Ausländisches Interesse an Elektrizitätsgesellschaft in Griechenland

8. Juli 2012 / Aktualisiert: 12. August 2017 / Aufrufe: 485

Die Pläne zur Privatisierung der öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft in Griechenland beleben erneut das Interesse ausländischer Investoren.

Französische, italienische und deutsche Energiekonzerne haben Interesse an dem Erwerb von Kraftwerken der öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft in Griechenland (DEI) oder ihrem Eintritt in die Gesellschaft als strategische Investoren bekundet. Informationen aus Regierungskreisen zufolge, auf welche sich die griechische Tageszeitung „Ta Nea“ beruft, entfacht die Diskussion über die Privatisierung der DEI erneut das Interesse ausländischer Energiekolosse, die sowohl vor den Parlamentswahlen als auch jüngst einschlägige Vorstöße gemacht haben.

Laut den in Rede stehenden Informationen sind hinsichtlich der Namen Vorstöße von der deutschen RWE erfolgt, während das Interesse auf dem griechischen Markt präsenter ausländischer Konzerne, wie der italienische Edison (Mitglied des Konzerns der EDF), als sicher anzusehen ist.

Aufspaltung und Veräußerung oder Eintritt eines strategischen Investors

Die Szenarien, welche die griechische Regierung unabhängig davon untersucht, ob die DEI in die erste Privatisierungswelle eingegliedert werden wird oder nicht, sind sowohl der Verkauf eines Pakets ihrer Braunkohle- und Wasserkraftwerke nach dem Beispiel des italienischen Modells, welches 1999 zur „Aufspaltung“ der italienischen öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (ENEL) führte, als auch die Auffindung eines strategischen Investors.

1999 schuf die italienische Regierung drei Tochtergesellschaften der ENEL, auf die sie auch Kraftwerke übertrug, welche analog die damalige Mischung der Muttergesellschaft (Erdgas-, Diesel-, Wasser- und Steinkohlekraftwerke) reflektierten, und danach verkaufte sie diese mittels internationaler Ausschreibungen. Regierungsfunktionäre führen an, durch die Übertragung von 30% ihrer Produktion auf Privatunternehmen versicherte sich die ENEL signifikanter Einnahmen zur Modernisierung ihrer Anlagen, da sie nicht über das Kapital verfügte, um dies allein zu unternehmen.

Wie sie sagen, sei ein solcher Fall auch jener der DEI, die nicht einmal Kredite aufzunehmen vermag oder, falls sie es tun sollte, nur zu einem kaum fassbaren Zinssatz erhalten würde. Es handelt sich um einen Versuch analog zu der Gründung und Veräußerung einer „kleinen DEI“, welche Lösung seit 2011 der Umweltminister Giorgos Papakonstantinou bekannt gegeben hatte und laut Regierungsfunktionären immer auf dem Tisch verbleibt.

Das zweite untersuchte Szenarium ist jenes des Eintritts eines strategischen Investors in die DEI. Der Plan, weitere 17% des Unternehmens über die Böse loszuschlagen, wird dagegen aufgegeben, was im übrigen bereits auch die vorherige Regierung bekannt gegeben hatte.

Laut den selben Informationen ist der Grund, aus dem deutsche, italienische, französische und andere europäische Player Interesse für die DEI bekunden, der, dass sie diese als Sprungbrett für ihre weitere Expansion in der breiteren Region des Balkans, Südosteuropas und des Mittelmeerraums betrachten.

Diese Spieler sind so wie so in der weitläufigeren Region präsent, erachten jedoch, dass eine Allianz mit der DEI, die ihre Basis in einem Land der EU hat, noch größere unternehmerische Gelegenheiten bieten kann. „Es existieren ungeheure Investitionsgelegenheiten in der Region und die DEI kann mit einem geeigneten Verbündeten eine Rolle spielen„, meinen Regierungsquellen.

(Quelle: Ta Nea)

  1. carlos
    8. Juli 2012, 08:10 | #1

    hoffe nur unter der auflage, dass sämtliche kalorischen kraftwerke generalsaniert werden müssen. die kraftwerke in GR gelten als die emissionsreichsten europas, empfehle dahingehend einmal eine autofahrt richtung megalopolis..

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