Neue Abzocke im Gesundheitssystem in Griechenland

4. August 2012 / Aufrufe: 534

In Griechenland steht eine drastischer Erhöhung der Gebühren für telefonische Vereinbarung eines Termins bei Ärzten des staatlichen Gesundheitssystems an.

Ab dem 06 August 2012 soll in Griechenland die landesweite Rufnummer 184 abgeschaltet werden, die bisher die Versicherten des Nationalen Trägers für Gesundheitsleistungen (EOPYY) anrufen mussten, um Arzttermine zu vereinbaren. An Stelle der alten Rufnummer treten fortan die Rufnummern 14884 und 14900.

Wie die Vertreter der Ärztekammer Athen (ISA) monieren, werden sich damit jedoch für die Versicherten die Kosten für jeden Anruf signifikant erhöhen. Während bisher jeder Anruf – der im übrigen vollautomatisierten Telefonzentrale – mit einer (1) Ortsgesprächsgebühreneinheit (derzeit 0,03 Euro) zu Buche schlug, werden für den Erhalt eines Arzttermins fortan je Anruf 0,99 Euro über die Nummer 14884 und 1,08 Euro über die Nummer 14900 fällig, sofern der Anruf über das Festnetz erfolgt. Wird der Anruf dagegen über ein Mobilnetz getätigt, beträgt die Gebühr 1,18 Euro / Minute.

Der Präsident der ISA, Giorgos Patoulis, und der Generalsekretär Stathis Tsoukalos erachten es unter den derzeitigen schwierigen Umständen für die Versicherten als unmöglich, solche Beschlüsse durchzusetzen. „Es kann nicht angehen, bis um das 40-fache die Gebühren für den Versicherten zu erhöhen, um einen Termin beim Arzt zu erhalten. Es ist nicht statthaft, die Versicherten zu zwingen, ein weiteres Mal tief in die Tasche greifen zu müssen. Bedenken sie die Belastung, die sie mit ihrem Beschluss den Versicherten verursachen, die gezwungen sind, vielfache Anrufe zu tätigen um verschiedene Termine zu bekommen„, betonen sie in einem Schreiben an den Präsidenten des EOPYY, Gerasimos Voudouris.

Die Vertreter der ISA fordern den Präsidenten des EOPYY auf, „… nicht zur Realisierung eines Beschlusses zu schreiten, der sogar die Vereinbarung eines Arzttermins zu einer teuren Sache macht„.

Der Vollständigkeit halber sei angemerkt, dass infolge der Proteste der Präsident des EOPYY inzwischen eine Neuverhandlung der Konditionen mit den Betreibern der Servicenummern in der Hoffnung angekündigt hat, niedrigere Gebühren zu erreichen.

(Quelle: in.gr, in.gr)

  1. Konstantin
    4. August 2012, 16:48 | #1

    Ist schon traurig wenn den Menschen auf so krumme Art noch mehr Geld aus der Tasche gezogen werden soll.
    Die Idee mit der Kostenpflichtigen Telefonnummer könnte von den Deutschen-Beratern stammen, hier wird das schon lange praktiziert, allerdings nicht so teuer. 3,9 Cent die Minute für einen Anruf bei der Arge.

Kommentare sind geschlossen