Stromversorgung in Griechenland droht Black-out

4. Juni 2012 / Aktualisiert: 12. Juni 2012 / Aufrufe: 2.686

In Griechenland droht dem Stromversorgungsnetz ab Juni 2012 ein Black-out wegen unbeglichener Verbindlichkeiten in Höhe von rund 400 Mio. Euro an die Stromerzeuger.

Wenn nicht das Defizit von 400 Mio. Euro auf dem Markt der elektrischen Energie in Griechenland gedeckt wird, droht dem Stromversorgungsnetz die Gefahr eines Black-outs im Juni 2012. Diese in Rede stehenden Gelder schulden der Verwalter des Transportsystems (ADIME) und der Betreiber des Marktes elektrischer Energie (LAGIE) der Öffentlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI) und den privaten Kraftwerksanlagen für die Verkäufe der von ihnen erzeugten elektrischen Energie.

Die Alarmglocke schlug der Präsident und geschäftsführende Vorstand der Öffentlichen Gasversorgungsgesellschaft (DEPA) Haris Sachinis in seinem Schreiben an den Finanzminister Giorgos Zanias und den Minister für Umwelt, Energie, Klimawandel und Wettbewerbsfähigkeit Grigoris Tsaltas. Er gibt bekannt, dass der DEPA die DEI und die unabhängigen Erzeuger 300 Millionen Euro für die Belieferung ihrer Kraftwerkseinheiten mit Erdgas schulden. Die DEPA schuldet von ihrer Seite dem Verwalter des griechischen Erdgasnetzes (DESFA) und muss im Juni die italienische ENI und die russische Gazprom bezahlen.

Griechenland droht Einstellung der Belieferung mit Erdgas

Herr Sachinis teilte ebenfalls mit, die DEPA untersuche die Möglichkeit zur Aufnahme eines Konsortien-Anleihekredits, die Prozeduren jedoch nicht vor September abgeschlossen sein werden. Ebenfalls gab er bekannt, „die DEPA wird im unmittelbar bevorstehenden Zeitraum auch zur Unterbrechung der Belieferung und Inanspruchnahme von Bankgarantien großer Kunden von ihr schreiten müssen, jedoch wird auch mit diesen Maßnahmen die Möglichkeit bestehen, dass die Versorgung des Landes mit Erdgas im Juni 2012 eingestellt werden wird, mit katastrophalen Folgen sowohl für die zu 25% auf Erdgas basierende Elektrizitätserzeugung als ebenfalls auch für alle Industrie- und Haushaltsverbraucher„.

Informationen zufolge haben die DEPA, die DEI und der griechische Verband der unabhängigen Stromerzeuger (ESAI) den Ministern zwei Lösungen zur Beschaffung des größten Teils der 400 Mio. Euro unterbreitet. Die Justizbehörden haben 100 Mio. Euro der – inzwischen geschlossenen – Stromverkaufsunternehmen Energa und Hellas Power blockiert. Die DEI könnte sich diese Gelder für zwei Monate leihen, die ihr so wie so zustehen. Weitere 250 Mio. Euro können der DEI als Vorauszahlung von der staatlichen Hinterlegungsstelle gewährt werden, womit sich auch der Vertreter des IWF in Griechenland, Bob Traa, einverstanden gezeigt haben soll. Es wird angemerkt, dass dieser Betrag als Kredit beantragt wurde, die Prozeduren seiner Erteilung sich jedoch hinziehen werden.

Jedenfalls bedarf es für die Handlungen politischer Beschlüsse, und laut Informationen soll auch der Premierminister Panagiotis Pikrammenos informiert werden. Währenddessen entzog der LAGIE der Gesellschaft REVMAENA die Stromverkaufslizenz wegen fälliger Verbindlichkeiten. Die 29.680 Kunden der Firma werden für drei Monate von der DEI mit Strom versorgt werden und müssen innerhalb dieses Zeitraums einen neuen Belieferungsvertrag mit der DEI oder einem alternativen Anbieter abschließen.

(Quelle: Imerisia)

  1. Horst Wolf
    4. Juni 2012, 09:13 | #1

    Das offenbar unabwendbare Black-out der Energieversorgung in Griechenland im Juni 2012 ist erschreckend, zumal, wenn man im Juni seinen Urlaub gebucht hat!
    Reiseveranstalter scheint das aber nicht sonderlich zu interessieren, obwohl hier m.E. ein kostenfreie Stornierung angeboten werden sollte, was bisher aber abgelehnt wird!!
    Unverständlich!

  2. V99 %
    4. Juni 2012, 13:57 | #2

    Sollten nicht riesige Photovoltaikanlagen gebaut werden um gewaltige Energiemengen zu produzieren? War wohl wieder ein Schuss in den Ofen. Dann waren anscheinend die allsommerlichen „blackouts“ , die ja nicht selten mehrere Stunden dauerten, eine Vorbereitung auf das was noch kommen sollte 😀

  3. Heinz
    4. Juni 2012, 15:14 | #3

    Wie soll eine Volkswirtschaft funktionieren, wenn jeder nur zahlt, wenn er Lust dazu hat.

    Hier tun sich Dinge auf, die einem alles abfordern.

  4. Bommel
    4. Juni 2012, 18:04 | #4

    @Heinz
    Eine Volkswirtschaft kann erst recht nicht funktionieren, wenn die Regierung auf Geheiß der „Partner“ des Landes die Wirtschaft kaputtbesteuert, um Gläubiger zu befriedigen:

    Energiemarkt in Griechenland erstickt in Schulden

    Schönen Gruß an IWF, Troika & Konsorten!

  5. Kostas
    4. Juni 2012, 18:16 | #5

    @Horst Wolf
    Wenn die Touristen sich hier nur halb so energiebewusst wie zu Hause benehmen würden, müsste Griechenland nicht jeden Sommer für horrendes Geld elektrischen Strom aus dem Ausland hinzukaufen. Solange sogar in jeder „Hundehütte“ die Klimaanlage rund um die Uhr auf vollen Touren läuft (und zwar vorzugsweise bei offenen Türen und Fenstern, weil es ja sonst zu kalt wäre), braucht sich niemand zu wundern, wenn das Netz zusammen bricht.

  6. Griechenfan
    4. Juni 2012, 19:26 | #6

    @Horst Wolf
    Oh wie schrecklich, da muesste mensch ja vielleicht gemuetlich mit einer Kerze in der Taverne sitzen. Das waere doch kein schoener Urlaub.

  7. Griechenfan
    4. Juni 2012, 19:29 | #7

    @Heinz
    Oh, wer hat schon Lust zu zahlen? Oder ist es vielleicht so, dass das Portmonai leer ist? Ups, das ist doch wohl nicht vorstellbar.

  8. yoss
    4. Juni 2012, 19:31 | #8

    könnte es etwa sein, dass die kunden ihre rechnungen nicht zahlen, sollen ja an die 400 mio aussenstände geben, u.a. aus protest gegen die grundsteuer?
    könnte es sein, dass so wie das finanzamt auch die DEI anweisung hat, die wähler nicht durch unpopuläre forderungen zu belästigen?
    könnte es sein, dass die archaiischen kraftwerke einen wirkungsgrad haben, die die erzeugungskosten hochtreiben, von ohnehin ignorierten umweltschäden ganz zu schweigen?

  9. bickenbach
    4. Juni 2012, 19:54 | #9

    @ Kostas
    Mal wieder Typisch einen schuldigen gefunden. Diesmal müssen die Touristen für die andauernden Stromabschaltungen im Sommer herhalten.
    Statt den Tourismus zu fördern, baut ihr immer neue „Feindbilder“ auf.

  10. einer der in grichenland lebt
    5. Juni 2012, 03:53 | #10

    @Horst Wolf
    Jasu Horst Wolf,
    das mit deinem Urlaub tut mir ja so leid, sprich dass du nicht kommen kannst, aber ich kann dir sagen, dass jedes bessere Hotel über ein Notstromaggregat oder sogar auch PV-Anlagen verfügt, damit Du deine Getränke im Kühlschrank schön KALT halten und trinken kannst 🙂

  11. einer der in grichenland lebt
    5. Juni 2012, 04:02 | #11

    @Heinz
    es geht nicht um die LUST ZU ZAHLEN, es geht einfach nur darum, dass die Leute inzwischen kein GELD mehr haben, um das alles zahlen zu können. Oder habt ihr in Deutschland mehr Geld Übrig?
    Ich sage nur, zu Lidl einkaufen gehen in Griechenland (50% – 100% teurer als in Deutschland … .

  12. Maria P.
    5. Juni 2012, 08:54 | #12

    @einer der in grichenland lebt
    Du hast Recht! Die Leute haben heute, kein Geld mehr aber was ist mit den Jahrzenten züruck? Haben die auch kein Geld gehabt? Warum würde da, wo es Geld gab, nicht bezahlt?
    #Eine die auch in Griechenland, manchmal lebt#

  13. Xeins
    5. Juni 2012, 11:20 | #13

    @einer der in grichenland lebt

    In welchem Griechenland lebst du denn?? In vielen Dingen gebe ich dir recht, aber was soll die Lidl-Aussage? Das Lidl ein fragwürdiger Konzern ist klar, aber die Waren sind bei Lidl in Griechenland nicht um 50%-100% teurer. Die Preisdifferenzen beziehen sich auf einzelne Warengruppen. Einzelne Produkte sind um ca. 20% teurer als in D. Da macht Lidl einfach Profit! Ich habe das empirisch erhoben (Stand Mai 2012, Markt Lidl in Kranidi versus Lidl in Bremen).

    Schau dir doch mal die griechische Kette Kritikos an, hier sind die Preise im Vergleich astronomisch. Traurig ist vielmehr, dass in den meisten Regionen der Lidl die billigste Einkaufsmöglichkeit darstellt. Ansonsten bleiben nur die Wochenmärkte für Frischware etc.

    Das grundsätzliche Problem in Griechenland ist, dass der Preismechanismus (die Einkommen sinken, die Preise aber nicht), nicht funktioniert.

  14. mazu
    5. Juni 2012, 12:29 | #14

    Kostas :@Horst Wolf Wenn die Touristen sich hier nur halb so energiebewusst wie zu Hause benehmen würden, müsste Griechenland nicht jeden Sommer für horrendes Geld elektrischen Strom aus dem Ausland hinzukaufen. Solange sogar in jeder “Hundehütte” die Klimaanlage rund um die Uhr auf vollen Touren läuft (und zwar vorzugsweise bei offenen Türen und Fenstern, weil es ja sonst zu kalt wäre), braucht sich niemand zu wundern, wenn das Netz zusammen bricht.

    @Kostas Ja, schon schlimm, wenn diese Tourimassen einfach Strom brauchen. Eine Unverschämtheit geradezu, was sich diese Ausländer einbilden, einfach so wichtige Ressourcen zu beanspruchen. Deswegen: Preise verdoppeln, Strom in Hotels abschalten, Wasser im Pool braucht auch keiner zum Überleben, und zum Frühstück wie zum Abendbrot gibt es nur Wasser und Brot, mit ein paar Oliven (Kochen kostet ja auch Strom). Mittagessen wird gestrichen. Das wird ein echter Renner auf den Buchungsmarkt.

    Sag mal, wie bekomme ich die Medikamte, die Du anscheinend einnimmst? Das will ich auch!

  15. Toni Lechner
    5. Juni 2012, 13:28 | #15

    Der drohende Black-Out findet so nicht statt.

    Griechenland besteht aus hunderten von kleinen Inseln,
    die elektrisch gar nicht miteinander verkabelt sind und sich größtenteils
    selbst versorgen, durch Ziegenmilch, Kräuter und gute Luft.

    Wenn ich Grieche wäre und auf meiner abgelegenen Insel leben würde,
    dann würde ich mich krumm lachen über die aktuellen Theorien.

    🙂

  16. Roditisa
    5. Juni 2012, 18:17 | #16

    @Horst Wolf
    Schoen, dass sie sich so um die armen Touristen sorgen. Um die Leute, die da wohnen scheint es ihnen wohl nicht bange. Wie zynisch.

  17. Roditisa
    5. Juni 2012, 18:22 | #17

    @Toni Lechner
    Oh ich weiss nicht so recht. Unser E-Werk verbrennt Oel. Wenn die DEI keines mehr kaufen kann, kann unser E-Werk keines mehr verbrennen. Und dann sitzen wir hier mitten im Sommer auf kaputten Lebensmitteln und Medikamenten. Wir leben entgegen aller Klischees nicht nur von Ziegenmilch und Kraeutern, es gibt hier doch einiges, was an Zivilisation erinnert. Sogar Internet haben wir, man mag es kaum glauben!

  18. Lucy Sky
    5. Juni 2012, 22:54 | #18

    @mazu
    Wir vermieten Ferienwohnungen – ich kann nur bestaetigen, dass es nicht wenige Touristen gibt, die wirklich (bei offenem Fenster) den ganzen Tag die Klimaanlage laufen haben, obwohl sie gar nicht da sind und erst abends wiederkommen.

    @Toni Lechner
    @Roditisa
    Das mit der Ziegenmilch ist echt gut, das mache ich jetzt schon seit 8 Jahren. Milch, Kaese, Joghurt – mein absoluter Favorit ist allerdings die Ziegenmolke (mit Apfelsaft)!

  19. Kostas
    5. Juni 2012, 23:23 | #19

    mazu :
    @Kostas … Unverschämtheit geradezu, was sich diese Ausländer einbilden …

    Ja, genau das bzw. konkret „diese“ meine ich, die davon überzeugt sind, nachdem sie ein paar Hunderter abgedrückt haben, für zwei Wochen mal so richtig den „Adolf“ ‚raushängen lassen zu müssen …

  20. Griechenfan
    5. Juni 2012, 23:44 | #20

    @mazu
    Das Medikament heisst: „Relaxium“ Du bekommst es in jeder Apotheke. Kostet nicht viel. Im Uebrigen ist es sehr lecker: Brot in Olivenoel eingetaucht mit etwas Zitrone und Salz. Habe mir sagen lassen, dass es sehr gesund ist. Tomate passt dann auch noch dazu. Dazu ein Glas Wein der Region. Ach, hab es vergessen, dazu noch Schafskaese, der braucht auch keinen Strom. Oh, natuerlich die leckeren Oliven. Stell Dir vor, wie romantisch bei Kerzenlicht in einer Taverne oder in der Pension. Und stell Dir vor, es gibt hier so viele Menschen, die nicht mal das haben oder sich leisten koennen. Und…… waere es nicht toll fuer Dich, das mal kennen zu lernen? Ich kann Dir versichern, dass hier alles fuer die Touristen getan wird. Es wird Strom geben und gutes Essen. Jeder Tourist wird hier hofiert. Weg mit der Angst und auf nach Griechenland. Die Griechen sind wie schon gesagt, gut im improvisieren. Es wird in den Medien zu sehr hochgespielt und eine Angst geschuert, die ungerechtfertigt ist. Also …..“ella“ kommt und trinkt einen Ouzo auf Griechenland.

  21. benni
    6. Juni 2012, 09:30 | #21

    Oh man,…der eine macht sich sorgen um das Wohlergehen der Touristen, ein anderer hetzt gegen die Touristen und wieder ein anderer schwingt auch mit der klischeekeule.
    Leute besinnt euch mal. Weder die Touristen noch das griechische volk hat diese zustände herbeigeführt, dass waren macht- und Geldgeile idioten, die elite halt. Nur die mainstreammedien erzeugen falsche bilder und jene klischees.
    Was die Griechen da erleben müssen ist einfach nur grausam, aber auch nur der Anfang.
    „Keine lust zu zahlen“? Hatten die tausende Griechen die selbstmord begingen etwa auch keine lust zu zahlen?
    Europa geht zu ende, mit ihm der euro – der traum der nie einer war geht zu ende.

    Bitte lasst euch nicht jeden Scheiss durch konditionierung eintrichtern.
    Mensch denkt doch mal nach…
    Grüße aus Berlin

  22. mazu
    6. Juni 2012, 11:05 | #22

    @Kostas: vielleicht hätte ich die Ironie für Dich speziell markieren sollen? Dann hängt doch Schilder an die Grenze: Deutsche unerwünscht bzw. Touristen unerwüscht .Genau wegen solchen Sprüchen haben D. einfach keinen Bock, sich immer wieder diese 3-Reich-Nummer auf das Brot schmieren zu lassen. Was unterscheidet Dich von Mir ? Warscheinlich nur die Tatsache, das Du in GR geboren wurdest und ich in D nach dem 2. Weltkrieg. Das macht Dich nicht automatisch zu einem besseren Menschen. Ich habe mit diesem Nazi-Kram genauso viel zu tun wie Du: nämlich nichts. Oder hält jemand den heutigen Spaniern vor, wie schlimm diese im Namen der Kirche und Krone Millionen von Inkas/Atzteken abgeschlachtet haben ?

    @Griechenfan Angst GR zu besuchen hätte ich nicht, aber meine persönlichen Vorlieben und Zeitfenster führen mich in andere Gefilde.

Kommentare sind geschlossen