Dramatischer Rückgang im Inlandstourismus in Griechenland

22. Juli 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 2.104

Im Inlandstourismus in Griechenland zeichnen sich Einbrüche von über 50% ab, da die meisten Griechen sich infolge der Wirtschaftskrise keinen Urlaub mehr leisten können.

Der Verlauf der Größen im Tourismus für das Jahr 2012 wird sich bei den Buchungen des Monats August entscheiden, die jedoch – wie seitens der Welt der Touristik des Landes betont wird – auf keinen Fall die rückläufige Entwicklung bei den Ankünften und Einnahmen der vorherigen fünf Monate umkehren können. Trotz der derzeitigen Änderung des Bildes bei den Buchungen nach Griechenland von Seite der Auslandmärkte schätzen die Träger des Tourismus, dass die Kombination billiger touristischer Pakete und nur wenige Tage dauernder Aufenthalte zu einem reduzierten Ergebnis im Verhältnis zum vergangen Jahr führen wird.

Alexandros Angelopoulos, Mitglied des Verbands griechischer Touristik-Unternehmen, bestätigte gegenüber der Agentur AMPE den Umschwung des Klimas bei den Buchungen und dass zwar speziell die Deutschen wieder nach Griechenland kommen, jedoch nicht zu den korrekten Preisen, und sich zusätzlich für kurze Ausflüge entscheiden.

Der große Dorn für den griechischen Tourismus bleibt jedoch auch in der diesjährigen Saison der griechische Tourist, wozu Dimitris Pollalis, Vorsitzender des Verbands der Hoteliers in Lakonien, betont, der griechische Tourist werde infolge der wirtschaftlichen Krise sehr schwer Urlaub machen.

Katastrophales Jahr für den Inlandstourismus in Griechenland

Im vergangenen Jahr überstieg der Rückgang im Inlandstourismus 30%, während für dieses Jahr ein Rückgang von über 50% erwartet wird. „;Es gibt Regionen im Land, in denen die Auslastungen der Unterkünfte einen einstelligen Prozentsatz tangieren„, erklärt der Präsident der Hotelkammer Giorgos Tsakisirs. Bezeichnend ist auch die Erklärung des Vorsitzenden des Camping-Verbands Kostas Papadopoulos, der von einem Zusammenbruch des Marktes und einem Rückgang spricht, der im Vergleich zum Vorjahr 80% erreicht.

Bei der Auswertung der Buchungslandschaft zählt sogar auch Mykonos Wunden aus der wirtschaftlichen Krise und politischen Instabilität des vorherigen Zeitraums. Wie der Vorsitzende des Hotelier-Verbands Mykonos Andreas Fiorentinos betont, gab es während der Zeit zwischen den Wahlen überhaupt keine Buchungen und der griechische Markt war praktisch inexistent. Er unterstreicht, dass dieser Schaden sogar trotz der lukrativen Preise, die sich gestaltet haben, nicht ausgeglichen wird.

Zur selben Zeit betont Andreas Metaxas, Vorsitzender des Hotelier-Verbands Iraklio, gegenüber der Nachrichtenagentur AMPE, Kreta bewege sich mit einem Rückgang von 30% gegenüber dem Vorjahr. Er schätzt, dass der August für das meistbesuchte griechische Urlaubsziel sehr gut verlaufen wird, hielt jedoch bei dem griechischen Tourist ein, dessen Abwesenheit auch auf Kreta spürbar ist.

Touristen aus Russland und Ukraine „retten“ Chalkidiki

Verbessert zeigt sich dennoch das Bild in einem weiteren populären Zielgebiet, nämlich Chalkidiki, wozu der Vorsitzender des Verbands der Hoteliers auf Chalkidiki Grigoris Tassios gegenüber der AMPE betont, der Rückgang von -20% im April habe sich auf -15% beschränkt. Auf Chalkidiki halten für die Unternehmer Nordgriechenlands Russen und Ukrainer die Messlatte der Erwartungen hoch.

Auch auf den Dodekanes-Inseln sind die Signale zuversichtlicher, trotz des Rückgangs von 7%, den der Vorsitzende des Verbandes der Hoteliers der Insel, Minas Chatzmichail, feststellt und dabei unterstreicht, dass sich die kommunikativen Schritte der Dodekanes auszuzahlen begonnen haben und ihre Ergebnisse bereits bei den Buchungen sichtbar sind.

Um die Lage auf der Insel Kefalonia zu beschreiben, sprach der Präsident der Hoteliers Spyros Galiatsos von einem „Fall mit geöffnetem Fallschirm“ und merkte an, die Touristik-Einheiten halten trotz der niedrigen Auslastungen und Ankünfte noch aus: „Es existieren keine Versteigerungen, es gibt keine Zwangsmaßnahmen gegen die Hoteliers, die Sonderabgaben werden entrichtet, das Personal ist bezahlt.

Bezüglich der anderen Insel des Ionischen Meers, sprich Zante, konzentriert sich die Vorsitzende des Hotelier-Verbands Christina Tetradi auf den Rückgang des Inlandstourismus um 50%. Wie sie betont, wird sich der griechische Tourist entscheiden, nur im eigenen Ferienhaus oder dem Domizil von Verwandten und Freunden Urlaub zu machen.

Das Jahr 2011 war für den griechischen Tourismus ein Meilenstein, wobei mit dem Stempel der ausgewerteten Daten der griechischen Statistikbehörde und der Griechischen Bank die Ankünfte 16.427.247 erreichten und einen Anstieg von 9,46% im Vergleich zu 2010 verzeichneten. 2011 war für den griechischen Tourismus das produktivste Jahr und übertraf sogar das Jahr 2007, als Griechenland 16.165.265 Besucher anzog.

(Quelle: Imerisia)

  1. V99 %
    22. Juli 2012, 18:54 | #1

    Ist Leider so wie ich es befuerchtet hatte. Seltsam allerdings der letze Absatz des Artikels? Ist alles wohl doch nicht so schlecht wie teils angegeben. Tut mir fuer die griechischen Grossstadtkinder besonders Leid, wenn sie dieses Jahr nicht Urlaub machen koennen.
    Dann retten die deutschen Urlauber wenigstens etwas die Bilanz und haben sich nicht von Schwarzmalerei beeinflussen lassen. Hoffentlich werden sie dann auch entsprechend empfangen 😀

  2. Willi F. Gerbode
    22. Juli 2012, 19:59 | #2

    @V99 % Die Erklärung für den letzten Absatz: Es geht ja um das Jahr 2011. Für die positive Entwicklung damals waren zwei Faktoren ausschlaggebend. 1. Die politischen Unruhen in Nordafrika, 2. die extreme Zunahme der asiatischen Touristen in GR (aber in wesentlich geringerem Maße auch der Russen, Ukrainer und Albaner).
    Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg der Tourismusindustrie ist aber letztlich der Umsatz, und der dann auch noch in Relation zur Entwicklung der Zimmerpreise (siehe Anfang des Artikels).

  3. 23. Juli 2012, 11:29 | #3

    Auf Samothraki ist in diesem Jahr sowas von „tote Hose“, dass man jeden Touristen mit Handschlag begrüßen möchte. Rückgang der Touristen um gefühlte 90%

  4. Jiorgos
    23. Juli 2012, 17:39 | #4

    Dann müssten auf Samothraki ja nur Deutsche unterwegs sein. Auf Rhodos waren im Juni Urlauber aus allen Regionen, wie üblich. Außer haben wir uns von den Einheimischen sagen lassen, das etwa 30-40% weniger Deutsche Urlauber dieses Jahr eingereist sind.

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