Spaltung und Verkauf der ATEbank in Griechenland

19. Juli 2012 / Aktualisiert: 19. Mai 2018 / Aufrufe: 319

Die Spaltung der Agrarbank in Griechenland gilt als beschlossene Sache, womit der Staat die Verbindlichkeiten übernehmen und der gesunde Teil der Bank verkauft werden soll.

Für die ATEbank sind die Würfel gefallen, da ihre Spaltung in Bad Bank und Good Bank und der Verkauf des gesunden Zweigs an eine private Bank beschlossen wurde. Dieses Szenarium wurde auf Sofokleousin.gr seit dem 15 März unter dem Thema „Sie ließen die ATE den Bach hinunter gehen“ enthüllt. Abgesehen von der Forderung Troika stellt dieses Szenarium auch einen komfortablen Ausgang auch für PASOK und Nea Dimokratia dar, da sie in einer zweiten Phase und auf längere Zeit gesehen anstreben werden, ihre sich auf 230 Mio. € addierende Verschuldung zu reduzieren oder gar völlig loszuwerden.

Mit dem Bad-Bank-Modell wird der Fiskus aufgefordert sein, die Verpflichtungen und „roten“ Kredite der Bank zu übernehmen, während eine private Bank die Einlagen aufkaufen und das Netzt und das Personal absorbieren und parallel zu Entlassungen schreiten wird. Publikationen und Gerüchte sprechen von einem bekundeten Interesse seitens der Nationalbank, Piräus-Bank und Eurobank.

Der Beginn des Endes der ATEbank

Praktisch gesehen wird auf diese Weise die letzte staatliche Bank zerstört und der Staat verliert das Privileg der Gestaltung der Politik auf dem sensiblen Agrarsektor, indem er die Landwirte in die Hände privater Banken gibt, die aufgerufen werden sein, auch die Subventionen von der EU sowie ebenfalls alle Kredite zu verwalten, die sich nicht im „roten Bereich“ befinden.

Wie Sofokleousin.gr beizeiten enthüllt hatte, erhielt die ATE den Gnadenschuss mit ihrem Ausschluss von der Finanzstabilitätsfazilität (FSF), der zum Ergebnis hatte, kein Kapital schöpfen zu können, was wiederum die Bank in das Bett das Prokroustes führte.

Nach dem „Haircut“ der Staatsanleihen löste sich das Kapital der ATEbank weitgehend in Luft auf und laut Schätzungen von Analytikern ist heute ihre Nettoposition negativ. Die ATE erhielt bereits zweimal einen Aufschub für die Nichtveröffentlichung ihrer Bilanz für 2011, damit die Art der Refinanzierung endgültig bestimmt wird.

Mit den bisherigen Fakten stellt sich keinerlei negative Auswirkung auf die Sparer und die in ihren Verpflichtungen konsequenten Kreditnehmer ein.

Die Verantwortung für den Zusammenbruch der ATEbank

Die Verantwortung belastet natürlich nicht die Troika, sondern die griechische Regierung, die Minister, welche das Thema handhabten, die Leitung der Griechischen Bank (TtE) und den Leiter der ATE Th. Pantalakis, der die Fäden der ATE mit der Mission übernahm, sie umzustrukturieren und zu sanieren.

Es erscheint merkwürdig – wenn nicht gar skandalös -, dass Regierung und Zentralbank Sorge trugen, zwar die privaten Banken, jedoch nicht die staatliche ATE zu retten, die man von dem Hilfspaket ausgeschlossen in eine Sackgasse und den sicheren Zusammenbruch treiben ließ.

(Quelle: Sofokleousin.gr)

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