13 + 1 Sparmaßnahmen in Griechenland 2013 – 2014

28. August 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 2.085

Die 13+1 Maßnahmen des Sparpakets für die beiden Jahre 2013 – 2014

  1. Gestaffelte Kürzungen von 2% bis zu 20% bei den Hauptrenten, möglicherweise auch bei denen ab 600 Euro.
    Es handelt sich um eine neue Abgabe, die ab dem ersten Euro erhoben wird. Aufzeigend wird angeführt, dass sie für Renten von 2.000 Euro 15% erreichen wird.
  2. Kürzungen bei den Zusatzrenten ab 400 Euro.
    Eine Sonderabgabe wird auch auf die Zusatzrenten erhoben werden, und es werden bereits alternative Szenarien bezüglich der Höhe der Kürzung in Erwägung gezogen. Der Basisvorschlag sieht vor, dass die Kürzung ab Renten von über 400 Euro beginnt, jedoch werden auch alternative Szenarien untersucht.
  3. Streichung der Festzulagen und des Urlaubsgeld für die aktiven Beamten und die Rentner des öffentlichen Sektors.
    Durch die konkrete Maßnahme wird jeder Beschäftigte des öffentlichen Sektors 1.000 Euro jährlich verlieren. Für 2013 wird mit einer Einsparung von 700 Mio. Euro gerechnet, wobei jedoch natürlich nicht die negativen Folgen bei den Steuereinnahmen berücksichtigt sind. Der Verlust für die Rentner des öffentlichen Sektors wird 800 Euro jährlich betragen.
  4. Streichung der 13. und 14. Zusatzrente.
    Die Maßnahme gilt als „fest“ gemacht, mit dem Ergebnis, dass die Zusatzkassen die Zahlung des Weihnachts-, Oster- und Urlaubsgeldes einstellen werden. Diese neuen Kürzungen werden die Gesamtheit der Zusatzrenten unabhängig von deren Höhe betreffen und für alle Kassen gelten.
  5. Erhöhung der erforderlichen Versicherungsjahre (von 15 auf 21) für den Bezug einer Rente mit 65 Jahren.
    Diese Maßnahme wird ab dem 01 Januar 2013 zu laufen beginnen und soll ausgleichend fungieren, damit die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 66 oder 67 Jahre vermieden wird. Ziel ist, dass der „Ausgang“ mit 21 Versicherungsjahren erfolgt (es ist auch ein Vorschlag für 20 Jahre untersucht worden); es wird erwartet, dass die Maßnahme zur Bewältigung der Beitragshinterziehung beitragen wird.
  6. „Kappung“ bei der Abfindung von 23 Fürsorgekassen
    Die konkreten Versicherungsträger gewähren eine um bis zu 83% höhere Abfindung im Verhältnis zu den Beiträgen, welche die Arbeitnehmer eingezahlt haben. Der Anfang erfolgt von der Fürsorgekasse der öffentlichen Bediensteten, wo die Beihilfe um 22,67% gekürzt wird. Es sei angemerkt, dass dies die zweite Kürzung bei der Abfindung des öffentlichen Sektors ist, die im November um 20% gesenkt worden ist.
  7. Erhebung einer Sonderabgabe auf die Renten all jener, die in den letzten Jahren eine überhöhte Abfindung erhalten haben.
    Es wird erwartet, dass die Regelungen bei der Fürsorgekasse der öffentlichen Bediensteten, wo alternative Szenarien für Abgaben von 1% bis 3% auf die Renten untersucht worden sind, ein „Modell“ darstellen werden. Mit der Forcierung entsprechender Maßnahmen wird auch bei anderen Kassen gerechnet.
  8. Kürzungen bei den Renten konkreter Kategorien Versicherter (z. B. ledige Töchter).
  9. Kürzungen der Bezüge bei den Sonderbesoldungsordnungen um durchschnittlich 12%, mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass die Maßnahme rückwirkend ab dem 01 Juli 2012 gelten wird.
    Sie betrifft 200.000 Bedienstete (Uniformträger, Justizbeamte, Ärzte des staatlichen Gesundheitssystem ESY, Professoren an Universitäten und technischen Hochschulen, Diplomaten, Prälaten), die in ihrer Gesamtheit eine „Beschneidung“ ihrer Bezüge in der Größenordnung von jährlich 500 Mio. Euro erleiden werden.
  10. Einführung strenger Einkommens- und Vermögenskriterien für die Zahlung von Wohlfahrtsleistungen. Die Beihilfen für Behinderte werden von 313 auf 230 Euro beschnitten.
    Das Verfahren für die Bewilligung der Beihilfen wird strenger. Es wird in Erwägung gezogen, die volle Beihilfe nur an Berechtigte mit einem Jahreseinkommen von bis zu 10.000 Euro zu zahlen. Bei Einkommen ab 10.000 bis 20.000 Euro werden 2/3, bei Einkommen ab 20.000 bis 30.000 Euro 1/3 gezahlt, während Berechtigte mit einem Einkommen von über 30.000 Euro überhaupt keine Beihilfe erhalten werden.
  11. Streichung der sozialen Solidaritätszulage für Rentner (EKAS) für alle, die jünger als 65 Jahre sind, und Gewährung mit Kriterien für die über 65-Jährigen.
    Der Rahmen für die Zahlung der Beihilfe an die Kleinrentner wird strenger. Die Altersgrenze wird um 5 Jahre erhöht, da diese finanzielle Beihilfe bisher mit 60 Jahren gewährt wurde.
  12. Neue Gehaltskürzungen von bis zu 30% für die Bediensteten der DEKO mittels der Anwendung der einheitlichen Besoldungsordnung.
    Zur Umsetzung sind Arbeitsordnungen abzuschaffen, welche die Gewährung von Zulagen und Extrabezügen vorsehen.
  13. Schließung kommunaler Betriebe und Kürzungen bei den zusätzlichen Vergütungen (Überstunden, Zulagen) der Bediensteten der Kommunalbetriebe (OTA).
    Die Kürzungen werden für stellvertretende Bürgermeister und Ratsmitglieder höher und für das übrige Personal der Organismen der lokalen Selbstverwaltung von eingeschränkter Bandbreite sein.
  14. Zusammenlegung oder Abschaffung 50 öffentlicher Träger.

(Quelle: Imerisia)

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  1. Ariadne
    28. August 2012, 10:57 | #1

    13. und 14. Zusatzrente? Weihnachts-, Oster- und Urlaubsgeld für Rentner? Sowas gibt es wohl nur in Griechenland. Jedenfalls kenne ich kein anderes Land, wo es das gibt. Und jetzt wird geweint, weil diese Zusatzrenten abgeschafft werden sollen? Ich kann deutsche Rentner verstehen, die sich hier ausgebeutet vorkommen. Sie selbst kommen nämlich nicht in den Genuss solcher Zusatzleistungen. Und von Renten in der Höhe von 2000 Euro können wohl die meisten Rentner in anderen Ländern nur träumen!

  2. tabascofan
    28. August 2012, 11:59 | #2

    Wie bitte? Rente für unverheiratete Töchter? Soll das ein Witz sein?

  3. Götterbote
    28. August 2012, 13:35 | #3

    @Ariadne
    Vielleicht sollten Sie auch mal solche http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-05/merkel-krisenstaaten-rente Beiträge lesen.

  4. muss sowas sein
    28. August 2012, 14:42 | #4

    @Götterbote: interessant, sollten sich mal die anschauen, die so schnell vorab verurteilen

    Warum maßen wir uns an hier zu urteilen, die Voraussetzungen Deutschland gegenüber Griechenland sind komplett anders, ein ganz anderes System.
    In Deutschland werden bedürftige Familie mit Sozialhilfe unterstützt, arbeitsscheue Mitbürger leider auch. In Griechenland gibt es keine Sozialhilfe und eine Arbeitslosigkeit die weitaus höher ist als in DE.
    Vergleicht mal all die Zuwendungen (wie Hartz IV, Mietzuschuß, Heizkostenhilfe, usw.) die es in DE gibt – wovon die griechische Bevölkerung nur träumen kann und dann darf man nicht vergessen, daß Menschen hier an Container sich Essen suchen, mittlerweile kein Telefon oder Strom mehr haben, Kinderheime sind überfüllt da die Eltern sie nicht mehr versorgen können, usw.

  5. Stipsi Fan
    28. August 2012, 16:39 | #5

    @Ariadne
    Natürlich gibt es solche Renten in Deutschland. Und in Griechenland träumen die meisten Menschen auch nur von so einer Rente. Die durchschnittliche Rente beträgt im ländlichen Bereich (und der ist groß) 300 bis 400€. Wie man damit leben kann -bei den gleichen Preisen wie in Deutschland- war mir schon immer schleierhaft. Für die meisten reicht das Geld mal grade zum Überleben. Warum immer die extremen Fälle so aufgebauscht werden, als ob das für alle Griechen gilt, kann ich nicht verstehen. In keinem Land der Welt zahlen Reiche und Konzerne Steuern und Korruption gibt es hier genauso. Da reicht ein Blick in die Zeitung.
    In Griechenland würde ein deutscher Hartz IV Empfänger schreiend weglaufen!! Und das auch schon vor der „Krise“. Da gibt es nämlich so gut wie gar kein soziales Netz: kein Hartz IV, keine Grundsicherung im Alter, Arbeitslosengeld nur 1 Jahr…..Wenn dort nicht Familie, Freunde oder die Dorfgemeinschaft von dem bisschen, was die haben, diese total Armen (Einkommen = 0€) durchfüttern würden (was ganz selbstverständlich ist), würden sie einfach sterben. Und dem Staat ist das völlig Wurscht. Ich bin heilfroh, dass ich in Deutschland nicht auf so eine Hilfe angewiesen bin, das wäre dann wohl das Todesurteil.

  6. Bluebird
    28. August 2012, 17:17 | #6

    @Ariadne
    Diese Sachen sind schon lang gestrichen worden und die Mehrheit bekommt auch keine 2000 Euro Rente sondern lebt von einer Rente weit unter 1000 Euro, von dieser werden dann noch arbeitslose Kinder und Enkel unterstuetzt.
    Bitte nicht alles glauben, was in der BILD steht.

  7. Quarterback
    28. August 2012, 20:35 | #7

    @tabascofan Kein Scherz! – Nach dem Urteil des AREOPAG gilt diese merkwürdige Hinterbliebenenrente auch für die Söhne. Gleichheitsgrundsatz! Bedingungen für beide: ledig sein, kein eigenes Einkommen haben. Wenn ich es recht erinnere, sind davon 13000 Rentenbezieher betroffen. Psst, in D hat sich diese Schote in der breiten Öffentlichkeit noch nicht rumgesprochen.

  8. admin
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