Benzinpreis in Griechenland über 2 Euro

26. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 6.583

Der Preis für bleifreies Normalbenzin ist in einigen Gebieten Griechenlands inzwischen auf über 2 Euro pro Liter gestiegen, ohne dass ein Ende der Preisrallye in Sicht ist.

Die Treibstoffpreise klettern in Griechenland ohne Ende in die Höhe, während die Verbraucher eine unglaubliche Belastung bei ihren Familienetats kennen lernen. In bestimmten Gebieten Griechenlands ist der Preis für bleifreies Benzin inzwischen auf über 2 Euro pro Liter gestiegen.

Die teuersten Tankstellen sind in Piräus, wo der Benzinpreis bei 2,036 Euro pro Liter liegt, in Iraklio auf Kreta, wo der Liter für bis zu 2,03 Euro verkauft wird, und auf Euböa mit 2 Euro pro Liter gefunden worden. Einen Hauch vor 2 Euro (genau gesagt bei 1,99 Euro pro Liter) liegen Tankstellen in den Regionen Chania, Lasithi und Evros, aber auch in Achaia und Elis gibt es Tankstellen mit Preisen von 1,98 Euro pro Liter.

Im landesweiten Durchschnitt hat sich der Preis für bleifreies Benzin auf 1,836 Euro pro Liter gestaltet. Die Serie der aufeinanderfolgenden Preiserhöhungen hält seit dem 2 Juli 2012 an, mit dem Ergebnis, dass der Anstieg sich auf insgesamt 17,4 Cent pro Liter summiert.

Preistreiberei der Raffinerien und Marktverzerrungen

Die Rallye der Preise wird zu einem signifikanten Teil auf die Preistreiberei der mediterranen Raffinerien zurückgeführt, die in den Sommerperioden wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens immer die Preise erhöhen. Gleichzeitig belastet der große Rückgang des Euro gegenüber dem Dollar die Preise der Produkte erheblich.

Jedenfalls begegnet abgesehen von der internationalen Praxis der inländische Treibstoffmarkt auch seinen eigenen Verzerrungen. Wer auf die Gebiete mit dem teuersten bleifreien Benzin achtet, wird feststellen, dass es dauerhaft die selben sind, wie beispielsweise Kefalonia und Kreta. Eins der bedeutendsten Probleme, welches von Marktfaktoren beobachtet werden, ist das Fehlen von Treibstofflagern. Die Tanklager helfen in einem sehr hohen Grad bei der Reduzierung der Transportkosten, speziell auf den Inseln. Beispielsweise auf Kreta gibt es jedoch solche Anlagen nicht.

Zusätzlich ist in Kefalonia leicht festzustellen, dass die überwältigende Mehrheit der Tankstellen Marken von Handelsgesellschaften für Mineralölprodukte führen, die alle dem selben Raffinerie-Konzern angehören. Folglich funktioniert in dem konkreten Beispiel der Wettbewerb nur bedingt.

60% des Benzinpreises sind Steuern

Das größte „Gewicht“ auf dem griechischen Treibstoffmarkt und konkret bei der Gestaltung der Preise am Zapfschlauch ist jedoch die hohe Besteuerung. Die Sonderverbrauchssteuer, die Mehrwertsteuer und die übrigen Abgaben entsprechen ungefähr 60% des Endpreises. Um die Steuern zu senken, muss jedoch die Troika „grünes Licht“ geben.

Wie ein Amtsträger des Entwicklungsministeriums anmerkte, „hat die Besteuerung der Treibstoffe gemäß der Überlegung der Troika einerseits die Schöpfung höherer Einnahmen zum Ziel, jedoch verfolgt sie hauptsächlich die weitere Senkung des Verbrauchs, damit die interne Abwertung erzielt und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmenszweige stimuliert wird„.

Weiter ist zu betonen, dass die Gewinnspannen der Handelsunternehmen und Tankstellen trotz der großen Preisrallye sinken, weil die Nachfrage erheblich zurückgegangen ist und die Tankstellenbetreiber und Handelsunternehmen versuchen, mittels der Komprimierung ihrer Gewinnspanne Marktanteile zu halten.

Informationen über die Preise für Benzin und Diesel im ganz Land bietet eine von dem griechischen Entwicklungsministerium betriebene Webseite  mit der Übersicht der aktuellen Benzinpreise in Griechenland – allerdings leider nur auf Griechisch.

(Quelle: Imerisia)

  1. v. Faltin
    26. August 2012, 19:25 | #1

    Einige hundert Kilometer weiter kostet der Liter in Ägypten ca. 20 – 25 Cent.
    Wer da wohl verdient in Griechenland?

  2. Roditisa
    27. August 2012, 12:33 | #2

    @v. Faltin
    Steht doch drin:
    der Staat (60% Steuern) und die Raffinierien.

  3. CYR
    27. August 2012, 14:25 | #3

    Der Preis wird solange weiter erhöht wie die Leute noch massenhaft fahren werden. Es würde mich nicht wundern wenn in GR der Benzinpreis Ende des Jahres bei 2,50 steht.

  4. Pantelis B.
    27. August 2012, 18:56 | #4

    Das Problem ist ein ganz anderes: Die Steuern sind ja in der EU was Mineralöle etc. angeht, „fast“ identisch. Griechenland bezog sein Rohöl fast ausschließlich aus dem Iran und dort auch immer auf pump (Zahlungsziel). Wegen dem Embargo, geht das nicht mehr und Griechenland muss (wieder mit gepumptem Geld) Vorkasse leisten. Die erhöhten Beschaffungskosten, geben die Konzerne natürlich an die Verbraucher weiter.

    @ CYR
    Wer fährt den noch groß in Griechenland, außer er muss unbedingt? Ich sehe sogar Griechen auf dem Fahrrad Zigaretten holen! Das gab´s noch nie ….. 😉

  5. Frank
    27. August 2012, 19:58 | #5

    @Pantelis B.

    Warum kauft Griechenland denn Öl? In Deutschland kaufen Konzerne (Shell, Aral, etc.) das Öl, der Staat kauft kein Öl.

  6. Pantelis B.
    27. August 2012, 20:25 | #6

    @ Frank
    Das stimmt so nicht! Die BRD (Der Staat ist gemeint) hält eine Notfallreserve von 90 Tagen vor. Ich meinte ein Gesetz aus dem Jahre 1968, unterschrieben vom Diktator G. Papadopoulos höchst persönlich, welches heute immer noch in Kraft ist (Sie haben richtig gelesen!). Dieses Gesetz verbietet den Ankauf von Kraftstoffen für sämtliche Staatsfahrzeuge (Heer, Luftwaffe, Marine, Polizei, Feuerwehr etc. etc.) mittels Ausschreibung und besagt das DER GR. STAAT diese Kraftstoffe selbst Besorgt. Man geht von ca. 1 Milliarde an Unterschlagung, bzw. Veruntreuung im Jahr aus, was alleine diese Regelung angeht …..

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