des ihm gewährten Kredits und den Zinsen für das Geld auch die Kosten für eine gemischte Versicherung, die Abstellung des Fahrzeugs rund um die Uhr und die Bewachung des Fahrzeugs abzahlen muss. Die Versicherungsbeiträge und Bewachungsgebühren betragen monatlich ab 15 Euro je 1.000 Euro der Kreditsumme, während die Abstellgebühren sich von 190 bis 210 Euro bewegen. Zusätzlich wird dem Eigentümer des Fahrzeugs auch eine einmalige „Bearbeitungsgebühr“ von 150 Euro in Rechnung gestellt.
  4. Es wird der einschlägige Vertrag über die Pfandbestellung mit einer anfänglichen Dauer von 1 bis 3 Monaten abgeschlossen. Somit entrichtet der Pfandgeber mit Ablauf des Zeitraums den gesamten betrag, um seinen Wagen zurückzuerhalten.
  5. Kann der Pfandgeber den ihm geliehenen Betrag nicht begleichen, wird der Vertrag für einen kleinen Zeitraum (üblicherweise ein Vierteljahr) erneuert, nebst allen vorstehend angeführten Ausgaben. Kann er den Betrag wieder nicht begleichen, erhält das Pfandhaus die Berechtigung zur Veräußerung des Fahrzeugs. Wenn dem Fahrzeugeigentümer der Betrag bewusst wird, den er zurückzahlen muss, willigt er üblicherweise in die Veräußerung ein und das Leihhaus verdient mehr als den verliehenen Betrag.

Beispielsweise erhält für ein Fahrzeug im Wert von 5.000 Euro der Eigentümer einen Kredit in Höhe von 2.500 Euro. Er zahlt im ersten Monat 19 Euro Zinsen, für die Versicherung des Fahrzeugs 38 Euro, für die Aufbewahrung 38 Euro, für den Stellplatz 200 Euro und eine Bearbeitungsgebühr von 150 Euro. Der Gesamtbetrag, den der Fahrzeugbesitzer zurückzahlen muss, erreicht im ersten Monat 2.944 Euro, bei einer Gesamtbelastung von 17,75%. Im dritten Monat steigt der zurückzuzahlende Betrag auf 3.531 Euro, bei einer Gesamtbelastung von 41,25%, und wenn er das Fahrzeug für 12 Monate stehen lässt, schnellt der Betrag auf 6.175 Euro hoch, bei einer Gesamtbelastung von 147%.

Herr Zerveas erklärte, dass die Fahrzeug-, aber auch Gold-Pfandleihen nach der Liberalisierung der Berufe einfach mit einem Antrag an das lokale Polizeirevier eröffnet werden, unter Beibringung eines „sauberen“ Strafregisterauszugs oder einer diesbezüglichen eidesstattlichen Erklärung.

Thanasis Skordas empfahl den Verbrauchern einerseits, diese Unternehmen zu meiden, und andererseits, sich alternativ an die staatliche Pfandbeleihung wenden zu können. Konkret akzeptiert die Postbank Gegenstände im Wert von 5.000 Euro als Pfänder und gewährt Kredite mit einem Zinssatz von ungefähr 10%. Der Staatssekretär gab ebenfalls bekannt, mit dem zuständigen Ministerium für Zivilschutz die Möglichkeit erörtern zu werden, strengere Voraussetzungen für die Vergabe der Pfandhaus-Genehmigungen zu schaffen.

Es sei angemerkt, dass in Athen und Thessaloniki (offiziell) sieben Pfandleihen für Kraftfahrzeuge und Freizeitboote betrieben werden.

(Quelle: Imerisia)

  1. Schlaui
    27. September 2012, 08:44 | #1

    Wo Aas ist, sammeln sich die Geier …

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