Wirtschaftsministerium in Griechenland ordnet Wohnsitzprüfungen an

13. Juni 2012 / Aktualisiert: 07. Juli 2016 / Aufrufe: 595

Das Wirtschaftsministerium in Griechenland schreitet zu strengeren Überprüfungen der Steuerpflichtigen, die einen Wohnsitz oder Steuerwohnsitz im Ausland deklarieren.

Das griechische Finanzministerium schreitet zu strengeren Kontrollen bei all jenen, die dem Finanzamt einen Auslandswohnsitz bzw. die Änderung ihrer Wohnanschrift melden, und will damit sowohl Griechen davon abhalten, ihren Steuerwohnsitz in sogenannte „Steueroasen“ zu verlegen, als auch Steuerpflichtige aufspüren, die im In- oder Ausland Einkommen erzielen und sich – wie z. B. Offshore-Gesellschafen – der Besteuerung in Griechenland entziehen.

In einem Runderlass des Finanzministeriums wird angeführt: „Die Bekanntgabe der Absicht des Steuerpflichtigen an die Registerabteilung, eine Verlegung des Wohnsitzes (ins Ausland) zu beabsichtigen, muss nicht automatisch auch die Änderung seines (Steuer-) Wohnsitzes implizieren.“ Gemäß dem Runderlass müssen die zuständigen Behörden außer der Existenz einer Wohnung oder dem gewöhnlichen Aufenthalt des Steuerpflichtigen in Griechenland auch erforschen, ob bei ihm die Voraussetzungen einhergehen, welche ihn zur Deklaration seines im Ausland erworbenen Einkommens in Griechenland verpflichten.

Steuerpflichtige, die in Griechenland während der vorherigen fünf Jahre steuerpflichtig waren und bedeutende wirtschaftliche Interessen haben (beispielsweise Beteiligung an einer Gesellschaft, Einkommen von über 40.000 Euro), sollen auch nach der Verlegung ihres Wohnsitzes bzw. gewöhnlichen Aufenthalts / Steuerwohnsitzes ins Ausland für weitere fünf Jahre in Griechenland steuerpflichtig bleiben.

Speziell bezüglich der letzten Anordnung stellt sich allerdings unmittelbar die Frage, in wieweit eine solche Praxis gegebenenfalls mit bestehenden bilateralen Vereinbarungen und Doppelbesteuerungsabkommen zu vereinbaren ist.

(Quellen: Zougla.gr, Mega TV)

  1. Tinos
    13. Juni 2012, 15:28 | #1

    Es ist schon interessant, wie der griechische Staat jetzt imer mehr versucht, gegen geltendes Recht in der EU (hier das Doppelbesteuerungsbkommen) zu verstoßen.
    Wenn man es hier auf die Reichen abgesehen hat, wird sich der griechische Staat wundern, wie schnell einer, der Geld hat, dagegen vor dem Europäischen Gerichtshof streitet.

    Das Geld dazu hat er ja in diesem Falle ;-))

  2. 14. Juni 2012, 10:38 | #2

    Ist das der erste Schritt zu Kapitalverkehrs-Steuern?

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