Gibt es in Griechenland keine Aufklärer?

1. August 2012 / Aktualisiert: 01. Juli 2013 / Aufrufe: 829

Autor: Peter Adam

Thema: Alle Überflüssigen mögen sterben – auch in Griechenland

Hallo liebe Landsleute und Freunde des griechischen Volkes.

Ich schreibe als Grieche und Patriot, der schon lange Zeit in Deutschland lebt, sich jedoch noch sehr gut an die Zeit erinnert, als Griechenland noch seine ursprüngliche Währung, die Drachme hatte. Ich bin nun 50 Jahre alt und vielleicht kann man hier meinen Standpunkt dadurch besser verstehen.

All die Jahre im Euroraum ging es dem griechischen Volk scheinbar gut. Man hatte eine harte Währung, man konnte konsumieren und es ging dem Volk relativ gut. Doch ohne hier zu polemisieren möchte ich Griechenland wieder in der Drachme sehen, denn kein Mensch kann die Augen davor verschließen, dass das Volk unter den momentanen Zuständen immer weiter, für nichts und wieder nichts, verelenden wird, wenn nicht radikal gegengesteuert wird. Aufgrund seiner stetig schwindenden Wirtschaftskraft kann Griechenland sich den Euro als Währung nicht mehr leisten.

Natürlich wäre eine Rückkehr zur Drachme schmerzhaft, vor allem für diejenigen die bisher vom Euro profitiert haben und nun, aus Angst vor den zu erwartenden Verlusten, ein Horrorszenario nach dem anderen entwerfen. Aber ist der Horror nicht schon längst in unserem geheiligten Land angekommen? Weshalb erlauben wir als Gesellschaft es, das Kranke und Schwache so sehr leiden müssen? Weshalb hat das Volk nicht den Mut zusagen: „Genug ist genug“.

Vor dem Euro waren wir schon ein armes Volk, aber wir hatten medizinische Versorgung für alle, unser Land gab genug her, damit alle satt wurden, und unsere Sozialstrukturen waren weitestgehend in Ordnung. Gibt es denn wirklich keine Aufklärer, die dem Volk sagen was Sache ist? Wer bringt den Mut auf zu sagen, dass Griechenland den Euro verlässt, aus Gründen, die nach all den Horrorberichten und unhaltbaren Zuständen auf der Hand liegen?

Vorstellbar wäre doch, das Beispiel Argentiniens oder Islands zu praktizieren, was zwar hart werden würde, jedoch dem ganzen Volk eine größere Chance des Überlebens lässt als alle Spardiktate und Kürzungen, die uns in die Knie zwingen wollen. Wir haben als Griechen schon immer einen maroden Staat gehabt, aber noch nie einen, der sich bei den Banken und den Nordeuropäern wegen ein wenig Luxus anbiedert. Es ist einfach würdelos um Euros zu betteln, wenn man auch einen Weg der nationalen Einheit, der Wahrhaftigkeit und des Glaubens beschreiten könnte, der Griechenland seine Freiheit zurückgibt, zu tun was immer es zu tun beliebt, der unser Volk von den Knien holt und uns erlaubt, auf die Früchte unserer eigenen Arbeit stolz zu sein.

Das ist meine ganz persönliche Meinung, und ich habe durchaus Ideen wie man dies bewerkstelligen könnte. Da man aber nicht auf das hört, was ich sagen will, bin ich als Einzelner machtlos.

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  1. unglaulich
    1. August 2012, 19:38 | #1

    Wie sagte einst eine spanische Literarin “ Gib mir den Tod, den ich so dringend wünsche“

    Der „Tod“ wird natürlich nicht als die physische Verendung gesehen, sondern als eine reinigende Katharsis, als den einzigen Weg alle falschen Hoffnungen und Ängste endgültig den Kampf anzusagen und durch das Fegefeuer zu gehen, das Fegefeuer zurück zu dem kleinsten Nenner der gemeinsamen Werten, der gemeinsamen Vorstellungen, und damit wird die Saat gelegt unabhängig irgendeiner Währung, Währungsgemeinschaft, politischen Gemeinschaft (LOL) etwas aufzubauen was einerseits menschenwürdig und förderlich ist und in angemessener Weise auch zu einem Wettbewerb führt. (Wettbewerb im Sinne der Gemeinnützigkeit)

    Am „Day after Euro“ wird niemand verstrahlt sein, nichts ist in Rauch und Feuer aufgegangen, nichts liegt in Schutt und Asche.

    Das Meer ist da, das Land ist da, die Menschen sind da, das Wissen ist da.
    Es gilt nur dieses neu zu kombinieren.

  2. Frank
    1. August 2012, 21:41 | #2

    Die Drachme einzuführen ist eine Möglichkeit, aber als Ingenieur und Mathematiker liebe ich die Logik und eine zwingende Logik kann ich nicht darin erkennen.

    Was würde denn passieren wenn die Drachme eingeführt würde? Sie würde sofort abgewertet und danach würde sich auf einem niedrigeren Kostenniveau ein gesunder wirtschaftlicher Zustand einstellen … Wachstum wäre von diesem Niveau aus wieder möglich.

    Als Beispiel möchte ich mal annehmen, die Abwertung würde 50% betragen.

    Wenn wir nun das ganze vergleichen mit einem Szenario MIT dem EURO … das Szenario mit der abgewerteten Drachme unterscheidet sich doch kein bisschen von einem Szenario mit Euro, bei dem alle Kosten um 50% reduziert sind. Und das wäre daher mein Vorschlag für Griechenland:
    Alle Kosten um 50% verringern: Löhne, Pensionen, Renten, Schulden, Mieten usw. Das Poblem wäre gelöst (und das Lohn/Preis Niveau läge etwa auf dem Niveau von Slowenien, Polen, etc.).

    Mein Vorschlag soll aber nur ein Modell sein zur Beschreibung der Logik. Natürlich wäre es Aufgabe der Politik nicht eine starre 50%-Regel anzuwenden, sondern eine etwas gerechtere, intelligentere Regelung. Aber vom Ergebnis müsste etwa das gleiche Ziel erreicht werden: 50% Kosteneinsparung.

  3. 1. August 2012, 23:09 | #3

    Lest euch doch mal die Theorie der politischen Ponerologie und Psychopatie durch. Gibs als pdf im Netz. Diese Theorie erklärt sehr gut warum es so ist, wie es ist. Auch wenn sich der „Normalo“ nicht vorstellen kann, dass es „Menschen“ gibt die Chaos, Krieg und Tod wollen, wo der der Bürger nur in Frieden und bescheiden leben will.

  4. Heinz
    2. August 2012, 12:56 | #4

    Ich habe es hier schon beschrieben, möchte es gerne nochmals tun: Die Drachme ist keine Lösung, weil sie die Schulden nicht beseitigt.
    Wenn jedoch hinter dem Vorschlag von Peter Adam dieser Gedanke liegen sollte, dann sollte er auch beachten, dass dann, wenn Griechenland einen Schuldenschnitt anstrebt, also seine Schulden nicht zurück zahlen will, künftige Kredite sehr, sehr teuer werden, egal woher. Es sei denn, eine Großmacht möchte Einfluss gewinnen – ich denke da an China oder Russland – und gibt das Geld „preiswerter“. Ob das dann auf die Dauer preiswert wäre, sollte sich jeder selbst beantworten.

    Weiter ist es natürlich genau andersherum mit denjenigen, die unter der Einführung der Drachme leiden würden. Es wären eben nicht die bisher schon profitiert haben, denn die haben ihr Geld außer Landes gebracht. Ein befreundeter Banker einer deutschen Großbank berichtete mir über „riesige“ Euromengen, die auf deutsche Konten überwiesen werden, zum Teil auf die Konten von Verwandten oder Freunden. In anderen Ländern Europas wird es nicht anders sein. Diese Euros bleiben Euros. Und lassen sich dann irgendwann wieder profitabel in Drachme umwandeln.
    Nein, die Dummen wären eben wieder die „Normalos“, die quasi von der Hand in den Mund leben. Denn die Importe würden sehr, sehr teuer, da die Drachme nicht viel wert wäre. Und Griechenland importiert mehr, als es exportiert. Wo soll also die „Genesung“ der Volkswirtschaft Griechenlands her kommen?

  5. Antony Krummbein
    2. August 2012, 14:02 | #5

    Natürlich gibt es Aufklärer, die sind allerdings fast alle im Knast oder auf der Flucht wie z.b. der im Knast geborene Viktor Lambros Roupa.

  6. Antony Krummbein
    2. August 2012, 14:13 | #6

    @Frank
    Für Renten und Stütze hat man jahrzehntelang eine Versicherung bezahlt und wenn sich der Zuhälter Staat daran bedient ist das schlicht Diebstahl und endet unter der Guillotine vom Syndagma. Die wichtigsten Kosten würden eh viel schlimmer steigen und die meisten Gewerbe auslöschen, denn die importieren Rohstoffe zur Produktion. 50% ist auch Schwachsinn, eher 70-80%. Die Bonzen wollen aus dem Euro, um ihre gebunkerte Kohle zu verdreifachen.

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