Finanzministerium in Griechenland recherchiert deutsche Reparationen

5. September 2012 / Aufrufe: 5.224

Das Finanzministerium in Griechenland hat begonnen, Daten über die Gesamtsumme der deutschen Kriegsentschädigungen zusammenzutragen.

Wie der stellvertretende griechische Finanzminister Christos Staikouras vor dem Parlament anführte, versucht das griechische Finanzministerium (YPOIK), den Betrag der deutschen Reparationsleistungen an Griechenland zu bestimmen.

In seiner Antwort auf eine aktuelle Anfrage des Abgeordneten der Unabhängigen Hellenen, Notis Marias, unterstrich Herr Staikouras, die Bemühung zur Bestimmung des Betrags der Kriegsentschädigungen sei zum ersten Mal von den Dienststellen der staatlichen Rechnungszentrale in Angriff genommen worden. Er teilte mit, dass sogar bereits die Zusammentragung des Archivmaterials eingeleitet worden ist und ein Team von Sachverständigen gebildet werden wird, das sich mit der detaillierten Erfassung des Archivs befassen wird.

Angesichts der Tatsache, dass die Fakten über diese Angelegenheit nicht in einem einheitlichen Archiv oder an einem konkreten Ort konzentriert sind, wurde die Anweisung gegeben, die mögliche Existenz von Archivmaterial auch bei anderen Direktionen der Rechnungsstelle zu überprüfen. Allein das Material, welches sich bei einer der Direktionen der staatlichen Rechnungszentrale (konkret der 25.) befindet, besteht aus 17 ledergebundenen Bänden mit je 2.800 Seiten.

Wie Vizefinanzminister Staikouras erklärte, besteht die Anhängigkeit in der vorliegenden Sache weiterhin, und „als Staat behalten wir uns das Recht und die Möglichkeiten bezüglich ihrer Handhabung und des zufriedenstellenden Ausgangs vor„.

(Quelle: in.gr)

  1. Alexander
    5. September 2012, 15:02 | #1

    Typischer Populismus von griechischen Politikern.
    Was ist denn, wenn sich herausstellt, dass die Griechen noch Reperationszahlungen fordern können. Von wem wollen sie diese Zahlungen denn fordern? Die heutige deutsche Generation hat doch absolut nichts mehr mit den damaligen Verbrechen zu tun. Wenn die Griechen das tatsächlich durchziehen, dann bin ich mir sicher, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland dafür ist, Griechenland über die Klinge springen zu lassen. Kein Nachlass mehr, vollständige Eintreibung der bisher gewährten Kredite und Einfuhrkontrollen für griechische Produkte, innerhalb von 24 Stunden wäre Griechenland nicht mehr existenzfähig, von daher, nur zu, geht eurem Populismus nach, ihr entsorgt euch dadurch selbst.

  2. Wanderer
    5. September 2012, 15:18 | #2

    Aus gegebenem Anlass sollte eine Bestimmung der griechischen Reparationszahlungen für die letzten 4000 Jahre vorgenommen werden.

    Bei solchen Meldungen schwillt mir echt der Hals an. Da ist schlagartig jede Solidarität hinfällig.

  3. tabascofan
    5. September 2012, 15:56 | #3

    Natürlich kommt nix dabei raus. Aber man kann eine neue Behörde schaffen und ein paar Dutzend Beamtenstellen. Und – ganz wichtig – ablenken von so unangenehmen Themen wie Steuerhinterziehung, Steuerflucht, Klientelwirtschaft usw.

  4. Tadaaaaaa
    5. September 2012, 16:03 | #4

    Hallo Ihr Zwei,

    das ist Satire.

    Also, nicht aufregen. Lachen!!!

  5. γιαούρτι γιαουρτάκι
    5. September 2012, 16:29 | #5

    Bei jedem Scheiss darauf verweisen, daß Griechenland immer von denselben Familien kontrolliert wird und die Wähler auch noch selbst Schuld seien, weil sie die ja wählen, gilt das für Deutschland natürlich überhaupt nicht. Da dürfen dann Reparationen solange gespart werden bis man anschliessend sagen kann wir waren’s eh nicht und die sind doch eh schon alle tot. Wobei der Betrug von Helmut Kohl natürlich erst 20 Jahre her ist: „Was, Reparationen?
    Aber doch nur nach der Wiedervereinigung. Deshalb nennen wir die kackfrech Beitritt.“
    Dabei handelt es sich bei den zögerlich gefundenen Akten eh nur um Ansprüche von max. 7,5 Milliarden. Darüber wird man dann einen Kompromiss finden und sich vom ganzen Rest frei kaufen. Es sei denn Manolis Glezos kommt in Amt und Würden und kann dann eine ganz andere Rechnung aufmachen…

  6. Jörg
    5. September 2012, 16:34 | #6

    Reparationen können (sollten eigentlich) nur auf Grundlage des Völkerrechts eingefordert werden.
    Wenn es stimmt, daß es wegen fehlendem Friedensvertrag keinen unabhängigen deutschen Staat gibt, gegen wen sollen denn dann diese Forderungen erhoben werden?
    Einerseits leben wir in einer staatenübergreifenden TransferEU, andererseits sollen zwichenstaatliche Forderungen aus vergangenen Kriegszeiten erhoben werden.
    Die EU ist offensichtlich ein Molloch aus Fortgesetzten Vertrags- und Rechtsbrüchen wo alle sich regelmäßig hintergehen.
    Diese Form von „Wahlkampf“ ist dann die Folge davon.

  7. Fred
    5. September 2012, 16:38 | #7

    Ich schlage vor, dass wir die Rechnung dann gleich an die damals kriegsauslösenden Italiener weiter leiten, denen wir Deutschen nur zur Hilfe gekommen sind, weil sie es allein nicht auf die Reihe gebracht haben. Entsprechend würde sich auch anbieten, dass unser Verteidigungsministerium die Kosten der damaligen Mission ermittelt und den Italienern mit Zinsen ebenfalls in Rechnung stellt.

  8. Elgreco
    5. September 2012, 16:43 | #8

    Vielleicht sollte man sich mit den Fakten erst einmal vertraut machen, bevor man so ein Schwachsinn von sich gibt. Es gibt Verträge, die nicht annulliert wurden und noch Gültigkeit besitzen. Schließlich beharrt doch Deutschland so sehr auf die 100 % Erfüllung der Vereinbarung. Da ist es doch fair, wenn die Deutschen, als gutes Beispiel, auch ihre Verpflichtungen/ Verträge mal, gegenüber Griechenland, erfüllen würden.

    @Alexander
    „Wenn die Griechen das tatsächlich durchziehen, dann bin ich mir sicher, daß die Mehrheit der Menschen in Deutschland dafür ist, Griechenland über die Klinge springen zu lassen.“

    Ein Großteil der Politik, Medien und Leute in Deutschland haben dieses schon längst gemacht, und nichts ausgelassen, was dem Land schaden könnte. Schlimmer kann es nicht mehr werden. ;-).

    Aber keine Sorge, Deutschland hatte schon immer ein gutes Händchen und das nötige Kapital, in Griechenland, die richtigen Personen zu schmieren. Da wird nichts auf Deutschland kommen. Man braucht keine 17 Leder gebundenen Bände mit je 2.800 Seiten zu sichten. Was absolut sinnfrei ist. Da reicht nur ein Blick auf dem gültigen Vertrag, und die beschlossenen Vereinbarungen. Also nicht anderes außer ein Versuch die griechische Bevölkerung, wieder einmal zu betrügen.

  9. Olivenbaum
    5. September 2012, 16:46 | #9

    Es ist leichter Archivmaterial zu sichten als latente Steuerhinterzieher im eigenen Staate abzukassieren.

    Die Bundesrepublik Deutschland ist nicht Rechtsnachfolger des untergegangenen Deutschen Reiches, jedenfalls solange nicht, als wir über keinen Friedensvertrag mit den Allierten verfügen.

    Griechenland, wie auch alle anderen Staaten die im Zweiten Weltkrieg irgendwie geartete Forderungen geglaubt gehabt zu haben, wurden trotzdem von der Bundesrepublik Deutschland durch bilaterale Verträge entschädigt. So hat Griechenland für entstandene Kriegsschäden eine Summe von knapp unter 70 Millionen DM bereits in den 60´er Jahren erhalten. Es wurde dabei vertraglich vereinbart ( schriftlich ) das mit dieser Entschädigung alle Ansprüche auch für die Zukunft abgegolten sind!

    Ich mache keinen Urlaub in Griechenland!

  10. tabascofan
    5. September 2012, 17:00 | #10

    @Tadaaa
    Nein, Satire ist das nicht. Nur der Versuch, aus dem reichen Deutschland noch ein paar Milliarden mehr rauszuleiern.

  11. johnny
    5. September 2012, 17:33 | #11

    Reparationen koennen diesbezueglich nur nur gegen das Deutsche Reich gestellt werden. Da die BRD weder Rechtsnachfoger noch ein eigenstaendiger souveraener Staat ist, wird da auch nichts draus.
    Personen aus Italien und Griechenland hatten dies bereits versucht und wurden dann im Februar 2012 vom eurpaeischen Gerichtshofs eines besseren belehrt.

  12. Götterbote
    5. September 2012, 17:47 | #12

    @Olivenbaum
    Und es ist scheinbar leichter, irgendeinen Schwachsinn in die Welt zu setzen, als ich vernünftig zu informieren. Denn es ist NICHT vertraglich vereinbart, dass mit dieser Entschädigung alle Ansprüche abgegolten sind.

  13. Alexander Wunderlich
    5. September 2012, 17:57 | #13

    Napoleon war doch auch hier eingefallen. So sollte man die Rechnungen gleich rings herum reichen

  14. Götterbote
    5. September 2012, 18:00 | #14

    @Fred
    Niemand hat die Deutschen gezwungen, den Italienern zu helfen.

  15. s.Braun
    5. September 2012, 20:21 | #15

    Die Griechen sollten mal anfangen bei ihren Steuersündern zu recherchieren! Die Hand, die einen füttert, beißt man nicht !

  16. Miv
    5. September 2012, 21:20 | #16

    Wir hätten nichts dagegen, wenn die Deutschen, Italiener und Franzosen in Griechenland einmarschieren würden, um offene Schulden mit militärischer Gewalt einzutreiben.

  17. 5. September 2012, 21:30 | #17

    Die BRD ist nicht Rechtsnachfolger des 3 Reiches. Somit schliessen sich Reparationszahlungen aus. Sippenhaft ist international auch verboten. Warum sollte ich für meinen Opa zahlen?
    Die Griechen haben noch nie selber für Schäden durch die Kriege gezahlt die sie selber verursacht haben. Das macht fast niemand. Nur der Michel ist so blöd.
    Griechenland (nicht jeder Büger) haben von der EU ungerechtfertigt und ohne Gegenleistung bisher hunderte von Milliarden erhalten. Aus Steuerzahlertöpfen, auch hauptsächlich aus Deutschland als grösster Nettozahler. Zieht man diese immensen Zahlungen von den imaginären Reparationen ab, müsste Deutschland wahrscheinlich noch ne Menge Knete zurückbekommen. Also besser die Klappe halten ihr lieben Griechen. Sonst zahlt ihr demnächst an die Trojaner LOL

  18. Heinz
    5. September 2012, 22:06 | #18

    Ein furchtbares Geschnatter hier und dann auch noch völlig substanzlos. Jetzt wartet doch einfach ab. Mal sehen was kommt. Und dann sehen wir weiter.
    Und wenn dann tatsächlich Griechenland etwas zu bekommen hat, dan solls halt so sein. Daran wird D nicht zugrunde gehen, eher schon an den Zahlungen an die Banken bzw. die Bürgschaften. Denn die verdienen schon wieder Geld, geben jedoch nichts zurück. Unsere heutige Regierung will das so. Wir haben also völlig andere und größere Probleme als Rep-Zahlungen an Griechenland.

  19. einer der sich wundert
    5. September 2012, 22:07 | #19

    was ist hier los, sagt sind hier nur bild leser unterwegs :(. das was die meisten hier schreiben kann einen europaer nur zum weinen bringen, echt traurig sowas :(. zum thema: das recht dazu hatt griechenland schon, aber sie werden es jetzt (wenn ueberhaupt), nicht ernsthaft fordern. wenn das stimmt was da im artikel steht, wird es wohl eher ein konter zu laeuden wie soeder und seinesgleichen sein und sonst nichts (i hope so). vielleicht sollten die europaeischen politiker mal mit guten beispiel voran gehen und NICHT gegeneinander hetzen, damit das „einfache“ volk es ihnen endlich mal nach machen kann und aufhoert sich gegenseitig alles zu heißen. gruss ein europaer

  20. Alexander
    5. September 2012, 23:16 | #20

    @einer der sich wundert
    Wieso sollte es einen Europäer zum Weinen bringen? Die Griechen haben 1 Jahrzehnt gelogen, betrogen und die anderen Länder an der Nase herumgeführt, jetzt, wo die Quittung auf dem Tisch liegt, wollen sie die Zeche prellen.

    Niemand hat das griechische Volk dazu gezwungen, Steuerhinterziehung und Korruption als Volkssport zu betreiben, niemand hat das Volk dazu gezwungen, solch inkompetente und korrupten Politiker zu wählen. Die meisten Probleme, die Griechenland besitzt, sind hausgemacht, die Verlagerung der Privatschulden in die öffentliche Hand, ist ein anderes Thema.

    Griechenland muss massive Strukturreformen durchführen, dazu gehört vor allem der Abbau, des riesigen Verwaltungsapparates, dann die Liberalisierung der Märkte und der Abbau von unsinnigen Vorschriften.

    Wenn sie dazu nicht bereit sind, müssen sie halt die harte Tour spüren, denn anders scheinen sie es nicht zu verstehen oder zu lernen.

  21. Wufko
    5. September 2012, 23:39 | #21

    Das mit Italien ist die einzig richtige Antwort.
    Durch diese Banausen mit 4 Rückwärtsgängen und einem Vorwärtsgang, mußten unsere Soldaten auch nach Nord-Afrika.

  22. Katsaridis
    6. September 2012, 01:32 | #22

    War da nicht was um 1960 ausgehandelt worden. Das kommt aber sehr spät. Warum wurde da nicht früher was gemacht, wenns so wichtig ist? Bis jetzt sind aber alle derartigen Versuche gescheitert. Mag ja sein, dass da noch ein Anspruch besteht, aber wer will den jetzt noch genau berechnen? Da muss ich an den Spruch vom Gorbi denken: Wer zu spät kommt…

  23. enttaeuscht
    6. September 2012, 01:55 | #23

    Wie traurig dieses gegenseitige Aufhetzen!
    Die ueberall, in jedem Land gekauften Massenmedien haben gute Arbeit geleistet. Fuer die Nordeuropaeer sind die Griechen faul und Steuersuender. Fuer die Suedeuropaeer fuehrt Deutschland einen Finanzkrieg innerhalb der EU und versucht den Rest Europas zu errobern.
    Ich schaeme mich fuer diese Situation und denke immer haeufiger, dass der FRIEDEN in Europa GEFAEHRDET ist. Banken und Monopole, die wirklichen Taeter einer WELTWEITEN und nicht nur einfach einer griechischen Krise,freuen sich ganz bestimmt, dass sie wieder im Schatten bleiben und ihr uraltes Spiel mit uns spielen: teilen und regieren.

    @ Miv
    Weisst du, was du da sagst? Wie kann ich an Frieden glauben, wenn es Menschen gibt, die wie du denken? Wenn du meine Meinung hoeren moechtest, glaube ich nicht, dass das gr. Finanzministerium deutsche Reparatiosleistungen verlangen wird. Die kontrollierten Massenmedien tun einfach ihre Arbeit: sie wollen mich -ich bin Griechin- gegen dich und dich gegen mich hetzen. Die Frage ist nur ob ich oder du da mitmachen.

  24. Christina
    6. September 2012, 04:19 | #24

    Klar hat dieses Geschnatter Bildzeitungsniveau. Was mir aber die Schuhe auszieht, ist fehlendes politisches Grundlagenwissen.
    Die Bundesrepublik Deutschland ist auch im juristischen Sinne teilidentisch mit dem Dritten Reich und deshalb juristisch verantwortlich für alles, was unsere Vorfahren in Militärstiefeln unter der Regentschaft des Gröfaz nicht nur in Griechenland angerichtet haben. Und selbstverständlich ist die Bundesrepublik Deutschland ein souveräner Staat. (Schon mal was vom Zwei-plus-Vier Vertrag gehört?)
    Uns als Nachgeborene trifft selbstverständlich keine individuelle Verantwortung, aber wenn sich herausstellen sollte, dass der Reparationsvertrag aus den 60er Jahren nicht hinreichend sein sollte (die Adenauer-Regierung hat sich wirklich billig davon gemacht), dann werden Gerichte darüber entscheiden, und dann ist das so, und der Staat wird dafür zahlen müssen. Natürlich aus Steuermitteln, für die zumindest die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland aufkommen. So what? Was soll die ganze Aufregung?
    Aufregen kann ich mich viel mehr darüber, dass die Opfer deutscher Kriegsverbrechen wie in Distomo, Kalavryta etc. nie entschädigt worden sind, weder aus damaligen Reparationszahlungen noch in jüngerer Zeit.

  25. Objektivator
    6. September 2012, 06:37 | #25

    Vielleicht sollten die Griechen bei der Gelegenheit auch mal ausrechnen, was ihnen die eigenen Bürgerkriege ( 2 Stück ) sowie die Militärdiktatur gekostet haben. Die Griechen brauchen eigentlich keine äußeren Feinde, um Land und Volkswirtschaft kaputt zu machen. Das können sie viel besser alleine. Außerdem: Was haben heutige umfassende Korruption, systematische Steuerhinterziehung, Täuschung um in den €-Raum zu kommen und ineffektive Verwaltungsstrukturen mit der deutschen Besatzung aus dem II.Weltkrieg zu tun ?

  26. Elgreco
    6. September 2012, 09:48 | #26

    @ Euro Titanic
    „Griechenland (nicht jeder Bürger) haben von der EU ungerechtfertigt und ohne Gegenleistung bisher hunderte von Milliarden erhalten“

    So, so und welche sind das, die andere Staaten nicht erhalten haben ? Das Griechenland in die EG und später EU/ Euro aufgenommen wurde, ist eine politische Entscheidung gewesen, die alle Verantwortlichen getragen haben und war nie unter Wirtschaftlichen Aspekten gesehen worden.

    Auch die frisierten Zahlen zum Euro, waren allen bekannt, und aus politischen Interessen stillschweigend akzeptiert. Und Griechenland ist nicht das einzige Land, das mit solchen frisierten Zahlen seine Bilanzen verschönert hat. Sogar Deutschland hat unter anderen mit SWAP Papieren aus Rußland, und bewußt zu hoch bewerteten Goldreserven, seine Bilanzen frisiert.

    Die Aufnahme war politisch, man wollte eine möglichst große Gemeinschaft. Außerdem sorgten schwächere Staaten, wie Griechenland dafür, daß der Euro nicht zu stark bewertet wurde, zu Gunsten der Exporte vor allem aus Deutschland. Außerdem verdienten Firmen aus Deutschland und Frankreich, gut an Griechenland, zu lasten des Griechischen Steuerzahlers und der steigenden Verschuldung.

    Die Aussage im Nachhinein, Griechenland hätte nie aufgenommen werden würden, ist die Dümmste Aussage die man treffen kann, und stinkt nur so vor Polemik.

    @ Euro Titanic
    „… Steuerzahlertöpfen, auch hauptsächlich aus Deutschland als größter Nettozahler.“

    Das Märchen vom größten Nettozahler, ersetzte diese durch größte Nutznießer, auf kosten der anderen und man ist an der Realität deutlich näher dran.

  27. Kassandra
    6. September 2012, 09:58 | #27

    Die Diskussion hier ist nur ein Abbild des derzeitigen Verhältnisses der Griechen zu den Deutschen und umgekehrt. Die Äußerungen von einschlägigen CSU- und FDP-Politikern ist nur ein Spiegel dieses Verhältnisses und ein Vorzeichen für die deutschen Wahlen im Herbst 2012. Die Aggressivität, mit der hier formuliert wird, ist nur ein Vorgriff auf die Wellen von Hass, die in wenigen Wochen durch die Gazetten in Hellas und Germanía schwappen werden. – Es ist der gleiche Mechanismus, der Menschen bisher stets in die Katastrophe gestürzt hat.

  28. Heinz
    6. September 2012, 10:24 | #28

    Hier ein sehr guter Artikel, der zur Beruhigung und Klärung beitragen kann, wenn es denn hier veröffentlicht wird:

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1135445/

    PS: Ich weiß nicht, weshalb dieser Beitrag bisher nicht verlinkt wurde. Er trägt auf jeden Fall zur Versachlichung bei. Und das ist doch gut, oder?

  29. Roditisa
    6. September 2012, 10:34 | #29

    Der gehässige Chauvinismus, der hier aus einigen Beiträgen durchscheint ist erschreckend. Meine Kinder sind Deutschgriechen, wir lieben beide Länder und sehen keinen Grund für all diese Hetze. Als ich Deutschland zu Besuch war, schlugen mir so viele Vorurteile und Unwissen entgegen, ich war entsetzt. Ich durfte mir anhören, die Griechen (also auch mein Mann und meine Kinder) hätten es so verdient und sollten jetzt lernen, mit weniger auszukommen. Das ist menschenverachtend und keinen Deut besser als die rassistischen Schwarzhemden, die in Athen Jagd auf illegale Einwanderer machen. „Der Grieche“ ist in Deustchland gerade auf gutem Weg, den frueheren „Jud“ zu ersetzen. Mitgefühl gibt es nur für bestimmte Menschengruppen, „die Griechen“ haben es verdient, zu krepieren. Danke, Bild, Focus und co für die gelungene Suche nach alten Reflexen in der deutschen Volksseele.

  30. Roditisa
    6. September 2012, 10:56 | #30

    @Alexander
    Sie haben völlig Recht. Meine 2 und 4 Jahre alten Kinder sind selbstverständlich mit ungeheizten Schulen und fehlenden Lehrmitteln, mit geschlossenen Kindergärten und fehlenden Geldern für Impfungen und Medikamente für ihre Verfehlungen in der Politik der letzen Jahrzehnte zu strafen. Selbstverständlich ist es gerechtfertigt, dass meine minderjährigen Nichten aufgrund ihrer korrupten Lebensweise und der vielen Schmiergelder, die sie in den letzen Jahrzehnten gezahlt haben nun keine angemessene Ausbildung oder Arbeit finden können und auch weder Sozialhilfe noch Arbeitslosengeld bekommen werden. Natürlich hat mein Mann vollste Verantwortung dafür, dass die Pasok-Partei den Gewerkschaften unsägliche Rechte gegeben hat als er 13 Jahre alt war. Aus diesem Grund muss er jetzt natürlich in Kauf nehmen, dass er von seinem Gehalt unsere Familie nicht ernähren kann. Geschieht ihm Recht!!! Natürlich hätte mein Schwiegervater vor 15 Jahren wissen müssen, dass die offiziellen Statistiken und Zahlen in den Zeitungen alle gefälscht waren, er kann ja hellsehen und hatte neben seiner 60 Std.-Woche so viel Zeit, nach Athen zu fliegen, um den Politikern auf die Finger zu schauen. Da kann er doch jetzt nicht jammern, wenn seine Rente auf einen lächerlichen Betrag schrumpft.

    Aber dass jetzt die Enkel der Nazis vielleicht noch ausstehende Schulden ihrer Großeltern zahlen sollen, das geht eindeutig zu weit. Das ist doch unmenschlich und völlig ungerechtfertigt, denn wir Deutsche sind heute ganz, ganz anders, als das unsere rassistischen und menschenverachtenden Großeltern waren und ausserdem sind wir ein besseres Volk als die lügenden und korrupten Griechen.

  31. tabascofan
    6. September 2012, 11:23 | #31

    @Elgreco
    Immer wieder erstaunlich, dieses reflexartige Argument „die anderen doch auch!“ – „wir sind nicht die einzigen!“ – Hat das je einem Angeklagten genutzt, wenn er gesagt hat, ich bin nicht der einzige Ladendieb! Wenn der Buchhalter, der unterschlagen hat, vor Gericht tönt „ihr seid schuld, wenn ihr es nicht gemerkt habt, nicht ich!“ – „Na gut, ich hab 1000 Euro hinterzogen, aber andere hinterziehen Millionen!“ – Selbst in den Fällen, in denen es wirklich andere gibt, die schlimmer sind, ist das keine Entschuldigung für eigene Taten. Sonst kann der zweifache Mörder sich vor Gericht verteidigen mit „Na und, was soll daran schlimm sein, es gibt schließlich welche, die zehn Menschen umgebracht haben.“
    Fazit: Jeder hat für seine eigenen Taten einzustehen. Denn jeder hat selbst entschieden so zu handeln wie er handelt.

  32. admin
    6. September 2012, 12:15 | #32

    Heinz :

    … weiß nicht, weshalb dieser Beitrag bisher nicht verlinkt wurde.

    Weil ein irrelevantes Ziel – obendrein unsachgemäß – verlinkt war und wir unser Blog nicht gerne als Linkschleuder missbrauchen lassen.

  33. tabascofan
    6. September 2012, 12:26 | #33

    @Roditisa
    Sie beklagen zu Recht die Hetze zwischen den Griechen und den Deutschen. Das ist unwürdig und bringt niemanden weiter. Aber bitte halten auch Sie sich dran.

  34. Alexander
    6. September 2012, 15:41 | #34

    @Roditisa
    Natürlich haben sie Recht, wenn sie mit ihrer Ironie zum Ausdruck bringen wollen, dass ihre Kinder und die kommenden Generationen für diese Krise nichts können. Aber dann muss man sich auch fragen, ob man durch Steuerhinterziehung und das Schmieren von Personen nicht selbst zu diesem Problem beigetragen hat.

    Ich habe zu keinem Zeitpunkt gesagt, dass Griechen faul oder Ähnliches wären, was Sie ja mit der 60 Stunden Woche wohl andeuten wollen, es geht darum, dass diese Krise nicht die Schuld Deutschlands oder anderer Länder ist, sondern vor allem eine hausgemachte.

    Griechenland ist durch Betrug in die EU gekommen, dass sollte inzwischen jeder wissen, ob andere Länder mehr oder weniger betrogen haben, ist ein reines Ablenkungsmanöver. Griechenland hat durch die billigen Zinsen auf die Kredite sich extrem günstig finanzieren können, anstatt dieses Geld aber in Infrastruktur und nachhaltige Wirtschaftsbereiche zu investieren, wurde es verkonsumiert. Die Schuld auf Andere ab zu wälzen ist leicht, aber die Hauptschuld an dieser Krise trägt die griechische Regierung und in einer Demokratie direkt das Volk.

    Und diese Verlogenheit wird doch auch offensichtlich, es gab Parteien, die die Euroverträge aufkündigen wollten, aber anstatt diese zu wählen, hat man die Parteien gewählt, die die ganze Krise erst ausgelöst haben.

    Zu den „Enkeln der Nazis“: Wir müssen und werden nicht zahlen, aus dem einfachen Grunde, weil Griechenland einer vollkommenen Tilgung zugestimmt haben. Dazu kommt, wenn man das mit den bisherigen Zahlungen aufrechnet, bekommt Griechenland eh nichts.

    Ich bin dafür, dass die Griechen gezwungen werden, die Strukturreformen durch zu setzen, den Staatsapparat zu verkleinern, die Märkte und die Vorschrüften zu liberalisieren und danach einen vollkommenen Schuldenschnitt erhalten. Damit wäre auf einen Schlag, die gesamte Belastung durch Kreditkosten weg und Griechenland könnte neu anfangen, aber die Mehrheit der Griechen ist nicht bereit, gravierende Änderungen hinzunehmen geschweige denn, auf den bisherigen Lebensstandard zu verzichten.

    Wie sieht es denn hier in Deutschland aus? Auch hier können Millionen Menschen nicht von ihrer Arbeit leben, geschweige denn eine Familie ernähren. Schulen verkommen und die Gewalt nimmt zu. Wer soll Deutschland denn am Ende retten, wenn die Rechnung an den Tisch gebracht wird? In den letzten 4 Jahre, seit dem Ausbruch der Krise hätte Griechenland alle nötigen Reformen durchsetzen können, aber bisher ist kaum etwas geschehen, warum sollte sich das in der Zukunft ändern? Ich bin dagegen, dass Menschen verhungern, Kinder abgegeben werden, weil man sie nicht mehr ernähren kann, aber ich bin auch dagegen, einem Land Geld zu leihen, ohne das dieses bereit ist, Reformen durch zu führen.

    Man muss sich doch nur die Währungen vor dem Euro anschauen. Drachme, Lira, Peso oder Franc, all diese Währungen gegenüber der D-Mark, dem Pfund und dem Dollar extrem schwach. Warum? Weil sie genau die gleiche Haushaltspolitik betrieben haben, wie heute. Nur funktioniert das mit einer Währung nicht. Sind die Volkswirtschaften zu unterschiedlich, gibt es innere Abwertungen, was früher über äußere Abwertungen, also Abwertung der Währung, realisiert wurde.

    Die Griechen wollen aus dem Euro nicht raus. Sie wollen weder Sparen, noch Strukturreformen durchsetzen. Nur nehmen aber nichts geben, funktioniert in einer Gemeinschaft nicht.

  35. Heinz
    6. September 2012, 15:56 | #35

    Zitat Roditisa:
    „Aber dass jetzt die Enkel der Nazis vielleicht noch ausstehende Schulden ihrer Großeltern zahlen sollen, das geht eindeutig zu weit. Das ist doch unmenschlich und völlig ungerechtfertigt, denn wir Deutsche sind heute ganz, ganz anders, als das unsere rassistischen und menschenverachtenden Großeltern waren und ausserdem sind wir ein besseres Volk als die lügenden und korrupten Griechen.“

    Roditisa, bisher habe ich ihre Beiträge mit Interesse gelesen, jetzt muss ich sagen, dass Sie mich betrübt machen. Einfach deshalb, weil ich kein Enkel eines Nazis bin, sondern eines Sozilaldemokraten in schweren Zeiten. Er hat darunter gelitten. Und zweitens, weil ich nie und nimmer berechtigte Forderungen ablehnen würde.

    Sie lehnen doch irgendwie den BILD-Stil ab. Weshalb benutzen Sie ihn dann? Und wissen Sie: Ich habe in meinem Bekanntenkreis keinen Griechenlandhasser oder ähnliches. Und der Kreis ist groß. Kritik ja, dann, wenn berechtigt, z.B. bei der Korruption (gilt auch für Deutschland) oder bei Steuerbetrügern (gilt auch für Deutschland). Wohlmeinende Kritik ist immer akzeptabel.

    Wir sollten also hier im Blog, wo sich Griechen und Deutsche treffen, so miteinander umgehen, dass wir morgen noch gemeinsam etwas miteinander trinken und uns ohne Probleme in die Augen sehen könnten. Denn alles Andere dient nur den Falschen.

  36. Willi F. Gerbode
    6. September 2012, 16:15 | #36

    @Roditisa Liebe Roditsia, ich glaube, Sie haben Unrecht, wenn Sie in ihrer satirischen Anklage die heute lebenden Deutschen in die gleiche Kiste stecken wie ihre Vorväter und Mütter. Natürlich sind sie nicht bessere Menschen als diese, aber sie haben durchaus eine Sensibilität für leidende Menschen entwickelt. Was Griechenland anbelangt, so ist allerdings die Information in den dt. Medien derzeitig sehr eingeschränkt. Die Demo der Rentner in Athen und ihre Erstürmung des Ministerbüros haben ebenso keine breite Öffentlichkeit gefunden wie der 40-prozentige Anstieg der Selbstmorde oder die gigantischen Schwierigkeiten, die die griechische Gesellschaften mit dem Zustrom der Migranten hat.
    In Rechnung stellen sollten Sie auch, dass die Arbeitsmarktreformen unter Schröder (Hartz IV) zwar wirtschaftlich ein Erfolg waren, sozial aber dazu geführt haben, dass sich (zu) viele mit Unterbeschäftigung und entsprechend geringem Einkommen abquälen müssen. Es gibt halt auch genügend Rentner mittlerweile, die in die Altersarmutsfalle gelaufen sind und die wütend Richtung Athen blicken, wenn sie wieder davon hören, wie viele Mrd. für Hilfsprogramme ausgegeben werden. Menschen denken egoistisch, besonders in schwieriger Zeit. Und da hilft es nur, konsequent auf Information zu setzen, die Lebensverhältnisse in Griechenland zu schildern und um Verständnis zu werben. Es bringt gar nichts zu hetzen, wie das hier im Blog seit einigen Monaten zunehmend geschieht. Ich bewundere aus eigener Erfahrung, wie tapfer die Griechen mit ihrer schwierigen Lage umgehen. Die griechischen Medien nehme ich von dieser Einschätzung weitgehend aus. Sie sind da keinen Deut besser als die deutschen.

    Der Ton ist nicht nur in der Politik schärfer geworden. Wir sollten darüber nicht unsere Mitleidsfähigkeit verlieren!

  37. Elgreco
    6. September 2012, 16:17 | #37

    @tabascofan

    Ich glaube sie haben meine Beiträge nicht ganz verstanden, oder? In Gegensatz zu ihnen, besitze ich gewisses Hintergrundwissen, was ich in Ihrer reflexartigen und sinnfreien Argumentation leider nicht entnehmen kann.
    Es ist moralisch nicht richtig, das Staaten ihre Bilanzen frisieren. Aber rechtlich gesehen, haben die damaligen, und zum Teil heutigen EU Richtlinien genau dieses bewußt zugelassen. Und Griechenland hat, wie ALLE anderen Staaten auch, diese Grauzone hervorragend ausgenutzt. Rechtsbruch fängt da an, wo regeln gebrochen werden. Sollte man dieses in nachhinein als Betrug werten, dann sage ich nur, Willkommen im Club.

  38. Griechenfan
    6. September 2012, 17:20 | #38

    @Miv
    Schlimmer kann es wohl kaum noch in diesem Blog kommen. So ein Mief!!!!! Da wird es einem ganz schlecht.

  39. tabascofan
    6. September 2012, 17:53 | #39

    @admin
    Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, aber warum löschen Sie sachliche Kommentare, die in keiner Weise polemisch sind? Und andererseits veröffentlichen Sie so eine widerliche Hetze!?

  40. admin
    6. September 2012, 21:15 | #40

    @tabascofan
    Neee, klar, und gewisse „sachliche“ Kommentare zielen natürlich keinesfalls darauf ab, sich mit völlig irrelevanten „Positionen“ zu schmücken und „Diskussionen“ anzuzetteln, in die man sich dann ggf. unter wechselnden Autorenangaben selbst einklinkt (die Moderatoren sind ja sooo blöd …) oder aber zumindest die handvoll jener Spezies auf den Plan ruft, denen hier einmal bewusst freier Lauf gelassen wurde, damit auch die übrigen (stillen) Leser mitbekommen, wie einige Zeitgenossen wirklich (sofern überhaupt noch) ticken …

  41. Roditisa
    6. September 2012, 22:13 | #41

    @Heinz
    Sie haben Recht, ich habe mich im Ton vergriffen. Vielleicht kann man mir das nachsehen, wenn man bedenkt, welche Beiträge ich hier lesen durfte und dass ich hier vor Ort miterlebe, wie die Menschen kaputtgespart werden. Ich erlebe es als zynisch, wenn ich darauf hingewiesen werde, Griechenland sei nicht reformwillig oder ich sollte Verständnis haben für deutsche Rentner, die von Altersarmut bedroht sind. Ich habe Verständnis und ich bin traurig, dass Deutschland von den griechischen Medien für seine Bemühungen gerne auch als Sündenbock mißbraucht wird. Aber ich kenne beide Länder, beide Realitäten und das, was die Menschen hier täglich ertragen, verdient Respekt.

    Das „Enkel der Nazis“ war unglücklich gewählt. Korrekter wäre „Enkel der Kriegsgeneration“ gewesen. Auch meine Großeltern haben als Sozialdemokraten wegen des Arbeitsverbots gehungert und mit der Angst vor verhaftung gelebt, ich verstehe ihren Einwand und entschuldige mich.

    Die Situation ist emotional belastend und das, was ich in Deutschland bei meinem letzten Aufenthalt erleben durfte macht mir Angst. Zu viele Leute, mit denen ich gesprochen habe, waren der Meinung, es gehe den Menschen in Griechenland besser als den Menschen in Deutschland.

  42. Roditisa
    6. September 2012, 22:33 | #42

    @Alexander
    Ich kann Ihnen versichern, dass ich seit ich hier lebe schon mehrmals negative Konsequenzen dafür hinnehmen musste, dass ich mich nicht korrupt verhalten habe. So wurde mir z.B. bei der Geburt meiner Tochter eine PDA verweigert, weil ich die Ärzte nicht geschmiert hatte. Ebenso kann ich ihnen versichern, dass mein Mann und ich unsere Steuern stets korrekt und pünktlich gezahlt haben. Meine Familie mag eine Ausnahme sein, aber wir sind nun doppelt gelackmeiert, weil wir in den „fetten Jahren“ keine Eigentumswohnung rausgeschlagen haben, wie andere oder meinen Mann auf einen lukrativen Posten gehievt haben. Wir haben kein Polster und zahlen nun die Zeche für die, die immer noch in Kolonaki Schampus trinken.

    Ausserdem moechte ich sie darauf hinweisen, dass ich das Leben der meisten Griechen bereits gravierend geändert hat. Das was die Menschen hier in 2 Jahren erlebt haben ist um einiges einschneidender als die Agenda in Deutschland damals und ich kenne keine einzige Familie, die heute nicht finanzielle Schwierigkeiten hat. In den letzten Monaten sind 4 befreundete Familien emigriert und 3 weitere planen einen Umzug ins Ausland in den nächsten Monaten.

    Wenn sie in Deutschland arm sind, dann heißt das, dass sie von wenig Geld leben müssen. Wenn sie in Griechenland arm sind, müssen sie von gar keinem Geld leben.

    Desweiteren verstehe ich nicht, wieso es so unkorrekt ist, wenn das griechische Finanzamt frühere Veträge üeberprüft, um evtl. ausstehende Schulden einzutreiben. Ginge es nicht um Deutschland, sondern um Österreich oder die Türkei, gäbe es dann den gleichen Protest? Es wird geprüft, keine Forderung gestellt. Alleine schon die Prüfung aber ist Grund genug, um zu verkünden, dass man nicht zahlen wird. Ich kann das nicht nachvollziehen. Steuersünden der letzten Jahrzehnte sollen verfolgt werden, ausstehende Schulden eingetrieben werden, aber nicht von Deutschland, oder wie?

  43. Roditisa
    6. September 2012, 22:36 | #43

    @Willi F. Gerbode
    Ich gebe Ihnen Recht. Ich danke Ihnen für den freundlichen Hinweis. Meine limbisches System hatte kurzzeitig die Kontrolle komplett üebernommen.

  44. Alexander
    6. September 2012, 23:17 | #44

    @Roditisa
    Wie Sie selber sagen, Sie sind eine Ausnahme. Aber Sie sagen ja auch, dass Sie gelackmeiert sind, weil Sie eben nicht geschmiert haben, das sagt ja schon einiges über die Gesellschaft aus.

    Natürlich hat sich das Leben in Griechenland gravierend geändert, da durch die nicht vorhandene Außenabwertung der Währung, ein Druck auf die innere Abwertung folgt. Wenn man nach außen hin keine Abwertung schafft, werden Löhne und Betriebskosten gesenkt, um konkurrenzfähig zu werden. Die Frage ist doch, will Griechenland im Euroraum bleiben, dann geht es nur über eine innere Abwertung, also Senkung des Lebenstandards, der Griechen.

    Dies hätte zur Folge, dass die Menschen verarmen, emigrieren und sich einen Sündenbock suchen, um die Aggressionen aus zu lassen. In Deutschland entstand so die Nazidiktatur mit ihren Folgen, nur war das kein deutsches Phänomen, dieser zeitgeschichtliche Abschnitt, kann in jedem Land passieren und passiert derzeit in Griechenland.

    Die zweite Möglichkeit bestünde darin, dass Griechenland aus dem Euro austritt, die Drachme einführt und einen Schuldenschnitt durchführt, daraus würde hohe Inflation und kein Zugang zu internationalen Finanzmärkten folgen.

    Die dritte Möglichkeit wäre eine Einführung einer schnell umlaufenden Parallelwährung, um die Wirtschaft an zu kurbeln.

    All diese Dinge ändern aber nichts an der Tatsache, dass Griechenland Strukturreformen durchführen muss. Es kann nicht sein, dass Taxilizenzen vererbt werden oder 100.000 € Kosten. Der Markt muss vollkommen und für jeden eröffnet werden und das muss mit allen anderen Märkten auch passieren. Dazu kommt, dass die Steuern auch eingetrieben werden müssen, etc. etc. Solange das nicht passiert, wird sich nichts ändern.

    Zu den Untersuchungen: Es geht nicht um Steuernachzahlungen, sondern um Reperationszahlungen. Die griechische Regierung versucht jegliches Schlupflocht zu finden, um sich aus der Affäre zu ziehen, anstatt endlich zu handeln. Es kann nicht angehen, dass innerhalb von 4 Jahren, der Staatsapparat nicht abgebaut wurde.

  45. HJM
    6. September 2012, 23:31 | #45

    Das Niveau dieser Beiträge ist teilweise absolut unterirdisch. Selbstverständlich war und ist die vormalige BRD und der jetzige deutsche Staat Rechtsnachfolger des 3.Reiches. Nur die DDR hat in diesem Zusammenhang Schleiertänze aufgeführt. Das hat mit dem Fehlen eines Friedensvertrages bzw. dem 2+4 Vertrag absolut nichts zu tun. Wobei es zu dem 2+4 Vertrag eine Menge zu sagen gäbe (was aber niemanden wirklich interessiert). Und wenn es schon um Schulden geht: 1942 haben sich die „Deutschen“ von den „Griechen“ zwangsweise 468 Mio Reichsmark „geliehen“ (brav quittiert, aber natürlich niemals zurückgezahlt). Eine Stellungnahme der Bundesregierung vom Februar 2010 bestätigt dies (zähneknirschend). Nachzulesen unter „Weltkriegsschulden“ in Wikipedia. Die rechte WELT ist nun wahrlich unverdächtig, Griechenlandfreundlich zu sein. Sie rechnet den Wert von 468 Mio Reichsmark 1942 auf ca. 70 Mrd Euro 2011 hoch. Kann man auch nachlesen. Tauchen da womöglich Fragen auf?

  46. tabascofan
    7. September 2012, 00:32 | #46

    @admin
    Ich versteh nicht, was Sie meinen: irrelevante Positionen, Diskussionen anzetteln, wechselnde Autorennamen. ICH habe nur einen einzigen Namen hier, nämlich Tabascofan. Und meine Kommentare beziehen sich immer auf Ihre veröffentlichten Beiträge und ich bemühe mich um Sachlichkeit und einen freundlichen und respektvollen Umgangston.
    Also falls Sie mit Ihren etwas nebulösen Vermutungen mich gemeint haben – da liegen Sie völlig falsch. Ich hab hier nur ein paarmal meine Meinung geäussert, ich will nix anzetteln, mich nirgendwo einschleichen, gar nix dergleichen. Obwohl ich ein böser Deutscher bin. (Der letzte Satz war scherzhaft gemeint.)

  47. Diogenis
    8. September 2012, 13:04 | #47

    @Alexander

    Immer interessant das Verhältnis von Bundesdeutschen und Österreichern als ein Ethnos zur jüngsten Geschichte und speziel zum Verständnis der europäischen Völkergemeinschaft.
    Auch wärend und nach der Vereinigung der beiden ‚germanischen‘ Völker war ein erheblicher Teil der deutsch-nationalen Führungsriege von ‚Österreichern‘ besetzt.

    Nur in Bezug auf das Verbrechen an der jüdische Religion bzw. an jene Gläubige wird die allgegenwertige historischen Unwissenheit nur noch von Ignoranz und nationaler Überheblichkeit übertroffen. Aber in diesem Punkt sind die Nationalstaaten Deutschland/Österreich gar nicht so weit von ihren deutschen Volksgenossen in Israel entfernt.

  48. Tüddel
    18. September 2012, 11:31 | #48

    Es überrascht nicht, dass anlässlich derartiger Thematisierungen speziell aus der dunkel-dumpfen Ecke der Pisa-Verlierer reflexartig in allen Tonlagen gejault und gekläfft wird. Dies ändert jedoch nichts daran, dass nach wie vor eine offene Rechnung besteht:
    Athens Reparationsforderungen: „Freunde zahlen ihre Schulden“

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