Löhne, Konsum, Guthaben und Steuern in Griechenland im Keller

2. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 660

Die offiziellen Daten der nationalen Statistikbehörde in Griechenland für das erste Quartal 2012 zeigen einen massiven Rückgang bei Löhnen, Konsum, Spareinlagen und Steuern.

Die großen Verluste bei den Bezügen der Arbeitnehmer, den Spareinlagen und dem Konsum unter der Last der Krise, die das Land geißelt, und der harten Kürzungen, die zur Erzielung der mit der Troika vereinbarten volkswirtschaftlichen Ziele umgesetzt werden, geben die neuen Daten wieder, welche am 27 Juli 2012 die Griechische Behörde für Statistik (ELSTAT) veröffentlichte.

Im ersten Quartal 2012 sanken die Bezüge der Arbeitnehmer um 15,6% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum, mit dem Ergebnis, dass das verfügbare Einkommen bei den privaten Haushalten um ungefähr 5,5%, also von 37,2 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 35,2 Mrd. Euro zurückging. Die Konsumausgaben der Haushalte und gemeinnützigen Organisationen, welche wie beispielsweise die Kirche und andere Träger die privaten Haushalte unterstützen, gingen im Vergleich zum ersten Quartal 2011 um 6,7% zurück und sanken auf 38,9 Mrd. Euro, gegenüber 41,7 Mrd. Euro vor einem Jahr.

Rückgang der Spareinlagen und Nettokreditaufnahme

Spürbar waren die Auswirkungen auch auf die Spareinlagen der griechischen Haushalte: Die als Bruttoguthaben im Verhältnis zu dem verfügbaren Bruttoeinkommen bestimmte Sparquote der Haushalte, aber auch der Haushalte unterstützenden gemeinnützigen Stiftungen war -10% im ersten Quartal 2012, gegenüber -12% im entsprechenden Quartal 2011. Derweilen reduzierten sich die Nettofinanzierungsbedürfnisse der gesamten Wirtschaft auf 5,7 Mrd. Euro, von 8,8 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Der Rückgang der Nettokreditaufnahme rührte unter anderem aus dem Rückgang des Handelsdefizits hauptsächlich wegen des Rückgangs der Importe unter der Last des Absackens der Nachfrage her. Der Nettofinanzierungsbedarf auf dem Sektor der Zentralregierung belief sich auf 4,7 Mrd. Euro im 1. Quartal 2012 und war damit im Vergleich zu den im entsprechenden Vorjahreszeitraum verzeichneten 4,6 Mrd. Euro marginal geringer.

Die Krise trifft auch die Steuereinnahmen

Ebenfalls gestern publizierte weitere Daten der ELSTAT (nationale Quartalskonten der Zentralregierung) geben große Rückgänge sowohl bei den Ausgaben als auch bei den Einnahmen auf dem Sektor der Zentralregierung unter der Last der Krise und der Kürzungen bei Löhnen und Renten wieder:

1. Die Einnahmen sanken im ersten Quartal 2012 auf 18,97 Mrd. Euro, von 26,66 Mrd. Euro im entsprechenden Vorjahresquartal, unter anderem wegen:

  • des Rückgangs der Steuern bei Produktion und Importen von 7,6 Mrd. Euro im ersten Quartal des Vorjahres auf 5,5 Mrd. Euro im ersten Quartal 2012;;
  • des Rückgangs der Einkommensteuern von 5,9 Mrd. Euro im ersten Vorjahresquartal auf 3,3 Mrd. Euro im ersten Quartal 2012;
  • des Rückgangs der Sozialabgaben von 6,9 Mrd. Euro im ersten Vorjahresquartal auf 6,5 Mrd. Euro im ersten Quartal 2012.

2. Einen großen Rückgang verzeichneten auch die Ausgaben bei der Zentralregierung, die von 29,55% im ersten Quartal 2012 auf 23,6% im ersten Quartal 2012 sanken:

  • die primären Ausgaben sanken von 25,88 Mrd. Euro auf 20,1 Mrd. Euro;;
  • die Vergütungen für abhängige Beschäftigung sanken von 6,9 Mrd. Euro auf 5,6 Mrd. Euro;
  • die Aufwendungen für Sozialleistungen sanken von 12,4 Mrd. Euro auf 10,7 Mrd. Euro;
  • die Ausgaben für Güter und Dienstleistungen sanken von 3,6 Mrd. Euro auf 1,8 Mrd. Euro.

Die Primärbilanz des Landes auf Ebene der Zentralregierung präsentierte ein Defizit von 1,13 Mrd. Euro im 1. Quartal 2012 gegenüber einem Überschuss von 767 Mio. Euro im Vorjahr, während das Gesamtdefizit in der Bilanz der Zentralregierung 4,66 Mrd. Euro erreichte, gegenüber 2,9 Mrd. Euro vor einem Jahr.

(Quelle: Imerisia)

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