Der Schatz des Verteidigungsministeriums in Griechenland

29. Juli 2012 / Aktualisiert: 25. September 2017 / Aufrufe: 2.605

Das Verteidigungsministerium in Griechenland verfügt über zahlreiche wertvolle Immobilien, deren Verwertung dem Fiskus viele Milliarden Euro einbringen könnte.

Das Vermögensverzeichnis bzw. der „Schatztresor“ des Verteidigungsministeriums zählt 2.085 Immobilien mit einem teilweise enormen Wert, die ungenutzt bleiben und von denen bis neulich viele nicht einmal von den Trägern erfasst waren, denen sie gehören! Diese beeindruckenden Fakten gelangten seitens der Verteidigungskasse in die Hände des Verteidigungsministers Panos Panagiotopoulos, anlässlich eines Schreibens des Kabinett-Sekretärs Panagiotis Baltakou, der von allen Ministerien Daten über das Immobilienvermögen verlangt, über welches sie verfügen.

Vermögensverzeichnis der Träger des griechischen Verteidigungsministeriums
Gesamtzahl der Immobilien 2.085
Innerhalb des Bebauungsplans 485
Außerhalb des Bebauungsplans 1.600
In militärischer Nutzung 1.329
Unter möglicher Freigabe militärischer Nutzung 0
Ohne militärische Nutzung 402
Unter Nutzungsabtretung an andere Träger 58
Unter Verfahren der Dienstelle für Bewertung und Verlegung von Kasernen (YAMS) 59
Beantragte Überlassung an Kommunen oder andere jur. Personen d. ö. Rechts 65
Kasseneigentum 0
Nutzungsabtretung an Fond durch Fiskus oder Kommunen oder andere Träger 17

Enorme Wertsteigerung militärischer Immobilien

Das Immobilienvermögen des Verteidigungsministeriums besteht aus großen Gebäuden und verstreuten Kasernen im gesamten griechischen Raum, die heute einen hohen Wert haben.

In der Epoche der anfänglichen Einrichtung der Kasernen, hauptsächlich in den 50er Jahren, waren die Bebauungskonzentrationen des Landes von eindeutig geringerer Größe und mit im Verhältnis zu heute sehr beschränkten Grenzen urbaner Räume. Die Städte breiteten sich aus, mit der unmittelbaren Folge, dass die Kasernenanlagen in der urbanen Struktur eingeschlossen wurden. Diese Tatsache stellt den Beginn neuer Gelegenheiten zur Verwertung der Kasernenhöfe dar, weil ihre Flächen, die fortan Teile der bebauten urbanen Struktur darstellen, einen steilen Wertanstieg erfuhren.

Gleichzeitig erlegten die hauptsächlich in den letzten fünfzehn Jahren stattgefundenen militärpolitischen Entwicklungen die Reorganisation der Streitkräfte auf, welche Aktion ungeheure finanziell Mittel für ihre Umsetzung erfordert.

Bessere Verwertung des Immobilienvermögens

Als unmittelbare Folge der obigen Entwicklungen und immer in Kombination mit der prekären wirtschaftlichen Lage des Landes trat die Notwendigkeit der besseren Verwertung des ungeheuren Vermögens des Verteidigungsministeriums auf flexible, moderne und privatwirtschaftlichen Kriterien entsprechende Weise auf.

Nach wiederholten misslungenen Versuchen in den drei letzten Jahrzehnten begann Anfang 2011 unter dem erstickenden Druck der Troika im Verteidigungsministerium ein substantieller Prozess zur Zusammenlegung und Schließung verschiedener Träger des Ministeriums. In diesem Rahmen wurde zu Beginn die Fusion der drei Kassen für Immobilienvermögen [Nationale Verteidigungskasse (TETHEA), Nationale Flottenkasse (TES) und Luftwaffenkasse (TAA)] zu einer einheitlichen Kasse beschlossen, bei paralleler Abschaffung der Behörde für Verwertung und Verlegung von Kasernen (YAMS).

Erfassung der Immobilien des Verteidigungsministeriums

Der Nationalen Verteidigungskasse (TETHA) wurde die koordinierende Rolle zur Forcierung des einschlägigen Verfahrens angetragen. Anfänglich blind suchend brachten sie es fertig, das gesamte Immobilienvermögen des Verteidigungsministeriums ausfindig zu machen und zu katalogisieren. Das Wesentlichste von allem ist jedoch, dass die TETHA zur Entwicklung eines integrierten Datenverarbeitungssystems zur vollständigen Erfassung, Schätzung und Beobachtung ihres Immobilienvermögens schritt, damit die jederzeitige elektronische Übersicht, Verwaltung und Verzeichnung von Änderungen einer jeden militärischen Immobilie möglich ist!

Mit Fertigstellung der Anwendung des konkreten Informationssystems wird die Nationale Verteidigungskasse innerhalb von zwei Monaten in der Lage sein, ihr Immobilienvermögen auf Basis der modernen Methoden und Bewertungsmodi (Real Estate Development) auf beste Weise zu verwalten, wie beispielsweise Einstellung unklassifizierten Materials im Internet mittels seiner Webseite, über welche die interessierten Privatleute, Investoren und Gesellschaften einschlägige Informationen über jede militärische Immobilie (Real Estate) mit den nachstehenden Angaben schöpfen können:

  • Ansicht der Immobilie auf digitaler Basis, Satellitenfoto
  • Marktwert und sachwertorientiert bestimmter Wert
  • Eigentumshistorie
  • Fläche
  • Innerhalb oder außerhalb des Bebauungsplans
  • Entfernung zum Meer, Versorgungsnetz DEI, OTE, EYDAP usw.
  • Straßennetz
  • Neigung, Ausrichtung usw.
  • Kommunale Einheit, Gemeinde, Bezirkseinheit usw.

Das Vermögen des Verteidigungsministeriums wird auf dutzende Milliarden Euro geschätzt und es ist eine Tatsache, dass die überlegte und gezielte Veräußerung der bei den Streitkräften nicht operativ genutzten militärischen Immobilien dem griechischen Staat hohe Einnahmen verschaffen wird, der seinerseits in dem gepeinigten griechischen Volk soziale Politik ausüben können wird.

Schätzung des Vermögens

Wie soll jedoch das Verteidigungsministerium in einem Moment zu Veräußerungen schreiten, wo keine dokumentierte Schätzung des Immobilienvermögens erfolgt ist, damit die involvierten Träger jederzeit den realen Marktwert jeder militärischen Immobilie kennen?

Seit August 2011 hat die Nationale Verteidigungskasse einen einschlägigen Bericht – Antrag an das Büro des Verteidigungsministers eingereicht, worin – unter anderem – vorgeschlagen wird:

  • Modernisierung des bestehenden gesetzlichen Rahmens, damit die Zusammenlegung und Umwandlung der drei Kassen (TETHA, TES, TAA) zu einem neuen, einheitlichen, flexiblen und fähigen Träger (Kasse) für Verwaltung – Verwertung des Immobilienvermögens des Verteidigungsministeriums möglich wird.
  • Schaffung eines neuen Trägers zur rationalistischen Verwertung des immobilen und mobilen Vermögens des Verteidigungsministeriums auf Basis moderner Methoden und Regeln der Immobilienverwaltung (Real Estate Development).

Das 2. Büro – Brandstifter

Die Tagesgespräche um das griechische Verteidigungsministerium beschränken sich allerdings nicht auf die Verwertung seiner Immobilien, obwohl das spezielle Ministerium alles andere als extrovertiert gilt.

So gibt es beispielsweise das Thema der „Brandstiftung“ am PSI+ durch den Kanaris-Nachkommen, der Präsident der Beteiligungskasse der Marine (MTN) ist. Admiral Miltiadis Kanaris gab bekannt, die MTN habe eine Anwaltsgesellschaft beauftragt, die Sache gegen die Griechische Bank und den griechischen Fiskus bezüglich der Einforderung der Geldbeträge zu handhaben, die durch den PSI+ verloren gingen, da die Nennwerte der griechischen Staatsanleihen sanken, in welche sie die flüssigen Mittel der Kasse investiert hatten.

Das Beispiel der Beteiligungskasse der Marine zur Anrufung der Justiz gibt zu erkennen, dass die Verbände der Veteranen des Militärs folgen werden. Hier haben sich die Rollen jedoch vertauscht. Bei dem kriegerischen Zusammenstoß geht das Heer voran, es folgt die Luftwaffe und zum Schluss stellt sich die Marine zum Empfang ein … . In der gerichtlichen Auseinandersetzung geht die Marine voran und es folgt das Heer?

Der gefräßige Vogel

Die Enthüllung bezüglich der Troika, den Militärs die fiktiven Wegegelder streichen zu wollen, brachte viele Uniformträger dazu, aus … ihrer Kleidung zu fahren. Einer von diesen, im Rang des Majors der Marine, überschritt jedoch neulich im Pentagon die Grenzen des Erlaubten. Er nahm die Journalisten unter „Beschuss“ und führte sich wie jene großen gefräßigen Vögel mit dem großen Schnabel, die sich von den Fischen in den Seen und Flüssen ernähren … . Haltet ihn im Zaum …

Marine sitzt auf dem Trockenen …

Inzwischen sind auch die Tanks des zweitgrößten Öltankers der Flotte leer! Verteidigungsminister Panos Panagiotopoulos und Vizefinanzminister Christos Staikouras versuchen, 100 Millionen Euro aufzutreiben und vor allem die Troika zu überzeugen, diese konkrete Ausgabe zu genehmigen … .

Die große Frage ist jedoch, wohin die Gelder verschwanden, die im Etat für 2012 für Treibstoff vorgesehen wurden? Irgendwie sind sie weggeflogen …

Gedrängel im Verteidigungsministerium

Was macht es schon, dass das Land wirtschaftlich untergeht? Diesen Veteranen ist wirklich nichts heilig. Drängeln sie sich weiterhin im Pentagon mit dem Ziel, wieder in die Streitkräfte aufgenommen zu werden? Es reicht!

Gefälligkeitsmaschinerie

Wegen der Krise schließen die Industrieunternehmen eins nach dem anderen. Das einzige, welches blüht, ist die Gefälligkeits-Industrie im Pentagon. Sie dehnt sich kontinuierlich aus, außer dem Rüssel im 4. Stock haben sie auch den westlichen Rüssel im 5. Stock eingenommen?

Leute, haltet Euch zurück. Die Gefälligkeitsmaschinerie ist wie der Fleischwolf. Wenn Du ihn nicht zu handhaben weißt, schneidet er Dir die Finger ab …

(Quelle: Imerisia)

  1. Willi F. Gerbode
    29. Juli 2012, 11:21 | #1

    „Nach wiederholten misslungenen Versuchen in den drei letzten Jahrzehnten begann Anfang 2011 unter dem erstickenden Druck der Troika im Verteidigungsministerium ein substantieller Prozess“

    Die Schizophrenie griechischer Argumentation in der Schuldenkrise wird in diesem Text mal wieder deutlich. Erst die Troika hat – so der Text – dafür gesorgt, dass der griechische Staat weiß, über welchen Besitz und welche Möglichkeiten er im militärischen Komplex hat. Was den Verfasser des Textes nicht davon abhält, den Troika-Druck als „erstickend“ abzuwerten. Schlamperei, wohin man schaut, egal in welchem Subsystem von Staat und Verwaltung. Ich stelle mir die Frage, was passieren wird, wenn GR den Euro verlässt (und das wird früher oder später so kommen). Wird die Regierung Tsipras, die dann das Ruder des havarierten Staatsschiffs übernehmen wird, die Kraft und die Durchsetzungsfähigkeit haben, den jetzt begonnenen Prozess fortzusetzen?
    Wie heißt es noch im obigen Text von IMERISIA am Schluss?
    „Die Gefälligkeitsmaschinerie ist wie der Fleischwolf. Wenn Du ihn nicht zu handhaben weißt, schneidet er Dir die Finger ab …“ Und diese Maschinerie ist nicht etwa eine, die nur in Militärkreisen arbeitet.

  2. V99 %
    29. Juli 2012, 16:21 | #2

    Mein Lieblingssatz ist der hier:
    „Die große Frage ist jedoch, wohin die Gelder verschwanden, die im Etat für 2012 für Treibstoff vorgesehen wurden? Irgendwie sind sie weggeflogen …“ 😀 untergegangen, glulgulgu… 😀
    Und der hier:
    „Leute, haltet Euch zurück. Die Gefälligkeitsmaschinerie ist wie der Fleischwolf. Wenn Du ihn nicht zu handhaben weißt, schneidet er Dir die Finger ab …“ 😀 Endlich Tacheles !
    Wenn das Militär, das ja seit Jahren einen der hoechsten Kostenfaktoren im Staatshaushalt darstellt, nichts zu veraeussern haette, wer dann? Warum faengt man nicht einfach mit ungenutzten oder strateigisch sehr unguenstig gelegenen Immobilien an? Oder mit Waffen ohne Munition? Wie ich gelesen habe, wurden, Gerechterweise, auch die Gehaelter der Militaers gekuerzt. Wenn das auf das Verdienst der Troika zurueckgeht, dann hat die Troika endlich mal was sehr positives Bewirkt! Wenn sie anfangen wuerde darauf zu bestehen, den Militaerhaushalt noch staerker zu kuerzen und dafuer in den staatlichen Gesundheitstraeger zu investieren, koennte ich sie womoeglich noch moegen 😀

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