Polizei erwartet neue Eskalation der Gewalt in Griechenland

16. August 2012 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 4.883

Gefährliche … Verzweiflung der Verbrecher

Besonders zu denken gibt der Polizei auch die Szenerie des blutigen Raubüberfalls auf Paros. Wie sie anführt, „ist es eine Tat, welche die gefährliche … Verzweiflung der Ganoven zeigt. Nach den Sicherheitsmaßnahmen, welche die Banken der großen Städte ergreifen, gelangen sie an den Punkt, Finanzinstitute auf den Inseln zu überfallen, was sie sich wegen der Gefahr, inmitten der Kykladen umzingelt zu werden, sonst niemals getraut hätten. Jetzt wagen sie auch dies!“

Die ELAS, aber auch die Verantwortlichen der Banken befürchten, dass der nächste Schritt der Ganoven sein wird, zu kurzzeitigen Entführungen leitender Mitarbeiter der Filialen zu schreiten, um deren Sicherheitsmaßnahmen zu überwinden. Parallel werden Befürchtungen geäußert, dass allgemein die Fälle von Entführungen kurzer zeitlicher Dauer und mit Kindern oder anderen leicht angreifbaren Personen als Opfer zunehmen werden.

Die Wohnungsdiebstähle und -überfälle zeigen jedes Jahr eine Zunahme in der Größenordnung von 8% – 10%, und für 2012 wird erwartet, dass ungefähr 30.000 solcher Angriffe verübt werden.

Recycling der Kriminellen

Was die Polizei wütend macht, ist das „Recycling“ der Kriminellen. Wie ein leitender Funktionär der ELAS betonte, wurden während der letzten Monate wegen verschiedener krimineller Handlungen 620 gefährliche Verbrecher verhaftet, von denen 200 schon auf freien Fuß gesetzt wurden, und ungefähr 60 der kürzlich aus der Haft Entlassenen sind bereits erneut wegen anderer Straftaten verhaftet worden.

Jeden Tag werden wegen verschiedener Straftaten oder bei „Aufräumaktionen“ der EL.AS. ungefähr 150 bis 200 Personen festgenommen, von denen bestenfalls 6 bis 10 Personen inhaftiert werden. „Im Durchschnitt verbleiben die Straftäter, die wegen schwerer Diebstähle und Raubüberfälle festgenommen werden, zwischen einigen Monaten und zwei Jahren im Gefängnis„, führt ein erfahrener Offizier an.

Rassistische Angriffe

Albträume verursachen zur selben Zeit der Polizeiführung an der Katechaki-Allee die inzwischen dutzende rassistischen Angriffe in Athen und anderen Städten des Landes, mit Höhepunkt die Ermordung eines Bangladeschers in Kato Patisia 2011 und des 20-jährigen Irakers in der Anaxagora-Straße vor einigen Tagen. Der erste dieser beiden Morde erfolgte unmittelbar nach der Ermordung des 40-jährigen Manolis Kantaris und der zweite nach den beiden blutigen Vorfällen auf Paros. Wie Offiziere der ELAS erklären, „hat sich irgend eine Gruppe von Rechtextremisten oder Milizionären zu ungebetenen Rächern ernannt. Sie üben ihre kriminelle Tat aus, indem sie mitten auf der Straße arglose Ausländer ermorden, mit einzigem Kriterien deren Hautfarbe. Und leider erscheint es derzeit überaus schwierig, sie ausfindig zu machen.

In den letzten Monaten sind derartige Angriffe mit Messern oder Eisenstangen auf insgesamt 500 Immigranten in Lykovrisi, Perama, Neo Kosmo, Chalkida, Rethymnos, Nikea, Heraklio, Vonitsa und anderen Gebieten des Landes verübt worden. Zusätzlich schänden Unbekannte moslemische Gebetsstätten in Athen.

Die Offiziere der ELAS machen sich Gedanken, weil – wie sie sagen – die Gruppen Rechtsradikaler inzwischen mit heftigen Rhythmen anwachsen, die Teilnehmer an rassistischen Angriffen dutzende sind und die zuständigen Polizeibehörden keine zuverlässigen Daten über die an dieser rassistischen Explosion Beteiligten zusammentragen können. Zusätzlich spricht die Polizei von „Gruppen Rechtsradikaler“, die häufig nichts anderes als „diverse Cliquen Jugendlicher oder älterer Männer in Nachbarschaften Athens und in der Provinz sind, die ihre kriminelle Aktivität aus dem Nichts beginnen„.

Hooligans und Terroristen

Die wirtschaftliche Krise verursacht einen starken Anstieg auch der Betrügereien. 2010 betrug die Anzahl aller Betrugsfälle im gesamten Staatsgebiet 1991, und für das laufende Jahr wird damit gerechnet, dass diese Zahl auf wenigstens 3.600 Fälle hochschnellen wird. Die meisten davon beziehen sich auf ungedeckte Schecks, Scheingeschäfte, Investorenbetrug usw.

Der Zyklus der Gewalt hört jedoch nicht hier auf. Es wird befürchtet, dass ab Anfang September wieder die Angriffe zwischen Hooligans beginnen, die mittlerweise Waffen, Handgranaten und Sprengstoff einsetzen, als ob sie Terroristen wären. Die Polizei betont sogar, dass die „Fronten“, welche die Hooligans seit der vorherigen Saison eröffnet haben, viele sind und mit heftigen Angriffen zwischen ihnen gerechnet wird.

Schließlich geht die Mobilisierung der Anti-Terror-Behörde zur Auffindung des verschwundenen Nikos Maziotis und seiner Gefährtin Pola Roupa weiter, da sogar angenommen wird, dass „die herrschenden politischen und wirtschaftlichen Umstände einen neuen Zyklus bewaffneter Angriffe durch neue Gruppen von Stadtguerillas initiieren können, die zu dutzenden Brand- und Bombenanschlägen schreiten werden„.

(Quelle: To Vima)

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  1. JJ
    16. August 2012, 17:57 | #1

    Das Globale Chaos ist ausgebrochen, überall auf der Welt nur noch chaotische Zustände, Aufstände und Umstände. Irgendwann wird ein gößenwahnsinniger den roten Knopf drücken und alle finden ihren Frieden im Jenseits. Irgendwie bekommt der Film Planet der Affen einen tiefsinnigeren Charakter, und wenn man sich das Chaos vor Augen hält kommt man schnell zu dem Schluß, das Tiere ein besseres Sozialverhalten aufweisen als die Menschheit es derzeit tut.

    Gruß

  2. Armin
    16. August 2012, 19:20 | #2

    Es ist doch alles so geplant. Zuerst muss Chaos erzeugt werden, dann extreme Zustände, mal das System zusammenbrechen lassen, viele Arbeitslose und Hunger erzeugen bis hin zu Ausschreitungen, die jetzt mit der Bundeswehr niedergeschlagen werden dürfen.(weil der größte Feind des Staates sind die eigenen Bürger) Geschichte wiederholt sich immer wieder und oft so verblüffend gleich. Wenn dann alles am Boden ist fangen wir wieder neu an, nur mit geringere Löhne.

  3. Markus
    16. August 2012, 22:53 | #3

    @Armin
    genau…und nebenbei wird die „neue Weltordnung“ weiter ausgebaut a la George Orwell 1984 – nach dem Motto „stürze die Welt in Chaos und biete dann die Lösung an. Die Menschen werden sie dankbar annehmen!“ Nicht das erste Mal, dass es so gemacht wird – diesmal nur in großem Stil…

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