Privatisierungen in Griechenland beginnen mit Bahn und Agrarbank

2. Juli 2012 / Aktualisiert: 11. Februar 2014 / Aufrufe: 511

Die neue Regierung unter Antonis Samaras in Griechenland will die Privatisierung öffentlicher Organismen und staatlicher Unternehmen entschlossen vorantreiben.

Den „Reigen“ der Privatisierungen werden Eisenbahn (OSE) und Agrarbank (ATE) eröffnen, während Informationen zufolge auch in alle öffentlichen Unternehmen (DEKO) und die staatlichen Banken Privatleute eintreten werden, damit der Staat sich aus der unternehmerischen Aktivität zurückzieht. Spezieller führen Informationen an, dass die Abtretung der Betriebssparte der Bahn beschlossen worden ist, für welche Gesellschaften aus China, Russland, Frankreich, Deutschland und Rumänien Interesse bekundet haben sollen (siehe auch Russland will Eisenbahn in Griechenland aufkaufen).

Für die Agrarbank sieht der Plan der Regierung vor, dass in einer ersten Phase das Verfahren der Privatisierung mittels Verkaufs oder Schließung von Tochtergesellschaften der Bank beginnen wird. Funktionäre des Wirtschaftsstabs betonen, mit diesen beiden drastischen und überraschenden Zügen werde die Regierung den Märkten ein deutliches und klares Zeichen bezüglich ihrer Absicht setzen, die strukturellen Änderungen zu beschleunigen und zu vertiefen.

Die Regierung begegnet den Privatisierungen als einem Konjunkturwerkzeug, wobei die aus dem Verkauf eines jeden Unternehmens herrührenden Einnahmen der Wirtschaft das Dreifache an Mitteln bringen werden. In einer einschlägigen Untersuchung der IOBE ist errechnet worden, dass jeder aus der Privatisierung herrührende Euro für die Wirtschaft 3 Euro abwirft.

(Quelle: Marketbeast.gr)

  1. giaourti giaourtaki
    2. Juli 2012, 15:49 | #1

    Klar, wenn man dann für die Strecke Athen Salonika 250 Tacken bezahlen muß, macht man sicherlich genauso dreifachen Gewinn wie mit den asozialen ICE. Grausig der Gedanke, daß dann reiche Säcke auf die Idee kommen könnten, die stillgelegten Schmalspurtrassen auszubauen. Hilfreich sind dabei Aufklärungskampagnen durch die Bevölkerung: „Ey, neben Mykenes gibt’s verschollene Zivilisationen, die hatten auch schon Eisenbahn!“

  2. hollo
    2. Juli 2012, 17:50 | #2

    @giaourti giaourtaki

    wenn ein investor die strecke korinth – nafplion wieder in betrieb nehmen sollte, bin ich sehr für eine privatisierung. habe bis jetzt nicht verstanden wieso diese strecke kurz nach fertigstellung wieder stillgelegt worden ist. nehme an, dass die bus-lobby auch da wieder stark interveniert hat und diese konkurrenzstrecke zu fall gebracht hat. sich überhaupt als investor einen ehemaligen staatsbetrieb anzutun, halte ich sowieso für eine unlösbare aufgabe.

  3. mazu
    3. Juli 2012, 16:57 | #3

    Die Staatsbahn in ihrer jetzigen Form mitsamt dem lähmenden Gewerkschaftsapparat und riesigen Defiziten war, ist und bleibt unverkäuflich. Niemand wird den Laden übernehmen.

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