24-Tage-Programm für Griechenland

28. Juli 2012 / Aktualisiert: 29. Juli 2012 / Aufrufe: 9.061

Die Regierung in Griechenland hat zum 20 August 2012 eine signifikante Entscheidung zu treffen, die vielleicht auch ihre letzte wichtige Entscheidung sein wird.

Laut dem Wirtschaftswissenschaftler Yanis Varoufakis schob die Troika die Vorlage ihres anhängigen Berichts über die Lage in Griechenland nicht von ungefähr auf September hinaus, zumal es seines Erachtens kaum jemanden geben dürfte, der mehr als 2 Stunden für die Beurteilung der Lage benötigen wird. Vielmehr sieht er einen unmittelbaren Zusammenhang mit der am 20 August 2012 fällig werdenden griechischen Anleihe, die sich in den Händen der EZB befindet und folglich zu ihrem gesamten Nennwert von 3,2 Mrd. Euro auszulösen ist.

Warum die Fälligkeit ausgerechnet dieser Anleihe möglicherweise die schon lange überfälligen Entscheidungen über den – so wie so ernsthaft in Frage stehenden – Verbleib Griechenlands in der europäischen Währungsgemeinschaft erzwingen wird, legt Yanis Varoufakis in einem Artikel dar, der am 27 Juli 2012 auf dem griechischen Portal „Protagon“ publiziert wurde und nachstehend in deutscher Übersetzung wiedergegeben wird.

24-Tage-Programm

Am 20 August 2012 wird die Regierung ihre signifikanteste – vielleicht die letzte signifikante – Entscheidung treffen. Es ist der Tag, an dem eine jener Anleihen ausläuft, die nicht „geschnitten“ wurden, weil sie von der EZB aufgekauft worden waren (wie bekannt betrachtet letztere ihre eigenen Anleihen im Gegensatz zu denen der Kleinanleger und Versicherungsträger als etwas wie heilige Kühe). Um sie auszulösen, muss sich der griechische Fiskus irgendwo ungefähr 3,2 Mrd. Euro leihen, um zu 100% die EZB zu bezahlen, wozu anzumerken ist, dass diese die Papiere im vergangenen Jahr für 2,3 Mrd. Euro gekauft hatte – die EZB macht also einen alles andere als unbedeutenden Gewinn der Größenordnung von 900 Millionen Euro (*).

Es ist kein Zufall, dass die Troika abreiste um im September 2012 mit ihrer Bewertung zurückzukehren – also nach dem 20 August 2012. Benötigen sie drei Monate um festzustellen, dass das „Programm“ stecken geblieben ist? Dass die Gelder aus den Privatisierungen sich auf 5% der (unsinnigerweise) versprochenen belaufen werden? Dass der „Aufschwung“ am Boden liegt, dort auch in den kommenden Jahren bleiben und den Zeitplan der Tilgungszahlungen für unsere Kredite anfänglich an die Troika und (nach 2010) die Bankiers des Herrn Dalaras in die Luft sprengen wird? Dass selbst die gewinnbringendsten Unternehmen nicht mehr von den Banken finanziert werden und somit der vollständige Zusammenbruch des Arbeitsmarktes, der öffentlichen Einnahmen und der Versicherungsträger garantiert ist? Gibt es jemanden beim IWF oder in der EZB oder in der EU, der mehr als 2 Stunden benötigen würde, um den heißbegehrten Bewertungstext zu schreiben? Oder muss Herr Thomsen um jeden Preis Urlaub machen und beschloss „Rückkehr im September“, zusammen mit den Winterkinos?

Natürlich nicht. Der Bericht der Troika ist fertig. Der IWF hat bereits entschieden, dass auf Basis der finanztechnischen Fakten das Memorandum 2 „ausgegangen“ ist. Dass es keine Verlängerung retten wird. Es bleibt einfach nur, den politische Entschluss zu fassen. Entsprechend ist das genau selbe auch der EZB bestens bekannt und sie begreift, dass Griechenland irgendwann gezwungen sein wird, seine Verpflichtungen ihr gegenüber zu brechen. Ebenso auch den übrigen Mitgliedstaaten der Eurozone: sie erwarten, dass ein großer Teil der Griechenland gewährten bilateralen Kredite „geschnitten“ werden wird. Das Thema „was machen wir mit Griechenland“ ist somit weder finanztechnisch, noch basiert es darauf, welche wie auch immer gearteten Kürzungen und Reformen die Regierung (bis September) vornimmt, und auch nicht auf den Einschätzungen des Herrn Thomsen und der Troika. Wovon es abhängt? Es hängt ganz einfach davon ab, ob Deutschland, Holland, Finnland gemeinsam beschließen, entweder uns durch das Fenster aus dem Euro hinauszuwerfen oder den „Schnitt“ unserer Schulden zu gestatten (etwas, das – wie wir uns erinnern – unter dem Euphemismus „Umschuldung“ bekannt ist).

Gestattet mir eine Stellungnahme: Falls sie befinden, uns aus dem Fenster stürzen zu können und damit Spanien und Italien zu retten, werden sie es im selben Augenblick tun! Der Grund ist simpel: Der EFSF verfügt nach den Geldern, die er den spanischen Banken zugesagt hat, über weitere 80 bis 90 Milliarden. Was den ESM betrifft, also den beständigen Mechanismus, der den EFSF ersetzen wird, ist seine Gründung bei dem Verfassungsgerichtshof Deutschlands hängen geblieben. Derweilen benötigen die Fisken Spaniens und Italiens unmittelbar 800 Mrd. innerhalb des Jahres 2013. Es ist offensichtlich, dass, wenn Frau Merkel vor ihren Bundestag tritt und solche Summen zur Stützung des EFSF verlangen wird, sie diese auf keinen Fall erhalten wird – außer, sie stützt sich so sehr auf die Opposition der SPD, dass sie ihre Parteibasis verliert. Ganz einfach, sie wird es nicht tun, speziell ein Jahr vor den Bundestagswahlen. Andererseits, wenn sie es nicht tut, wird sie bald zu damit beginnen haben, D-Mark zu drucken, da der Zusammenbruch Spaniens und Italiens innerhalb der Eurozone inzwischen mehr als gegeben ist.

Eine Überlegung, die derzeit Frau Merkel umgibt (und die ihr diverse Berater eingeflößt haben), ist folgende: Wenn Griechenland durch das Fenster aus dem Euro geworfen wird und ein ungeheurer Aufruhr an den Börsen folgt, werden sich die deutschen Wähler in die Hosen machen. Sie werden befürchten, das gesamte europäische Konstrukt und sogar auch selbst Frankfurt in Erschütterung geraten zu sehen. Mit dieser Angst, denkt sich Frau Merkel, werden sie vielleicht vorbereitet sein, ihren Vorschlag zur Rettung Spaniens und Italiens mit ungeheuren Summen zu akzeptieren. Indem sie sogar griechisches Blut „geleckt“ haben (da Griechenland durch eine chaotische und katastrophale Rückkehr zur Drachme ausbluten wird), wird unser Land vollständig die Rolle des Sündenbocks gespielt haben, damit die öffentliche Meinung in Deutschland bereit ist, große stimulierende und teure Spritzen zugunsten Spaniens und Italiens zu akzeptieren.

Andererseits hört Frau Merkel natürlich auch auf entgegen gesetzte Meinungen, welche ihr sagen, es sei unmöglich, dass jemand ein Absacken voraussehen und handhaben kann. Dass ein Ausscheiden Griechenlands den Sack des Äolus öffnen wird und nicht von der Eurozone aufrecht bleiben wird. Wenn jedoch Frau Merkel diese Berater fragt, was geschehen könne, damit Griechenland letztendlich nicht aus dem Euro ausscheidet, zerbricht ihre Antwort ihr das Herz, da sie weiß, dass sie das, was zu geschehen hat, im Bundestag nicht einmal zu flüstern bereit ist. Was dies ist? Eine Lösung wäre der Schnitt der griechischen Schulden an die Troika – den ich bereits ansprach. Eine andere Lösung wäre ein Moratorium bei den Tilgungen, so dass der Betrag der Schulden der selbe bleibt, jedoch die Tilgungen einfrieren, bis die griechische Wirtschaft zu schrumpfen aufhört. Die erste Lösung wird nicht von der EZB akzeptiert werden, da sie völlig das Dogma umstürzt, die Schulden an sie seien heilig. Die zweite Lösung lehnen die Überschussländer ab, da so etwas die politische Verhängung harter Austerität für Spanien und Italien annullieren würde. Warum? Weil diese Austerität mit mathematischer Genauigkeit die Rezession herbeiführt. Wäre also das Ende der Rezession vorab Voraussetzung für die Tilgung seitens der peripheren Staaten an die Troika (wie es in einer Währungsunion gelten müsste), würde die Verhängung von Sparauflagen für Länder wie Spanien der Erlaubnis gleichkommen, ihre Schulden niemals zu bezahlen!

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  1. Zolman
    28. Juli 2012, 02:19 | #1

    Interessanter Artikel,Danke.

    Ehrlich gesagt,kann ich mir nicht vorstellen, das GR „hängen“ gelassen wird.
    Und die Rückkehr zur Drachme? Was für ein Chaos!

    Ich hoffe, das die Venunft siegt, aller sogenannter Überschussländer und weitere Hilfen gegeben werden.
    Aber es muss tatsächlich ein Umdenken in GR stattfinden.

    MfG Zolman

  2. G.Jeorga
    28. Juli 2012, 11:32 | #2

    Sehr geehrter Herr Varoufakis,
    gute Analyse der Fakten ausserhalb Grichenlands.
    Hier geht es auch darum ,dass in Griechenland solche Veränderungen stattfinden, dass Firmen überleben, und neue gegründet werden können. Aber wer macht das???
    Solange Finanzbeamte, sogenante EFORIAKI, schalten und walten wie ihre Tasche es erfordert, kommt keiner nach GR und es bleibt alles am Boden wie Sie sagen.

  3. Wufko
    28. Juli 2012, 11:52 | #3

    Dieser Beitrag könnte von Merkel oder sonst einer(m) Politverräter stammen.
    Griechenland ging es gut, würden sich die sogenannten NWO Bangster raushalten.

  4. Hans Maier
    28. Juli 2012, 12:35 | #4

    Hm, nach Varoufakis liegt es also allein an anderen, vor allem an Deutschland, dass Griechenland dort ist, wo es ist.

    Das ist natürlich völliger Unsinn. Und solange Griechenland nicht akzeptiert, dass es sich selbst dorthin gebracht hat, und auch nur selbst wieder von dort wegkommen kann, gibt es keine Hoffnung.

  5. Tim
    28. Juli 2012, 15:12 | #5

    Der Autor hat eine voellig falsche Wahrnehmung der Realitaet –
    Deutschland sieht er als Ueberschussland, so als ob es etwas zu verteilen gaebe. Er vergisst wohl, dass auch Deutschland mit ueber 80% seines BSPs verschuldet ist und noch deutlich von einem ausgeglichenen Haushalt entfernt ist…

  6. RS
    28. Juli 2012, 15:26 | #6

    Bis Griechenland nicht ernsthaft versucht die ins Ausland transferierten Vermögen der Oberklasse mit *allen* Möglichkeiten einzuziehen kann Ich irgendwelche Anstrengungen GRs in dieser Misere sowieso nicht ernst nehmen. Die politischen Spiele bzgl. dem Euro, Italien, Spanien usw. sollten bei der griechischen Situation doch wirklich zweitrangig für die Griechen sein.

  7. Martin Rapp
    28. Juli 2012, 15:35 | #7

    Den Euro zerreißt es.
    Das Europa der Vaterländer wird wieder kommen.

    Gegen die Natur des Menschen kann man keine Politik machen.

  8. 28. Juli 2012, 16:24 | #8

    Am 04.06.2012 sprach wir mit Seiner Exzellenz, Herrn Jorge Jurrado, dem Botschafter der Republik Ecuador in Deutschland, mit Herrn Jürgen Kaiser vom Verband Erlassjahr und mit Herrn Thodoros Paraskevopoulos von der griechischen Partei Syriza. Die Sendung geht vor allem den Fragen nach, welche Erfahrungen es gibt mit souveränen Schuldenreduzierungen in Staaten ohne eine eigene nationale Währung. Und es geht darum, wie man ein gerechtes Maß findet zwischen den Rechten der Gläubiger und den Rechten der Einwohner.



  9. Anna
    28. Juli 2012, 18:12 | #9

    GR ist Opfer und Schuld sind immer die anderen. Wie wäre es, sich mal von der Opferrolle zu verabschieden und eben nicht wie das Lamm vor dem Schlachter zu zittern, sondern gezielt und geplant den „Ausstieg“ eigenmächtig vorzubereiten?

    Das Land braucht einen kompletten Neustart. Und wird hoffentlich das nächste Mal so schlau sein, mehr produzieren und weniger verwalten zu wollen. Viele Griechen entziehen ihrer Regierung und ihrem Staat bereits seit Jahren ihr Vertrauen und ihre Solidarität. So kann das nicht mehr werden .. und Schuld am Scheitern sind dann natürlich die anderen. Vielleicht sollte man den Herrn mal darüber aufklären, dass auch D über beide Ohren verschuldet ist und nur sehr begrenzt Milliarden aus dem eigenen Sozialstaat abziehen kann. Hier leben nämlich auch Menschen, die in 10 Jahren Anspruch auf Rente erheben werden.

  10. RC
    28. Juli 2012, 18:32 | #10

    @Martin Rapp
    Dein Wort in Gottes Ohr. Ich wünsche es mir von Herzen für alle Menschen Europas. Damit mein bayerisches Bier so schmeckt wie es soll. Damit eine Margherita in Neapel mehr Geschmack entfacht, als jeder Schweinebraten. Damit der Kaffee in Italien wieder 50 Pfennig kostet und ich dafür 10 am Tag dort trinken werde. Damit wir in Spanien im Urlaub wieder täglich eine Wassermelone verspeisen anstatt Coke Zero zu schlürfen. Damit es aus Holland wieder guten Käse und Gloks statt Grocs gibt. Und Tulpen statt seelenloser Gurken und Tomaten, die den Namen nicht verdienen. Ja, und dann gibt es noch ein paar Billionen Gründe mehr, unter anderem meine Kinder.

  11. 29. Juli 2012, 11:21 | #11

    Alles Rausschmeißen, cutten oder neue drucken wird nichts helfen – es erhöht nur die Fallhöhe weiter.
    Der EURO muß weg! Sofort. Europa muß sich seiner selbst annehmen, um den Wettwerb mit China u.a. wieder aufzunehmen; der droht nämlich verloren zu gehen.
    Der Euro muß sofort und geregelt – solange das überhaupt noch geht – weg!

    caw

  12. γιαούρτι γιαουρτάκι
    29. Juli 2012, 13:39 | #12

    @Anna
    Deutschland soll mal zuerst schön seine Altschulden an Griechenland begleichen – 162 MRD vor Zinsen. Reparationen die nie bezahlt wurden und die vertraglich fest gelegt wurden. Im Vertrag stand, daß diese Schulden, die übrigens auch noch von Griechenland halbiert wurden, nach der Wiedervereiterung bezahlt werden. Damit sie nicht bezahlt werden müssen, nannte Kohl die Wiedervereiterung Beitritt und damit dabei Frankreich die Fresse hält, bekam Mitterand seinen Euro. Darunter sind sogar Kriegszwangsanleihen, die selbst das 3.Reich angefangen hatte zurück zu zahlen, während die BRD darüber nur arrogant und widerlich lacht, genau wie es sich als allergrößtes Kriegsopfer begriffen hat, das dann durch Marshallplan und legalisierte europaweite Plünderungen der Infrastruktur und Arisierungen zum fantastischen Wischiwaschi wurde.
    Bei einem derartigen Reparationsbetrug ist es kein Wunder, daß es sich als Opfer in Stellung bringt, am besten noch voll rassistisch antigermanistisch verfolgt.

  13. Ottfried Storz
    29. Juli 2012, 14:21 | #13

    Das Thema „angeblicher“ Kriegssrestchulden-Rückzahlung ist völkerrechtlich seit Jahrzehnten abgehandelt.Außer einigen griechischen Zeitungen, die zudem völlig falsche Inhalts- und Zustandsbeschreibungen geben, wird das deshalb nirgendwo mehr behandelt. Dann jedoch immer mit völligen Überzeichnungen der Größenordnungen.

    Ansonsten ist es kurios, das Faktenbeiträge vom admin gelöscht werden, solch offensichtlich eindeutige Verstöße gegen die Boardregeln unbeanstandet bleiben:

    (Zitat) „Dies betrifft speziell, jedoch nicht ausschließlich Kommentare, welche:

    – fäkalsprachlichen, blasphemischen, antisemitischen, vulgären usw. Ausdrücken durchsetzt sind;
    sich unsachlich, polemischem, verleumderisch, verletzend oder beleidigend gegen andere Personen wenden oder geeignet sind, ein Klima allgemeiner Beschimpfung, Spannung und Verunglimpfung herbeizuführen;“

  14. γιαούρτι γιαουρτάκι
    29. Juli 2012, 15:25 | #14

    @γιαούρτι γιαουρτάκι
    Hier werden die deutschen Schulden exakt aufgeführt:
    http://www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=6965
    Übersetzung unter common-license im ersten Link:
    http://www.argolis.de/Glezos_Nafplio/index.htm
    Der französische Regierungsberater Jacques Delpla kommt auf 575 MRD:
    http://oecafe.wordpress.com/2011/06/27/deutschland-hat-eine-historische-schuld/

  15. γιαούρτι γιαουρτάκι
    29. Juli 2012, 15:48 | #15

    @Ottfried Storz
    Also, bitte, wir wissen doch alle, daß Deutschland nach dem Krieg verdient hätte, zerschlagen und unter seinen Opfern aufgeteilt zu werden: Israel auf deutschen Boden wäre doch supi und Sinti & Roma hätten auch einen eigenen Staat!
    Stattdessen führt man sich beim Thema Reparationen auf wie die Türkei bei Völkermorden: Abstreiten und ins Irrenhaus wünschen, und regt sich dann noch über historische Uniformen der Kundusmassenmörder auf.

  16. Ottfried Storz
    29. Juli 2012, 15:48 | #16

    Wie geschrieben: Das Thema “angeblicher” Kriegssrestchulden-Rückzahlung ist völkerrechtlich seit Jahrzehnten abgehandelt. Die Vertragsbruch-Behauptungen sind zuden unzutreffend.
    Grundsätzlich: Mit gleicher Argumentation könnte Griechenland von der Türkei Billiarden fordern, als Wiedergutmachung (inklusive der Zinsen) für Kriege, Ausbeutung etc in den letzten tausend Jahren. Oder Deutschland von Italien, als Rechtsnachfolger der Römer, die Deutschland mehrere Jahrhunderte ausbeutete. Oder Südamerika von den Spanier, für die Ausbeutung von 15 Jhd bis 19. Jhd etc etc etc.

  17. Anna
    29. Juli 2012, 22:14 | #17

    an γιαούρτι γιαουρτάκι:
    Deutschland wird seine „Strafe“ für die mangelhafte und fehlgerichtete EURO-Politik bald erhalten. Wenn GR schlau ist, ist es bis dahin raus aus der Nummer und versucht sich neu zu organisieren.

  18. Heinz
    30. Juli 2012, 12:13 | #18

    @Anna

    Dann wird es wohl aber bei dem Versuch bleiben. Bei der Unfähigkeit der Politiker und Behörden.

  19. γιαούρτι γιαουρτάκι
    30. Juli 2012, 12:50 | #19

    @Ottfried Storz
    Es hat sich nichts geändert: Die Morde gegen Griechen und Türken durch den Verfassungsschmutz und immer dieselben Lügen – „Wir ham von nix gewußt“ „Wir ham alles bezahlt“ „Eigentlich ham wir auch gar nix gemacht, is schon so lange her“ und dann rum jammern, wenn vom 4.Reich die Rede ist. Der Vergleich römisches und 3. Reich ist übrigens eindeutig Nazipropaganda. Damit spucken Sie auf einem Blog über Griechenland den Opfern ins Gesicht.

  20. mazu
    30. Juli 2012, 15:34 | #20

    @γιαούρτι γιαουρτάκι
    Immer wieder toll zu sehen, wie super der Euro uns zusammenschweisst.
    Man könnte bei solchen Kommentaren glatt denken, das der 2te Weltkrieg erst vor wenigen Wochen zu Ende gegangen ist.
    Letztlich alles wie gehabt, nur verborgen unter Tonnen von Geld.
    Und jetzt, wo es immer enger wird, werden die Seidenhandschuhe ausgezogen, und mehr oder weniger offen verkündet: Geld her Deutschland, das sind unsere Reparationszahlungen, egal was wir bisher behauptet und unterschrieben haben, und wir bestimmen, was Ihr zahlt.
    So langsam habe ich echt Lust, bei der nächsten Bundestagswahl die Partei mit dem N vorne anzukreuzen.

  21. Frank
    30. Juli 2012, 16:10 | #21

    Ich hatte bisher einen gewissen Eindruck, dass Griechen davor zurückschrecken an ihren Staat Geld (Steuern) zu zahlen, weil dieser mit dem Geld seiner Bürger nicht gut umgeht. Für diese Haltung habe ich Verständnis. Hab ich das etwa falsch verstanden?
    Dann frage ich mich doch, wie kann man dann erwarten, dass Deutsche Geld an den griechischen Staat geben?
    Man hat doch bisher gesehen, was mit dem Geld passiert ist: Angeblich geben wir Geld aus um Griechenland zu helfen. Aber was passiert mit dem Geld … es wird an ausländische Banken weiter gegeben. Die Not leidende griechische Bevölkerung bekommt davon nichts zu sehen.
    Von meiner Seite aus gebe ich als Deutscher gern Geld, um Griechen zu helfen … aber für die Menschen, nicht für den griechischen Staat oder Banken.

  22. Roditisa
    30. Juli 2012, 16:12 | #22

    @Hans Maier
    Ich kann Ihre Interpretation des Artikels nicht wirklich nachvollziehen. Welche Umstände Griechenland in die derzeitige Situation gebracht haben, wird in dem Artikel doch gar nicht analysiert, sondern es geht um die Situation, wie sie sich jetzt im Moment darstellt und um die Spielräume, die die verschiedenen Akteure nun zur Verfügung haben.

    Herr Varoufakis hat absolut Recht, dass es eigentlich kaum mehr eine Rolle für den Verbleib oder den Austritt Griechenlands aus dem Euro spielt, was die griechische Regierung im Monat August beschliessen wird. Die zentralen Entscheidungen, die die Entwicklung dahingehend beeinflussen werden in anderen Positionen gefällt, naemlich im deutschen Parlament und von der deutschen Regierung, in Karlsruhe, bei der EZB, beim IWF, in der Europäischen Kommission,…

    Es spielt aber natürlich für die Bevölkerung eine Rolle,ob die wichtigen Reformen durchgeführt werden, denn davon hängt ab, ob sich das Land in einem oder zwei Jahrzehnten wieder berappeln kann, oder endgültig durch Vetternwirtschaft in einem System stecken bleibt, das wirtschaftliches Wachstum praktisch unmöglich macht.

    Ich finde es übrigens auffallend, dass besonders deutschsprachige User in verschiedenen Foren beosnderen Wert darauf legen, auf die Schuld Griechenlandes hinzuweisen. Ganz küchenpsychologisch vermute ich (selbst Deutsche), dass wir aufgrund unserer eigenen Geschichte immer dann besonders froh sind, wenn wir bei anderen eine Schuld für Mißlingen ausmachen können. Haben wir das denn nach 70 Jahren noch so nötig?

  23. V99 %
    30. Juli 2012, 16:14 | #23

    Yanis Varoufakis wirft den Banken vor, an Zinsen zu verdienen. Nicht dass ich fuer das Bankensystem Stellung nehmen will, aber wer sich viel Geld leiht, zahlt nunmal Zinsen, was ist daran neu oder Ungerecht? Als sich Griechenland Milliarden Euros zu einem minimalem Zinssatz leihen konnte hat er sich ja auch nicht beschwert. Und wenn er sich noch so gut mit dem Geldverkehr auskennt, hat er doch, wie so einige seiner Landsleute, nicht verstanden, welche Marionettenrolle eine Fr. Merkel spielt. Auch er, wie andere seiner Kollegen, versteht unter Philipp Rösler eine fuer seine Aussagen serioese Person, waehrend alle Comedians Deutschlands sich ueber Hr. Roesler koestlich amuesieren 😀

    @γιαούρτι γιαουρτάκι
    Danke fuer die Linkliste. Einer der weiterfuehrenden Links ist sehr interessant, weil er die vertraglichen Zusammenhaenge sehr gut erklaert. Nachdem ich mir das durchgelesen habe, sehe ich durchaus ein Verpflichtung der „BRD“ von restlichen Reparationen. Was mir nicht gefaellt ist die Pauschalisierung einer Nachkriegsgeneration. Ausserdem tragen USA, Frankreich, UDSSR etc. auch eine Mitschuld an den verschleppten Reparationen Griechenlands. Was ist mit all den deutschen die gegen den Faschismus gekaempft und vielleicht sogar im KZ dafuer umgekommen sind? Was ist mit den Halbgriechen (deutsch/griechisch), sind die jetzt zu 50% Taeter und zu 50% Opfer? Welche „Schuld“ traegt ein lange nach dem Krieg in Deutschland geborenes Kind? Welche Schuld hat ein deutscher Soldat, der der die Wahl hatte zu toeten, oder Hingerichtet zu werden? Was wuerde sich in Griechenland aendern, wenn die Reparationen bezahlt wuerden? Keine Steuerhinterziehung mehr, keine Vetternwirtschaft, keine Auslandsschwarzgeldkonten, kein ueberfetterter Staatsapparat, keine ueberzogenen Militaerausgaben mehr und nur noch ehrliche Politiker? Ich fuehle mich zu 90% nicht Schuldig, da ich Faschismus hasse. Es sagte mal jemand: „Wer von euch ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein…“

  24. Heinz
    30. Juli 2012, 16:22 | #24

    @γιαούρτι γιαουρτάκι

    Frage: Geht’s nicht noch ein bißchen schlimmer. Nehmen Sie auch zur Kenntnis, dass da im Moment mehrere Untersuchungsausschüsse installiert sind? Und mit Nazipropaganda sollte man sich auskennen. Außerdem hat Storz die beiden „Reiche“ nicht miteinander verglichen.

  25. Roditisa
    30. Juli 2012, 16:36 | #25

    @Ottfried Storz
    Es mag sein, dass ich Opfer von Fehlinformationen bin, aber meines Wissens wurde 1942 von Griechenland ein Zwangskredit an Deutschland unterzeichnet und gezahlt, der nie getilgt wurde. Dieser Kredit fällt nicht unter das Abkommen hinsichtlich der Reparationen, da es sich um einen Kredit handelt und Griechenland sofort bei den ersten Nachkriegsverhandlungen klar stellte, dass dieser Kredit gesondert behandelt werden sollte. Italien hat seinen Teil dieses Kredits an Griechenland schon lange zurück gezahlt, Deutschland weigert sich seit Jahrzehnten ohne rechtliche Grundlage, dies zu tun. In den 60er Jahren hat Deutschland sogar behauptet, die griechische Regierung hätte freiwillig auf das Geld verzichtet, was sich später als Lüge entpuppte.

  26. Xristos
    1. August 2012, 00:18 | #26

    @Anna
    Liebe Anna,
    die Strafe wäre doch, dass Deutschland und der EWF und alle anderen Geldgebern ihre Kohle zurückbekommen. Na, dann mal los! Raus aus der Nummer – klar, gehe ich zu meiner Bank und reiche einen Scheck ein, um meine Schulden loszuwerden. Aber auf welches Konto bitte wird der Scheck gezogen?

  27. Xristos
    1. August 2012, 00:47 | #27

    @γιαούρτι γιαουρτάκι
    Hi Yogurtaki,
    wenn es ein Schreibfehler war, war der wenigstens äusserst gelungen:
    …daß diese Schulden, die übrigens auch noch von Griechenland halbiert wurden, nach der Wiedervereiterung bezahlt werden…
    Wiedervereiterung trifft es auf den Punkt – den für unsere „neuen Bundesländer“ werden wir noch länger zahlen müssen als für GR. Chapeau!

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