Behörden in Griechenland sind unwillig, rassistische Gewalt abzuwenden

12. Juli 2012 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 1.213

Ein Bericht der HRW dokumentiert die Unwilligkeit der Behörden in Griechenland, rassistische Angriffe und Gewalt gegen Immigranten abzuwenden.

Die Organisation Human Rights Watch (HRW) publizierte einen 92 Seiten umfassenden Bericht über die xenophobe Gewalt in Griechenland und dokumentiert darin die Unwilligkeit der griechischen Verfolgungs- und Justizbehörden, die zunehmenden Angriffe gegen Immigranten, politische Asylbewerber und Flüchtlinge abzuwenden. Wie in dem Bericht mit dem Titel „Hass auf den Straßen. Die xenophobe Gewalt in Griechenland“ betont wird, „haben die Behörden trotz des klaren Wiederholungscharakters der Gewaltfälle und der zunehmenden Tendenz es nicht fertiggebracht, mit dem Ziel des Schutzes der Opfer und der Rechenschaftsablage der Täter effizient einzuschreiten„.

Aus Kriegsgebieten kommende Personen vermeiden aus Angst vor Angriffen, sich abends in Athen zu bewegen„, betonte Judith Sunderland, Forscherin der Organisation für Westeuropa, und fügt an: „Die Wirtschaftskrise und die Immigration rechtfertigen nicht das Fehlschlagen Griechenlands, der Gewalt zu begegnen, welche das gesellschaftliche Gerüst spaltet.

Polizei entmutigt Opfer, Fälle rassistischer Gewalt zur Anzeige zu bringen

Im Rahmen der Erhebung interviewte die Organisation 59 Personen, welche in dem Zeitraum August 2009 – Mai 2012 rassistischer Gewalt zum Opfer fielen, darunter 51, die schwere Angriffe erlitten und im Krankenhaus landeten. Wie verzeichnet wird, bewegen sich die Angreifer in Gruppen, tragen häufig dunkelfarbige Kleidung und haben ihre Gesichter mit Taschentüchern oder Helmen vermummt. In einigen Fällen erfolgt der Angriff auf Motorrädern, üblicherweise mit Messern oder zerbrochenen Flaschen, und in manchen Fällen folgt dem Angriff die Ausraubung der Opfer.

Laut den Feststellungen des Berichts werden die Opfer der Angriffe von den Polizeibehörden von der Anzeige der Angriffe mit dem Argument entmutigt, die Aufnahme einer Ermittlung sei sinnlos, wenn die Opfer nicht in der Lage sind, die Täter zu identifizieren, während die Polizei den Opfern – die auch illegal in Griechenland befindliche Ausländer sein können – in etlichen Fällen mitteilt, dass sie inhaftiert werden, wenn sie zu einer Anzeige schreiten.

Bei der Präsentation des Berichts wurde unterstrichen, dass obwohl es 2006 einen Runderlass des Ministeriums für Zivilschutz gab, rassistischen Verbrechen besondere Aufmerksamkeit zu widmen, etwas derartiges von Seite der Polizei niemals erfolgte. Ebenfalls hat die 2008 von dem Justizministerium eingeführte Gesetzgebung über rassistische Verbrechen bis heute zu keiner einzigen Verurteilung wegen eines rassistischen Verbrechens geführt.

In dem Bericht wird angemerkt, dass es zwar keine bekannten Analysen der Polizei oder Gerichtsurteile gibt, welche konkrete Gruppen von Bürgern oder die Chrysi Avgi mit all denen in Zusammenhang bringen, die gewaltsame Angriffe gegen Ausländer ausüben, jedoch Fakten existieren, welche darauf hinweisen, dass die Täter Mitglieder konkreter Gruppen sind, die mit der neu in das Parlament gewählten Partei in Verbindung stehen.

EU muss dem Geschehen in Griechenland als europäischer Krise begegnen

Human Rights Watch stellt fest, dass die offiziellen statistischen Daten über Hassverbrechen völlig unzuverlässig sind, und ruft die europäischen institutionellen Organe auf, das Phänomen der xenophoben Gewalt in Griechenland ausführlich zu analysieren und dem Land die finanzielle und technische Hilfe zu leisten, damit es dem Problem begegnet.

Der Sachverständige der Human Rights Watch, Jan Egeland, betont, die Planung der Organisation umfasse Begegnungen mit den Ministern für Justiz, öffentliche Ordnung und innere Angelegenheiten, den Delegationen der EU in Griechenland und den Zuständigen in Brüssel, um über den beunruhigenden Grad systematischer Verletzung der Rechte verletzlicher und speziell in einer Rezessionsphase leidenden Gruppen zu informieren. „Unser Ziel ist, das System der Polizei und der Justiz zum Funktionieren zu bringen, so wie es funktionieren muss.

Sowohl Frau Sunderland als auch Herr Egeland vertreten, der politischen Klasse müsse die besonders xenophobe Kultur zu denken geben, die sich in der Gesellschaft entwickelt hat.

Die EU muss den Geschehnissen in Griechenland als einer europäischen Krise begegnen. […] Verpflichtung der EU ist sicherzustellen, dass jedem, der auf ihrem Boden angelangt, mit den selben Kriterien begegnet werden muss, mit welchen den europäischen Bürgern begegnet wird. Wir wollen Griechenland und Europa zeigen, wie wichtig es ist, dass in einer Periode wirtschaftlicher Krise und speziell in Fällen rassistischer Verbrechen die Menschenrechte verteidigt werden„, endete Jan Egeland.

(Quelle: To Vima)

Relevante Quellen:

  1. Moenchspfeffer
    12. Juli 2012, 00:56 | #1

    Alles lose Sprueche. Da lache sich mensch kaputt. Menschenrechte, die verteidigt werden muessten auf einer Erde, wo diese Rechte schon laenger nichts mehr gelten. Wo die sogenannten Rechte mit Fuessen getreten werden. Wo es nur noch um Profit geht. Wen interessiert schon das Elend eines Fluechtlingstraumas? Verfolgt, gejagt, vergewaltigt hinter Stacheldrahtverhau. Das Resultat der „westlichen“ Politik. Erst werden Krisenlaender mit Waffen etc. versorgt und unterstuetzt, danach werden sie ausgebeutet und letztendlich, wenn ihnen die Flucht gelungen ist, werden sie niedergetrampelt, weil der Poebel auf der Strasse nicht den Verstand hat zu differenzieren und einen Buhmenschen haben muss. Klar gibt es auch Kriminelle dabei, aber wer sind die wahren Kriminellen? Da sollte mensch mal drueber nachdenken und denen die Hoelle heiss machen. Wenn mir so etwas im Leben passieren wuerde, wuerde ich mir eine Kalaschnikow besorgen um etwas zu hinterlassen. Jeder Mensch sollte so etwas mal wirklich erleben um es beurteilen zu koenne. Fluechten zu muessen, die Familie zu verlassen, ins Ungewisse ohne einen Boden unter den Fuessen zu haben. Zu hausen wie ein Vagabund, oft ohne Essen, verjagt, vertrieben, mit Angst um das eigene Leben. Ohne grossen Worte helfen wir einfach. Fangen wir doch einfach ohne diese ganzen grossen Sprueche an. Staendige Diskussionen, Anfeindungen etc… Gebt einfach jedem Fluechtling etwas zum Essen und schaut in Eurer Nachbarschaft, wie es „Denen“ geht. Ein Magen der satt ist, kann auch demonstrieren gehen fuer seine/ihre Rechte.

  2. Tiflopontikas
    12. Juli 2012, 01:26 | #2

    Schwangere Frauen angreifen ist ja wohl das Letzte! Wenn ich die Kommentare unter dem Youtube Video lese, die meist von Griechen geschrieben wurden, wird mir übel!
    Und die Chrysi Avgi bestreitet jeglichen Zusammenhang, ausgerechnet dieser Frauenprügler aus dem Fernsehen kotz! Sollen sie mal Jagd auf die wirklichen Verursacher machen, die Regierungsbonzen von ND und PASOK!

  3. γιαούρτι γιαουρτάκι
    12. Juli 2012, 13:07 | #3

    Samaras‘ Wahlkampf selbst war ausländerfeindlich, Massenfestnahmen und Einrichtung von Internierungslagern sind purer Rassismus und haben die Nazis nur immer weiter ermutigt und die derzeitige Situation hat längst diese veralteten Statistiken überholt. Auch wenn es auf den ersten Blick nach einer guten Arbeit aussieht, sind die Schlussfolgerungen völlig naiv und ignorieren den wahren Charakter der Kooperation von Polizei und Nazis.
    Niemand wird es lesen, keine Zeitung wird es schreiben, denn Rassismus ist der Konsens der Festung Europa.
    Mitten in Europa sind über 400 tunesische Flüchtlinge einfach verschwunden und das nicht etwa im Mittelmeer, sondern nachdem sie in Lampedusa gelandet waren und Verwandte sie im Fernsehen sehen konnten. Einfach weg, als Sklaven der Camorra gehalten, damit Kiwis billig genug für Lidl sind oder einfach von den Behörden ermordet.
    Und Morde werden in Griechenland die nächste Stufe der Eskalation sein, genau wie die „Das Boot Ist Voll“-Kampagne vom Spiegel und die Verschärfung der Ausländergesetze: Behörden, Presse und Faschisten arbeiten Hand in Hand.

  4. nikos
    12. Juli 2012, 15:36 | #4

    unwillig??? das ich nicht lache!!! sollen doch die ,ach so schlauen nordeuropäer alle asylanten aufnehmen!! griechenland hat weißgott andere probleme!!

  5. Michael
    12. Juli 2012, 21:24 | #5

    Das Problem der Griechen besteht in denen, die nichts von Migranten halten ? 🙂 Witz komm raus, Du bist umzingelt ! 🙂 Mal sehen wann die Finanzmärkte euch richtig schächten. Nicht, ob. Ihr werdet bis zum letzten Tropfen ausgesaugt. Zieht die Reißleine! Ihr könnt nichts verlieren, ausser euren Ketten.

  6. Monalisa
    13. Juli 2012, 08:35 | #6

    nikos :
    unwillig??? das ich nicht lache!!! sollen doch die ,ach so schlauen nordeuropäer alle asylanten aufnehmen!! griechenland hat weißgott andere probleme!!

    Weißt Du überhaupt, wie viele Griechen selber Migranten sind? Wie viele Deiner Landsleute eine zweite Chance in Australien, USA, Kanada, Deutschland gefunden haben? Allein in Deutschland leben so viele Griechen, wie Thessaloniki Einwohner hat. Oder meinst Du vielleicht Griechen seien die besseren Menschen, nur weil sie eine andere Hautfarbe haben, als Deine „Asylanten“? Siehst Du denn nicht, dass das Problem ganz wo anders liegt. Unser Finanzsystem, die Spekulation mit Nahrungsmitteln und die Ausbeutung der Ärmsten macht die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Der dumpfe Rassismus und die Menschenverachtung, welche in der Wortwahl „Asylant“ mitschwingen kotzen mich an. Wir sitzen alle in einem Boot, es gibt nur eine Erde. Und dass Du das Glück hattest, in einem europäischen Land auf die Welt zu kommen, ist nicht Dein Verdienst. Du könntest genau so gut in Somalia am Hungertuch nagen. Bekämpfen wir lieber die Ausbeuter, als uns gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Die wirklich Asozialen leben nicht in den Slums, sondern in den Banktürmen und Villenvororten.

    Wenn durch Misswirtschaft, Korruption und Spekulation die Existenzgrundlage in der Heimat verschwindet, kann ich jeden verstehen, wenn er sich ein besseres Leben in der Ferne erhofft. Die Auswanderer würden, wie jeder Grieche, lieber im eigenen Land ihr Brot verdienen, als sich in der Fremde beschimpfen, ausbeuten, verprügeln und ermorden zu lassen. Und schließlich gilt für jeden: “Auf dem Rest der Welt sind wir alle Ausländer.”

  7. nikos
    13. Juli 2012, 11:45 | #7

    … warum habt ihr mein kommentar gelöscht … oder wollt ihr nur hören was euch passt?

  8. admin
    13. Juli 2012, 11:51 | #8

    @nikos
    Vor allem wollen wir hier keine hirnlosen Pöbeleien.

  9. γιαούρτι γιαουρτάκι
    13. Juli 2012, 12:57 | #9

    @Monalisa
    Erzähl mal Leuten, die in „Amerika“ und „Australien“ ihr Glück gefunden haben, sie seien illegal, weil sie sich kein Visum im Reservat besorgt haben. Die Lehre des europäischen Flüchtlings: Vor bewaffneter „Migration“ wird gekuscht und plötzlich ist sie legal.

  10. Heinz
    13. Juli 2012, 14:03 | #10

    @Monalisa

    Das kann ich komplett unterschreiben, Monalisa. Sehr gut geschrieben.

    Die wirklich Assozialen sind die Reichen. Und die größten Neidhammel sitzen ebenfalls dort. Diese Leute können den Hals nicht voll kriegen. Und gönnen keinem anderen Menschen auch nur die Krümel vom Tisch. Der Pöbel macht, weil es so bequem ist, das hässliche Spiel mit und erhofft sich dadurch Vorteile.

  11. nikos
    13. Juli 2012, 14:32 | #11

    @admin ihr wollt also keine „hirnlosen pöpeleien“ ahhh, jaa ..! was wollt ihr denn? durch das dauergefasel in den medien und in foren (wie diesen) wird die moral und der mut meines geliebten heimatlandes untergraben! egal was die griechen tun, es soll und muß einfach schlecht sein! nein, so etwas kann und will ich nicht akzeptieren! das schlimme ist: es sind auch genug griechen die auf dieser welle reiten und mitmachen! noch einmal: nehmt euer geld und veschwindet aus unserem land!

  12. Götterbote
    13. Juli 2012, 16:01 | #12

    @Monalisa
    Entweder kennst Du die Einwohnerzahl Thessalonikis nicht oder übertreibst. In Deutschland leben ca. 350.000 Griechen, Saloniki hat eine Einwohnerzahl von ca. 1 Millionen. Und das, was Nikos damit sagen wollte (nehme ich mal an, denn so habe ich es verstanden), ist, dass es einfach ist, mit dem Finger auf die Griechen zu zeigen und zu sagen, wie schlecht sie doch mit den Asylanten umgehen, wenn man selbst das Problem nicht hat bzw. schön auf die Südeuropäer abschiebt. Was glaubst Du, was hier los wäre, wenn Deutschland diese Massen an illegalen Flüchtlingen – und dabei spielt es keine Rolle, ob sie aus wirtschaftlichen oder humanitären Gründen ihr Land verlassen haben – aufnehmen bzw. sich mit diesen rumschlagen müsste?! Eine anständige Versorgung kostet Geld. Sehr viel Geld. Und dieses hat Griechenland nun einmal nicht (bzw. setzt dieses wie alle Staaten an falscher Stelle ein). Illegale werden auf die Strasse gesetzt und versuchen, sich irgendwie (meistens leider durch Kriminalität) über Wasser zu halten und kommen wieder in den Konflikt mit der Ordnungskraft, die ja schon in sehr großem Maße die Augen vor dem verschließt, was sich da z. B. in den Athener Strassen abspielt. So entstehen soziale Konflikte. Das ist und war hier in Deutschland nicht anders. Oder hast Du Rostock-Lichtenhagen schon vergessen? Tausende Deutsche standen da und aupplaudierten, während das Asylantenheim brannte.

    Ich kenne keinen Griechen, der nicht versteht, warum die Flüchtlinge ihr Land verlassen. Aber es ist genauso verständlich, wenn die Menschen ab einem gewissen Grad nicht mehr damit klar kommen.

  13. Monalisa
    13. Juli 2012, 18:09 | #13

    @nikos
    Was wäre Griechenland ohne die Fremden? Die sollen also ihr Geld nehmen und verschwinden. Ab morgen auch keine Touristen mehr, oder wie meinst Du das?
    @Götterbote
    Ich beziehe mich auf Wikipedia. Nach deren Angabe hat Thessaloniki 322.240 Einwohner und in Deutschland lebten 2006 303.761 Menschen mit griechischer Staatsangehörigkeit.
    Auch bei Dir stört mich die Wortwahl: „Asylanten, illegale Flüchtlinge und Illegale.“ Für mich sind das Asylbewerber und Flüchtlinge. Kein Mensch ist illegal! Illegal sind höchstens die Bedingungen, welche die Menschen zwingen ihre Heimat zu verlassen.
    Griechenland hat in kurzer Zeit 350.000.000.000€ Schulden angehäuft. Deutschland sitzt auf einem noch viel größeren Berg, ganz zu schweigen von den USA. Wo ist dieses Geld gelandet. Was hätte man mit dieser unvorstellbar großen Summe machen können, um den afrikanischen Ländern auf die Füße zu helfen. Statt dessen beuten die Konzerne brutal die Bodenschätze aus, ruinieren die kleinen Landwirte und unterstützen korrupte Politiker. Dem Ganzen wird die Krone aufgesetzt, indem man dann noch den Hass auf die Ärmsten der Armen schürt und ihnen die Schuld für die eigenen hausgemachten Probleme zuschiebt. Der dumme Bürger fällt noch drauf rein und merkt gar nicht, wie er durch diese Schuldenpolitik selber immer mehr in die Armut gedrängt wird. Anstatt solidarisch gegen die Machenschaften der Bonzen anzugehen, lassen sich die kleinen Leute gegeneinander aufhetzen und verwechseln Ursache und Wirkung. Dümmer gehts nimmer.

  14. γιαούρτι γιαουρτάκι
    13. Juli 2012, 18:28 | #14

    @nikos
    In welchen Medien kommt denn auch nur ansatzweise etwas über die ständigen Menschenjagden und Pogrome? Würde das so berichtet werden, wie es sich für eine angeblich freie Presse gehören würde, würden überhaupt keine Touris mehr kommen und dann könnten gewisse Kreise Griechenland aus der EG rauskanten, denn das geht schliesslich nur bei schweren Verstößen gegen die Menschenrechte. Dumm nur, daß genau dieselben Kreise genauso rassistisch sind wie die Lügenpresse und sich gegenseitig decken. Angebliche Krise, Euro, Europa und diese ganze Diskussion geht schliesslich nie darum, daß die Festung Europa an sich schon rassistisch ist und Zehntausende im Mittelmeer ersaufen läßt, den Rest in Lager steckt und allein deshalb schon verdient, zerschlagen zu werden. Dazu kommt dann auch noch, daß viele bereits das Ausbildungsniveau haben, um das die durchgeknallten Metropolen flehen und weswegen sie die Jugend (und damit die Zukunft) Südeuropas abwerben.
    Anstatt den Leuten, die nicht in Griechenland bleiben wollen, Papiere zu geben, Reisetickets und Verpflegung für den Trip nach Europa, werden sie von Feiglingen terrorisiert, gedeckt und damit unterstützt von staatlichen Stellen, die ansonsten ganz legal zusammen mit Frontex Menschenjagden veranstalten oder mal eben mehrere Tausend auf offener Straße festnehmen. Und alles, weil all die Stolzen zu feige sind, den Oberrassisten in Europa die Stirn zu bieten. Nach Unten treten und nach Oben lecken, vielleicht fällt ja was ab.

  15. gismorundsusi
    13. Juli 2012, 20:14 | #15

    Ich frage mich, was werden all die Griechen denken, die von den lieben Kultürbereicherern gejagt, ausgeraubt, vergewaltigt und gedemütigt wurden. Ich höre niemals, dass diese Menschen bedauert werden. Sind gewaltätige Kultürbereicherer mehr wert? Sind wir wieder so weit? Das Problem wird von den Medien absichtlich verschwiegen. Solange die Verderbtheit der Politiker nicht geahndet werden, so lange dürfen die radikalen Kultürbereicherer weitermachen. Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.

  16. V99 %
    13. Juli 2012, 21:21 | #16

    Heute hab ich gelesen, dass 25 neue „Lager“ in GR in diesem Jahr in „Betrieb“ genommen werden sollen. Wo anders heisst es, dass die Behoerde fuer Asylantraege in Athen und Patras nur am Samstagvormittag geoeffnet ist und jeweils nur 30 Antraege entgegen nehmen soll, obwohl hunderte anstehen sollen. In den „Lagern“ werden die Menschen in ueberfuellte Raeume gepfercht, es gibt keinen Hofgang und kaum Toiletten oder Waschbecken. Sie haben keinen Zugang zu Anwaelten, bekommen weder Rechtshilfe noch eine ordentliche medizinische Versorgung. Wer es dennoch geschafft hat, Asyl zu beantragen, wird ohne Unterstuetzung auf die Straße gesetzt. Theoretisch kann er zwar eine Arbeitserlaubnis beantragen, dafuer muss er aber einen Wohnsitz angeben. Den bekommt man nur, wenn man Arbeit hat. Aber wie soll ein Fluechtling heutzutage in Griechenland ein legale und registrierte Arbeit finden? Im Asylverfahren gibt es weder ein spezialisiertes und kompetentes Organ (Behoerde), das über die Asylantraege entscheidet noch gibt es qualifizierte Informationen zum Verfahren sowie so gut wie keine Dolmetscher fuer Sprachen, die die Asylbewerber verstehen. Dies fuehrt zu einer extrem niedrigen Zahl von Asylanerkennungen. So wurde im Jahr 2007 in erster Instanz bei 20.684 Asylantraegen nur in 8 (!) Faellen Asyl gewaehrt, im Jahr 2008 bei 29.573 Asylantraegen in 14 Faellen und im Jahr 2009 bei rund 20.000 Antraegen in 20 Faellen. Der Staat Griechenland erhaelt jaehrlich, seit ca. 10 Jahren, Hilfen in zuletzt dreistelliger Millionen Hoehe von der EU um dem Problem Herr zu werden. Wenn es dann Poebel-Kommentare ueber ca. 30 Tote Griechen, die wahrscheinlich von Migranten umgebracht wurden gibt, frage ich mich, wer da versagt hat, ohne die „boese Festung Europa“ aussen vor zu lassen?
    Mit rund 800 000 neuen Fluechtlingen durch Krisen und bewaffnete Konflikte markierte das Jahr 2011 einen traurigen Rekord. Deutschland beherbergt dabei weiterhin mehr Fluechtlinge als jeder andere westliche Industriestaat, wie aus dem Jahresbericht des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) hervorgeht. Insgesamt lebten Ende 2011 in D nahezu 572 000 Menschen, die vor bewaffneten Konflikten oder Verfolgung in ihren Heimatlaendern geflohen sind.
    Hiermit moechte ich versuchen, Fakten in den Raum zu stellen, die keinen Anspruch auf Vollstaendigkeit haben, auch auf die Gefahr hin von anderen Kommentatoren unschoen angefahren zu werden, ohne dies selber getan zu haben 😀

  17. γιαούρτι γιαουρτάκι
    13. Juli 2012, 23:04 | #17

    @gismorundsusi
    Klar, wenn man die Opfer nicht kennt, die man für seine Nazipropaganda funktionalisiert, kann man auch nichts von Bedauern mitbekommen oder daß in keinem einzigen Fall des Wohnungen und Geschäfte mit Nagelkeulen stürmenden und in U-Bahn und auf den Strassen „Ausländer“ abstechenden Mobs, auch nur ein einziger „Krimineller“ „erwischt“ wurde. Stattdessen trifft es sogar sogenannte „Legale“ und die Polizei in Korinth versucht einen Hindu auf den Koran schwören zu lassen, daß er nicht von „Schwarzhemden“ überfallen wurde.Was sagen denn die Nazis in Griechenland dazu, daß die Kameraden in der BRD Griechen ermorden?

  18. Kostas
    14. Juli 2012, 00:32 | #18

    Schon allein das Argument, Deutschland beherberge mehr Flüchtlinge als jeder andere westliche Industriestaat, ist zumindest lächerlich. Selbst moderate Schätzungen siedeln die Anzahl der illegalen Immigranten in Griechenland bei einer Größenordnung von 1 Million an. Auf die einheimische Bevölkerung hochgerechnet entspräche dies für Deutschland einem Kontingent 5 – 10 Millionen illegaler Immigranten (die im übrigen in ihrer absoluten Mehrzahl so wie so alles andere wollen als in Griechenland zu bleiben …).

    Was wiederum die monierten „seit ca. 10 Jahren … zuletzt in dreistelliger Millionenhöhe“ gezahlten „Hilfen“ (also über den Daumen so viel, wie jede bessere Bank jährlich allein den Säcken der Chefetage an Boni nachwirft) betrifft, ist dieser Ablasshandel an Perfidie und Perversität kaum noch zu übertreffen. Selbst wenn die Gelder bis zum letzten Cent zweckgebunden verwendet worden wären (was zugegebenermaßen bezweifelt werden darf), hätten sie pro Kopf und Nase für kaum mehr als die Finanzierung einer sättigenden Henkersmahlzeit und möglichst „humanitären“ Hinrichtung gereicht. (Zur Erinnerung: in Italien wurden unerwünschte Eindringlinge auch schon mal zu Dutzenden einfach wieder ins Meer geworfen – da kamen sie ja schließlich her!)

    Griechenland sollte in einer Nacht- und Nebelaktion kurzerhand ein paar hunderttausend Immigranten unter der Bedingung mit Papieren und etwas Geld ausstatten, dass sie sich schnellstmöglich (also bevor die „Partner“ unweigerlich ihre Grenzen dicht machen werden) auf den Weg zu den Ländern aufmachen, in die sie eh von Anfang an gelangen wollten.

  19. γιαούρτι γιαουρτάκι
    14. Juli 2012, 12:36 | #19

    @Kostas
    Viel cooler fände ich, wenn Griechenland seine Panzer nach Deutschland schickt, um die nie bezahlten Reparationen einzutreiben. Bei der ganzen Aufregung im Teutonenstadl („Endlich wieder Krieg!“) kann man dann noch viel mehr Leute quasi unbemerkt über die Grenzen schleusen. Auf dem Rückweg mal in Zürich schauen, ob da auch noch was auf den Banken ist; bei dem ganzen Nazigold dort gibt’s sicherlich Bündnispartner.
    Durch griechische Küstenwache versenkte Flüchtlingsboote hat’s übrigens auch gegeben.

  20. γιαούρτι γιαουρτάκι
    14. Juli 2012, 12:58 | #20

    @V99 %
    Die Zahl, wie viele in der BRD leben, sagt nichts darüber aus, wie viele jährlich kommen und diese Zahlen sind seit Jahren dank Festung Europa und den verschärften „Ausländer“-Gesetzen extrem rückläufig; für letztere sorgten übrigens die „Das Boot ist voll“-Kampagne des Spiegel und die anschliessenden Pogrome in Rostock und Hoyerswerda und die Morde in Solingen und Mölln.
    „Leben“ tun die meisten davon übrigens in denselben Konzentrationslagern, die gerade in Griechenland ausgebaut werden, mit Lebensmittelgutscheinen für die teuersten Geschäfte, die dann von dort aus – irgendwo in der Pampa mit rassisistischen Schließern – zu erreichen sind. Der Widerstand dagegen wird natürlich auch im Reich tot geschwiegen:
    http://de.indymedia.org/2012/07/332484.shtml

  21. V99 %
    14. Juli 2012, 20:58 | #21

    In euren Antworten kommt Griechenlands Verantwortung mit keinem Wort vor. Habe ich auch nicht erwartet, deshalb der kleine „Hinweis“ auf Deutschland 😀
    Nun zum „Ablasshandel“:
    Griechenland ist Vertragsstaat der Genfer Erklärung zum Abkommen der Vereinten Nationen von 1951 über die Rechtsstellung der Flüchtlinge (Genfer Flüchtlingskonvention) und zum Protokoll von 1967 sowie anderer anwendbarer Verträge, unter anderem des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte (IPBPR), des Übereinkommens gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe und der Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK).
    Also wurden die Gelder einfach mal eben teilweise einem privatem gutem Zweck zugefuehrt und der Staat GR freut sich weil ja die Migranten so zum „Boesen“ geworden sind 😀
    Und dass Panzer nach Deutschland schicken bedarf auch keines weiteren Kommentares, da ja eh keine Munition vorhanden ist 😀
    Ach uebrigens habe ich schon Asylantenheime in D und Ö zu Gesicht bekommen. Es sind zwar kein Luxusherbergen (@ Kostas „beherbergen“ ist nicht immer dasselbe, was du darunter verstehst, auch die Millionen Migranten sind nicht in einem Jahr hier angekommen, einfach noch mal rechnen, z.B. ~100.000 in 2011 = 250 Millionen € : 100000 = 2500€ pro Kopf) aber man kann menschenwuerdig leben und bekommt staatliche Unterstuetzung in Form von Essen und etwas Geld. Die Asylverfahren, die ich bei Afrikanern und Chinesen teiweise mitbekommen habe waren soweit OK. Sicher gibt es noch viel zu Verbessern, aber besonders hier in Griechenland.

  22. Willi F. Gerbode
    15. Juli 2012, 12:16 | #22

    @V99 %
    „Griechenlands Verantwortung“ – GR wird in der Immigrantenfrage von der EU ziemlich allein gelassen. Italien und Spanien geht es aber auch nicht sehr viel besser. Die Verrechnung von Schuld, die Griechen und Deutsche in ihrem Verhalten gegenüber den Menschen zeigen und gezeigt haben, führt zu nichts. Eine Ironisierung, wie sie der Joghurt betreibt, auch nicht. Ich habe in Athen gesehen, wie farbige Immigranten von der Bevölkerung und Polizisten behandelt werden. Das ist genauso unerträglich wie die Hasskampagnen der Rechten Szene in Deutschland und die Unfähigkeit des deutschen Verfassungsschutzes effektiv dagegen zu halten.

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