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Wirbel um Kopfsteuer für Immobilienbesitzer in Griechenland

Wirbel um Kopfsteuer für Immobilienbesitzer in Griechenland

23. September 2012 / Aktualisiert: 26. September 2017 / Aufrufe: 1.021

Medien in Griechenland berichteten über über eine geplante neue Kopfsteuer für Immobilienbesitzer, was jedoch schließlich von dem Premierminister dementiert wurde.

Am vergangenen Donnerstag (20 September 2012) sickerten in Griechenland überraschend neue Informationen über die die auf dem Tisch der Verhandlungen mit der Troika befindlichen Maßnahmen durch, laut denen die Inspektoren der Troika von dem griechischen Finanzministerium verlangten, das Paket der 11,8 Mrd. Euro um zusätzliche 2 Mrd. Euro aus der Besteuerung zu ergänzen, damit die Abweichungen von dem diesjährigen Haushalt ausgeglichen werden.

Die selben Informationen führten an, der Wirtschaftsstab der griechischen Regierung habe unter dem Druck der Troika eine neue Sonderabgabe auf den Tisch gebracht, die von allen erhoben werden soll, die Einkommen aus der Vermietung von Immobilien (Wohnungen, gewerblichen Räumen, Grundstücken, Feldern u.a.) erzielen. Der Mindestbetrag der Steuer würde 150 Euro für jeden Eigentümer betragen und in Kombination mit der Höhe des Einkommens aus Mieteinnahmen ansteigen. Weiter soll ein Funktionär des Finanzministeriums erklärt haben, die Staffelung der Sonderabgabe sei noch nicht festgelegt worden.

Diese – Quellen der Parteizentrale der PASOK-Partei zugeschriebenen – Berichte verursachten verständlicherweise großes Aufsehen, woraufhin Premierminister Antonis Samaras sich veranlasst sah, am Freitag (20 September 2012) die angeblich geplante Einführung einer solchen Sonderabgabe kategorisch zu dementieren.

Grundlegende Änderungen bei der Besteuerung natürlicher Personen

Die Informationen, der Wirtschaftsstab der griechischen Regierung bereite auf Befehl der Troika ein neues Steuerpaket von 2 Mrd. Euro vor, welches unter anderem die Besteuerung der Selbständigen mit einem Steuersatz von 20% – 30% ab dem ersten Euro vorsieht, wurden allerdings nicht dementiert.

Parallel soll die Senkung des Spitzensteuersatzes für natürliche Personen von derzeit 45% (unter Anwendung einer neuen Steuerskala und Beschränkung der Steuerstufen auf 3 oder 4 von derzeit 8) und die Abschaffung der indizienbasierten und pauschalen Besteuerung geplant sein, wobei sich die Basisachsen des neuen Steuersystems folgendermaßen darstellen sollen:

1. Das System der Einkommensbesteuerung für Selbständige und Inhaber von Personenunternehmen wird von Grund auf umgekrempelt, da sie nicht mehr wie bisher auf Basis der für natürliche Personen geltenden Steuerskala, sondern auf Basis des Systems besteuert werden, welches für die Gesellschaftsunternehmen (AG, GmbH) gilt. In diesem Rahmen ist eine Besteuerung des Einkommens mit 20% – 30% geplant – und zwar ab dem ersten Euro, da für Gewerbetreibende der Steuerfreibetrag von 5.000 Euro abgeschafft wird.

Diese Maßnahme wird zusätzliche Belastungen für 800.000 Steuerpflichtige herbeiführen, da sich allein die aus der Streichung des Steuerfreibetrags resultierende zusätzliche Steuer auf 1.500 Euro belaufen wird. Informationen zufolge werden von dem neuen System jene Steuerpflichtigen ausgenommen sein, die auf Basis von Dienstleistungsquittungen entlohnt werden und in einem abhängigen Arbeitsverhältnis stehen, sofern ihr Einkommen eine konkrete Höhe nicht übersteigt.  (Anmerkung: Hierbei handelt es sich um eine weit verbreitete Form der Scheinselbständigkeit in Griechenland, in deren Rahmen der Arbeitnehmer mit allen daraus resultierenden Konsequenzen „Unternehmer“ eingestuft wird.)

2. Der Steuerfreibetrag für Arbeitnehmer und Rentner bleibt erhalten, jedoch werden ihre Einkommen gemäß einer neuen Steuerskala besteuert werden, die weniger Steuerstufen – mit entsprechend angeglichenen Steuersätzen – aufweisen wird. Das Sichere ist, dass der Spitzensteuersatz gesenkt werden wird, der heute 45% beträgt und den 100.000 Euro übersteigenden Teil des Einkommens betrifft.

In den Absichten des Ministeriums liegt, die Besteuerung natürlicher Personen schrittweise mit jener der Unternehmen zu harmonisieren.

3. Für die Gesellschaftsunternehmen (AG, GmbH) wird die derzeit zusammen mit der Besteuerung der Dividenden 42,5% erreichende Gesamtsteuerlast gesenkt werden. Ziel ist, dass die Belastung 30% nicht übersteigt, da das strategische Ziel die einheitliche steuerliche Behandlung der natürlichen Personen und der Unternehmen ist.

4. Die Systeme der indizienbasierten und pauschalen Besteuerungen sollen abgeschafft und alle Unternehmen auf Basis ihrer Bücher und Unterlagen besteuert werden. Somit wird beispielsweise auch der Sonderstatus abgeschafft, der für die Bauunternehmen mit Büchern der 2. Kategorie gilt und gemäß dem die Reingewinne pauschal auf 20% ihrer Umsätze veranschlagt werden.

Das System der gegenstandsbezogenen Pauschalbesteuerung für die Landwirte und Viehzüchter soll dagegen bestehen bleiben. (Anmerkung: Das System der pauschalen Besteuerung der Kleinbauern mag letzteren zwar eine reguläre Buchführung ersparen, bringt dem Fiskus jedoch auf der anderen Seite dermaßen hohe Steuereinnahmen ein, dass eine Abschaffung einem „Schuss ins eigene Bein“ gleichkommen würde.)

Schließlich kündigt das Finanzministerium ausgedehnte Datenrecherchen neuen Typs unter Einsatz aller modernen Werkzeuge an, um „heimliche“ und ungemeldete Einkommen, illegale Bereicherungen und die Bewegung von „Schwarzgeldern“ ausfindig zu machen.

(Quellen: Imerisia, in.gr)

  1. Zwingmann
    23. September 2012, 12:27 | #1

    Die griechische Bevölkerung kann tun und lassen, was sie will, sie wird gequält. Unter Spiegel online ist gerade zu lesen, dass die Terrororganisation Troika in Griechenland ein doppelt so hohes Haushaltsloch festgestellt hat.
    Warum stellt niemand einfache Fragen: Warum hat Griechenland so viele Schulden? Wer hat davon profitiert? Welche Banken in Griechenland haben den meisten Vorteil von der Krise, mit Sicherheit ist da Goldman Sachs darunter, die skrupellos die EU-Diktatur in Kooperation mit Draghi, Monti, Merkel, Barroso, Schäuble, Rehn und van Rumpoy wollen.
    Kämpft dafür, dass ihr einfach aufhört zu zahlen, ihr müsst nicht für Banken und Eure beiden Mafiaparteien bezahlen, jagt sie einfach weg, streikt sie weg. Stellt euch einfach vor, dass sie Gesetze beschließen und fast niemand diesen Gesetzen folgen wird.

    Venceremos

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