Wucher bei Kaffe, Toasts und Wasser in Griechenland

17. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 2.480

Obwohl in Griechenland für bestimmte Verkaufsstellen gesetzliche Höchstpreise für Kaffe, Tee, belegte Brote und Wasser gelten, werden Reisende systematisch abgezockt.

Das griechische Entwicklungsministerium, aber auch die entsprechenden Direktionen der Verwaltungsdistrikte intensivieren die Kontrollen in Cafeterien der Schiffe, Flughäfen, Bahnhöfe, archäologischen Stätten usw., wo umtriebige Geschäftsleute Kaffee, belegte Brote und Flaschenwasser um bis zu 150% überteuert verkaufen.

Der erhöhte Verkehr in den vorstehenden Lokalitäten wegen der Sommerferien regt den … Appetit gewisser Unternehmer an, die sich mit verschiedenen Tricks zu bereichern versuchen.

Die Konsumenten haben zu wissen, dass für Toasts und Sandwichs mit Käse bzw. Schinken und Käse, Kaffe, Wasser und andere Getränke, die von oligopolischen Verkaufsstellen (Cafeterien, Kantinen, Cafés auf Schiffen, in Flughäfen, Busbahnhöfen, Eisenbahnhöfen und archäologischen Stätten) verkauft werden, Höchstpreise festgesetzt worden sind.

Höchstpreise gelten auch auf Routen der nationalen Küstenschiffahrt

Was die Schiffe betrifft, fallen sie unter die Verpflichtungen der Marktkontrollbestimmungen für Fähr- und Passagierschiffe, welche einzig und allein Inlandsrouten bedienen. Die angeführten Höchstpreise gelten auch für Schiffe, auf denen es zwei Passagierklassen („economy“ und „gehoben“) gibt.

Um die Umsetzung der kontrollierten Preise zu vermeiden, bedienen sich gewisse Schlitzohren folgender Tricks

  • Gemäß der Preisverordnung darf der einfache Kaffee (ausgenommen des Espresso) bis zu 1,60 Euro kosten. Die Verbraucher wissen dies nicht und die Unternehmer bieten ihnen Kaffee in mittleren und größeren Behältern an und erhöhen den Preis auf 2,50 oder sogar auch 3,00 Euro, also um bis zu 88%.
  • Die Toasts mit Käse dürfen regulär bis zu 1,60 Euro und mit Schinken und Käse 1,80 Euro kosten. Die Sandwichs mit Käse haben einen Höchstpreis von 1,50 Euro und mit Schinken und Käse 1,70 Euro. Viele Unternehmer sorgen dafür, nur geringe Mengen vorzuhalten, oder verstecken diese Artikel und bieten in den Auslagen beispielsweise Sandwichs mit Schinken – Käse, Salat und Mayonnaise zum Preis von 4 Euro an. Somit kauft sie der Verbraucher um bis zu 150% überteuert.
  • Eine andere von Unternehmern befolgte Praxis ist, keine Preislisten auszuhängen. Somit kennen die Passagiere die Preise nicht und kaufen diese Artikel zu überteuerten Preisen.
  • Ein ähnlicher Trick ist auch der, keinen Hinweis auf die Verpflichtung zur Bereitstellung der konkreten Artikel zu kontrollierten Höchstpreisen auszuhängen. Das Ergebnis ist, dass den Verbrauchern unbekannt bleibt, dass sie berechtigt sind, diese Artikel zu verlangen.
  • Auf Flughäfen oder Schiffen ist ebenfalls festgestellt worden, dass Wasserflaschen mit 500 ml versteckt und nur Flaschen mit 750 ml verkauft werden, für welche ein Höchstpreis von 0,75 Euro gilt, während erstere 0,50 Euro kosten.

Die Verbraucher müssen in derartigen Betrugsfällen zur Anzeige bei dem Callcenter „1520“ der Verbraucherzentrale oder, wenn es sich um eine Cafeteria oder eine Kantine auf einem Schiff handelt, bei dem Hafenamt schreiten.

Außerdem müssen in den Lokalitäten, wo Kaffee, Toast, Sandwichs und Wasser verkauft werden, Preislisten mit diesen Produkten und ihren Preisen, aber auch der folgende Hinweis in griechischer und englischer Sprache existieren: „FÜR STEHKUNDEN WERDEN FLASCHENWASSER, SANDWICHS, TOASTS, KAFFEE UND TEE ZU KONTROLLIERTEN PREISEN ANGEBOTEN“

(Quelle: Imerisia)

  1. Frank
    17. August 2012, 07:52 | #1

    Ich würde eher empfehlen die Preise für Toast, Kaffee und Wasser vollkommen frei zu geben und die 1000 Beamten, die für die Verwaltung und Kontrolle der Preise zuständig sind, einzusparen.

  2. Unglaublich
    17. August 2012, 19:25 | #2

    Ich verstehe den Artikel auch nicht. Wen interessiert das ob der Kaffee Euro 1.60, 3.40 oder 10.20 kostet? Fragt man in Griechenland nicht nach was etwas kostet und entscheidet sich dann? Oder entscheidet man sich, zahlt und beschwert sich?

    Mit dem Hinweis „für Stehkunden werden Wasserflaschen, Sandwiches etc. zu kontrollierten Preisen angeboten“ würde jeder hier in Deutschland nur den Kopf schütteln. Die Frage wäre dann: Wer und warum kontrolliert die Preise, warum müssen die kontrolliert werden, sind alle anderen Preise die nicht „kontrolliert“ werden, Halsabschneiderpreise?

    Vielleicht ist das irgendwie gut gemeint, ich weiß aber auch nicht.

  3. V99 %
    17. August 2012, 21:10 | #3

    Hoere ich zum ersten Mal, dass es eine Regulierung „für Toasts und Sandwichs mit Käse bzw. Schinken und Käse, Kaffe, Wasser und andere Getränke“ gibt. Wie ist das denn eigentlich mit Pita?? Egal, wo man hinsieht, ich denke da besonders an den Flughafen, macht sowieso jeder was er will. Wenn man hier laenger unterwegs ist, sollte man, wenn man nicht abgezockt werden will, immer selber was mitnehmen. Das ist schon lange so.
    Den letzten Satz finde ich besonders ineressant:
    “FÜR STEHKUNDEN WERDEN FLASCHENWASSER, SANDWICHS, TOASTS, KAFFEE UND TEE ZU KONTROLLIERTEN PREISEN ANGEBOTEN”
    Also einfach mit dem Schild ergaenzen:
    Alle angebotenen Speisen und Getraenke muessen im Sitzen und vor Ort verzehrt werden! 😀

  4. Roditisa
    18. August 2012, 09:57 | #4

    Der Artikel bezieht sich darauf, dass besonders auf den Fähren die Preise fuer Wasser und Essen derart horrend geworden waren, dass es fuer reisende Familien praktisch nicht bezahlbar war. Und weil man auf einer Fähre ziemlich lange festsitzt und im Sommer durchaus Wasser braucht, es aber nur beim Verkauf an der dortigen Bar bekommt (die damit ein Monopol hat) gab es dieses Gesetz. Ich kann mich noch erinnern, als das eingefuehrt wurde und hab mich damals auch etwas gewundert. Als ich dann aber selbst mit Kleinkind 5 Stunden am Flughafen wegen einer Verspätung im Transitbereich festsaß, war ich doch froh, nicht 3 Euro für 330ml Wasser und 7 Euro für ein belegtes Brot zahlen zu müssen. Das steht in keinem Verhältnis zu dem, was man hier verdient.

    Ob das Gesetz wirklich Sinn macht, mag ich nicht beurteilen. Aber dass es mal wieder kreativ umgangen wird, ist typisch und nicht etwa ein Zeichen dafür, dass das Gesetz Quatsch ist, sondern dass sich eine Haltung breit gemacht hat, die immer mehr auf das Recht des „Manga“ gibt, als auf das Recht im Gesetz. Hauptsache man bereichert sich, setzt sich durch. Was das für andere bedeutet ist absolut nebensächlich. Es gibt da ein ethisches Problem, das nur dadurch gelöst werden kann, daß der Staat seine Rolle als Kontrollorgan und Vorbild wieder einnimmt. Er hat damit noch arg Schwierigkeiten, aber ich hoffe, das wird noch.

  5. 18. August 2012, 11:04 | #5

    @V99 %
    Diejenigen die sitzen, müssen mehr bezahlen. Nicht anders als in einem deutschen Cafe. Der Kuchen ist billiger wenn man ihn nicht im Cafe verzehrt, sondern zuhause.
    Und die Deckelung des Flaschenwasserpreises auf 50 Cent für 0,5L finde ich wirklich gut. Würde dem Wucher 0,5L Wasser für 3,50€ auf dem Flughafen Berlin Schönefeld plus Pfand etwas Einhalt gebieten zumal die angebrochene Flasche dann noch aus sicherheitstechnischen Gründen in aller Regel im Müll landet. Übrigens für Sparfüchse: Die 1 1/2 Liter Flasche Wasser kostet im Supermarkt meist keine 30 Cent und die kleinen 0,5 L Flaschen unter 20 Cent. Natürlich findet man die Flaschen auch im Kühlschrank. Das nenne ich mal griechischen Service.

  6. 18. August 2012, 11:13 | #6

    @Unglaublich
    …Ich verstehe den Artikel auch nicht. Wen interessiert das ob der Kaffee Euro 1.60, 3.40 oder 10.20 kostet? Fragt man in Griechenland nicht nach was etwas kostet und entscheidet sich dann? Oder entscheidet man sich, zahlt und beschwert sich?

    Ist mir selbst schon passiert auf Limnos. 1 Cafe frape (Durchschnittlicher Preis damals 1,50 € bis 2,50€) wurde mit 4,50€ abkassiert. Damit hatte ich nicht gerechnet. Was habe ich gemacht? Bezahlt und dort nie wieder etwas bestellt.

Kommentare sind geschlossen