Sonderabgabe auf PV-Anlagen in Griechenland

8. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 1.545

Der … „Gewinn“ aus einer Sonderabgabe auf PV-Anlagen

Aus der Verhängung der Sonderabgabe auf den Umsatz der photovoltaischen Anlagen, die ein Jahr lang bzw. bis August 2013 erhoben werden soll, rechnet das Ministerium mit Einsparungen von etwa 120 Mio. Euro. Dies jedoch natürlich unter der Voraussetzung, dass der Vorschlag bezüglich einer Abgabe von 20% bei den gewerblichen und 30% bei den Haushaltsanlagen auf dem Tisch bleibt. Auf letztere entfallen bereits 10 Mio. Euro pro Monat, mit Aussichten auf einen weiteren Anstieg.

Laut Informationen ist mit der Höhe der Abgabe auch die Troika einverstanden, die verlangt, entweder die Maßnahme umzusetzen oder die Garantiepreise bei den bestehenden PV-Anlagen zu kürzen, um das Defizit unter Kontrolle zu bekommen. Laut den selben Quellen stellen die radikalen Umstürze bei den Anreizen der EE sogar einen bedeutenden Teil des in Bearbeitung befindlichen Entwurfs für das 3. Memorandum auf dem Energiesektor dar.

Eine Senkung der Garantiepreise für andere EE-Technologien, wie Windparks, Biomasse usw., wird jedenfalls nicht erwartet, da im Ministerium die Auswirkungen auf das Defizit des LAGIE aus den übrigen EE als handhabbar erachtet wird. Bei den PV-Anlagen zeichnet sich jedoch eine völlig unterschiedliche Situation ab. Das jüngste Gutachten der Regulierungsbehörde (RAE) über die garantierten Preise bei den PV-Anlagen kündigt eine signifikante Senkung an.

Die Regulierungsbehörde schlägt die Kopplung der garantierten Einspeisungstarife (FIT) an die Kapitalrendite vor, welches System etliche europäische Länder anwenden. In diesem Rahmen führt sie an, dass die FIT an Niveaus angeglichen werden müssen, bei denen die Rendite (IRR, after tax nominal project) für photovoltaische Dachanlagen 17% und für die übrigen photovoltaischen Anlagen 12% – 14% nicht übersteigt und die höheren Erträge sich auf die kleineren Projekte beziehen.

Dies bedeutet in der Praxis, dass für die photovoltaischen Dachanlagen der Garantiepreis auf etwa 290 Euro/MW und für die übrigen Anlagen auf irgendwo zwischen 190 Euro/MW und 225 Euro/MW fallen muss. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch natürlich bei Staatssekretär Makis Papageorgiou. Jedenfalls gerät die Senkung der garantierten Preise für die neuen photovoltaischen Anlagen, welche in das System eingegliedert werden, in einer ersten Phase in Gegensatz zu der Maßnahme der Aussetzung der Lizenzvergabe für neue PV-Anlagen, die laut Kreisen des Ministeriums ebenfalls zu den derzeit untersuchten Maßnahmen zählt.

Noch ist nicht klargestellt worden, auf wen sich die Senkung der FIT genau bezieht, wenn keine weiteren Lizenzen für PV-Anlagen erteilt werden. Außer natürlich, die Maßnahme wird schließlich auf für Investoren gelten, welche Verträge abgeschlossen, ihre Einheiten jedoch noch nicht in Betrieb genommen haben, oder für jene, die nicht die Stadien der Lizenzerteilung abgeschlossen haben, womit entweder die weiteren Verfahren ausgesetzt werden oder – wenn es zum Vertragsabschluss kommt – sie gesenkte Preise finden werden.

Das Defizit des LAGIE

Im ersten Halbjahr 2012 stieg im Verbundnetzt die in Betrieb befindliche PV-Leistung um 60,70% von 481,74 MW auf 724,18 MW, während die Prognosen für Ende 2012 vom Betrieb von 1.200 MW Solarenergie sprechen.

Ziel des Ministerium ist, die Reduzierung des Defizits des LAGIE durch Maßnahmen zu erreichen, welche nicht das Vertrauen der Investoren erschüttern werden. Den heftig gegen die Sonderabgabe protestierenden Erzeugern photovoltaischer Energie ist andererseits bekannt, dass die wirtschaftlichen Daten des Systems nicht „aufgehen“ und im Fall des Zusammenbruchs des LAGIE dem gesamten Elektrizitätsmarkt ein Krach droht. Die Lösung des Problems ist nicht einfach.

Über den Zielen für 2020 – Leistung wird 2.000 MW übersteigen

In dem Verbundsystem, das sich auf das Festland und die vernetzten Inseln bezieht, übersteigen laut den Angaben des ADMIE (Unabhängiger Betreiber des nationalen Transportsystems für elektrische Energie) die PV-Anlagen, für welche Verträge abgeschlossen wurden, sich jedoch noch nicht in Betrieb befinden, hinsichtlich der Leistung 2.000 MW.

Wenn diese gesamte Leistung in Betrieb genommen wird, übertrifft dann das Land die für 2020 gesetzten Ziele. Viele der „kontrahierten“ MW werden natürlich niemals in reale Leistung umgesetzt werden, deswegen befindet sich unter den vorgeschlagenen Maßnahmen die Reduzierung des Zeitraum von 18 Monaten, den das Gesetz als Frist setzt, damit die Investoren von der „Theorie zur Praxis“ schreiten.

Die von dem Staatssekretär ebenfalls ernsthaft untersuchte Verkürzung der 18-monatigen Frist gibt auch die Möglichkeit zur rechtzeitigen Bereinigung der Landschaft zwischen jenen, die ihre Investition tatsächlich zu realisieren beabsichtigen, und den übrigen, welche elektrisches Potenzial des System binden, ohne es schließlich zu nutzen.

(Quelle: Imerisia)

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